Hidden Secrets

von Black Owl
GeschichteDrama, Romanze / P18
Astoria Greengrass Blaise Zabini Daphne Greengrass Draco Malfoy Lucius Malfoy Narzissa Malfoy
06.07.2019
21.01.2020
15
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Er hatte mit ihr immer noch nicht gesprochen. Ihm lief die Zeit davon, das wusste er genau. Aber sie schien seit einigen Tagen auch nicht bei der Sache zu sein. Wirkte abwesend und fahrig. Auch heute im Restaurant. Er sah ihr dabei zu, wie sie zum dritten Mal die Rechnung neu eintippte und fluchte, als sie endlich die Quittung bekam und damit zum Tisch der Gäste ging.
„Astoria.“, sprach er sie an, als sie zurück zu den Tresen kam und sie sah ihn nur kurz an, bevor sie eine neue Bestellung in der Küche aufgab.
Es war immer noch sehr voll und das, obwohl das Wetter sichtbar mit jeder Minute schlechter wurde.
„Was ist?“, fragte sie und füllte die Servietten weiter auf.
Etwas was er eigentlich tun sollte, wenn er für die Tresen verantwortlich war. Er hatte es nicht gesehen. Übersehen traf es eher. Er hatte einfach keinen Kopf dafür.

Er trat näher neben sie.
„Hör zu, Tori, wir müssen dringend reden.“
Falsch, er musste mit ihr reden. Er musste dringend ihr alles… erklären. Nur wie?
„Draco.“, sagte sie und blickte fast vorwurfsvoll auf. „Hat das Ganze nicht Zeit bis nach der Schicht?“ Jemand rief nach einer Bedienung und Astoria hob ihre Hand, damit der Gast wusste, dass sie ihn gesehen hatte und sofort zu ihm kam. „Du siehst doch, dass hier die Hölle los ist.“ Sie wollte zu dem Gast gehen und er hielt sie am Oberarm zurück. Sie sah irritiert zu ihm auf. Er liebte diese blauen Augen. Er wollte sie nicht… verlieren. „Was soll denn das?“
„Du hast nach der Schicht aber einen Termin mit deinem Trainer, oder?“
Sie rollte mit den Augen und befreite sich von ihm.
„Das dauert nicht lange. Höchstens eine Stunde. Wir haben genügend Zeit. Und jetzt lass mich meine Arbeit machen.“

Er sah ihr nach und seufzte. Wie sollte er es ihr erklären? Wie anfangen? Und was würde dann passieren? Er wusste es nicht und diese Unsicherheit machte ihm… irgendwie Angst. Aber Blaise hatte recht, wie sollte das weitergehen? Er hatte sein Leben in London. Sie lebte hier, am anderen Ende der Welt. Sie studierte hier. Hatte hier ihr Leben. Selbst wenn sie fertig mit dem Studium war, würde sie sicher nicht nach London kommen. Nicht nach diesem ganzen Mist… Sie würde ihm den Kopf abreißen, da war er sich sicher. Scheiße verdammt, wieso hatte er nicht die ganze Zeit mit offenen Karten gespielt?

Er lachte innerlich hysterisch auf. Wie hätte er das anstellen sollen? Hätte er zu ihr kommen sollen und fragen? Hey, bist du die Affäre meines Vaters und fickst ihn? Guter Anfang. Dann hätte er nie die Möglichkeit gehabt sie kennenzulernen und sie wären sich nie so nahe gekommen. Scheiße verdammt er saß in der Klemme. Er rollte mit den Augen als Blaise näher kam. Wenn er jetzt nochmal damit anfing, dass Draco endlich reinen Tisch machen sollte, würde Draco ihn hier und jetzt verfluchen. Vor den Muggeln.
„Hey.“, meinte Blaise und Draco brummte, bevor er zwei Getränke an die Gäste weitergab.

„Hat sich der Heiler schon gemeldet?“, fragte Blaise und Draco starrte ihn einen Moment verwirrt an. Blaise lachte beinahe. „Du weißt schon, wegen Toris Abstammung. Wollte er sich nicht melden?“
Ach das. Er hatte es fast vergessen und war es im Grunde überhaupt noch wichtig? Wichtig für ihn? Er sah zu Astoria, die mit einem strahlenden Lächeln, dass sie beherrschte, die Kunden bediente.
„Nein, noch nicht.“ Was seltsam war. Hatte er nicht gesagt, dass es nicht lange dauern würde? Dass er sich dann sofort melden würde? Seltsam. Wirklich seltsam. „Ich werde ihm heute eine Nachricht schicken.“
Vielleicht hatte der Kerl es einfach vergessen.

Sie beide zuckten zusammen, als es irgendwo krachte und man sah einen Sonnenschirm draußen vorbeisegeln. Ein Mitarbeiter ging nach draußen und fing das Ding wieder ein.
„Der Sturm wird immer heftiger, oder?“, murmelte Blaise und Draco nickte.
Er wandte den Kopf, als das Telefon in der Küche klingelte und sah dabei zu wie William ran ging.
„Ja, verstehe. Nein, nein. Ich mache dicht. Keine Sorge.“ Er legte auf und Draco runzelte die Stirn, als William zu seinem Koch sagte. „Dreh alles runter. Los.“
Er behielt ihn auch im Auge, als er nach vorne trat an die Tresen und die Musik abschaltete, die im Laden lief. Einige drehten verwundert die Köpfe.

„Hey, hört mir alle einmal zu.“ Die restlichen Gäste wandten die Köpfe. „Das war die Küstenwache. Sie schließen die Lokalitäten und Läden für heute.“ Einige Gäste beschwerten sich, doch William ließ sich nicht davon verunsichern. „Es ist Sturmwarnung herausgegeben worden. Das wird bald noch schlimmer werden. Also lasst euch euer Essen einpacken und geht Nachhause Leute.“
„Ist es wirklich so schlimm?“, fragte Draco und William zuckte die Schultern, als die ersten Leute das Restaurant verließen.
„Wir haben schon einige schlimme Stürme erlebt. Meistens fällt es nie so schlimm aus, wie vorhergesagt aber man muss eben sichergehen.“

Er hatte hier schon einige Unwetter erlebt, was sollte also anders sein? Nun geräumt war deswegen noch nie eine Lokalität geworden. Seltsam. Einige Gäste beschwerten sich weiterhin, zahlten aber trotzdem oder ließen ihr Essen noch einpacken. William schickte die ersten Angestellten Nachhause, während praktisch William, Draco, Blaise, Mia und Astoria sauber machten. Die Tische abwischten, dass restliche Geschirr in die Küche brachten und die Möbel zusammenschoben.
„Ich muss bald los.“, murrte Astoria und Mia war nicht, die einzige die ihren Kopf hob. Während Ray im Büro verschwand.
„Du willst doch nicht bei dem Wetter zu Ray gehen?“

„Ich finde auch, dass das eine beschissene Idee ist, Astoria.“, mischte sich Draco ein und sie rollte mit den Augen.
„Leute, es ist ein Sturm und nicht der Weltuntergang. Zur Not appariere ich.“
Mia seufzte.
„Wie du meinst.“
„Ja, meine ich.“, erwiderte Astoria und trug Gläser an die Tresen, als die Tür aufgerissen wurde und ein Junge hereinstürmte.
„Ihr müsst sofort kommen.“
Wer war der Kerl?
„Was ist los Gus?“, fragte Astoria sofort aufgeregt und war mit wenigen Schritten bei ihm.
„Sammy… Wir…“
Der Junge atmete schwer. Astorias Hände legten sich fester auf die Schultern des Jungen, der höchstens dreizehn sein konnte.
„Was ist mit Sam?“
„Er ist draußen… die Strömung…“
Das Meer.
„Merlin.“, fing Mia an und es war Astoria die als erstes draußen war, gefolgt von ihnen allen.

Mia raufte sich die Haare und wimmerte.
„Siehst du ihn?“
Sehen? Draco sah nur Wellen, die an die Küste krachten und stärker zu werden schien, während der Sturm zunahm, so wie der Regen.
„Da!“, rief Astoria und deutete in eine Richtung.
Sie lief zu einem der Kästen, die Draco schon mehrfach am Strand gesehen hatte und griff darin nach einem Rettungstorpedo, den sie an ihrem Bein befestigte, als sie sich auszog.
„Was machst du da?!“, rief Mia.
„Das ist verrückt!“, fuhr Draco sie an und sie beachtete ihn gar nicht.
„Ruft die Wacht an! Nah los.“, erwiderte Astoria und rannte ins Meer.
„Astoria!“, kreischte Mia und fluchte panisch auf, bevor sie zurück ins Restaurant rannte.




Sie war eine gute Schwimmerin, das wusste Astoria nur zu gut, aber das hier war einfach nur dumm. Das war ihr selbst klar, aber sollte sie Sammy ertrinken lassen? Verdammt er war wie ihr kleiner Bruder. Ihre Atmung ging schwer und obwohl sie versuchte sich zu konzentrieren auf ihre Bewegungen, rechnete sie in ihrem Kopf aus, wann ihr Körper beginnen würde sich zu wehren. Zu wehren gegen die Kälte. Der sogenannte Kälteschock konnte je nach Temperatur schon nach einer Minute eintreten. Nun so schnell würde es bei ihr nicht gehen. Aber sollte es so weit sein, würde es nicht mehr lange dauern bis es zum Schwimmversagen kommen würde. Was unweigerlich zum Ertrinken führte.

Sie zitterte. Spürte das schnelle schlagen ihres Herzens und das Schmerzen ihrer Extremitäten.
„Ich bin gleich da!“, rief sie laut, als sie Samuels Schopf sah, der sich an irgendetwas festklammerte.
„Tori!“, wimmerte er laut und ihre Hände griffen nach ihm, bevor er erneut untergetaucht wurde von einer Welle.
„Ich bin hier.“, sagte sie laut und zitterte wie er. Sie fragte sich, ob ihre Lippen auch schon so blau waren wie seine. Sie schob ihn vor sich und er klammerte sich an den Rettungstorpedo. Ließ das zerbrochen Stück Surfbrett los, an das er sich geklammert hatte. „Ich bin da.“, sagte sie erneut und erkannte kaum die Küste.
Sie mussten näher ran, ansonsten trieben sie noch ganz nach draußen ans offene Meer.

„Halt dich fest!“, verlangte sie als eine neue Welle sie beide traf.
Sie klammerte sich an die Rettungshilfe und an ihn. Würde sie ihn hier verlieren, würde sie ihn nie wieder finden. Niemals wieder.
„Ich kann nicht mehr.“, schluchzte er, als sie beide wieder auftauchten.
„Du musst dich nur festhalten, Sammy.“, zitterte sie und fing an mit ihm zurückzuschwimmen. „Wir schaffen das schon.“
„Dad bringt mich um.“ Astoria gluckste halbherzig.
„Ja, vermutlich.“
Uns beide, dachte sie im Stillen. William würde ausflippen und Astoria zur Schnecke machen. Sie anfahren und fragen, ob sie verrückt war bei dem Wetter ins Wasser zu springen. Aber er würde ihr verzeihen. Ihnen beiden. Hauptsache es ging ihnen gut.

„Wer ist das?“, fragte Samuel bibbernd und Astoria war das erste Mal erleichtert den Dreckskerl zu sehen.
„Benjamin.“
Benjamin mit seinem Jet Boot. Sie sah ihn ab und zu noch, aber er mied sie, als wäre sie das Böse in Person selbst. Er hielt bei ihnen an und schaukelte dabei gefährlich mit dem Gefährt, als er aufstand.
„Hast du sie noch alle? Wieso wartest du nicht auf uns? Auf die Rettung?“
„Solange hätte er nicht durchgehalten.“, erklärte sie und Benjamin griff nach Sams Arm und zog ihn hoch.
„Komm her Kleiner.“ Samuel klammerte sich regelrecht auf dem Jet Ski fest. Benjamin griff nach Astorias Arm und gerade als er sie hochziehen wollte, spürte Astoria wie etwas an ihr zog. Sie tauchte kurz unter und schnappte nach Luft. „Was zur Hölle… Gib mir deine verdammte Hand!“, fuhr Benjamin sie verwirrt an und griff erneut danach, bevor sie wieder nach unten gezogen wurde.

Sie hielt die Luft an und schlug um sich, als sie diese Wesen erkannte. Sie hatte sie schon einmal im Unterricht durchgenommen. Spitze grüne Zähne und Hörner. Spindeldürre, aber verdammt starke Finger. Wasserdämonen. Aber was taten Grindelohs hier in dieser Gegend? Das war nicht ihr Lebensraum. Und dann so viele auf einmal. Gut ein halbes Dutzend. Sie kämpfte gegen die Viecher an, die sie immer weiter nach unten zogen. Als sie einen loswurde, indem sie seine Finger brach, schrie sie auf und schluckte dabei eine Menge an Wasser, als die Biester sie an ihrem Bein packten und Astoria eindeutig spürte, wie es brach.




Er versuchte klar zudenken, doch das war ihm beinahe nicht möglich. Michel, ein alter Freund, Nachbar und Leiter der magischen Rettungskräfte in dieser Gegend, erklärte ihm beinahe förmlich, dass man sie finden würde. Ja, finden. Aber wie? William wollte nicht diesen Gedanken laut aussprechen, aber… er war da. Niemand überlebte so lange unter Wasser, nicht einmal eine Hexe und schon gar nicht ohne Stab. Er ertrug den Gedanken nicht, dass sie tot war. Konnte es einfach nicht. Wollte es nicht. Er hätte versagt, und zwar in ganzer Linie. Hatte er sich damals nicht geschworen, dieses arme kleine verschreckte Mädchen zu beschützen? Ihr ein normales zuhause zu bieten? Und ja, sie stritten in letzter Zeit oft, aber zur Hölle nochmal, er hatte Astoria, wie sein eigen Fleisch und Blut aufgezogen. Sie war praktisch seine Tochter, ob das die anderen hören wollten oder nicht.

Er wandte den Kopf und sah Mia immer noch schluchzend an der Veranda des Ladens hocken. Während Blaise auf sie einredete. Draco schien seit geraumer Zeit gar nichts mehr zu sagen. Wirkte apathisch. Er wandte sich ab. Seinem Sohn ging es gut. Annie war bei ihm im Krankenhaus. Unterkühlung und Erschöpfung. Aber ihm ging es gut. Dank Astoria, das wussten sie alle. Er sah hoch zum Himmel. Es nieselte mittlerweile nur noch und der heftige Wind war einer fast angenehmen Prise gewichen. Seltsam.
„Benjamin denkt, es waren Grindelohs.“, riss Michel ihn aus seinen Gedanken und William versuchte sich zu konzentrieren.
„Unmöglich. Nicht in dieser Gegend.“
Benjamin, der versucht hatte Astoria raus Zuziehen. Der sogar noch reingesprungen war ins Meer. William konnte den kleinen Angeber nicht leiden, aber er hatte wirklich versucht zu helfen. Seiner Pflicht nachzukommen.

Er sah in das vertraute Gesicht von Michael, als dieser ihn an der Schulter berührte.
„Will, wir werden sie finden.“
Williams Stimme brach fast.
„Ja, die Frage ist nur, ob lebendig oder nicht.“
Michael senkte seine Hand.
„Ich bin mir sicher…“
Er brach ab und William verbesserte ihn nicht. Nein, war er sich nicht. Selbst wenn sie sie jetzt finden würden, wäre sie viel zulange unter Wasser gewesen. Sie suchten sie schon fast zwei Stunden. Kein Mensch konnte, solange überleben. Er fuhr sich über die Stirn. Er wollte es nicht wahrhaben und würde es nicht, solange wahrhaben bis er sie sah…. tot. Seine Atmung ging schwer.

Selbst Annie hatte diesen Gedanken nicht ausgesprochen. Ertrug es ebenso wenig, wie er selbst. Wie sollte man den Verlust eines Kindes auch ertragen? Sicher, Astoria war nicht mehr das kleine verschreckte Wesen von damals, aber sie war… zur Hölle sie war seine Tochter. Egal was Blut und Abstammung sagten. Er hatte sie großgezogen. Er sah wieder aufs Meer, dort wo man immer noch Astoria suchte. Sie durfte nicht tot sein. Sie durfte das einfach nicht sein. Sie hatte so viel überstanden…. Das wäre einfach nicht fair. Er wandte, so wie alle die hier standen oder saßen, den Kopf, als etwas Rotes in den Himmel stieg und kaum einen Wimpernschlag später dort auseinander krachte, wie ein Feuerwerkskörper. Alles in William spannte sich an.
„Was zur Hölle…“, fing sein Freund an und William sah erneut einen Schein in den grauen Himmel hinaufsteigen und explodieren.
Das kam vom Kliff, das war William sofort klar.
„Astoria.“, sagte er schwer und rannte los.
„Unmöglich.“, rief Michael und folgte ihm. „Das wäre viel zu weit weg.“
Es war Astoria, da war sich William sicher und spürte wieder so etwas wie Hoffnung.




Sie ließ sich in den Sand fallen, als sie sicher war, weit genug aus dem Wasser raus zu sein. Gekrabbelt und sich an Land gezogen, würde es wohl besser beschreiben. Sie atmete schwer und glaubte außer ihren eiskalten Gliedern und den Schmerz nichts anderes zu spüren. Gar nichts. Ihr Körper zitterte so stark, dass sie nicht wusste, ob es von der Kälte kam oder den Schmerzen. Sie unterdrückte ein Schluchzen, bevor sie sich auf den Rücken drehte und sie so fest die Zähne zusammenbiss, als der Schmerz in ihrem Bein sie mit voller Wucht dabei traf. Sie setzte sich etwas auf und wimmerte, als sie den offenen Bruch an ihrem rechten Bein sah. Sie unterdrückte das Gefühl sich bei dem Anblick zu übergeben.

Sie drückte ihre bebenden Hände auf die klaffende Wunde. Sie verlor zu viel Blut. Wenn sie nichts dagegen tat, würde sie in wenigen Minuten bewusstlos sein und vermutlich verbluten. Sie sah sich um. Sie kannte den Ort. Sie hätte nicht gedacht so weit vom Schuss zu sein. Hier würden sie bestimmt nicht gerade nach ihr Suchen. Vermutlich waren Rettungseinheiten immer noch am offenen Meer. Sie versuchte klar zudenken, was ihr durch die Schmerzen, die Kälte und die Müdigkeit, die langsam überhandnahm, schwerfiel. Ray hatte sie ausgebildet. Genau für so etwas. Nun, nicht für genau solche Situationen, aber um aus brenzligen Situationen das Beste zu machen. Zu Überleben.

Ihre Finger zitterten und sie keuchte schwer, als sie sich vorbeugte und von ihrem heilen Fuß die Manschette und die Schnur abmachte, die von dem Rettungstorpedo übrig geblieben waren. Diese Biester hatten es abgerissen. Was zur Hölle machten Grindelohs hier in dieser Gegend? Sie verbot sich diesen Gedanken, das war nicht wichtig. Darüber konnte sie sich den Kopf zerbrechen, wenn es ihr besser ging. Sie sah auf ihren Armen und Beinen die blauen Flecken, die sich bereits bildeten, durch die hartnäckigen Griffe der Wasserdämonen. Die Schnitte und Bisswunden, die sie von diesen Mistdingern hatte. Sie schrie auf als sie mit dem Stück Seil ihr Bein abband. Versuchte die Wunde zuschließen, so gut es eben ging.

Als sie sich wieder mit dem Rücken in den Sand fallen ließ, drehte sie sich etwas auf die Seite um sich zu erbrechen. Als sie wieder auf den Rücken lag, blinzelte sie schwerfällig gegen den vergrauten Himmel. Ihre Sicht verschwamm immer wieder und alles in ihrem Kopf schien sich zudrehen. Sie spürte eigentlich nur noch die Übelkeit und die Schmerzen im Bein und obwohl sie das wusste, wusste, dass dies kein gutes Zeichen war, schloss sie die Augen. Nur für einen Moment. Sie blinzelte schwach, als etwas an ihren Haaren zog. Sie etwas neben ihren Kopf wahrnahm und hörte das Krähen. Sie sah in das Gesicht ihres Vertrauens, als der Rabe sich auf ihren Kopf setzte und auf sie herabsah.
„Kein guter Zeitpunkt.“, wisperte sie leise.

Er flatterte über ihren Kopf hinweg, nur ums ich auf ihrer Brust niederzulassen. Astoria dachte erst für einen Moment, dass dieser winzige Rabe versuchen wollte sie zu wärmen, als er sie leicht im Gesicht zwickte. Er krähte und zog wieder an ihren Haaren, als wollte er ihr sagen
„Steh auf, na los.“
Sie versuchte sich aufzusetzen und schaffte es nicht. Selbst wenn sie aufstehen könnte, würde sie mit diesem Bruch ganz sicher nicht einen Meter gehen können. Schon aus dem Wasser zukommen war… die Hölle gewesen. Sie hob leicht ihre rechte Hand, doch es passierte nichts. Sie fluchte auf und ihr kleiner Freund krähte erneut. Sie konnte ein paar Zauber. Ein paar wenige Stablosezauber. Aber ob sie einen so ein Funkensignal hinbekommen würde? Eines, was man sehen würde?

Nach drei schwachen Versuchen ließ sie frustriert ihren Arm sinken und schluchzte kurz auf, bevor sie fluchte, als der Vogel sie in Seite mit seinem Schnabel kniff.
„Hör auf!“, fuhr sie ihn an. „Mir geht es schlecht genug.“
Das schien ihn wenig zu interessieren als er sie erneut kniff, nur um wieder auf ihrer Brust zu landen. Er zerrte an ihrer Kette und als sie ihre Hand hob, spürte sie, wie er sich neben ihren Kopf niederließ. Sie umklammerte bibbernd den Anhänger. Niemals aufgeben, das war die Devise. Das war, was alle ihr beigebracht hatten, ständig. Ihre Lehrer, William, Lucius und Ray. Ihre Mutter… bis zum Schluss. Sie schluckte den Kloß hinunter und hob ihre Hand erneut und dieses Mal gelang ihr der Zauber.
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