Entscheidungen und Chancen

von Black Owl
GeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P18
Astoria Greengrass Blaise Zabini Daphne Greengrass Draco Malfoy
06.07.2019
10.09.2019
27
68576
30
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Es war ein beschissener Tag gewesen. Zumindest dachte das Astoria schon, seitdem sie aufgestanden war. Was vermutlich daran lag, dass sie kaum geschlafen hatte. Schuld war Summer. Schwachsinn, sie selbst war schuld. Summer wollte unbedingt gestern noch weggehen und Astoria hatte sich zu dem Unsinn überreden lassen, obwohl sie beide am nächsten Tag arbeiten mussten. Sie hatte vielleicht zwei Stunden geschlafen und hatte sich in die Arbeit geschleppt. Summer hatte sich krankgemeldet, das hatte Astoria aber erst erfahren, als sie schon in der Rechtsabteilung war und natürlich war ausgerechnet heute extrem viel los gewesen. Zum Glück war Freitag und Astoria konnte sich um drei Uhr Nachmittag verabschieden.

Sie hatte sich in die Dusche geschleppt und lag nun seit einer gefühlten Ewigkeit auf ihrem Sofa, während ihr Radio lief. Die warme Luft und die Geräusche von draußen drangen durch die geöffneten Fenster in die Wohnung. Merlin, sie musste mit Summer sprechen. Denn obwohl Summer sich seitdem Essen offenbar mit Blaise regelmäßig traf, versuchte sie immer noch so viel Zeit mit Astoria zu verbringen. Ihr schien das nichts auszumachen, aber Astoria würde es auf kurz oder lang umbringen. Eindeutig. Wie konnte Summer noch so viel Power haben?

Sie drehte sich geräuschvoll vom Bauch auf den Rücken und summte die Melodie nach, die im Radio lief. Vermutlich war sie einfach zu viel eingespannt. Da war die Arbeit, dann Summer und Hyperion. Ihr wurde schlecht bei den Gedanken, dass Morgen Vormittag zum Brunch ein weiteres Treffen anstand. Vielleicht hatte ihr Vater recht. Sie sollte das ganze einfach lassen. Warum hatte sie die Arbeit nochmal angenommen? Es war zwar praktisch um in das Rechtswesen von England einen Einblick zu haben, aber es war eine langweilige Arbeit. Zumindest langweilig für Astoria.

Vielleicht schlief sie heute noch eine Weile. Nur um heute Nacht wieder mit Summer in den Club zu gehen und sich anzuhören, wie super toll und süß Blaise war. Himmel. Sie hob den Kopf, als sie ein Pfeifen hörte und legte sich wieder zurück.
„Astoria.“, rief jemand laut und sie stieg vom Sofa, nur um ihren Kopf aus dem Fenster zu stecken.
Sie musste grinsen. Sie hatte seine Stimme sofort erkannt. Seit Tagen tauchte er bei ihr in der Abteilung auf. Zufällig natürlich. Um ihr Hallo zu sagen. Sich nach ihr zu erkundigen. Er war ein Idiot, der sich viel zu sehr anstrengte. Er war zu durchschaubar.
„Was machst du denn da?“, lachte sie und er sah zu ihr hoch.

Sie hätte nicht nachhause gehen sollen, während er ihr folgte. Sie hatte daran nicht gedacht. Nun, er war bis jetzt auch nicht bei ihr Zuhause aufgetaucht.
„Ist deine Klingel kaputt?“, fragte er gegen und sie schüttelte den Kopf.
„Nein. Ich habe sie vorhin abgestellt.“
„Wieso?“
Sie grinste noch breiter.
„Um nicht gestört zu werden.“
„Ah ja. Das erklärt den Schutz.“ Er meinte den Apparierschutz. Der lag aber immer um ihre Wohnung. Sie hatte keine Lust auf unangekündigten Besuch. „Lässt du mich rein?“
„Wieso sollte ich?“
Er seufzte gequält und sie lachte. „Komm schon. Ich war extra mit Blaise heute in so einem Laden um Karten zu besorgen für dieses Fernsehdings.“

Sie legte den Kopf schief.
„Bei Merlin, du verarschst mich, oder? Du warst im Kino und hast Karten besorgt für eine Filmvorstellung?“ Wie zum Beweis hielt er zwei Karten hoch. „Scheiße, Malfoy.“
„Draco.“
„Und ich dachte schon, bei dir wäre alles schon verloren.“
„Komm schon, können wir das nicht in deiner Wohnung diskutieren? Ich musste Blaise zwei Tage bequatschen bis er, das mit mir gemacht hat.“
Sie zog ihren Kopf zurück und wollte schon zum Türöffner gehen, als ihr etwas einfiel.
„Draco.“, sage sie laut und sah hinunter zum Gehweg.
Er erschien wieder.
„Was ist? Lässt du mich jetzt echt nicht rauf?“
„Doch, lass ich. Aber nur als Freunde. Klar?“
„So was von klar. Ich dachte, das hätten wir schon geklärt.“

Sie winkte mit der Hand ab und machte ihm auf. Sie öffnete ihre Wohnungstür und musste noch breiter grinsen, als er oben bei ihr ankam.
„Ich glaube es nicht. Du hast wirklich Karten.“, sprach sie es erneut aus.
„Und das war ein Kampf, glaub mir. Ich musste mir einen halben Tag einen Vortrag von Blaise und Muggelerfindungen anhören und was es mit Kino, Fernsehen und anderen Dingen auf sich hat.“ Sie ließ ihn rein und schloss hinter ihm die Tür. Er folgte ihr in den Wohnraum. „Hübsche Wohnung.“, sagte er.
„Danke. Ich mag sie auch.“ Sie sah sich selbst um. „Das ist der Wohn- und Essbereich und hier geht es zur Küche.“, sagte sie knapp und deutete auf eine offene Tür. „Nichts Großartiges.“

„Schlafzimmer?“, hakte er nach und sie rollte mit den Augen.
„Geht dich nichts an. Aber das Badezimmer ist draußen im Flur rechts, falls du das brauchst.“
„Schon gut. Schon gut. Hab es verstanden.“
„Also, du willst ins Kino?“, wollte sie wissen.
„Ja. Ja, das war der Plan. Mit dir. Wenn du das aushältst mit einem Neuling.“
Sie grinste wieder.
„Gern. Aber nur, wenn es kein kitschiger Liebesfilm ist.“
Er wirkte stolz.
„Nein, kein Liebesfilm. Summer hat gesagt, du magst zwar romantische Filme, aber nur wenn sie lustig sind. Und das du eher auf Drama, Action oder sogar Horror stehst.“
„Ich bin beeindruckt.“
„Tja, du hast mich eben unterschätzt.“
Gewiss nicht.

„Also… wollen wir los?“, fragte er und sie zog eine ihrer Brauen nach oben.
„Wann fängt der Film den an?“
Er sah auf seine Armbanduhr.
„Ähm nicht in ganz dreißig Minuten.“
„Dreißig Minuten? Wow, Malfoy. Knapper ging es nicht, oder?“
„Tut mir leid. Ich habe auf deine Spontanität gesetzt.“
War sie spontan? Nun… vielleicht.
„In Ordnung. Ich ziehe mich schnell um.“
„Na dann hopp.“, warf er ein und setzte sich aufs Sofa.
Na, dann Hopp? Er hätte nur früher kommen müssen. Männer. Sie entschied sich für ein Türkises Sommerkleid, zog sich eine Jeansjacke darüber und griff nach einer Tasche. Sie ließ die Haare offen und kämmte sie nur einmal durch, bevor sie sich leicht schminkte.

Als sie auf die Uhr sah, hatte sie fünfzehn Minuten Zeit verschwendet dafür.
„Neuer Rekord.“, murmelte sie zu sich selbst und trat wieder ins Wohnzimmer. Er saß nicht mehr auf dem Sofa, sondern stand an dem schmalen Regal und musterte einige Bilder, die dort standen. „Ich bin fertig. Wir können los.“, sagte sie und er wandte sich ihr nur kurz zu.
„Sind das deine Eltern?“
Sie zögerte und ging hibbelig zu ihm rüber. Es war ein Bild von ihr und… ihren Eltern.
„Ähm, das ist mein Vater und seine Frau Becky.“
Er runzelte die Stirn.
„Seine Frau Becky? Ist sie nicht…“

Sie atmete schwer aus.
„Sie ist meine Stiefmutter. Rebecca.“
„Oh. Und… und verstehst du dich mit ihr?“
Sie nickte gelassen.
„Ja, sehr sogar. Sie hat mich praktisch großgezogen und sie liebt meinen Dad. Sie ist meine Mum.“
„Verstehe.“, murmelte er.
„Hey.“, stieß sie ihn an. „Hör auf so zu reagieren. Ich hatte eine tolle Kindheit und meine Mum ist eine super Mum. Glaub mir. Auch, wenn sie nicht meine leibliche Mutter ist.“
Er nickte.
„Und jetzt komm. Wir sind verdammt spät dran.“, fügte sie hinzu und griff nach seinem Ärmel.
Sie wollte nicht ihre ganze Familiengeschichte durchkauen.






Kino war die großartigste Erfindung der Muggel, die es gab. Okay, die großartigste die Draco bis jetzt kannte. Verdammt, warum hatten sie so was nicht in der magischen Welt? Er musste sich unbedingt so ein Fernsehding besorgen. Dringend. Er fand Filme genial und es gab so viele zu entdecken. Es war ein toller Tag gewesen. Ein genialer Tag. Sie waren nach dem Kino Essen gewesen. Ein kleines asiatisches Restaurant, dass Astoria kannte und Draco noch nie betreten hatte. Was verrückt war, Astoria war erst seit einigen Wochen in England, gut Monaten, aber er war hier geboren und hatte keine Ahnung von solchen super Restaurants. Meistens war er mit Blaise entweder in einem Stammlokal oder führte Dates in schicke teure Lokalitäten aus, um zu beeindrucken.

Mit Astoria war das ganz anders gewesen. Sie hatten sich gemeinsam durch die Speisekarte gefuttert und miteinander geredet. Über den Film, die Arbeit und Dinge die Draco nicht kannte. Vor allem Muggeldinge. Es war… Großartig gewesen. Vielleicht, weil er sich keine verdammten Gedanken gemacht hatte sie ins Bett zu kriegen oder sie zu beeindrucken. Vielleicht… weil er sich nicht anstrengte, wer anderes zu sein. Er hatte keine Ahnung. Er hatte das sicher nicht so geplant, aber bevor er darüber nachdenken konnte, war Astoria wieder vor ihrer Haustür gestanden und hatte ihm ein High five geben, als er sie eigentlich umarmen wollte zum Abschied.

Sie und ihre Grenzen, dachte er amüsiert und schenkte sich im Salon Scotch in ein Glas, bevor er sich in einen der Sessel fallen ließ. Er fühlte sich zufrieden und ein wenig überfressen. Er hätte die gefüllten Teigtaschen nicht mehr probieren sollen. Er nippte an dem Trink und blickte auf, als seine Mutter hereinkam und ihn verwundert musterte.
„Ich wusste, ich habe was gehört.“, sagte sie und trat weiter in den Raum, als Draco gelassen
„Hi Mum.“, sagte.
Seine Mutter schien verwirrt zu sein.
„Du bist… du bist ungewöhnlich früh zurück.“
Er nickte ruhig.
„Ja. Ich war mit einer Freundin unterwegs.“
Sie wirkte wenig überzeugt.
„Und da bist du jetzt schon hier?“
Sie kannte seinen Lebensstil und sie hasste es vermutlich mehr als sein Vater, ließ es aber ihn zu belehren.

„Sie ist nicht so eine Freundin.“, erwiderte er. „Nur eine Freundin.“
„Seit wann hast du nur so eine Freundin?“, hakte sie nach und er grinste dämlich.
„Hat sich so ergeben.“ Was verrückt war. „Ihr Name ist Astoria.“, erzählte er. „Und wir waren heute im Kino.“
„Im Kino? Du… du warst in einem Kino?“
Er zog seine Brauen nach oben.
„Du weißt, was ein Kino ist?“
Sie lachte.
„Ja, das weiß ich durchaus. Im Gegensatz zu deinem Vater habe ich meine rebellische Phase in meiner Jugend mit meinen Freundinnen hier in London ausgelebt.“
Faszinierend. Er hätte nicht gedacht, dass sie so etwas kannte.
„Vielleicht habe ich ja meine aufsässige Phase nicht von Vater, sondern von dir.“
„Schon möglich.“, sprach sie und er trank erneut aus dem Glas.

„Sie ist ein interessanter Mensch.“, sagte er mehr zu sich selbst.
Ein Mensch mit unglaublichen Augen. Einer unbeschreiblichen Ausstrahlung und einer ansteckenden Lebenslust… Er hatte noch keine Frau kennengelernt, die ihn so faszinierte und verdammt, sie faszinierte ihn verdammt nochmal gut. Er war sich sicher, dass sich das im Bett nicht ändern würde. Im Gegenteil. Scheiße, er würde wirklich gerne mit ihr Schlafen. Ihren wunderbaren Mund küssen und sichergehen, ob sie wirklich unter ihren Klamotten so aussah, wie er sich das vorstellte. Sie würde auf jeden Fall auf ihre Kosten kommen, dass könnte er versprechen. Er schloss kurz die Augen. Er sollte diesen Gedanken vergessen. Astoria hatte kein Interesse auf eine schnelle Nummer und schon gar nicht mit ihm. Sie kannte seinen Ruf. Die Geschichten darüber. Die gebrochenen Frauenherzen und sie wollte sich nicht Miteinreihen, so wie viele andere vor ihr. Leider.

„Bring sie doch einmal mit?“, schlug seine Mutter vor und er seufzte.
„Mum… Sie ist nur eine Freundin und ich glaube nicht, dass wir schon so gut befreundet sind, dass ich sie hierher mitbringen will.“
Narzissa rollte mit den Augen.
„Ich meine doch nur zu einem Essen oder ähnliches. Ich würde sie gerne kennenlernen, wenn sie deine Freundin ist.“
„Eine Freundin, Mutter. Nicht meine Freundin. Da läuft nichts.“, betonte er und sie winkte mit der Hand ab.
„Das habe ich verstanden. Ich würde sie trotzdem gerne kennenlernen.“
„Ja, vielleicht. Irgendwann einmal.“, brummte er und sie lächelte milde.

Vermutlich hoffte sie, dass diese Freundin die Frau war, die sein Leben änderte. Zumindest sagte das seine Mutter immer, wenn sie mit Lucius stritt. Lucius der sich über Dracos Lebensstil aufregte und seine Mutter die dann immer versuchte ihn zu verteidigen. Mit Dingen wie, dass der Krieg schlimm war und Draco seine Grenzen austesten musste. Und das er nur die richtige Frau brauchte, um sein Leben in die richtige Bahn zu bringen. Schwachsinn.
„Wo ist Lucius?“, fragte er und seine Mutter senkte kurz den Blick, bevor sie ruhig meinte.
„Bei einem Bekannten.“
Er runzelte die Stirn.
„Ist… ist irgendetwas passiert?“
„Nein, mach dir keine Sorgen. Es ist nur etwas Geschäftliches.“
Er glaubte ihr nicht. Hakte aber nicht weiter nach.
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