Der Dozent

von Franzpanz
KurzgeschichteHumor, Romanze / P18
06.07.2019
11.08.2019
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„Verdammt, was soll ich bloß anziehen?!“ dachte sie. „Schwarz, schwarz, weiß, schwarz, dunkelblau! Da muss doch auch irgendetwas Buntes rumfliegen! Ah – hier..“.
Sie fischte aus dem hintersten Eck der Schublade einen kurzen Jumpsuit. Zwar war die Grundfarbe auch schwarz, aber recht großflächig verteilt, fanden sich doch ein paar bunte Blumen. Nachdem sie den Stoff ein wenig glatt gestrichen hatte, hielt sie den Jumpsuit hoch und betrachtete ihn lange.
„Ist das nicht ein bisschen too much? Der wird sich bestimmt denken: Schöner Jumpsuit, aber die kann ihn nicht tragen!“.
Da aber alles andere, was noch zur Auswahl gestanden hätte, in der Wäsche war, gab sie sich einen Ruck und wollte dem Jumpsuit zumindest eine Chance geben, denn sie probierte ihn immerhin an.
Während sie sich umständlich in die Klamotte kämpfte, fragte sie sich ob sie überhaupt noch hineinpasste. Sie schaute kurz an sich herunter. Es war fast drei Monate her, dass sie Examen geschrieben und danach den Beschluss gefasst hatte etwas mehr Sport zu machen und Schokolade aus ihrem Leben zu verbannen. Eigentlich fühlte sie sich schon viel wohler in ihrer Haut, nicht nur weil sie etwas abgenommen hatte, sondern auch weil ihre Sommersprossen nach dem Mallorca-Kurztrip stärker rausgekommen waren, aber dennoch war sie sich unsicher.
Sie bemerkte, dass der Jumpsuite doch tatsächlich ein wenig zu locker saß, aber es war ihr jetzt auch egal. „Ach scheiß drauf!“ dachte sie und beschloss das kurze Ding anzubehalten, obwohl die Träger immer wieder hinunter rutschten. „Wenn mir später in der Sprechstunde der Mops rausspringt, sterbe ich“!

Sie schaute auf die Uhr und stellte erschrocken fest, dass sie viel zu spät dran war, denn sie musste in zwanzig Minuten oben an der Uni sein. Nun waren auch die letzten Zweifel über den Jumpsuit verflogen, denn sie hatte eh keine Zeit mehr sich über ein Ausweichoutfit Gedanken zu machen.
In aller Eile lackierte sie noch einmal über ihre Nägel und fünf Minuten später hatte sie alle 20 Nägel angepinselt, schlupfte vorsichtig in ihre silbernen Birkenstocks und bemerkte instant eine Druckstelle auf dem Nagellack. „Scheiße“, schimpfte sie, aber ändern konnte sie auch nichts mehr daran. Mit fliegenden Haaren eilte sie aus der Wohnung, sprang in ihr Auto und flitzte hoch an die Uni. Je näher sie ihrem Ziel kam, desto größer wurde die Aufregung und ihr wurde regelrecht schlecht davon.

Kurz nach ihrem Examen hat ihr absoluter Lieblingsdozent, für den sie insgeheim eine große Schwäche hatte, sie und noch ein paar Kommilitonen in seine Sprechstunde eingeladen und gefragt, ob sie alle ihn bei seinem Vorhaben, eine Konferenz zu seiner Forschungsarbeit zu organisieren, unterstützen wollten. Alle stimmten zu, aber im Lauf der Zeit ist das Grüppchen immer kleiner geworden und so waren es am Ende nur noch fünf Studenten mit ihr, die an der Konferenz in einem Monat teilnehmen und ihm behilflich sein sollten.
Vor zwei Tagen hatte sie erfahren, dass zum wöchentlichen Treffen in seinem Büro alle vier weiteren Kommilitonen abgesprungen waren, zum einen wegen Zeitmangel, zum anderen wegen Krankheit. Nach Adam Riese war ihr klar, dass nur noch sie übrig geblieben war und sie somit allein zu ihrem Dozenten gehen würde. Das war ihre absolute Traumsituation, sie und er, ganz allein in seinem Büro – aber sie ermahnte sich sofort, sich solche Gedanken aus dem Kopf zu schlagen, denn er war ja viel älter als sie und außerdem ihr Dozent! Dennoch ließen sie die nächsten zwei Tage diese Gedanken nicht los und so versank sie immer wieder in erotischen Tagträumen. Zu allem kam dann auch noch dazu, dass er ihr am Vorabend eine Mail geschrieben hatte und darum gebeten hatte den Vormittagstermin auf den Frühabend zu verschieben. Seine Begründung:
Liebe Frau M., nach dem nur noch sie und ich übrig geblieben sind, wollte ich sie fragen, ob es Ihnen recht ist, unseren Termin auf 18 Uhr zu verschieben, dann können wir Beide den Tag noch zur Vorbereitung nutzen. Ich freue mich sehr auf Sie.
Sie stimmte der Terminverschiebung zwar zu, wusste aber nicht was sie vorbereiten sollte und verbrachte den Tag damit sich von ihren Freundinnen Tipps geben zu lassen, was sie anziehen könnte. Von ihnen kam auch die Idee mit dem Jumpsuit, für die sie sie mittlerweile verfluchte, denn sie musste sich ständig die Träger hoch zupfen.

Die Universität war wie ausgestorben, denn da das Wetter so gut war, tummelten sich die meisten wahrscheinlich am See oder sonst irgendwo draußen herum. So hatte sie keine Schwierigkeiten einen nahen Parkplatz zu finden und freute sich riesig darüber, denn je weniger sie laufen musste, desto geringer war das Risiko, dass sie das Schwitzen anfing.
Als sie ganz langsam die Treppen in den zweiten Stock hoch stieg, wurde ihr immer mulmiger. Sie steuerte den Gang zu seinem Büro an und als sie bemerkte, dass die Lampen schon aus waren und der Flur im halbdunkel lag, bekam sie richtig starkes Herzklopfen. Mit glühendem Kopf und rasendem Herz blieb sie vor seiner Bürotür stehen. Ihr kam diese Tür unüberwindbar vor, wusste nicht was sie machen sollte.
„Einfach anklopfen, los, klopf an“! Sie musste sich selber zwingen, gab sich einen Ruck und klopfte zaghaft an. Leicht vor gebeugt lauschte sie und wartete auf sein „Herein“, aber sie hörte nichts. Schlagartig geriet sie in Panik, hatte sie vielleicht den Tag verwechselt oder war das alles nur ein großer Witz gewesen? Sie klopfte noch einmal – nichts.
Nach kurzem Zögern beschloss sie die Tür zu öffnen. In dem Moment als sie die Klinke runter drückte und sich gegen die Tür lehnte, spürte sie wie die Tür plötzlich von innen aufgerissen wurde. Sie stolperte hinein und knallte gegen ihren Dozenten, der auf der anderen Seite der Tür stand und sie verdutzt anschaute, nachdem er sie aufgefangen hatte.
Sogleich lächelte er und sagte schelmisch: „Nana, sie sind aber stürmisch“!
„Wenn Sie wüssten“, dachte sie, antwortete aber verlegen „Entschuldigen Sie, ich habe geklopft, aber sie nicht gehört und deswegen..“.
„Machen Sie sich keinen Kopf! Nachdem Sie die Letzte sind, die mich bei meinem Herzensprojekt unterstützt, dürfen Sie so ziemlich alles machen. Sie haben sozusagen Narrenfreiheit“, unterbrach er sie zwinkernd.
Sie traute ihren Ohren nicht. Hatte er gerade mit ihr geflirtet? Nein, sicher nicht – oder? Falls es überhaupt ging, wurde sie noch röter und hatte zudem das Gefühl, dass ihr Körper kribbelte und sich auf Fiebertemperatur aufheizte.
Als sie sich wieder einigermaßen beruhigt hatte, bemerkte sie, dass das Büro ihres Dozenten nicht beleuchtet war, lediglich die untergehende Sonne tauchte den Raum in einen rötlich-goldenen Schein. Die Rolladen waren aufgestellt, so dass die Schatten das Büro in viele Streifen teilte, was ihm eine überaus romantische Atmosphäre verlieh.
Langsam löste sie sich von der Szenerie und stellte fest, dass einer ihrer lockersitzenden Träger bei dem Zusammenstoß runtergerutscht war. Die Blicke ihres Dozenten huschten immer wieder zu ihrer nackten Schulter. Verschämt zog sie den Träger wieder hoch und nahm auf dem Stuhl vor dem Schreibtisch Platz. Er überraschte sie, als er sich nicht wie gewohnt auf die andere Seite seines Schreibtisches setzte, sondern sich direkt vor sie auf die Tischkante lehnte. Das Kribbeln in ihrem Bauch nahm zu und wurde langsam zu einem regelrechten Pochen.
Ihr Dozent begann ihr zu erzählen, was er sich für die Konferenz überlegt hatte und wie man seine Ideen umsetzen könnte, aber sie konnte ihm kaum zuhören. Zwar nickte sie hin und wieder und gab zustimmende Laute von sich, aber tatsächlich beobachtete sie ihn nur und ließ sich von seinem Enthusiasmus, den er für sein Projekt aufbrachte, mitreißen.
Er sah so sexy aus in seinem engen dunkelblauen T-Shirt mit V-Ausschnitt, der perfekt sitzenden beigen Chino und seinen dazu passenden blauen Nikes. Seine Nerdbrille hielt er in der Hand und während er mit ihr wild herum gestikulierte, strich er sich seine dunklen Haare immer wieder aus der Stirn. „Gott, was ist das für ein schöner Mann“!
Während sie ihn so musterte, wurde ihr bewusste, dass es im Büro vollkommen still war, denn er hatte aufgehört zu reden. Sein Blick ruhte auf ihrer Schulter, die wieder blank war, weil ihr Träger sich verselbstständigt hatte. Schlagartig wurde sie wieder rot und war schon im Begriff dieses störrische Stoffband wieder über ihre Schulter zu ziehen, als er sich vorbeugte, die Hand ausstreckte und ihn hochzog. Dabei schaute er ihr direkt in die Augen.
Ihr Herz explodierte fast, so schnell pochte es in ihrer Brust! Sie versuchte seinem Blick standzuhalten und bemerkte in seinen Augen eine Unsicherheit, als wenn er sie fragen würde: „War das ok? Oder war das unangebracht?“. Also versuchte sie so viel Sicherheit und Zustimmung in ihren Blick zu packen, so dass er gleich lächelte. Dieses Lächeln ließ sie buchstäblich schmelzen. So plötzlich wie er ihr den Träger hochgeschoben hatte, so plötzlich nahm er ihre Hand und zog sie von ihrem Stuhl hoch und zu sich heran – dabei rutschte der Träger ein drittes Mal runter. Nun grinste er noch breiter, was auch sie zum Lächeln brachte.
Als sie so nah vor ihm stand, war sie ein kleines Stück größer als er, denn er lehnte immer noch am Eck seiner Schreibtischkante.
Er suchte ihren Blick und flüsterte ihr dabei zu: „Wissen Sie, ich denke den brauchen Sie eh nicht mehr“. Dabei beugte er sich vor und küsste zärtlich ihre nackte Schulter.
„Und den Anderen auch nicht“.
Er streifte ihr den Träger von der anderen Schulter, so dass der Jumpsuite einfach auf den Boden fiel und bedeckte ihre andere Schulter mit kleinen Küssen. Nun stand sie also nur in Unterwäsche bekleidet vor ihrem Dozenten und konnte kaum glauben, was da gerade passierte.
Plötzlich hielt er inne und betrachtete sie kurz, was ihr die Schamesröte ins Gesicht trieb. Doch es schien ihm zu gefallen, denn er stand auf, schaute ihr tief in die Augen und hauchte: „Das wollte ich schon lange machen“! Dabei nahm er ihren Kopf in seine Hände und küsste sie leidenschaftlich auf den Mund.
Jetzt konnte auch sie sich nicht mehr zurückhalten, denn ihr ging es auch nicht anders – sie hatte sich das schon viel länger gewünscht, dessen war sie sich sicher. Deshalb drückte sie sich an ihn, streichelte seinen Rücken und vergrub ihre Finger in seinen Haaren. Das schien ihn total verrückt zu machen, den er intensivierte seine Küsse und ihre Zungen spielten regelrecht miteinander. Er packte sie nun, warf sie auf seinen Schreibtisch und ignorierte dabei die Papiere und Bücher, die vom Tisch flogen. Atemlos schaute sie ihm dabei zu, wie er sein T-Shirt auszog und spürte ein heftiges Ziehen im Höschen, als er seinen muskulösen Oberkörper präsentierte.
In Zeitlupe beugte er sich über sie und küsste ihren Hals, wanderte mit quälender Langsamkeit über ihr Schlüsselbein hinunter zu ihren Brüsten, öffnete dabei ihren BH und warf ihn in hohen Bogen hinter sich. Sie zog schnell die Luft ein, als er sich nun auf ihre Brustwarzen konzentrierte und warf den Kopf nach hinten. Während er abwechselnd erst die linke und dann die rechte Brust mit seinem Mund und seiner Zunge liebkoste, wanderte ihre Hand langsam über seinen Bauch hinab zu seiner Hose. Sie konnte es kaum fassen, aber er war schon so hart, dass der Stoff seiner Chino sich stark über seine Beule spannte. Um ihm ein wenig entgegen zu kommen, öffnete sie seine Hose und zog sie über seinen wohlgeformten Hintern. In dem Moment als sie ihre Hand auf seinen steifen Penis legte, stöhnte er laut auf und stürzte sich wieder auf ihren Mund, den er schwer atmend wild küsste. Er löste sich wieder von ihrem Mund und wanderte ein zweites Mal küssend ihren Körper hinunter, diesmal nur mit einem kurzen Stop bei ihren Brüsten, aber dafür zog er ihr das Höschen aus, das mittlerweile mehr als nass war. Im ersten Moment war ihr das fast schon ein wenig unangenehm, denn sie hatte schon länger keinen Sex gehabt, aber in der Sekunde, in der er sich zwischen ihre Schenkel kniete, war jegliche Scham wieder vergessen. Er übersäte ihre Klitoris mit Küssen, die immer fordernder wurden, bis er auch seine Zunge zu Hilfe nahm. Ihr Stöhnen war so laut, dass sie reflexartig ihre Hand auf den Mund schlug und ihn mit großen Augen anschaute. Er grinste sie frech an und leckte dabei genüsslich über ihre Schamlippen. Das machte sie unfassbar an und so bewegte sie ihre Hüften rhythmisch zu seiner Zunge. Es dauerte nicht lange und sie explodierte förmlich vor Lust. Schwer atmend setzte sie sich auf und schaute zu ihm runter, denn er kniete immer noch zwischen ihren Beinen und küsste die Innenseite ihrer Schenkel. Er stand auf und gab ihr ein feuchtes Küsschen, was sie direkt wieder antörnte. Sie hatte das Bedürfnis herauszufinden, was sich in seiner Hose verbarg und so rutschte sie im Küssen vom Tisch und drückte ihn wieder zurück auf die Schreibtischkante, damit sie sich vor ihm hinknien konnte. Sein Penis hatte schon seine ganze Größe entfaltet, was sie mit totaler Genugtuung feststellte. Leicht schmunzelnd beugte sie sich über seinen Schoß und bekam bei seinem „Scheiße, ja!“, als sie ihn in den Mund nahm, eine richtige Gänsehaut. Er verkrampfte seine Finger in ihren Haaren und unterstützte ihren Rhythmus. Er schmeckte ziemlich frisch, was sie zu dem Gedanken brachte, ob er ihn vor ihrem Kommen vielleicht gewaschen hatte, aber sie konnte sich nicht vorstellen, dass er das wirklich geplant hatte. Oder? Sie hielt kurz inne und schaute nach oben, dabei merkte sie, dass er sie beobachtete. „Na gut, dann schau mal gut zu“, dachte sie und versuchte so sinnlich wie möglich auszusehen. Sein Stöhnen wurde immer schneller und plötzlich hielt er ihren Kopf fest, hob sie hoch und platzierte sie wieder auf dem Tisch. „Ich will dich endlich spüren“, brach er schwer atmend hervor. Nickend und die Beine spreizend bekundete sie ihre Zustimmung. Keine Sekunde länger wartend versuchte er langsam in sie einzudringen, aber seine Lust war so groß, dass er mit einem Schwups ganz in ihr versank.
Das war der Beginn einer zwei Stunden dauernden, Büro zerstörenden Ekstase. Auf dem Schreibtisch, unter dem Schreibtisch, gegen das Regal, auf dem Boden, auf jedem Stuhl und Sessel, ja sogar auf der Fensterbank. Sie konnte ihren Augen nicht trauen, als er nach jedem Orgasmus und ein paar Küssen, sofort wieder steif wurde. Was für eine Ausdauer dieser Mann hatte, beeindruckte sie ungemein, schließlich war er ja doch ein wenig älter.

Sie lagen beide auf dem Teppich, eng umschlungen, als er ihr plötzlich die Hand auf den Mund legte. Vor der Tür war die Putzfrau zu hören, die ihren Putzwagen laut schimpfend durch den Gang zog. Sie hielten inne und schauten sich mit großen Augen an – er hatte die Bürotür nicht abgesperrt. Lautlos sprang er auf und zupfte seinen Schlüssel aus der Hosentasche. Mit zwei Schritten war er bei der Bürotür und versuchte sie so leise er konnte, abzuschließen.
Nachdem die Dame sich von der Tür entfernt hatte ohne überhaupt auszuprobieren, ob sie reingehen könnte, legte er sich wieder über sie und flüsterte ihr lachend ins Ohr: „Wenn wir hier fertig sind, reicht nicht nur eine Putzfrau“.
Leicht verschämt kicherte sie zurück und sie leiteten die nächste Runde ein. Das war der Beginn von etwas sehr Versautem.
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