Entscheidungen und Chancen

von Black Owl
GeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P18
Astoria Greengrass Blaise Zabini Daphne Greengrass Draco Malfoy
06.07.2019
10.09.2019
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Er war zwei Tage krankgeschrieben gewesen und brauchte, dann zwei weitere Tage um herauszubekommen wer die unbekannte Frau mit den blauen Augen waren. Er hätte nicht gedacht, dass es so ein Aufwand war, an ihren Namen zu kommen und herauszufinden wo sie im Ministerium arbeitete. Aber er hatte sich geirrt. Er hatte die Anzahl der Mitarbeiter im Ministerium unterschätzt, eindeutig. Aber jetzt wusste er, wo sie arbeitete. In der Rechtsabteilung als Anwaltsfachgehilfin. Im Grunde also Sekretärin. Nicht, dass ihn das störte. Es wäre nur erheblich leichter gewesen, wenn sie eine höhere Position innehätte. Aber was hatte er erwartet? Sie würde nicht gerade älter als er sein.

Er besah sich den Strauß mit den bunten Blumen. Er wollte sich bei seiner Ersthelferin bedanken. Das war ein guter Plan um Kontakt aufzubauen. Fand er zumindest, als er die Abteilung betrat und wurde trotzdem ein wenig nervös, als er sie hinter dem Empfang rum wuseln sah. Sie trug ein hellblaues Etuikleid mit kleinen weißen und rosafarbenen Blumen. Bei jeden anderen hätte er es bemängelt wegen den auffälligen Farben, aber ihr stand es. Es sah gut aus. Sehr gut sogar. Sie trug ihre Haare heute offen. Sie wellten sich etwas. Als er sich räusperte, wandte sie sich um und sie grinste breit.

„Mr. Malfoy.“ Er hob die Hand zur Begrüßung. Er trat an den Empfang. „Was kann ich für sie tun? Braucht ihr Chef Unterlagen?“
Er schüttelte den Kopf.
„Nein. Ich bin nicht wegen meinem Chef hier.“ Er hob den Strauß. „Ich will mich bedanken bei einer gewissen Miss Williams.“
Sie kniff leicht die Augen zusammen.
„Wer hat dir gesagt, dass ich Miss Williams bin?“
Er wirkte verwundert.
„Du bist doch Miss Williams, oder? Das hat der Kerl aus der Personalabteilung gesagt. Hat er… hat er gelogen?“
Dann würde er den Kerl umbringen.
„Ähm… nein. Ich meine, das ist kompliziert.“
„Okay.“, erwiderte langsam. „Vielleicht sollten wir dann gleich zum Vornamen wechseln.“ Er streckte seine Hand aus. „Draco.“
Sie schien zu zögern und gab ihm dann doch die Hand.
„Astoria.“
Er hatte beim Hören in der Personalabteilung den Namen schon schön gefunden.

„Gut, also Astoria. Herzlichen Dank für deine erste Hilfe, als ich zu Boden ging.“, sprach er und reichte ihr den Strauß.
Sie nahm ihn zögerlich.
„Ähm… Dankeschön. Aber das wäre wirklich nicht nötig gewesen.“
„Doch ist es.“
Sie schmunzelte.
„Schön. Vielen Dank.“
Er behielt sie im Auge, als sie aus einem Schrank eine Vase holte, diese mit Wasser füllte und den Strauß auf den Empfang stellte. Sie zupfte an einigen Blättern und er kratzte sich am Hinterkopf.
„Ich hoffe, der Strauß gefällt dir.“
Sie nickte.
„Ja. Ich mag Blumen. Danke nochmal.“ Sehr gut. Gut gemacht. Er wollte erst Rosen kaufen, aber das kam ihm übertrieben vor. Sie setzte sich und er sah sie dabei an. Ihre Augen waren… der Hammer. Sie war… einfach… der Wahnsinn. Deiner Nase geht es wieder gut?“, riss sie ihn aus den Gedanken.

„Ähm, ja. Ja, alles wieder gut. War halb so schlimm.“, log er.
„Sah nicht so aus.“
Nun sie war gebrochen gewesen, und zwar an zwei Stellen. Scheiß Berg Typ.
„Alles ist wieder gut. Also… Schwamm drüber.“ Sie nickte vielsagend und Draco beugte sich etwas über die Tressen des Empfanges. „Ich will mich bedanken und ich würde dich gerne zum Essen einladen.“
Sie wirkte amüsiert.
„Zum Essen?“
Er nickte.
„Ja. Als Dankeschön.“
Sie senkte lächelnd den Blick.
„Hör zu Malfoy…“
„Draco.“, unterbrach er sie. „Du weißt schon. Wir waren beim Vornamen.“
Sie sah ihn wieder an.
„Schön. Draco, du willst essen gehen? Nur essen gehen?“
„Natürlich nur Essen.“, antwortete er.
„Gut. Denn mehr wirst du nicht bekommen.“

Er lachte unsicher.
„Was?“
„Hör zu.“, fing sie an und beugte sich vor. „Ich kenne dich.“
„Tust du nicht.“, widersprach er.
„Denkst du, dein Ruf eilt dir nicht voraus?“ Keine Ahnung. Über ihn wurde so viel Herumerzählt. Sie stand auf und beugte sich vor. Er roch ihr leichtes Parfüm. Es war ein angenehmer Duft. „Also, wenn du wirklich Essen gehen willst, als Freunde, dann ist das für mich in Ordnung. Aber, das hier wird nicht in deinem Bett enden.“ Er wollte den Mund aufmachen und sie fügte hinzu. „Und auch nicht in meinem Bett.“
Er presste seine Lippen zusammen und meinte dann lässig.
„Gut zu wissen. Aber ich will dich nur zum Essen einladen.“
Sie stellte sich gerader hin.
„Alles klar, dann warte ich auf deine Einladung.“



Knallhart. Das war sie und er glaubte ihr, dass sie auch das durchzog und er keine Chance hatte sie nur in die Nähe seines Bettes zu bekommen. Wobei nicht unbedingt ein Bett vonnöten war, aber das spielte wohl keine Rolle. Zur Hölle. Sie war ein kluges Mädchen. Nein, eine kluge junge Frau. Musste das so sein?
„Also… hat sie dich abblitzen lassen?“, riss Blaise Stimme ihn aus seinen Gedanken.
Er hatte seinem besten Freund erzählt, dass er eigentlich den ersten Schritt in Richtung Astoria machen wollte. Sie war hübsch und er hatte wirklich Lust auf eine neue Eroberung. Sie war eine verdammte Herausforderung.
„Ja…“, antwortete er gedehnt. „Ich denke, so kann man das nennen.“ Zumindest hatte sie klar gemacht, dass sie sich niemals auf ihn einlassen würde. „Was echt schade ist, sie ist umwerfend.“
Und hatte die unglaublichsten Augen, die er jemals gesehen hatte und ein bezauberndes Lächeln.

„Sie sagt, wenn ich nur Freundschaft will, geht das in Ordnung.“, warf er ein und Blaise grinste dämlich.
„Vielleicht wäre das mal eine Option.“
„Eine Option?“, fragte Draco.
„Ja, einfach eine Freundschaft. Das würde dir guttun.“
„Du schlägst mir nicht gerade vor, dass ich mich mit ihr anfreunden sollte, oder?“
Blaise der auf seinem Sofa saß, setzte sich auf.
„Ehrlich gesagt, würde ich dich darum sogar bitten.“
Draco runzelte die Stirn. War er verrückt geworden?
„Wieso?“
Blaise grinste weiterhin dämlich und stand auf.
„Komm. Wir haben heute noch eine Verabredung. Ich erkläre es dir auf den Weg.“
Hatten Sie? Er dachte sie würden einen heben und vielleicht noch essen gehen.






Die Musik hämmerte laut gegen ihre Ohren und sie liebte es, während sie wie der Choreograf die Schritte machte und sich mit der Gruppe Synchron bewegte und sich dabei an der Spiegelwand sah. Es war nur ein Hobby, dem sie ein oder zweimal in der Woche nachging. Tanzen. Sie liebte Musik. Sie liebte die Bewegung und es war besser, als langweiliger Sport. Sie atmete schwer, als die erste Reihe die Schritte wiederholte und stemmte ihre Hände in ihre Taille. Sie runzelte die Stirn, als ihre Freundin nicht zusah, sondern dämlich lächelte.

„Was ist los mit dir?“, fragte Astoria und Summer blinzelte irritiert, bevor sie ihren schwarzen Pferdeschwanz über die Schulter warf und sie anblickte.
Ihre olivgrünen Augen funkelten.
„Ich muss dich um was bitten.“
Astoria rollte mit den Augen.
„Ich mag das nicht, wie du das sagst. Denn meistens kommt dabei irgendein Scheiß raus.“
Sie fügten sich wieder in die Reihe ein und machten die nächsten Schritte mit. Als sie fertig waren, streckte sich Astoria wieder ein wenig.
„Du weißt doch noch den süßen Typen.“
Astoria hielt inne.
„Du meinst doch nicht Draco Malfoys Freund?“ Summer grinste vielsagend und Astoria unterdrückte ein weiteres Augenrollen. „Ernsthaft?“
„Da ist noch was.“
„Noch was?“ War das nicht schon genug für heute? „Ich habe ihn heute zum Kochen mit eingeladen.“, gestand Summer.

„Summer.“, sprach Astoria empört aus und Summer sah sie entschuldigend an.
„Komm schon. Das macht immer so viel Spaß und ich dachte… nun ja, es wäre eine gute Idee, um sich besser kennenzulernen. Kochen, Reden und gemeinsam Essen. “ Sie stöhnte auf und Summer sprach schnell weiter. „Er ist nicht wie Draco. Wirklich nicht.“
Das hoffte sie wirklich, ansonsten müsste Astoria jemanden töten.
„Aber es ist gut, dass du dich nicht auf Draco einlässt.“
Natürlich tat sie das nicht. Sie war ja nicht vollkommen dämlich.
„Wieso ist das gut?“ Summer hob die Hand und deutete raus aus dem Studio. „Das ist jetzt nicht dein Ernst.“, entwich es Astoria, als zwei junge Männer die Hand hoben.
Blaise Zabini und Draco Malfoy.

„Summer.“
Die Schwarzhaarige griff nach Astorias Arm.
„Sei nett. Bitte.“, bettelte sie. „Ich mag Blaise wirklich, wirklich gern. Er ist süß und… ich glaube, dass könnte wirklich etwas Ernstes werden.“
Das dachte Summer immer.
„Du kennst den Kerl eine Disko Nacht lang.“
„Bitte.“, bettelte Summer und Astoria rollte mit den Augen.
Sie hatte ohnehin keine Wahl. Sie versuchte die zwei Kerle die letzten zwanzig Minuten zu ignorieren und stürmte nicht auf sie zu, wie Summer, als sie das Studio verließen, sondern ging, wie die meisten anderen, zu den Duschen. Sie duschte sich, zwängte sich in ihre Jeans, ihr Shirt und ihre Weste, bevor sie sich zu viert auf den Weg in einen Supermarkt machten.
Mehr als ein
„Hallo.“, hatte sie für die beiden Männer nicht übrig.

Sie vergönnte es Summer, wenn sie glücklich war. Aber Summer Hardden verliebte sich gefühlt alle zwei Wochen neu, nur um später heulend bei Astoria am Sofa zu sitzen und den Männern abzuschwören und das bestimmt schon seitdem sie in der Pubertät war. Sie waren praktisch miteinander aufgewachsen und als Astoria die Möglichkeit bekommen hatte nach England zu kommen, hatte Summer sich ihr sofort angeschlossen. Für Astoria war es um Erfahrungen in der Berufswelt zu sammeln. Summer nutzte es offenbar um Männer kennenzulernen. Blaise Zabini. Merlin ausgerechnet diesem Trottel waren sie beim letzten Rumziehen durch die Clubs über den Weg gelaufen und natürlich war Summer ihm sofort verfallen. Es war vielleicht von Vorteil gewesen, dass genau an diesem Abend Zabinis bester Freund nicht dabei gewesen war.

Sie griff nach einem kleinen Sack mit Kartoffeln und schmiss ihn in den Einkaufswagen. Eigentlich hatte sie sich auf einen gemütlichen Abend eingestellt und nicht darauf bei einem Date dabei zu sein. Sie biss sich auf die Zunge, als sie sah, wie Summer einem Versuch auswich sich von Blaise küssen zu lassen. Hoffentlich endete das alles nicht wieder in Tränen. Sie schmiss Zwiebeln dazu und schreckte zusammen, als eine bekannte Stimme sagte
„Da ist man wie ein zusätzlicher Schnatz, oder?“
Malfoy. Sie hatte nichts gegen Malfoy. Im Grunde zumindest nicht. Er konnte Charmant sein und er sah gut aus. Aber er wusste das ganz genau einzusetzen und Astoria brauchte wirklich nicht noch mehr Ärger. Geschweige, dass ihr Name als Nächstes auf der Liste von Draco Malfoys Eroberungen stand.

„Ja, so ungefähr.“, murmelte sie.
Er wirkte verlegen und Astoria war sich nicht sicher, ob er wirklich verlegen oder einfach nur ein guter Schauspieler war.
„Ich… wusste nicht, dass du seine neue Freundin kennst.“ Sie waren noch nicht zusammen. Spielte das eine Rolle? Vermutlich nicht. „Du tanzt?“
Sie sah ihn kurz an und zog dabei ihre Brauen nach oben.
„Ist das wichtig?“
„Hey.“, wehrte er ab. „Ich will mich wirklich nur unterhalten. Ich glaube, du warst deutlich genug, dass du von mir nichts willst.“
War sie.
„Es ist nur ein Hobby.“, sagte sie. „Und gut um fit zu bleiben. Besser als Laufen zu gehen.“ Er nickte und wirkte dabei unsicher. „Hast du denn keine Hobbys?“
„Doch.“ meinte er und sie lachte leicht.
„Wirklich? Welche?“
Frauen aufreißen?
„Ich lese und ich interessiere mich für Quidditch.“
„Was hast du als letztes gelesen?“, fragte sie und er schien darüber nachzudenken.
„Ich… keine Ahnung.“ Sie lachte wieder und er rollte mit den Augen. „Na schön. Ich habe schon länger nicht mehr gelesen. Aber ich habe es früher wirklich gern gemacht.“
„Ah ja.“
„Ja wirklich.“, sagte er mit Nachdruck.

Sie ging zur Fleischtheke und ließ sich Gulasch geben.
„Funktioniert das?“, fragte sie und er runzelte die Stirn.
„Was?“
„Na deine Nummer bei Mädchen? Ich interessiere mich fürs Lesen und Quidditch?“
Er sah, wie er schmunzelte.
„Meistens. Es ist…“ Sie lachte leise und er tat es ihr gleich. „Es ist nicht schwer, okay. Die meisten Frauen interessiert es nicht wirklich, was ich tue.“
Wie dumm waren, dann die Frauen die sich auf Draco Malfoy einließen?
„Wow, dann muss meine Abweisung ja ein wirklicher Schock gewesen sein.“
„Ich denke, ich werde es verkraften.“, meinte er lapidar und sie sah ihn gespielt entsetzt an.
„Das hoffe ich doch.“
Er rollte mit den Augen.
„Alles klar. Ich habe es verstanden.“
Hatte er vermutlich nicht. Aber sie hatte ihre Grenzen abgesteckt und das war das wichtigste.
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