My Chinese Leprechaun

GeschichteDrama, Romanze / P16
OC (Own Charakter) Samon Gokuu
08.07.2019
20.08.2019
17
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Vorwort (NANBAKA-SPOILER!):
Ich habe die Mangas noch nicht komplett durch, weswegen ich nicht gewusst habe, dass es ein Nanba-Frauen-Gefängnis gibt. Dieses existiert in dieser Geschichte nicht. Sorry!


Prolog

Die oberste Verwaltung Nanbas hatte alle Chefwärter für eine Zusammenkunft einberufen. Die Vize-Chefwärter mussten also vorübergehend für die Gebäude Verantwortung tragen.
Man sah Hajime an, dass er nervös war. Ungeduldig klopfte er mit den Fingern auf den langen Tisch.
Was hatte er nur? War er unsicher, weil Yamato die Verantwortung trug?
Die anderen Chefwärter sahen gelangweilt oder aber ungeduldig aus. Wir erhielten bisher keine Information, um was es bei der zu besprechenden Thematik ging.

Es war still im Raum. Keiner sagte etwas. Komisch verhielt sich besonders Mitsuru, der ungehobelter Weise zu Oberst am Tisch sass, auf dem Stuhl der Direktorin. Die Beine hatte er über die Armlehnen geschlagen. Er starrte stumm die Decke an.
Wenn sogar diese Labertasche den Mund hielt, konnte es nur was Ernstes sein.

Die Tür schwang auf. Die Direktorin betrat selbstsicher wie immer den Raum. Alle setzten sich aufrecht hin. Mitsuru stand auf, um ihr Platz zu machen. Sie setzte sich hin und blieb stumm. Mitsuru, der nun neben der Direktorin stand, holte tief Luft:

«Freunde. Wir haben euch gerufen, um ein wichtiges Ereignis mit euch zu besprechen.»
Alle schauten ausdruckslos in seine Richtung. Hatte er eine andere Reaktion erwartet?
Er erzählte weiter:
«Die Regierung Japans hat beschlossen, ein Pilotprojekt in der Hochsicherheitsanstalt Nanba zu starten. Der Staat möchte, dass die finanziellen Mittel, die in unsere Einrichtung fliessen, visionärer genutzt werden.»
Was zum Teufel sollte visionärer bedeuten?!

Die Direktorin ergriff das Wort: «Die Abteilung der Nationalen Sicherheit hat folgendes Projekt für uns beschlossen.»
Ihre Tonlage veränderte sich. Ihre Stimme wurde tiefer. Anscheinend wurde unsere Verwaltung bei diesem Beschluss aussen vorgelassen.

«Um die Mittel visionärer zu nutzen, hat das zuständige Komitee beschlossen, das Nanba-Gefängnis geschlechterneutral zu nutzen. Es werden in Zukunft einzelne, weibliche Häftlinge bei uns untergebracht. Das Pilotprojekt namens Nanba 2.0 dauert sechs Monate. Wenn es keine grossen Zwischenfälle gibt, wird Nanba wohl auch in Zukunft Frauen betreuen und aufnehmen.»

Wenn man in die Runde blickte, war es schwer, eine Reaktion herauszufiltern. Einige Wärter liess es kalt, während andere anfingen miteinander zu tuscheln. Ich entschied mich, die für mich momentan wichtigste Frage zu stellen. Meine Stimme hob sich vom Getuschel ab:
«Wann und wo wird es die erste Insassin geben?»

Alle sahen gespannt die Direktorin an. Sie blickte auf ihre Notizen vor ihr auf dem Tisch.
«Mitsuru, würdest du bitte die Leinwand einschalten?», forderte sie.

Der dunkelhäutige Mikrofongaul nickte und drückte auf eine kleine Fernbedienung. Am unteren Ende des Tisches erschien eine helle Leinwand. Mitsuru drückte einen Knopf und das Bild einer Frau erschien vor uns. Daneben waren einige Fakten aufgelistet.

«Wenn ich vorstellen darf, das ist unsere Pilot-Insassin: Nessa Quinn.»
Das Bild zeigte eine junge, schöne Frau. Sie hielt eine Nummernschild in den Händen, 0399.
Ihre Haare waren dunkel, fast schwarz gelockt und gingen ihr bis über die Schultern. In den Längen konnte man, trotz der eher minderwertigen Qualität, einen dunkelroten Farbton erkennen. Ihre Augen schienen grau zu sein. Ihr Blick sagte war ausdruckslos.

Die Direktorin fuhr fort:
«Nessa Quinn, 23 Jahre alt, stammt aus Irland. Man erwischte sie vor einigen Wochen in Los Angeles, USA, bei einem illegalen Autorennen. Laut einigen Quellen war sie seit längerer Zeit in dieser Untergrundszene aktiv. In ihrem Wagen fand man zudem eine nicht-eingetragene GLOCK Faustfeuerwaffe. Sie wurde wegen Teilnahme an illegalen Strassenrennen, Verstosses gegen das Automobilgesetz, unerlaubter Waffenbesitz und unkooperativen Verhalten bei der Festnahme zu acht Monaten Gefängnis verurteilt.»
Unkooperatives Verhalten. Schön ausgedrückt.

«Quinn ist keine Schwerverbrecherin. Aus diesem Grund wurde sie für dieses Projekt ausgewählt.»
Es blieb still. Wir wussten zwar, wer auf uns zukam, nur nicht, welch armes Schwein diese Verantwortung traf. Die Direktorin schien unsere fragenden Blicke zu bemerken. Sie seufzte leicht gestresst.
«Nessa Quinn wird anfangs nächster Woche hier in Nanba eintreffen. Wie ihr auf ihrem Schild sehen könnte, erhält sie die Nummer 0366.»

Kiji, der Fasan, schnappte nach Luft. Null-Drei. Sein Gebäude, drei, wurde also dafür auserwählt.
«Es tut uns leid, dass wir dich nicht vorher informieren konnten. Dieser Entschluss beruht darauf, dass wir glauben, dass du am ehesten mit solch einer neuen Verantwortung klarkommst.»
Der Fasan wurde leicht rot im Gesicht.
Kaum schmiert man ihm Honig ums Maul.

Die Direktorin schaute noch einmal auf ihre Notizen. Sie erklärte uns, dass wir im Laufe der nächsten Wochen Trainingseinheiten erhielten, wie wir mit weiblichen Insassen umzugehen hatten. Anscheinend sollte jedes Gebäude innerhalb dieser sechs Monaten eine Insassin erhalten.
Anschliessend wurden wir aus der Sitzung entlassen.

Einige von uns trafen sich im Pausenraum der Chefwärter. Kiji lehnte an der Wand und schien über die neue Verantwortung nachzudenken. Kenshirou ergriff das Wort:
«Was haltet ihr davon?»
Dabei blickte er besonders Hajime, Chefwärter aus Gebäude 13, erwartungsvoll an. Er schnaubte genervt: «Ich habe schon genug Idioten unter mir. Besonders Nummer 11, dieser Weiberheld, wird durchdrehen, wenn er davon erfährt.»
Er ist nicht begeistert.

Kiji blickte auf. Sein Blick ruhte auf mir.
«Und du? Samon, was hältst du davon?»