Noch nie vom Zaubereiministerium gehört?

GeschichteAbenteuer / P12
08.07.2019
28.08.2019
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Willkommen zurück!
Vielen Dank an  -Shadowheart-, Nym Dragneel und gast0617 für eure Reviews! Ich habe mich sehr über die positive Resonanz gefreut und schreibe bereits fleißig weiter. Im Moment sieht es danach aus, als kämen wöchentliche Updates, aber ich will nichts versprechen. Die nächsten 2 Kapitel sind bereits fertig und in der Nachbearbeitung.
Auch die Empfehlungen freuen mich sehr, ich hätte nicht gedacht, überhaupt auf eine Leserschaft in der recht kleinen Crossover Sparte zu finden.
Vielen Dank dafür! <3

Jetzt aber viel Spaß beim Lesen von Kapitel Nummer 3 :)

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Lorlen sah noch einmal fragend in das Gesicht der Frau als wollte er um Erlaubnis bitten und nahm ihre Hände in die seine, als sie ihm ein Nicken schenkte.
Der Administrator schloss seine Augen.
-Könnt ihr mich hören? - fragte er in ihrem Kopf. Allison zuckte zusammen.
„Woah, das ist komisch.“, meinte sie und schloss ebenfalls die Augen.
- Ihr könnt auch mit euren Gedanken antworten. -, sandte Lorlen ihr in ihren Gedanken.
- Wie? -, fragte sich die junge Frau und bekam sofort eine Antwort.
- Genau so. -, lächelte Lorlen. Allison fragte sich, wieso ihr Ausruf nicht in ihren Gedanken war, kam aber schnell zu dem Schluss, dass sie wohl nicht allzu viel über die Dinge, die sie sagte, vorher nachdachte. Lorlens Mundwinkel zuckten amüsiert, als er ihre Gedanken las.
-Haben Sie das auch gehört? -, fragte Allison nun direkt und fühlte sich ertappt.
- Ja. -
- Uff. - Allison konnte es gar nicht zurückhalten und wurde rot. Lorlen lächelte amüsiert.

Akkarin fand es immer interessant, anderen bei der Gedankenrede zuzusehen. Die Menschen waren dann so konzentriert auf ihre Gedanken, dass sie nicht mehr auf ihren Gesichtsausdruck achteten.
Die Frau wirkte nicht wie eine Sachakerin. Als er sich am Abend Gedanken gemacht hatte, wer sie war und wieso sie in der Gilde war, konnte er allerdings den Gedanken nicht loslassen, dass sie eine Spionin war. Er war gespannt auf das Ergebnis von Lorlens Wahrheitslesung. Wenn sie eine Spionin war, hätte sie wohl kaum einer Wahrheitslesung zugestimmt. Andererseits könnte Lorlen so über seine Vergangenheit in Sachaka erfahren, vorausgesetzt sie wusste davon.
Es gefiel Akkarin überhaupt nicht, dass Lorlen die Wahrheitslesung übernahm. Und doch wäre es zu unangenehmen Fragen gekommen, wenn er darauf bestanden hätte. Sollte sein Geheimnis ans Licht kommen, würde er reagieren müssen.

- Am einfachsten ist es, wenn ihr euch einen Raum mit Türen vorstellt. Ihr nehmt all Eure Geheimnisse und Erinnerungen und verstaut sie hinter ihnen. Dann lasst ihr mich in den Raum und führt mich zu den Dingen, die ihr mir zeigen wollt. -
- Sie sehen nicht alles nach Belieben? –
- Nein. –

Allison tat, wie ihr geheißen.
-Sehen Sie überhaupt schon was? Denn Wenn Sie alles kennen, hat es keinen Sinn mehr, Dinge zu verstecken. – meinte sie und zwang sich, ihre Augen geschlossen zu halten, um die Konzentration nicht zu verlieren.
- Nein, ich warte bis Ihr mich hereinlasst. Ich bin… Wie sagt man das am besten…? Ich bin am Rande Eures Geistes. –
Erleichterung überkam Allison und sie drohte ihren Raum zu verlieren, doch bald hatte sie den Dreh raus. Die Präsenz des Magiers in ihrem Kopf war so gar nicht wie Legilimentik. Anstatt mit Gewalt in ihren Verstand vorzurücken, hielt er sich zurück und wartete auf Einlass. Ob das seine Entscheidung war? Vielleicht war seine Magie ja auch so limitiert. Was auch immer es war, es füllte sie mit Erleichterung zu wissen, dass sie ihm nicht alles zeigen musste.
- Und jetzt? – fragte sie.
- Stellt euch eine weitere Tür vor. Eine, die in diesen Raum hinein und heraus führt. –
Sie stellte sich eine große und massive Tür vor, welche vor ihrem inneren Auge auftauchte. Langsam griff sie danach und öffnete sie.
Die Präsenz Lorlens war nun viel stärker zu spüren. Was sie bisher nur am Rande ihres Geistes bemerkt hatte, war nun direkt vor ihr. Auf einmal wurde ihr der Unterschied zwischen Legilimentik und dieser Form der Einsehung von Erinnerungen bewusst. Sie öffnete ihren Geist, bildlich gesprochen öffnete sie eine Tür. Bei der Legilimentik stürmte man den Kopf einer Person und brach alle Wände, Türen oder sonstige Widerstände ein, um hinein zu gelangen. Diese Art und Weise war weitaus angenehmer, zumal sie spürte, dass sie jederzeit in der Lage war, die Tür zu schließen, ohne ihre Schutzwalle durch Okklumentik zu stärken. Die Visualisierung half ihr sehr.

-Darf ich? -, fragte er und ließ sich von Allison hineinbitten.
- Wie beweise ich Ihnen jetzt, dass ich nicht lüge? –
- Ihr zeigt mir einfach, woher ihr kommt, indem ihr die Tür zu der jeweiligen Erinnerung an den Ort öffnet oder mir ein Gemälde zeigt, in dem es abgebildet ist. –
Allison dachte an Hogwarts, doch unweigerlich kamen die Erinnerungen an die Zerstörung des Schlosses in ihr auf. Sie versuchte, sich auf das unterirdische Ministerium in London zu konzentrieren und öffnete eine der Türen.
Das Bild vom dunkel gefliesten Ministerium kann in ihren Gedanken auf, mit Massen von Zauberern und Hexen, welche aus Kaminen traten und sich hastig auf den Weg zu ihren Arbeitsplätzen machten.
-Das ist es?-, fragte Lorlen und sah sich um. Allison nickte, merkte jedoch schnell, dass er es gar nicht sehen konnte und lächelte.
-Ja. – dachte sie und fühlte das Amüsement des Administrators.
- Vorhin ist Euch eine Erinnerung an ein Schloss hochgekommen. Es sah aus, wie der Ort, von dem ihr gekommen seid. –
- Sie haben Hogwarts gesehen? –, fragte sie überrascht und kam nicht umher sich zu fragen, ob er ihre Gedanken meinte, oder als sie in dem Büro aufgetaucht war.
- Sowohl, als auch, ja.- , antwortete er und Allison ärgerte sich, dass sie sich nicht daran gewöhnen konnte, dass er ihre Gedanken lesen konnte. Wobei er ihren Ärger über sich selbst ja auch sehen musste.
Wenn sie ihm gegenüber gezeigt hatte, was für Schwierigkeiten sie mit der Gedankenrede hatte, so ließ er sich sein Wissen nicht anmerken.
Unweigerlich dachte sie an ihre Okklumentikstunden. Es durfte ihr nicht erneut passieren, dass sie an etwas dachte und damit eine Öffnung in ihren Geist bot. Wenn Lorlen auch nicht mit Gewalt ihren Verstand überrannte, so konnte sie sich auch nicht sicher sein, dass er nicht irgendwann die Gelegenheit nutzen würde. Und wer weiß, vielleicht dachte sie irgendwann an wichtige Geheimnisse, nicht an die Schule?

Die junge Aurorin stellte sich hinter einer weiteren Tür das schöne Hogwarts vor, welches der magischste Ort der Welt war und mit seinen Festmählern und Feiern einen jeden Schüler in Aufregung versetzte. Dann jedoch dachte sie an die Zerstörung von Hogwarts, den Angriff der Todesser, sowie die vielen Kinder, deren Leichen sie auf ihrer Flucht vor einem Riesen passiert hatte. Die Trümmer und Flammen des Schlosses würden sie noch lange bis in ihre Träume verfolgen, dessen war sie sich sicher.
Eine Woge des Mitgefühls erreichte sie und Allison wurde klar, dass sie von Lorlen ausging.
-Deswegen wollte ich so schnell zurück, wissen sie? Dieser Krieg geht jetzt schon fast ein Jahr lang, es herrschen Terror und Angst. Das hier sollte die finale Schlacht werden, der Tag, an dem sich alles entschied. Ob wir weiterhin in Freiheit leben, oder ob wir der Ungerechtigkeit und dem Hass von Sie-Wissen-Schon-Wem erliegen. -, erklärte sie in einem traurigen Tonfall. Es wurmte sie, dass sie nicht wusste, wie es dort zurzeit aussah. Sobald sie die Männer von ihrer Geschichte überzeugt hatte, würde sie so schnell wie möglich versuchen, zurückzukehren.

Das Bild der silbrigen Katze, welche den Patronus von Professor McGonagall darstellte, blitzte in ihren Gedanken auf. Sie zeigte Lorlen, wie die Lehrerin für Verwandlung sie ins Schloss rief, um gegen Voldemort zu kämpfen, wie sie ihr angewiesen hatte, einen Gang zu nehmen, der sich bei Aberforth Dumbledore befand.

- Ich wollte Euch die ganze Zeit schon fragen, wer es ist. Ihr sagt immer ‚Sie wissen schon wer‘, aber tatsächlich weiß ich es nicht.-
- Sie wissen nicht, wer er ist? Er ist ein Mugglehasser, er mordet und foltert aus reinem Vergnügen und der Überzeugung, sein Blut sei wertvoller als das von Mugglegeborenen und Halbblütern. Wenn sie hier noch nichts von seinem Einfluss mitbekommen haben, können sie von Glück sprechen. Je nachdem wie der Kampf gestern ausgegangen ist, kommt er irgendwann bestimmt hierher. Er wird nicht ruhen, bis die ganze Welt ihm untersteht und die Muggle versklavt oder tot sind.-
Lorlen musste gar nichts sagen oder denken, damit Allison den Schock des Mannes spüren konnte.
Als hätte sie es gewollt, entfloh ihr eine Erinnerung an das Chaos, das von Voldemort ausging. Wie die Greifer des Ministeriums Mugglegeborene Kinder aus ihren Familien rissen und im Ministerium öffentlich hinrichteten. Wie sie sich selbst aufgrund ihres mugglegeborenen Vaters einem Prozess stellen musste, von dem nur ihre reinblütige Tante sie retten konnte. Wie sie selbst auf der Flucht war und täglich im Radio von den vielen Toten hörte. Und schließlich kamen wieder Erinnerungen an die Schlacht in ihr auf.

Allison schüttelte den Kopf, doch die gedankliche Tür ließ sich nicht schließen. Sie entschloss sich, dem Magier ihre Hand zu entziehen und die Verbindung zu unterbrechen.
„Glauben Sie mir jetzt?“, fragte sie und öffnete ihre Augen. Der Mann gegenüber von ihr sah sie jedoch gar nicht an.  Er blickte lediglich zu dem anderen Mann im Raum.

Akkarin fühlte sich ein wenig unwohl, als Lorlen ihn mit einer Mischung aus Entsetzen und Trauer ansah. Hatte er tatsächlich Dinge über ihn und seine Vergangenheit als Sklave in Sachaka erfahren? Wie er die geächtete schwarze Magie erlernt hatte, um sich zu befreien und nach Hause zurück kehren zu können?
Als er jedoch genauer hinsah, konnte er ausmachen, dass Lorlen ihn nicht wirklich ansah. Er blickte durch ihn hindurch, als wäre er in Gedanken ganz woanders.
Die Frau räusperte sich.
„Also glauben Sie mir?“, fragte sie erneut und mit mehr Nachdruck. Lorlen zuckte zusammen, schüttelte seinen Kopf, als wolle er einen Gedanken losschütteln und blickte sie nun direkt an. Er nickte.
„Ja, ich kann bestätigen, dass Ihr die Wahrheit über Eure Herkunft gesagt habt. Von ihr geht keine Gefahr aus, Akkarin. Sie hat ein Recht auf ihre Besitztümer.“, meinte er und war wieder auf seine Professionalität bedacht.
Akkarin drehte sich auf seinem Sessel um und griff nach dem Holzstab und ihrer Tasche. Er reichte der Frau die besagten Gegenstände.

Als Allisons Finger sich um ihren Zauberstab schlossen, strömte eine vertraute Wärme durch ihren Körper. Als würden kleine elektrische Ströme ihren Körper durchziehen, stellten sich ihre Nackenhaare auf und ein angenehmer Schauer lief ihr über den Rücken. Das war die Art und Weise, wie ihr Zauberstab sie nach den Stunden der Trennung begrüßte.
Die Magier im Raum, die nichts von Zauberstäben verstanden, beobachteten erstaunt, wie kleine Funken aus der Spitze ihres Stockes sprühten und ihre Haare sich für einen Augenblick kräuselten.
Die Frau lächelte selig, den Stab wieder in ihren Händen zu wissen.
„Nun, das löst aber noch immer unser Problem nicht.“, meinte der Hohe Lord und besah Allison eindringlich.
„Welches Problem?“, fragte sie.
„Wir wissen zwar, dass ihr die Wahrheit gesagt habt, aber nicht, wo dieses Land von dem Ihr sprecht sich befindet.“

Oh. Das Problem.

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Ich hoffe sehr, dass es euch gefallen hat und würde mich wie immer über ein wenig Resonanz freuen.
Bis zum nächsten Mal!
Anika
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