Stjerneskudd

von Asda
GeschichteAbenteuer, Humor / P18 Slash
Loki Thor
06.07.2019
14.02.2020
10
25120
11
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Dieses Kapitel
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God kveld!



Etwas später als geplant mein neues Kapitel. Dafür auch etwas länger. Es gleicht sich also aus. *lacht*

Es hat mich sehr gefreut, dass ihr trotz der langen Pause wieder zu dieser FF zurückgefunden habt. Mein besonderer Dank gilt natürlich den fleißigen Reviewern: ramui, Shiva, Solara, Hyrule und Chris.

Und nun viel Spaß mit dem neuen Teil.



LG Asda

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Trygve in diese metallische Kiste zu hieven…dieses Auto, wie Tony ihm erklärte, stellte eine kleine Herausforderung dar. Zumal Loki keine Magie nutzen wollte. Es schien ihm zum jetzigen Zeitpunkt klüger seine Kräfte zu schonen. Also mühten sich die Drei mit dem noch immer tief und fest schlafenden Mann ab. Loki in dieses Gefährt zu bekommen war das nächste Problem. Prinzipiell gab es im Auto genug Platz für alle, wenn sich dort nicht haufenweise technische Geräte stapeln würden. Umständlich kletterte der Jotun in den Laderaum und ließ sich neben Trgyve auf dem Boden nieder. Er musste die Beine ganz nah an seinen Oberkörper pressen und diesen mit den Armen umschlingen, damit er nicht mit dem Rücken ständig an die teure Technik stieß. Ein Balanceakt… Zudem neigte er etwas den Kopf nach vorne, damit seine Hörner keine Löcher in die Decke des Wagens stanzten. Gar nicht so einfach.

Auf dem Weg durch die Wüste zu Bruce und Tonys aktueller Operationsbasis, wie sie es nannten, kämpfte Loki immer wieder mit seinem Gleichgewicht. Er wollte nichts kaputt machen, wurde aber durch den unebenen Untergrund ständig hin- und hergeworfen. Trygves Körper, eingeklemmt zwischen Loki und einigen Kisten, schaukelte nur leicht nach rechts und links.



Operationsbasis. Loki schnaubte. Ein Unterschlupf ähnlich seiner Höhle. Nicht mehr und nicht weniger. Die Einheimischen neigte wohl zu Übertreibung. Dennoch, Midgard schien weiterentwickelt als erwartet. Ja, sie besaßen keine Magie, aber ihre Konstrukte erstaunten Loki. Nichts davon stimmte mehr mit dem überein, was in seinen Büchern über Midgard stand. Fortschritt, Technik und Wissenschaft hatten Einzug in Midgard gehalten. Hütten aus Holz, Fortbewegung zu Pferd, all das gehörte der Vergangenheit an. Einer lang zurückliegenden Vergangenheit. Dieser Ausflug könnte vielleicht auch eine gute Seite haben. Schließlich bot sich ihm die Gelegenheit diese Welt neu zu entdecken. Das ganze am Ende sogar zu Papier zu bringen. Ein Buch über Midgard, von ihm verfasst. Ja, dass gefiel ihm.



Ein plötzlicher Impuls beförderte Loki aus seinen Überlegungen und ein paar Zentimeter nach oben. Zu schnell, um das Kommende noch abzuwenden. Sein Kopf schleuderte nach hinten und die Spitzen seiner leicht gebogenen Hörner durchstießen das Dach des Gefährtes. Dort hinterließen sie zwei deutlich erkennbare Löcher. „Alles okay da hinten?“, rief Tony über die Schulter in den Laderaum. „Ja, uns geht es gut“, gab Loki zurück und blickte hoch zur perforierten Decke. Er würde es Tony später sagen…eventuell.



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Sein Blick schweifte von Trygves schlafendem Körper durch den dunklen Raum. Kleine Fenster befanden sich am oberen Ende der Wand. Nur vereinzelt durchbrachen die Strahlen des Mondlichts die dicke Schicht aus Wüstenstaub, der die Scheiben bedeckte. Nicht gerade das schönste Zimmer, welches er je bewohnte. Gleich nach ihrer Ankunft brachten sie den schlafenden Trygve hierher. Machten es ihm so bequem wie nur möglich.  

Der Blonde lag auf einer Klappliege, die ein Drittel des kompletten Raums einnahm. Sonst befand sich ein Wachbecken mit Spiegel und eine kleine Kommode darin. Die Decke war hoch genug, dass sich Loki nicht ständig den Kopf stieß. Das Zimmer erfüllte seinen Zweck. Wenigstens drohte ihnen keine Gefahr. Dennoch blieb Loki wachsam. Er dürfte sich keine Nachlässigkeit erlauben. Bruce und Tony wirkten harmlos. Womöglich täuschte er sich auch.

Loki saß auf der zweiten Klappliege, die parallel zu Trygves stand. Viel zu kurz. Selbst für einen klein geratenen Eisriesen wie ihn. Mit dem Oberkörper lehnte er an der Wand und seine Beine lagen ausgestreckt auf der Liege.



Würde ihr Leben ab jetzt immer so sein? Ein Versteckspiel? Nur das Trygve sich diesmal nicht als einziger versteckte. Loki befand sich ebenfalls auf der Flucht. Vor seinem Bruder, seinem Vater, seinem Volk…vor allen. Und in diesem Moment traf ihn die schmerzliche Erkenntnis: es gab kein zurück. Was auch immer zwischen Trygve und Hellblindi geschah, es musste gravierende Folgen haben. Byleist hätte sie sonst niemals fortgeschickt.

Einst wünschte er sich nichts sehnlicher, als die Eiswüste Jotunheims zu verlassen. Die Welt zu erkunden. Neues zu entdecken. In seiner Vorstellung gab es für ihn stets die Möglichkeit zurückzukehren. Doch nun…alles vorbei. Für immer. Ein letztes Mal betrachtete er den Schlafenden, bevor sich Loki vorsichtig erhob und den Raum verließ.



Das sogenannte Basislager der beiden Männer befand sich in einem alten ausrangierten Diner am Rand der Stadt. Eigentlich mehr ein kleiner Klecks auf der Landkarte als eine Stadt. Das Gebäude besaß die Form eine UFOS. Eine schlechte Anspielung auf Area 51. Sie befanden sich hier zwar in der Wüste, aber zu weit weg als das diese Andeutung einen Sinn ergab. Tony und Bruce blieb auf die Schnelle nicht viel Auswahl, nachdem sie erfuhren, dass S.H.I.E.L.D. in dieser Gegend ein portables Forschungslager aufschlug.

Die ehemalige Einrichtung fehlte. Einzig die Küche und die Sanitäranlagen befanden sich noch an Ort und Stelle. Nun standen technische Geräte dort, wo sich einst Stühle und Tische befanden. Die Nebenzimmer dienten als Wohnquartiere. Die Wissenschaftler hatten alles notdürftig eingerichtet, um eine Weile hier zu arbeiten und zu leben.



Als Loki den ehemaligen Essbereich des früheren Diners betrat, saßen Tony und Bruce sich gegenüber am Ende eines großen Tisches, der von oben bis unten mit Büchern, Notizen und verschiedenen technischen Dingen vollgepackt war. Beide hielten ein Glas Rotwein in der Hand und schwiegen sich an, während jeder seinen Gedanken nachhing.



„Schläft er noch?“ Bruce drehte sich in Lokis Richtung. „Ja, ich denke es wird eine Weile dauern, bis er sich von den Strapazen erholt hat.“ Der Frostriese ließ sich erschöpft auf eine stabile Metallkiste fallen, die ihm als Stuhl diente. Am liebsten hätte er sich zu Trygve gelegt und geschlafen. Sie weilten bisher nur wenige Stunden auf Midgard, doch für Loki fühlte es sich an wie Tage. Dennoch blieb er besser wach und behielt alles im Auge. Schließlich gab es mehr Midgarder dort draußen und wer wusste schon, was die im Schilde führten.



„Ich kann es nicht fassen“, flüsterte Tony vor sich hin. „Ich meine, klar wussten wir immer, dass wir nicht allein sind. Aber...wer ahnte schon wieviel sich über uns abspielt, von dem nichts wissen. Alles woran wir forschen…alles was wir bisher erreicht haben. Es ist nahezu lächerlich, wenn man bedenkt wie weit fortgeschritten andere Völker sind. Welche Mächte und Kräfte es dort oben gibt.“ Sein Lachen klang verzweifelt. Er stürzte den Rest des Rotweines runter. Als er zur Flasche griff, um die Leere im Glas zu füllen, hielt ihn Bruce nicht auf. Was zu diesem Zeitpunkt normalerweise der Fall gewesen wäre. Heute verlangte es den Wissenschaftler selbst nach einem weiteren Glas….ach was….einer weiteren Flasche Wein. Was Loki ihnen bisher berichtete, bevor er erneut nach Trygve sah, schien unglaublich.



„Jetzt mal ein ganz anderes Thema.“ Mit diesen Worten verlagerte Tony seine Aufmerksamkeit auf den Jotun. „Du hast doch vorhin gesagt, dass du Zaubern kannst.“ Loki hob eine Augenbraue an. „Sehe ich aus wie eine Hexe? Ich wirke Magie. Das ist etwas völlig anderes.“ „Schnick schnack…papperlapapp.“ Tony machte eine abwinkende Bewegung mit der Hand. „Nenne es wie du möchtest. Was ich mich frage ist, warum lässt du nicht einfach deine Magie spielen und sorgst dafür das dein Kumpel wieder fit ist.“ Loki versuchte erst gar nicht sein Augenrollen zu verstecken. „Wozu etwas mit Magie beeinflussen, wenn ein ausgiebiger Schlaf die gleiche Wirkung hat. Eine Nacht und Trygve ist wieder fit. Da bin ich mir ganz sicher.“ „Okay“, Tony hob abwehrend die Hände. „Und dann, was habt ihr danach geplant? Ich mein Herkules im Nebenraum wird schon für einiges Aufsehen sorgen, aber du.“ Mit der rechten Hand zeigte er auf Loki. “Wäre nicht blöd, wenn du deinen kleinen Trick von vorhin auf dich selbst anwenden würdest. Aber besser ohne Erbrechen und anschließenden Dornröschenschlaf.“ Bevor Loki etwas erwiderte ergriff Bruce das Wort. „Was Tony in seiner immer wieder uncharmanten Art sagen wollte ist, dass eine Tarnung unbedingt nötig ist. Ich weiß nicht was passiert ist. Aber ich habe auch so verstanden, dass ihr das Portal in der Wüste nicht wiederverwenden werdet. Ob ihr nun hierbleibt oder ein Neues sucht. Egal was, so wie du jetzt aussiehst, wirst du Aufmerksamkeit erregen. Was wir dringendst vermeiden sollten. Dir bleiben also nur zwei Optionen. Dich hier zu verstecken oder dich zu …verwandeln.“

Loki schwieg. Sein Blick glitt vom einen zum anderen. Was sie sagten machte Sinn. Egal wie Trygve und er weiter vorgingen, er musste sich verwandeln. Nachdenklich betrachtete er den Magiehemmer. Durfte er ihnen die Wahrheit sagen? Er kannte die beiden nicht wirklich. Ja, sie hatten ihnen geholfen. Doch wer wusste schon welche Bewegründe sie dazu verleiteten. Seine derzeitige Zwickmühle zu offenbaren, konnte erhebliche Folgen für ihn und Trygve haben. Natürlich besaß er noch Magie in sich. Genug, um sich im Nahkampf zu verteidigen. Und nicht nur als Magier, sondern auch als Jotun. Schließlich musste er die gleiche Kampfausbildung durchlaufen wie seine Brüder. Auch wenn er diese Fähigkeiten danach nie mehr nutzte.

Erneut musterte er die Männer. Versuchte Antworten auf seinen Fragen zu finden. Tonys Gebaren machte auf Loki einen eher ungewöhnlichen Eindruck. Er verstand auch nicht alles, was aus seinem Mund kam. Dennoch wirkte er nicht wie ein Lügner. Genauso wenig wie Bruce. Der einen sehr aufrichtigen Eindruck machte. Loki blieb nicht viel Zeit, um eine Entscheidung zu treffen. Sich ein genaueres Bild zu machen. Das wusste er.



Loki holte tief Luft bevor er zu erzählen begann. „Es ist mir derzeit nicht möglich meine Magie vollständig zu nutzen. Bevor wir meine Heimat…verließen legte mir jemand dieses Armband an.“ Damit hielt er den Arm mit den Magiehemmer hoch. „Es schränkt meine Fähigkeiten ein. Ich bin zwar in der Lage Magie zu weben, allerdings nur mit geringer Auswirkung. Und am besten mit Kontakt zum Zielobjekt. So etwas wie die Wandlung meines Körpers ist im jetzigen Zustand unvorstellbar. Solange ich das Armband trage, bin ich nicht 100 Prozent einsatzfähig.“ Als er endete sahen ihn die Männer erstaunt an, sagten aber nichts. Eine unangenehme Stille legte sich über den Raum.

„Danke“ Loki zwinkerte verwirrt. „Danke, dass du uns das anvertraut hast. Das muss dir schwergefallen sein. Schließlich kennst du uns nicht. Dennoch gibst du uns diese Information preis.“ Ein leichtes Schmunzeln zeigte sich auf Bruce Lippen. „Lasst es mich bitte nicht bereuen“, gab Loki lächelnd zurück.





Die Ruhe des Momentes wurde zerrissen, als Tony sich ruckartig aufrichtete und Loki eindringlich ansah. „Was hälst du davon, wenn wir dein kleines Fetisch Accessoire loswerden? Eine Beschäftigung würde mit gerade sehr gut tun.“ Bei diesen Worten fuhr er sich durch die dunklen Haare und hievte sich vom Stuhl hoch. Auf der linken Seite des runden Raums stand eine Werkbank mit unterschiedlichsten Werkzeugen, zwischen denen Tony herumwühlte, auf der Suche nach dem passenden Utensil.

„Weist du, ob dieses Ding irgendwelche Sicherheitsvorkehrungen besitzt? Ich möchte nicht von einem Blitz getroffen werden oder so. Mein Tag war bisher aufregend genug.“ Er drehte sich nicht einmal zu Loki um, sondern griff immer wieder nach den unterschiedlichsten Hilfsmitteln, nur um sich gleich wieder dem Nächsten zu widmen. Unschlüssig was ihm nützen könnte. „Das Armband hat nur den Sinn die Magie zu unterdrücken. Seine Macht liegt in den eingravierten Runen. Das Metall an sich ist nicht magisch, aber sehr robust. Es unterdrückt nicht nur die Kräfte, sondern ist auch immun gegen jegliche magische Einwirkung von außen“, versuchte Loki die Funktion des Magieunterdrückers zu erklären. „Und wie öffnet man es dann?“ Tony kramte noch immer in seinen Sachen. „Mit einem sehr seltenen schwarzen Stein. Man hält ihn auf den Schließmechanismus und das Armband geht von selbst auf“, erwiderte Loki.



Augenblicklich hielt Tony in seinem Tun inne und drehte sich langsam zu Loki um. Er musterte nachdenklich das Armband an Lokis Handgelenk, bevor er auf dem Absatz kehrt machte und in der Küche verschwand. Gefolgt von den verwunderten Blicken der beiden anderen.

„HAH“ Die Hand zum Triumph erhoben kam er kurz darauf wieder zurück. Dabei hielt er ein flaches, buntes Etwas in seiner Hand, dass Loki nicht erkannte. „Würdest du mir bitte deine Hand reichen?“ Tony streckte Loki seine leere Hand mit der offenen Handfläche nach oben entgegen. Der Frostriese zögerte einen kurzen Moment, dann legte er sein Handgelenk mit dem Verschluss nach oben in Tonys Hand. Dieser warf einen schnellen Blick auf das Armband und hielt anschließend das bunte Ding in seiner Hand an die Verriegelung. Kurz darauf hörte man ein leises Klicken und der Magiehemmer löste sich von Lokis Gelenk.



Die Magie traf Loki mir ganzer Macht. Eroberte sich gierig seinen Körper zurück. Vollständig. Fraß sich über die Nervenbahnen in jeden Winkel seines Körpers und hinterließ ein Feuer, welches Loki von innen verzehrte. Sein Körper krümmte sich vor Schmerz. Nie zuvor spürte er etwas Schöneres. Jede einzelne Synapse in seinem Körper pulsierte. Überwältigend… Tränen der Freude und Erleichterung drängten sich an die Oberfläche, ließen sich nur schwer zurückdrängen.



Es dauerte einige Zeit, bis sich sein Atem beruhigte, gleichmäßiger und flacher wurde. Sein Herz nahm wieder seinen stetigen, kräftigen Takt auf. Langsam gelang es ihm sich aufzurichten. Nur um in die besorgten Gesichter seiner Begleiter zu blicken. „Ist alles in Ordnung?“, ergriff Bruce das Wort. „Es könnte nicht besser sein“, erwiderte Loki mit breitem Lächeln. Zumindest im Moment….



„Wie hast du das gemacht?“ Bruce starrte ungläubig von Loki zu Tony und auf den silbernen Reif, der nun auf dem Tisch lag. „Mit meinem Frozen-Kühlschrankmagnet aus Disneyland. Und du meintest noch es wäre Geldverschwendung.“ Dabei lächelte Tony so breit, als hielte er eine Olympische Goldmedaille in den Händen. „Manchmal muss man einfach seinen Eingebungen folgen.“ Selbstgefällig lächelnd zwinkerte ehr Bruce zu.



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Die magische Kuppel pulsierte über dem kompletten Diner. Für die Augen nicht magischer Wesen unsichtbar verhinderte sie, dass ungewünschte Besucher das Gebäude betraten.

Herrlich….  Endlich vermochte er seine Magie wieder zu nutzen. Spürte, wie sie über und durch seinen Körper strömte. Ähnlich einer heißen Quelle, die ihn umhüllte. Er fühlte sich wie in einem Rausch. Er nahm jeden Impuls seiner Nervenbahnen wahr. Wie kleine Blitzschläge in seinem Innersten… elektrisierend. Das Gefühl, dass ihm ein wichtiger Teil seines Körpers fehlte, existierte nicht mehr. Wo ihn vorher Nichts umgab waren nun Helligkeit, Wärme, Farben und eine befriedigende Erschöpfung. Besser als jeder Orgasmus, den er je durchlebte.

Am liebsten hätte er einfach weiter seine Magie gewirkt, bis zur Besinnungslosigkeit. Aber wer wusste schon, was sie noch alle erwartete? Da schien es klüger seine Kräfte zu sparen.

So gut es ging versuchte er es sich auf der Liege gemütlich zu machen. Obwohl seine Füße in der Luft hingen. Doch die Müdigkeit tat ihr übriges. Langsam driftete Loki in den Schlaf. Seine Gedanken gingen auf Wanderschaft. Zurück zu einem Abend mit Trygve in seiner Höhle.



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Magisches Feuer züngelte hinter den Männern, die es sich am Eingang der Höhle auf ein paar Fellen gemütlich machten. Fenris lag angekuschelt hinter ihnen wie eine lebende Rückenlehne und döste. Eine angebrochene Flasche Isbrevin stand im Schnee. Die Blicke beider hafteten auf der zerklüfteten Landschaft vor der Höhle.

„Manchmal wünschte ich, ich könnte ewig so liegen. Alles hinter mir lassen und einfach nur leben. Meine einzige Sorge, was es als Nächstes zu essen gibt.“ Der Blonde lachte laut auf. „Das würdest du nicht lange durchhalten“, beantwortete er die unausgesprochene Frage des Eisriesen. „Ach meinst du?“, erwiderte dieser säuerlich. „Loki, du bist ein Entdecker. Auf der Suche nach dem Unbekannten. Du willst reisen, erforschen…Dein Geist wäre ruhelos. Ich sehe dich nicht ein Leben lang in dieser Höhle sitzen und ins Eis schauen. Und wenn du ehrlich zu dir selbst bist, tust du das auch nicht.“ „Was weist du schon?“ Loki verschränkte die Arme vor der Brust und starrte weiter geradeaus. „Dank meiner unbeholfenen Landung nicht viel. Aber ich habe Augen im Kopf. Ja, wir kennen uns noch nicht lange. Doch die Zeit hat ausgereicht, um eines über dich zu lernen. Für ein einfaches Leben bist du nicht geschaffen.“ Trygves Blick lag nun auf Loki. Die blauen Augen verfolgten jede Regung des Eisriesen. Lokis Kopf drehte sich zu Trygve, seine Augen funkelten herausfordernd. „Du meinst also mich zu kennen. Dir eine Meinung über mich bilden zu können. Zu wissen, was meine Wünsche sind. Ziemlich vermessen für einen Mann, der seine eigenen Wünsche nicht kennt.“ Trygves Mundwinkel verzogen sich zu einem neckischen Lächeln, „Wer sagt denn, dass ich nicht weiß was ich mir wünsche.“ Mit diesen Worten näherte sich Trygves Hand langsam Lokis Wange. Berührte sanft die kühle Haut. Zog mit den Fingern die hohen Wangenknochen nach, das Kinn entlang bis zu den weichen Lippen. Verfolgte mit den Fingerspitzen ihren sanften Schwung.



Lokis Atem setzte aus. Dafür schlug sein Herz nun doppelt so schnell. Trygves Finger hinterließen eine Spur aus Feuer auf seiner Haut. Brannten sich für immer dort ein. Die blauen Augen hielten ihn gefangen. Sorgten dafür, dass er sich nicht rührte. Es nicht wollte. Sich tiefer in ihnen verlor. Die Welt um sie herum verstummte. Zeit existierte nicht mehr.

Dann passierte alles so schnell, dass Loki es nicht richtige wahrnahm. Trygve überbrückte die Kluft zwischen ihnen. Legte seine warmen Lippen auf Lokis.

Kurz schrak dieser zurück, aus Angst den anderen zu verletzten. Sorge erfüllte ihn, dass der Zauber versagen würde und Trygve an ihm festfror. Sein Gegenüber lächelte ihn nur zärtlich an, ergriff seinen Hinterkopf und küsste ihn erneut.



Zuerst war es nur eine sanfte Berührung. Hauchzart. Kaum wahrnehmbar. Dennoch sorgte sie dafür, dass Lokis Körper zu kribbeln begann. Seine Lippen prickelten. Aus der Ersten schüchternen Begegnung wurde schnell mehr. Stürmisch. Fordernd. Verlangend. Keines dieser Worte beschrieb ihren Kuss auch nur annähernd. Gierig fuhr Trygves Zunge die Konturen nach, die zuvor seine Finger erkundeten. Zog den Frostriesen noch näher zu sich. Hielt ihn fest…ließ ihn nicht entkommen.

Je mehr Trygve seine Lippen liebkoste umso stärker wurde Lokis Verlangen, welches einem Tornado gleich durch sein Innerstes tobte. Heiß. Kalt. Leicht. Glück. Sehnsucht. Unmöglich konnte man alles auf einmal empfinden. Aber er tat es.

Ungeduldig öffnete er sein Mund, hieß Trygves Zunge mit seiner eigenen willkommen. Biss gierig in Trygves Unterlippe. Verwöhnte die Stelle im nächsten Moment mit seiner Zungenspitze, bevor er mit federleichten Küssen dessen Kinn hinab…



„Loki, ist alles okay bei dir?“ Jemand rüttelte an seiner Schulter. Es dauerte ein paar Sekunden bis der Frostriese die Augen öffnete. Nur um sich orientierungslos umzusehen. Seine Sicht war verschwommen vom Schlaf. Undeutlich nahm er eine Gestalt wahr, die sich über ihn beugte. „Du hast im Schlaf gemurmelt und dich hin und her gewälzt. Haben dich Alpträume geplagt?“ „Nicht im Geringsten“, grummelte Loki verschlafen.

Dann traf ihn die Erkenntnis wie ein Blitz. Entsetzt starrte er in das Gesicht über ihm, dass er nun klar und deutlich sah. Blickte auf die Lippen, an denen er kurz zuvor noch heißblütig saugte. Eine leichte Hitze stieg seinen Hals hoch bis zu seinen Haarwurzeln. Dieser Traum…er wirkte so real. Loki erinnerte sich sehr gut an diesen Abend. An ihr Gespräch. Allerdings ohne Kuss am Ende.

„Ist wirklich alles in Ordnung?“ Trygves Stimme klang unsicher. „Jaja, es geht mir gut.“ Mit diesen Worten richtete Loki seinen Oberkörper von der Schlafstätte auf. „Viel wichtiger ist doch, wie geht es dir? Du bist gestern ohnmächtig geworden und hast ziemlich lange geschlafen.“

Der Blonde fuhr sich durch die kurzen Haare. „Ehrlich gesagt kann ich dir diese Frage wirklich nicht beantworten. Es ist so viel passiert, dass ich die Ereignisse erst in meinem Kopf ordnen muss. Aber die dringendste Frage ist doch, wo befinden wir uns?“ Loki musste lächeln. „Lass uns aufstehen und etwas essen. Ich denke es ist besser, wenn du Etwas im Magen hast, bevor ich dir alles erzähle.“ Damit streichelte er kurz über Trygves Hand und erhob sich umständlich von seinem niedrigen Schlafplatz.
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