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Eine Zeitreise die sich gewaschen hat - Part 2

GeschichteFamilie, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Edward Kenway Haytham Kenway Jennifer Scott
06.07.2019
13.07.2019
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06.07.2019 822
 
Kapitel 2

Also packte ich wieder meine sieben Sachen zusammen. Aber dieses mal ein wenig überdachter. Und ich hatte mich nicht für die Zeit in der Karibik entschieden, nein, ich ging nach England 1726 im März. So war zumindest mein Plan.

Ich forschte nach, wo ich entsprechende Kleidung bekommen konnte, denn ich wollte nicht in Männerkleidung durch London streifen und so Edwards Familie überrumpeln. Das wäre kein guter erster Eindruck.

Ich wusste, dass Edward mit Tessa verheiratet war und einen Sohn hatte. Jenny, seine Tochter aus seiner ersten Ehe lebte ebenfalls mit ihnen dort. Ich freute mich irgendwie, das Mädchen kennenzulernen.

Was mir mehr Sorge bereitete war, dass ich wusste, was dem Haushalt in ungefähr 10 Jahren passieren würde. Innerlich musste ich mich davon abschotten und versuchen, gar nicht daran zu denken! Leichter gesagt als getan.

Also machte ich mich nach einigen Jahren Normalität in meiner Zeit wieder auf den Weg in die Vergangenheit. In meinem Kopf machte ich einen Plan, was ich mir ansehen wollte in London. Wenn man schon einmal dort ist, kann man ruhig auch auf historische Sightseeingtour gehen. Ich weiß, ich bin nicht ganz richtig, aber ich bin halt neugierig.

Nach einem langen Abschied von meinem Sohn und meinem Verlobten, stand ich nun in meiner Aufmachung für die damalige Zeit, mit wie sollte es anders sein in einem dunkelblauen Samtkleid, Korsett, Röcken ohne Ende und ordentlich gemachten Haaren.

Mit beiden Ringen stieg ich auf das kleine Podest und die Daten wurde eingespeist. Ich hatte eine vernünftige Powerbank zur Vorsicht eingepackt und mein neues Smartphone und jaaaa, toller Empfang im 18. Jahrhundert. Aber... Fotos könnte man endlich mal machen. Verrückt, an was man plötzlich alles denkt, was einem so selbstverständlich vorkommt, was man aber zurücklassen müsste.

Wir hatten nach einem Waldstück gesucht auf alten Karten um 1725 und waren fündig geworden. Denn dort wäre es unwahrscheinlich, gesehen zu werden. Ich hatte mir außerdem einen Weg eingeprägt, der mich zum Queen Anne`s Square führen würde. So gewappnet sollte es gut funktionieren. Geld hatte ich wie immer aus unserem Lager / Asservatenkammer mitgenommen.

Dann mal los. Wie immer ein letzter Blick zurück und wie immer "Wir sehen uns bald wieder!" Und ich ging durch den Spiegel...

... Auf allen vieren landete ich im weichen Gras und über mir schien die Sonne. Es war, wenn wir richtig lagen, März 1726. Dafür war es angenehm, nicht so kalt wie ich erwartet hatte. Und ich war tatsächlich irgendwo zwischen Bäumen herausgekommen.

Also rief ich mir meinen Weg ins Gedächtnis und ... ja, in WELCHE Richtung denn? Ich hatte weder Kompass noch wusste ich, wo eine Straße ist. Also versuchte ich anhand der Sonne mich zu orientieren. Es war eine morgendliche Sonne, also muss dort ungefähr Osten sein? Und ich musste mich südlich halten. Dann mal los. Ich raffte meine Röcke, atmete tief durch und ging in die richtige Richtung (wie ich meinte). Und ich sollte Glück haben, nach kurzer Zeit kam ich an einer breiten gepflasterten Straße heraus. Ich drehte mich noch einmal um. DAS war aber kein richtiger Wald gewesen, es war mehr ein sehr großes Feld mit Bäumen.

Erleichtert fragte ich die erste Person die mir freundlich genug vorkam, wie ich denn am schnellsten zum Queen Anne´s Square käme. Der junge Mann deutete einfach geradeaus und meinte, zwei Straßen weiter würde ich einen kleinen Park auf der linken Seite vorfinden mit einem Pavillon. Dies wäre schon mein Zielort.

Das war ja mal eine gute Arbeit von meinen "Navigatoren" daheim. So genau sind wir bisher selten gewesen. Das hieß, wir könnten irgendwann exakt Zeit und Ort ansteuern. Könnte man auch IN einem Gebäude spawnen? Ein Kribbeln durchfuhr mich. Genauso hatte ich mir das immer vorgestellt.

Also lief ich los, beflügelt von dem Gedanken, Edward bald wieder zusehen. Gleichzeitig hatte ich aber ein nagendes schlechtes Gewissen, weil ich mich so freute, obwohl zuhause mein Verlobter mit unserem Sohn auf meine Rückkehr wartete.

Der Pavillon in der Mitte des Platzes war wirklich nicht zu übersehen. Aus den Aufzeichnungen musste ich mir jetzt zusammen reimen, WELCHES denn Master Kenways Anwesen ist. Die Häuser sahen alle fantastisch aus und ich hätte alles dafür gegeben, dort leben zu dürfen (natürlich nur mit unseren Standards, versteht sich).

Jedoch fiel ein kleines Detail bei der linken Villa ins Auge: Es war ... nunja, es sah unbewohnt aus. Nicht vernachlässigt oder ungepflegt, es war ein wenig trostlos. Es herrschte nicht so ein Leben im Vorgarten, wie bei den anderen Gebäuden und Häusern. Es war eher ruhig. Pauschal ging ich davon aus, dass ich dort richtig sein würde. Denn auch das hatte ich gelesen, der ehemalige Pirat hielt sich bedeckt, da viel getratscht und geredet wurde.

Ich nahm mir mein Herz und marschierte (soweit es die vielen Röcke und dieses blöde Korsett zuließen) darauf zu. Vor der großen Eingangstür blieb ich stehen und mir rutschte jetzt doch alles in die nicht vorhandene Hose.

Ich atmete tief durch und betätigte den Klingelzug...
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