Ein Schatten über Valenwald

von Ortakh
GeschichteAbenteuer, Freundschaft / P16
08.07.2019
24.07.2019
30
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Arun schweift in seinen Gedanken immer wieder ab; denkt an Dan-Lai oder seine Vergangenheit, während er Schritt für Schritt die Straße hinunterläuft. Mit dem Marktplatz auf der linken und der neuen Kirche auf der rechten Seite biegt er in eine kleine Nebenstraße ab. Sie führt an der Mauer, die einige Häuser von der Kirche trennt, entlang und endet direkt vor seinem und Elsils Haus.
So geht er an verschiedenen Wohnhäusern vorbei. Familie Lexillius zum Beispiel. Allitian, ein Kaiserlicher aus Anvil, und seine bretonische Frau Edelle waren letzte Woche bei ihnen und sie haben einen schönen Grillabend zusammen verbracht. Arun hatte seinen neuen Grill ausprobiert, den er sich gebaut hat. Allitian war hell auf begeistert und auch Elsil und Edelle haben sich sehr gut verstanden und einen wunderbaren Abend genossen.
„Etwas stimmt nicht“. Arun dreht sich ein paar Mal um. Doch die Straße runter ist weit und breit nichts zu sehen. Niemand ist auf der Straße, nicht einmal die Kinder spielen. „Irgendwas stimmt hier ganz und gar nicht“.  Trotzdem läuft er weiter in der Hoffnung das Gefühl vergehe in wenigen Sekunden. Doch die Stille um ihn herum beunruhigt ihn, die Tatsache nur seine eigenen Schritte zu hören beunruhigt ihn und dieses unabdingbare Gefühl beobachtet zu werden beunruhigt ihn auch. „Was ist nur los verdammt?“ Arun beschleunigt sein Tempo. Es sind nur noch ein paar Ecken bis er sein Haus erreicht hat und sich in sein Bett legen kann; mit einem warmen Tee und einem Stück Kuchen, den Elsil für sie bereitet hat.
Sein Herz pocht und er läuft schneller. Seine Atmung wird immer schneller und er beschleunigt weiter seine Schritte. „Es nützt nichts, ich komme hier nicht weg.“ Eine weitere Ecke; noch eine und noch eine. „Verdammt, wer ist da?! Wer zum Teufel verfolgt mich.“
Arun rennt um die nächste Ecke und an einem Gestrüpp vorbei. Plötzlich verliert er das Gleichgewicht, stürzt und kommt unsanft auf dem harten Steinboden auf. „Autsch. Was war das?“ Arun schaut kurz auf sein Knie und muss ein paar kleinere Schnittwunden erblicken. „Mist, das brauche ich nun wirklich nicht.“ Doch als er den Strauch sieht, bleibt ihm kurz der Atem stehen.
„Hilfe, eine Leiche!!“ Arun schreckt auf und schreit nach Hilfe. Augenblicklich tauchen Menschen, Elfen und Tierwesen aus den diversen Winkeln der Straße auf. Auch Wachen sind schnell zur Stelle und versuchen Arun zu beruhigen. Beim Anblick der Leiche ruft einer von ihnen, die Tore sollen schnell geschlossen werden und niemand soll aus der Stadt gelangen können.
Als Elsil ankommt, sitzt Arun zusammengesunken vor einem Gartenzaun und vergräbt sein Gesicht in seinen Händen. „Ist alles in Ordnung, Liebling?“ Doch Arun reagiert nicht. „Der Hauptmann hat die Stadt abgeschottet. Wer das auch war, er sitzt in der Falle.“ Doch auch darauf reagiert er nicht. Sie setzt sich neben ihn und legt ihren Arm um seine Schulter.
„Das ist zu viel. Mir ist das gerade echt zu viel und damit komme ich einfach nicht klar. Meine Nerven liegen blank.“, murmelt Arun in seine Handflächen. Elsil sieht ihm seine Verzweiflung und seine Erschöpfung förmlich an. „Damals, auf der Kalten Insel, habe ich so viel Leid gesehen. Es verstört mich, dass uns das auch hier passiert. Das macht mich total fertig.“
Elsil nimmt ihren Freund in den Arm und verspricht ihm, den Mörder zu finden, damit jeder in dieser Stadt wieder schlafen kann. „Wir sind alle in Alarmbereitschaft. Immerhin ist nächste Woche das große Wiedervereinigungsfest und da können wir einen Mörder nicht gebrauchen. Schon garkeinen, der so grausam mordet wieder dieser hier.“
Als der Hauptmann wenige Minuten später eintrifft, bittet sie ihn, ihr den Rest des Tages freizugeben. Arun und Elsil gehen die wenigen Meter bis zu ihrem Haus und beenden ihren Arbeitstag. Elsil setzt sich vor den Kamin und liest bei einer Flasche Wein eines ihrer neuen Bücher. Sie versucht die Geschehnisse des West-Krieges zu erfahren und das, was ihr Liebster durchmachen musste, zu verstehen.
Arun hingegen hat für heute genug und ist auf direktem Wege ins Schlafzimmer und ins Bett gefallen. Es ist zwar noch früh am Nachmittag, aber dennoch fällt Arun in einen tiefen, aber unruhigen Schlaf.
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