Der Traum vom Anderssein

GeschichteAbenteuer / P12
OC (Own Character)
05.07.2019
14.09.2019
9
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Titel: Der Traum vom Anderssein
Entstehungsjahr: 2002/2003; überarbeitet 2019
Autor: Gaya Lupin
Altersfreigabe: ab 12 Jahre
Rechte: Alle Rechte an "The Tribe" gehören Raymond Thompson und Cloud9. Ich habe mir für diese Story allerdings lediglich die Grundidee, die "Tribeworld" ausgeliehen. Die in der Story genannten Charaktere und Stämme sind allesamt (bis auf einen kurz erwähnten zu Beginn) auf meinem Mist gewachsen. Die Geschichte ist eigentlich mehr Original als FF und entstand allein aus Freude am Schreiben. Sie dient keinen kommerziellen Zwecken.
Inhalt: Ein Roadtrip der besonderen Art, einmal quer durch die "Tribeworld".
Kommentar: Es reizte mich einfach, meine Hexen in eine Welt ohne Erwachsene zu schicken. Die Hexen erkunden zu Pferde diese Welt - um wieder einmal gemeinsam ein Abenteuer zu erleben. Doch der wahre Hintergrund der Reise ist eigentlich ein anderer, den jedoch keine der Hexen erahnt...
(Weshalb die Geschichte sich auch nicht die ganze Zeit nur um die Tribeworld drehen wird / nicht komplett dort stattfinden wird.)
Der Titel stammt von einem arte Themenabend, der mich teilweise auch zu dieser Geschichte inspiriert hat.
Eigentlich ist dies das Spin Off zu einer anderen Geschichte, die allerdings nie über das Anfangsstadium hinausging.

Feedback: sehr gerne
Updates: Freitags (so lang nix dazwischen kommt.)

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Der Traum vom Anderssein



~ Prolog ~


Lycanthropie von ihrer schönen Seite


Beinahe lautlos bewegte sie sich durchs Unterholz. Einem Schatten gleich. Nur selten knackten kleine Äste unter ihren Schritten. Übermütig sprang sie zwischen den Bäumen umher. Sie sprühte vor Lebensfreude.

War da nicht etwas? Einige Meter vor ihr? Dort bewegte sich doch eindeutig etwas? Sie spitzte die Ohren und blickte wie gebannt zu der Stelle. Dann sprintete sie los. Immer schneller wurde sie. Sie schien fast zu fliegen. Das aufgeschreckte Kaninchen sprang verängstigt zurück in seinen Bau. Darüber war sie keineswegs enttäuscht. Im Gegenteil. Das Kaninchen konnte es nicht wissen, aber ihr war es nicht um Nahrungsbeschaffung gegangen. Das Laufen bereitete ihr einfach riesige Freude. Immer, wenn sie so schnell durch Wälder und über Wiesen rannte, fühlte sie sich richtig unbeschwert und frei. Beim Laufen spürte sie regelrecht, wie die schweren Ketten, die um ihr Herz lagen, zersprangen. Niemand, der ihr sagte, was sie zu tun oder zu lassen habe. Keine lästigen Pflichten. Niemand, der ihr sagte, sie sei zu alt für solche Albernheiten.
Sie atmete tief durch. Frei. Endlich einmal wieder frei! Freiheit. Wer weiß schon, was Freiheit ist? Für die meisten ist es bloß ein Wort. Sie aber war eine der wenigen, die um die wahre Bedeutung wusste.

Fröhlich – auch wenn man ihr das vielleicht nicht ansah – sog sie die herrlich frische, duftende Waldluft ein. Sie erinnerte sich, wie sie als Kind in diesem Wald gespielt hatte. Na ja, Wald traf es nicht ganz. Es war nur ein kleines Waldstück mit wenigen Bäumen. Aber das war ihr egal. Ihr genügte es.

Was war das für ein unheimliches Geräusch? Da! Da war es schon wieder! Es hallte durch das ganze Wäldchen. Über ihr bewegte sich etwas. In einer der Baumkronen entdeckte sie einen Greifvogel. Interessiert blickte sie zu dem Vogel empor. Kurz musste sie daran denken, wie toll fliegen war. Sie verwarf den Gedanken und setzte ihren Weg fort. Doch halt – was war das für ein Geruch, der ihr plötzlich in die Nase stieg? Sie hielt inne und schnupperte. Ihre Nackenhaare stellten sich auf. Dieser Geruch - das konnte nichts Gutes bedeuten, oder? Ein wenig ängstlich sah sie sich um. Ihre leuchtend goldbraunen Augen erblickten ein Mädchen am Waldrand. Das Mädchen schaute zu ihr und sie erwiderte den Blick. Sekundenlang stand sie so da. Dann entschied sie sich, weiterzulaufen. Nein, noch wollte sie nicht zurück - zurück in den „Käfig“ namens Zivilisation.
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