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Bettgeflüster

von StillDoll
GeschichteHumor, Liebesgeschichte / P18 / Gen
07.07.2019
19.03.2020
4
4.324
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Bettgeflüster

Das neue revolutionäre Sexzeitalter nimmt gerade richtig seinen Lauf und Selbsthilfebücher über Sexsucht sind immer gefragter, Leute immer williger doch mal in den Schlussverkauf eines Sexshops zu gucken und Sendungen wie „Paula kommt“ werden von Frauen verschluckt wie Kopfschmerztabletten zur Periodenzeit.
Offenheit ist das neue Verschlossen und Männer begreifen mit der Zeit, das Frauen sehr wohl erotisches Interesse haben und dass auch 90% der Frauen schon mal einen Porno geschaut haben.

Vor zwei Wochen hatte eine Freundin Geburtstag und wir gingen Essen. Da wir uns nicht mehr so regelmäßig wie zur Schulzeit sehen, gibt es immer viel zu erzählen, doch am Interessantesten sind meine Dating und Männergeschichten. Warum auch immer das für sie so interessant ist. Sie kamen scherzhafterweise auf die Idee, irgendwann – wenn ich reich und berühmt bin natürlich – solle ich doch einen Podcast über meine Geschichten machen. Sie würden es sich auf jeden Fall anhören! Ich muss aber zugeben – ich finde Podcasts ausgesprochen langweilig zudem erinnern sie mich immer an meinen letzten Ex, der diese Dinger immer von seinem Pendelweg von Karlsruher zu mir gehört hatte.

Jedoch ließ mich die Idee nicht los und da ich gerne autobiografisch arbeite und „offen“ mein zweiter Vorname ist, ließ ich mir etwas anderes einfallen: Ein Podcast in geschriebener Form – ja wo gibt es denn noch so etwas altmodisches?!
Außerdem brauche ich ebenso etwas leichtes auf meinem Profil, zum Lesen für zwischendurch und neben meinem momentanen Projekt „Feminism is the new Man“, welches ich versuche so wissenschaftlich wie möglich zu halten (klappt nur bedingt) sollte diese kleine Ansammlung an Geschichten etwas humorvolles aus dem Nähkästchen meines Liebeslebens sein.
Doktor Sommer und Paula können doch einpacken, denke ich mir und biete mit meiner Datinggeschichte, die von einem Schizophrenkranken über einen Franzosen bis hin zu einem Zeugen Jehovas reicht, doch bestimmt genug Stoff um die nächste Lachnummer in diesem Jahrhundert zu werden. Unterhaltung ist mir generell ein sehr befremdliches Konzept, warum auch immer sich jemand meine privat Geschichten gerne anhören oder durchlesen sollte.

Zwar sollten gewisse Leute wie meine Mutter oder meine ehemaligen Lover und Ex-Freunde das hier nicht lesen (auch wenn sie aus Schutz alle Synonyme bekommen werden) denn das könnte für mich doch sehr bremslich werden.
Aber wie ich immer zu sagen pflege: „Mh... Ich weiß nicht ob es mir gefallen wird aber... Lass es uns ausprobieren!“
Und somit heiße ich euch herzlich Willkommen und hoffe, dass ich euch ein wenig zum schmunzeln, fremdschämen, lachen und nachdenken bringen kann.

Vielleicht sollte ich euch erst noch eine kleine Einführung zu mir als Person geben:
Ich bin eine junge, arme Künstlerin, die wohl Amors persönliches Mobbingopfer zu sein scheint. Ich arbeite zur Zeit in einem Escape Room als Kernmitarbeiterin und habe das Ziel Regie zu studieren. Meine Berufswünsche springen immer von A nach B und hätte ich den passenden Durchschnitt und den passenden Wohnort, hätte ich gerne Sexualwissenschaften studiert, doch die einzigen Unis die dies anbieten, befinden sich im Osten Deutschlands und ich wohne im Westen. So weit möchte ich dann doch nicht umziehen. Ich war in der Liebe eine richtige Spätzünderin, im Gegensatz zu meinem Umfeld. Erster Kuss mit 15 Jahren und erstes mal eine Woche bevor ich 16 wurde. Entwickelt hatte es sich, dass ich diejenige mit dem meisten Wissen im Freundeskreis war und es die anderen nicht mal gewundert hatte, wenn ich offen über so viele Dinge geredet habe. Männer sind positiv überrascht, Klassenkameraden waren schockiert, meine Freunde erst mal sprachlos. Auch wenn ich konstant gedatet habe und Liebhaber besaß, so hatte ich nie wirklich Glück mit dem männlichen Volk und auch jetzt ist meine Situation durchaus kompliziert.

Auch wenn ich nicht nach meinem Liebesleben aussehe: Stille Wasser sind tiefer als sie gedacht haben.
Manche bösen Zungen sagen, ich hätte ein kleines Sexproblem doch eigentlich hat Sex ein Problem mit mir! Im innerlichen wohl das komplette Gegenteil eines Asexuellen (einen solchen versuchte ich auch einst zu daten) und wäre ich ein Mann, hätte ich wohl 24/7 einen Ständer.
Alle anderen wichtigen Dinge, werden euch im Laufe der Zeit begegnen und ihr werdet mich wohl mehr kennenlernen, als euch lieb sein wird.
Euch werden Dinge erwarten, die eine Liebeskomödie nicht hätten besser machen können.

Und somit: Auf ins Getümmel und an die Reize, fertig... los!
 
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