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Begierde

GeschichteÜbernatürlich, Liebesgeschichte / P16 / MaleSlash
Der Tod Kaiserin Elisabeth Kronprinz Rudolf
07.07.2019
30.07.2019
5
5.377
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Dieses Kapitel
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07.07.2019 1.104
 
Hallo ihr Lieben! Das hier ist meine erste Geschichte in diesem Fandom. Grundsätzlich entstand sie, weil ich von der Konzertante Aufführung vor dem Schloss Schönbrunn wieder in einem kleinen Elisabeth-Hype gefangen war. Als Tod kann man sich hier gerne jeden Vorstellen, den man selbst gerne sieht, bei mir wechselte die Vorstellung immer zwischen Mate Kameras und Mark Seibert, einfach weil dieser so gut mit dem Lukas Perman als Rudolf harmonierte.
Ich persönlich war etwas enttäuscht, als der Tod seinen Rudolf einfach so ohne einen Kuss umbringt, also musste für mich promt eine Liebesgeschichte zwischen diesen beiden her.

Der Tod ist bei mir ein übernatürliches Wesen, das für Leute die an der Schippe zum Tod stehen spürbar ist und sich offenbart. Er hat bei mir leicht menschliche Züge.

Ich hoffe euch gefällt die Fanfiktion und ich würde mich freuen, wenn ihr mir sagt, wie und ob sie euch gefallen hat.

Disclaimer: Diese Geschichte beruht auf dem Musical "Elisabeth" von Silvester Levay und Michael Kunze. Die Charaktere und das Setting gehören also nicht mir. Mir gehört lediglich die Idee und das Geschriebene.

Begierde

Ich weiß nicht was es ist, was mich immer wieder zu Elisabeth treibt. Es ist das was mit mir passiert, wenn sie in der Nähe. Was auch immer ihre Gegenwart mit mir anstellt – ich bin süchtig danach geworden. Ich brauche sie in meiner Nähe, ich will sie haben. Und es ist ja auch nicht so, als würde sie mich nicht begehren. Als Kind war sie noch so süß naiv, doch auch jetzt schaffe ich es immer wieder sie zu verführen und ihr körperlich nah zu sein – anders als ihr Mann.

Auch wenn sie sich für stark hielt, in ihrem inneren war sie stets zerbrechlich und mir, dem Tod immer Nahe – vielleicht war das einer der Gründe warum ich solch eine Faszination für sie hegte.

„Komm mit mir Elisabeth“, flüsterte ich in ihr Ohr. Ihr nackter Körper lag zur Hälfte auf mir, als sie sich ruckartig erhob. „Niemals“, flüsterte sie, „Ich habe zu viel was mich in diesem Leben hält.“ Ich schnaubte. Natürlich. Jetzt kam wieder diese Leier. „Du willst das hier alles gar nicht, Elisabeth. Komm mit mir und du wirst für immer frei sein.“ Sie erhob sich. „Nein. Ich bin zu jung. Und ich erwarte ein Kind.“

Mein Kopf fuhr herum. Gerade hatte ich mich abgewendet. „Ein Kind?“, krächzte ich. „Ja, mein Kind“, meinte Elisabeth nun trotzig. „Du und der Kaiser?“, fragte ich mit ruhiger Stimme. „Er ist mein Mann. Und ich liebe ihn.“ „Du liebst ihn nicht“, meinte ich mit bestimmter Stimme. Konnte sie das nicht endlich begreifen. Ich war der, den sie begehren sollte. So war es vom Schicksaal vorherbestimmt. Anders würde sie wohl kaum diese Gefühle in mir wachrufen.

„Doch. Natürlich. Natürlich liebe ich ihn.“ „Und trotzdem kommst du immer zu mir“, erklärte ich mit kühler Stimme. Ich hatte mich bereits wieder angezogen und stand nun hinter ihr. „Du willst mit mir kommen Elisabeth“, flüsterte ich ihn ihr Ohr und ich spürte, wie ein Schauer über ihren Körper rannte. Sie zitterte und ich wusste, dass sie mit sich selbst Rang. Noch einmal hauchte ich ihr ins Ohr und strich ihr über ihren Körper.

Doch sie riss sich los. Mit aufgewühlter Stimme schrie sie schon beinahe: „Nein. Nein. Ich möchte das nicht. Und jetzt geh.“ Hoheitsvoll blickte sie mich an. Das entlockte mir nur ein müdes Lächeln. Ich war der Tod. Ich war selbst Herrscher eines Reiches. Um genau zu sein auch des ihren. Sie konnte mir nichts befehlen. Was war sie nur die ganze Zeit so schrecklich widerspenstig?
Aber nun gut. Würdevoll Schritt ich zur Tür. Bevor ich sie öffnete meinte ich nur noch: „Ich weiß, dass du mich begehrst Elisabeth. Sei dir sicher, ich werde wiederkommen.“ Mit diesen Worten schritt ich aus der Türe. Die Wachen machten mir respektvoll Platz, vergasen aber sogleich wieder, dass ich da gewesen war. Nun, wenn der Tod einem nicht so Nahe war, wie Elisabeth, dann spürte man mich nicht so deutlich.



Es war nun bereits ein wenig Zeit vergangen, seit ich Elisabeth das letzte Mal besucht hatte. Sie hatte nicht gelogen. Sie erwartete ein Kind. Und wenn ich mich nicht irrte, nun, eigentlich irrte ich nie, dann war es wohl sogar ein Sohn, den sie erwartete. Ich blieb meistens in der Nähe, aber kam nie zu ihr. War sie mir während der Zeit auch nicht so nahe.

Trotzdem spürte ich, dass ihre Anziehung beinahe noch stärker auf mich wirkte. War es die lange Zeit, die ich sie nun nicht mehr mein Eigen nennen konnte? Verkraftete ich diese Trennung wirklich so schwer?

„Elisabeth“, meinte ich mit ruhiger Stimme. Sie erschrak und drehte sich um. Ich hatte es mir auf ihrem Bett bequem gemacht. Die Schwangerschaft machte sie schön. Und ihre Anziehung stärker. Wieso auch immer. Trug sie doch das Kind des Kaisers unter dem Bauch, das sie davon abhielt zu mir zu kommen.

„Du“, meinte sie nur und hielt sich das Herz. „Was machst du hier?“ Sie hatte sich schnell wieder gefangen und war ganz in die Rolle der stolzen Elisabeth geschlüpft. Ich lächelte. War das nicht offensichtlich? „Ich habe dir gesagt, dass ich wiederkommen würde“, erklärte ich ihr. „Ich werde nicht mir dir kommen“, meinte sie kühl, doch sie kam einen Schritt auf mich zu.

Es viel mir schwer, nicht mit den Augen zu rollen. Doch ich war nicht ohne einen Plan hierhergekommen. Ich war nicht hier, um sie von dieser Welt zu trennen. Ich war hier, weil ich es brauchte. Weil meine Gefühle mich hierhergelockt hatten und weil ich sie brauchte. Ich musste sie in meinen Armen halten. Wenn auch nicht mehr. Ich brauchte die Nähe zu ihr.

„Komm her“, meinte ich daher ruhig und ging gar nicht auf ihren Einspruch ein. Ich klopfte auffordernd neben mir auf das Bett und schenkte ihr mein verführerischstes Lächeln. Wie von Sinnen kam sie auf mich zu und stöhnte, als ich ihr das Mieder vom Leib riss.



„Diesmal war es ein Sohn, wer hätte es geglaubt“, hörte ich eine Stimme. Ich war in einem der zahlreichen Kaffeehäusern von Wien, in dem Klatsch und Tratsch vorherrschten. Vor allem die jüngsten Geschehnisse am Hof waren hier Gesprächsthema Nummer eins. Mich sollte es nicht stören, auch wenn ich es bereits vor Monaten wusste, dass sie den Thronfolger im Leib trug.

Doch ich sollte mich konzentrieren. Ich war nicht wegen Elisabeth hier. Auch wenn der Gedanke an sie umso verführerischer war. Gleich würde sich hier ein alter Narr zu Tode saufen. Nur aus diesem Grund war ich hier. Doch, es sprach doch eigentlich nichts dagegen einen Abstecher im Schloss zu machen, auf meinem Heimweg.
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