Chains Of Love And Betrayal

GeschichteFantasy, Schmerz/Trost / P16
Legolas Thranduil
07.07.2019
11.03.2020
8
24646
3
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Dieses Kapitel
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Hey
Dies ist eine neue Geschichte, die ich bereits schon seit einiger Zeit auf meinem Computer habe.
Es ist eine Anlehnung an einer Serie, dessen Name ich jedoch dummerweise vergessen habe... Deswegen werden ein paar Konversationen wie in der Serie sein... jedoch nur ein paar...
Ich wünsche euch viel Spaß beim lesen des ersten Kapitels und ich freue mich auf eure Reviews. :)

Beste Grüße
Alphawolf7











-Kapitel 1-

Die Sonne kam hinter dem Horizont zum Vorschein und kündigte einen neuen Tag an. Die Vögel zwitscherten fröhlich, Bienen summten von einer Blume zur anderen, um Nektar zu sammeln und ein großer blühender Baum stand mitten im Garten des Waisenhauses „Young and Free“.
Die Tür wurde geöffnet und ein Junge mit langen blonden Haaren kam heraus. Er trug eine Jeans und ein blaues Hemd, sowie schwarze Schuhe. Er war 1,80 m groß, 17 Jahre alt und ging auf eine Schule in London.
Der Junge ging fröhlich lächelnd auf den grünen Rasen. Er schloss seine Augen um die Wärme der Sonne auf seinem Gesicht zu spüren und atmete tief ein.
„Ein wirklich herrlicher Tag“, murmelte Legolas lächelnd.
Er lebte in einem Waisenhaus seit er als Baby dort abgegeben worden war und ging in die Schule. Bald würde er auf das College gehen gemeinsam mit seinem Kindheitsfreund Glorfindel. Dieser war ebenfalls im Waisenhaus aufgewachsen. Legolas war ein sehr höflicher und gutherziger Mensch gegenüber jedem, er gab nicht schnell auf egal wie schwierig die Aufgabe auch war. Er zog es vor zu Lächeln, damit andere sich nicht um ihn sorgten.
„Legolas“, als er die Stimme eines Mädchens hörte, öffnete er seine strahlend blauen Augen und drehte sich um.
Fünf kleine Kinder kamen angelaufen und wünschten ihm einen guten Morgen.
„Gut geschlafen?“, fragte Legolas sie, woraufhin alle fünf nickten. „Habt ihr denn schon etwas gefrühstückt?“
Die Fünf sahen sich kurz an, schüttelte dann aber den Kopf.
„Nein, wir wollten dir zuerst einen guten Morgen wünschen, bevor du in die Schule gehen musst, Legolas“, antwortete das kleine Mädchen lächelnd.
Der Junge musste lächeln, er liebte die Kinder. Sie waren wie eine Familie für ihn.
„Legolas, kommst du? Du willst doch nicht zu spät kommen, oder?“, fragte eine männliche Stimme vom Eingang des Waisenhauses.
Sie alle schauten dorthin. Ein etwas älterer Junge mit dunklen Augen stand dort mit langen dunkleren blonden Haaren. Er trug ein graues Hemd, eine schwarze Hose und braune Schuhe. Unter seinem Arm hatte er zwei Bücher geklemmt und in seiner linken Hand hielt er eine Plastiktüte.
„Guten Morgen, Glorfindel“, begrüßte Legolas ihn fröhlich lächelnd, wobei seine blauen Augen aufleuchteten als er seinen Freund sah.
„Guten Morgen, Legolas.“
„Ich komme sofort, ich muss nur noch meinen Rucksack holen.“ Er wandte sich den fünf Kindern zu. „Versprecht ihr mir, dass ihr jetzt Frühstücken geht? Wenn ich wieder da bin gehen wir ein Eis essen, in Ordnung?“
„Ja!“, riefen die Kinder und liefen ins Haus.
Der Junge sah ihnen lächelnd hinterher, bevor er sich zu seinem Freund umdrehte um.
„Ich bin gleich bei dir“, sagte er und lief selbst ins Haus.
Schnell sammelte er seine Bücher für die heutigen Stunden zusammen und öffnete die Schreibtischschublade, um sein Heft herauszuholen. Dabei fiel sein Blick auf die Zettel mit den drauf geklebten Zeitungsbuchstaben Schnipseln. Legolas hielt einen Augenblick inne. Jemand in seiner Schule hinterließ solche Zettel in seinem Spind, wo Drohungen drauf standen. Jedes mal konnte er seinen Blick von dem Satz „Niemand braucht dich! Legolas, stirb!“ nicht abwenden. Wie gebannt starrte Legolas auf diesen Zettel. Er spürte, wie ein kalter Schauer über seinen Rücken lief.
Ein klopfen an seiner Zimmertür ließ ihn aus seiner Starre schrecken.
„Legolas, Glorfindel wundert sich warum du solange brauchst deine Sachen zusammen zu packen“, hörte er die alte Stimme des Waisenhausleiters.
„Ich komme!“, rief er, schnappte sich schnell seine Mappe, schloss die Schreibtischschublade und verließ sein Zimmer.
Schnell lief er zu seinem Freund der lächelnd am Pfosten des Einganges gelehnt auf ihn wartete.
„Haben dich die Kinder etwa wieder aufgehalten?“, fragte er.
„Nein, ich habe meine Mappe noch suchen müssen“, sagte Legolas, doch hatte er ein schlechtes Gewissen, dass er seinen besten Freund anlog.
„Ist irgendetwas?“, Legolas schaute Glorfindel überrascht an. „Du siehst nicht gut aus.“
„Es ist nichts, wirklich… Ich schlafe zur Zeit nur nicht so gut“, antwortete er schnell und überspielte sein bedrücktes Gesicht mit einem Lächeln.
Beide waren durch dick und dünn gegangen, hatten Freud und Leid miteinander geteilt und nun verheimlichte er seinem besten Freund etwas, der zugleich auch fast wie ein Bruder für ihn war. Doch er wollte Glorfindel keine Sorgen bereiten und sicherlich würde dies bald ein Ende haben, wenn er zusammen mit ihm auf das College ging. Glorfindel war bereits auf der Schule, da er zwei Jahre älter war und somit 19 Jahre alt. Legolas schaute zu ihm auf.
Die Beiden machten sich auf den Weg zur Bushaltestelle, wo Glorfindel sich dann von Legolas verabschiedete.
„Ab und zu habe ich immer wieder denselben Traum…“, murmelte er leise.
„Denselben Traum?“, fragte Glorfindel.
„Ja, aber wenn ich erwache kann ich mich an ihn nur Bruchstückhaft erinnern.“
„Du weißt, dass du mit mir immer über alles reden kannst, Legolas“, sagte er und lächelte. „Du musst nicht alles für dich behalten.“
„Ist gut“, sagte Legolas, wobei die Bushaltestelle in sein Sichtfeld kam. „Dann auf wiedersehen, vielleicht sehen wir uns später.“
Er wollte schon losgehen, doch sein Freund hielt ihn auf.
„Ach, Legolas, ich wollte dir das noch geben, bevor ich mich auf dem Weg zum College mache“, sagte Glorfindel. Er hielt ihm die Plastiktüte vor die Nase und Legolas nahm sie dankend an. „Du hast nach einem Bilderbuch für die Kinder gefragt, da habe ich mich mal ein wenig umgesehen.“
„Vielen Dank. Ich werde es heute Abend allen im Waisenhaus vorlesen“, Legolas strahlte vor Freude und holte es aus der Tüte. „Ich bin mir sicher, dass es alle lieben werden. Jetzt muss ich aber los, sonst fährt der Bus noch ohne mich ab.“
Glorfindel schaute Legolas lächelnd hinterher, während dieser das Buch beim laufen in die Tüte steckte. Er war so fröhlich, nichts konnte ihn traurig machen. Immer wenn er bei ihm war, verbreitete er Freude. Es war so als ob er bestimmt dafür war, jeden auf der Welt fröhlich zu machen. Glorfindel drehte sich auf dem Absatz um und ging in die entgegengesetzte Richtung davon.

Legolas setzte sich auf einen freien Platz am Fenster im Bus und schaute hinaus. ‚Es ist alles so friedlich‘, dachte er sich und schloss seine Augen, um in seinen Gedanken zu verschwinden.
„Ist hier noch frei?“, Legolas öffnete wieder seine Augen und schaute nach links, als er ein Mädchen mit langen dunkel braunen Haaren und blauen Augen vor sich stehen sah. „Ist hier noch frei?“, wiederholte sie ihre Frage.
„Ähm… Natürlich, setz dich.“
Das Mädchen nahm neben ihm Platz, während ein Junge, dessen Haare in leichten Wellen bis hinunter zu seinen Schultern fiel, neben ihr stand und sich an der Stange festhielt. Schweigend holte er aus einer kleinen Süßigkeit Tüte ein Bonbon, wickelte das Bonbonpapier ab und steckte es sich in den Mund. Seine blau grauen Augen musterten den Jungen vor sich.
„Nah Legolas, bist du bereit für den Kampf?“, fragte das Mädchen auf einmal.
Er sah sie fragend und etwas überrumpelt an.
„Kampf?“
„Meine Schwester Arwen und ich, mein Name ist Aragorn, sind deine Beschützer. Du wirst uns mit deiner Kraft heilen, wenn wir im Kampf verletzt sind“, erklärte ihm der Junge mit den blau grauen Augen und hielt ihm ein Bonbon hin. „Wir werden gegen Dämonen kämpfen.“
„Dämonen?“, Legolas verstand nicht, wovon redeten die beiden?
Der Bus kam zum stehen, woraufhin die gesamten Schüler ausstiegen und Aragorn Legolas ein Bonbon in die Hand drückte.
„Wir sehen uns, Legolas“, rief er ihm noch hinterher, bevor er mit seiner Schwester Arwen in die entgegengesetzte Richtung davon lief. Legolas schaute den beiden vollkommen verdutzt hinterher.
„Woher kannten sie meinen Namen?“
Der Junge drehte sich um und ging in die Schule, um zu seinem Spind zu gehen. Als er diesen öffnete lag dort ein neuer Zettel, einmal in der Mitte zusammengefaltet. Vollkommen erstarrt schaute er auf den Zettel. Er wusste, dass es eine andere Drohung sein musste. Von wem, wusste Legolas nicht. Mit einer zittrigen Hand griff er hinein und holte den Zettel heraus, verstaute ihn schnell in seinem Rucksack, sodass ihn niemand sehen konnte.


In der großen Pause lief Legolas über den Schulhof zum kleinen Garten und fand dort den Schüler Isaac, der gerade die Blumen goss. Er war immer allein, hatte nicht viel mit anderen aus der Klasse zu tun, doch Legolas glaubte daran, dass die beiden trotzdem gute Freunde werden konnten. Lächelnd lief er zu ihm.
„Guten Morgen, Isaac. Du bist also immer derjenige, der sich um die Blumen hier im Garten kümmert“, sagte Legolas fröhlich.
„Sie sind wunderschön, findest du nicht auch?“, er hockte sich hin, um an einer der Blumen zu riechen.
„Ja, dass sind sie wohl.“
Isaac drehte sich weg und wollte gehen, doch Legolas konnte ihn am Arm zu fassen bekommen. Seine Augen weiteten sich augenblicklich, als er etwas sah, was mit Isaac zu tun hatte. Es war so, als würde er in seine Vergangenheit blicken. Dieser saß zu Hause am Frühstückstisch und aß allein, während seine Eltern sich im Nebenzimmer stritten. Seine Mutter gab ihm die Schuld, dass sie sich mit seinem Vater immer wieder stritt. Sie wünschte, dass er niemals geboren worden wäre.
Legolas kam wieder zurück in die Realität, Tränen hatten sich in seinen Augen gebildet.
„E-Es tut mir leid, Isaac, dass du streit mit deinen Eltern hast.“
Als Legolas den Blick hob, sah er das erstarrte Gesicht von Isaac und als er bemerkte, was er soeben gesagt hatte war es bereits zu spät.
„Lass mich in Ruhe! Du weißt gar nichts!“, schrie der Junge, riss sich von Legolas’ Griff los, um davon zu laufen.
„Isaac, warte!“, er wollte ihm nachlaufen, doch war dieser bereits um die Ecke verschwunden.
Legolas sah auf seine rechte Hand mit der er ihn am Arm berührt hatte. Wütend ballte er sie zu einer Faust. Schon wieder hatte er es getan, schon wieder war diese seltsame Kraft in ihm erwacht, nur um jemanden erneut wütend zu machen.
„Wieso? Wieso habe ich nur diese Kraft? Ich mache damit alles nur noch schlimmer…“, traurig drehte sich Legolas um und ging zurück auf den Schulhof.

Isaac hatte sich auf der Jungen Toilette in einer Kabine eingesperrt und starrte mit weit aufgerissenen Augen auf den Boden, während er seine Arme um seinen Körper gewickelt hatte.
„Warum bemitleidet er mich immer wieder?!“, sagte Isaac wütend. „Was ist sein verdammtes Problem!?“
‚Du bist armselig.‘
Erschrocken sah der Junge auf.
„Wer ist da?“
‚Ich habe dich beobachtet, Isaac, du tust mir leid… Aber du verstehst es, nicht wahr? Deswegen hast du auch die Zettel an Legolas geschrieben. Die Todesdrohungen!‘
Isaac fasste sich an den Kopf.
„Das ist seine Schuld… Alles ist seine Schuld. Er denkt, er wüsste alles, dabei weiß er gar nichts!“
‚Ganz genau. Du trägst keinerlei Schuld an dem ganzen. Du hast nichts falsch gemacht.
Isaac grinste hämisch.
„Es ist nicht meine Schuld. Er ist derjenige, der an allem Schuld hat!“


„Und, Legolas, wie war die Schule?“, fragte Glorfindel auf dem Weg zum Waisenhaus. Als er keine Antwort von seinem Freund erhielt, schaute er seinen Freund an und bemerkte den abweisenden Blick von ihm. „Legolas ist alles in Ordnung mit dir?“
Glorfindel’s Frage riss ihn aus seinen trüben Gedanken und er lächelte ihn an.
„Ja, alles gut, ich war nur in Gedanken“, antwortete Legolas schnell. „Ich frage mich nur, ob die Kinder mich vermissen werden, wenn ich nicht mehr im Waisenhaus lebe…“
„Soll das ein Witz sein“, meinte Glorfindel lachend. „Sie würden dich nicht mal aus dem Waisenhaus raus lassen, wenn sie davon erfahren. Legolas, die Kinder lieben dich und werden nicht aufhören damit, nur weil du dann nicht mehr bei ihnen wohnst.“
„Ja, ich glaube auch“, stimmte er ihm zu und schaute hoch zum Himmel. „Keine Wolke am Himmel zu sehen und die Sonne strahlt. Die Welt ist wirklich ein schöner Ort.“
„Das glaubst du nur, Legolas“, er schaute Glorfindel an und bemerkte den Schatten auf seinem Gesicht. „Die Welt steht kurz vor seinem Zerfall. Hungersnot, Terror, Kriege… die Menschen sind finstere Kreaturen, die glauben das sie alles tun und lassen können was sie wollen. Wir müssen diese Welt zurück auf Anfang stellen.“
Legolas schaute ihn an, sie waren stehen geblieben.
„Glorfindel?“
Der Blick seines Freundes erhellte sich wieder und er lächelte Legolas an.
„Es ist nichts, komm lass uns weiter gehen. Die Kinder warten sicherlich schon auf dich.“
Der Junge nickte und beide setzten sich wieder in Bewegung.


Am späten Abend stand Legolas am Fenster und schaute hinaus in die Nacht hoch zum Vollmond. Wolken verdeckten wieder einmal die funkelnden Sterne.
„Die Welt auf Anfang stellen…“, murmelte er vor sich hin.
Seit heute Mittag ging ihm dieser Satz von Glorfindel nicht mehr aus dem Kopf. Was hatte er damit gemeint? Legolas wusste es nicht, doch war er dennoch neugierig.
„Legolas?“
Er drehte sich zur Seite und sah auf das kleine Mädchen herab. Sofort hockte er sich vor ihr hin und lächelte.
„Mai, kannst du nicht schlafen?“
Das kleine Mädchen schüttelte ihren Kopf. Legolas hob sie hoch und brachte sie zurück in das große Zimmer, wo auch die anderen Kinder aus dem Waisenhaus schliefen. Er legte sie auf ihr Bett und strich ihr sanft eine ihrer braunen Locken aus dem Gesicht.
„Kannst du hier bleiben?“, fragte Mai leise.
Legolas sah sie zunächst überrascht an, lächelte dann aber und nickte.
„Natürlich kann ich bei dir bleiben“, antwortete er.
Das kleine Mädchen kuschelte sich zufrieden unter die Bettdecke. Legolas setzte sich auf  die Bettkante. Sanft strich er ihr über das Haar und summte leise ein Lied vor sich hin. Wenige Minuten später war Mai tief und fest eingeschlafen, sodass Legolas leise aus dem Zimmer ging und die Tür hinter sich schloss. Er holte sein Handy aus der Hosentasche und sah, dass er eine neue Nachricht bekommen hatte. Mit einem Klick öffnete sich die Nachricht. Die Augen von Legolas weiteten sich, als er die Nachricht las.

„Hilf mir, Legolas. Ich bin auf dem Dach der Schule.“

Isaac

Sofort verließ Legolas das Waisenhaus und rannte zur Schule. So schnell seine Beine ihn tragen konnte lief er durch die Dunkelheit.
‚Nein! Isaac! Das darfst du nicht tun!‘, rief er in seinen Gedanken.
Als er an der Schule ankam blieb Legolas für einen Moment stehen, um Luft zu schnappen. Seine Lungen brannten wie Feuer, sein Brustkorb hob und senkte sich hektisch. Legolas’ Augen glitten über das Dach der Schule und konnten Isaac ausfindig machen. Er stand am Rande des Flachdaches.
„ISAAC!“
Legolas rannte in das Schulgebäude, nahm zwei Stufen auf einmal und riss die Tür zum Dach auf. Er lief zu seinem Klassenkamerad der sich nicht bewegte, wie erstarrt dort stand. Langsam ging Legolas auf ihn zu.
„Isaac, bitte, geh da weg“, sagte er in ruhigem Ton. „Bitte… wenn es um das geht, was heute Mittag passiert ist… Das können wir besprechen, aber geh bitte zuerst von dem Rand des Daches weg.“
Isaac drehte sich langsam zu Legolas um, ein hämisches Grinsen lag auf dessen Lippen, seine Augen glühten wie die eines Besessenen. Legolas schluckte, Angst machte sich in ihm breit.
„Du…“, als Isaac sprach schien eine andere Stimme, eine viel dunklere Stimme, ebenfalls aus ihm zu sprechen. „Du glaubst, du wüsstest was in mir vorgeht… Aber du weißt gar nichts!“
Langsam kam er auf ihn zu. Legolas’ Beine fingen an zu zittern.
„Isaac, ich-…“
„Halt den Mund! Halt den Mund!“, kreischte sein Klassenkamerad und packte ihn am Kragen. Legolas blickte in die Augen von Isaac und konnte Schmerz, Wut und Zorn erkennen.
„Es tut mir leid…“, flüsterte er.
„Ich will dein Mitleid nicht!“, schrie Isaac und warf Legolas an den Rand des Daches. Er kam langsam auf den Jungen zu. „Ich hasse dich… Ich hasse dich so abgrundtief…“
Legolas wollte sich aufrappeln, doch er konnte sich nicht bewegen. Sein Körper gehorchte ihm nicht mehr! Panik ergriff ihn. Legolas versuchte es immer wieder, doch es schien, als würde ihn etwas davon abhalten wieder aufzustehen.
„Ich bring dich um und dann wird alles so wie vorher… Dann kann ich endlich in Ruhe leben.“
Erschrocken starrte Legolas hoch zu Isaac der ihn hämisch grinsend ansah.
„Isaac, bitte…“, flehte er, doch schien sein Klassenkamerad ihn nicht zu hören, denn dieser hob sein Fuß und stieß Legolas das Dach hinunter.
Legolas fiel wie ein Stein. Er spürte, wie der Wind durch sein langes blondes Haar wehte. Würde er jetzt sterben?
‚Irgendjemand… bitte…‘
Da spürte er plötzlich einen Lufthauch, dann wurde er von jemanden gepackt und einen Augenblick später hatte Legolas wieder festen Boden unter seinen Füßen.
„Geht es dir gut? Bist du irgendwo verletzt?“, hörte er eine dunkle Stimme besorgt fragen.
Der Junge hob seinen Kopf und blickte in eiskalte blaue Augen. Die blasse Haut des Mannes glänzte im Mondschein und seine langen weiß blonden Haare wehten leicht im Wind. Der Mann vor ihm war vollkommen in schwarz gekleidet und trug einen langen schwarzen, aus Leder gemachten Mantel. Legolas konnte sein Blick nicht von seinem Gesicht abwenden, er war wie gefangen von dessen Schönheit, doch spürte er etwas tief in seinem Innern, dass er diesen Mann schon einmal irgendwo gesehen hatte, aber er wusste nicht wo oder wann.
„M-Mir geht es gut“, stotterte er leise.
Diese eiskalten Augen… es schien, als würden sie nicht von dieser Welt sein…
‚Die Augen…‘
Endlich, ich habe dich gefunden!
Legolas erhob sich und sah sich erschrocken um, als er eine weibliche Stimme hörte.
‚Was war das?‘
„Sei vorsichtig, wenn du bei diesem Jungen bist“, riet ihm der Fremde, welcher sich ebenfalls erhoben hatte.
„Dem Jungen?“, da fiel ihm Isaac wieder ein.
Schnell drehte sich Legolas zum Flachdach der Schule um, doch er konnte seinen Klassenkameraden nirgends entdecken.
„Es war eine Illusion“, sagte der Mann in ruhigem Ton.
„E-Eine Illusion?“
„Sie ist wie die Dunkelheit. Wenn man sich der Dunkelheit hingegeben hat, gibt es kaum noch ein entrinnen aus ihr… Die Dunkelheit schleicht wie eine Seuche und bevor du dich versiehst, hat sie dein Licht genommen und hat von die Besitz ergriffen.“
„Die Dunkelheit wird alles kontrollieren?“, Legolas verstand nicht, was meinte dieser Fremde damit?
„Du hattest Hinweise auf diese Dunkelheit, denk nach…“
Er dachte einen kurzen Moment nach und dann weiteten sich seine Augen.
„Das kann nicht sein…“, traurig blickte Legolas zu Boden.
„Ich bin bei dir“, sprach der fremde Mann. Er schaute auf und sah wieder in dieses Engelshafte Gesicht. „Versuche nicht alles alleine zu ertragen. Ich werde dir helfen… Legolas.“
Als er seinen Namen hörte, weiteten sich seine Augen.
„Wieso kennst du meinen Namen?“
Doch der Mann antwortete nicht, sondern wandte sich um und ging davon.
„Ich werde dich niemals betrügen.“
Legolas streckte seine Hand nach ihm aus, wollte zu ihm.
‚Was ist dieses seltsame vertraute Gefühl?‘
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