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von NHKINLOVE
GeschichteKrimi / P16 / MaleSlash
Melanie Hansen
05.07.2019
15.09.2021
12
7.421
2
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15.09.2021 570
 
Als ich die Augen öffnete war es stockdunkel im Zimmer. Mein Herz begann heftig zu klopfen und nur mein hektischer Atem durchschnitt die Stille. Meine Augen fixierten hellwach einen unbestimmten Punkt in der Schwärze. Ich dachte an alles und nichts, in meinem Kopf herschte ein einziger Wirbelsturm. Ich fühlte mich wie erstarrt. Ich wusste nicht, wie lange ich in diesem Zustand verharrte, bis ich aufsprang und zum Fenster lief. Hektisch riss ich es auf und lehnte mich nach draußen. Ich schloss die Augen und atmete ein paar mal tief ein und aus. Langsam beruhigte sich mein Puls und ich merkte wie die Anspannung nach und nach aus meinem Körper wich. Als ich mich wieder umdrehte fiel mein Blick auf die Digitalanzeige meines Radioweckers. 3.47 Uhr. Ich musste eingeschlafen sein, nachdem ich vorhin nach Hause gekommen war. Noch leicht benommen tapste ich in die Küche. Bei jedem Schritt fuhr ein stechender Schmerz in meinen Bauch. Vorsichhig legte ich meine Hand auf die Stelle. Die Stichwunde... Meine Hand auf die Wunde gepresst schleppte ich mich weiter zur Kaffeemaschine. Dort hielt ich mich mit anderen Hand an der Arbeitsplatte fest, während ich die Maschine zum Laufen brachte. Der Schreck fuhr mir in die Glieder, als ich die Blutflecken auf der Maschine entdeckte. Geschockt drehte ich meine zitterternde Hand um. Meine ganze Handfläche war voller Blut. Daraufhin wanderte mein Blick zu meinem Bauch. Ich stieß einen verzweifelten Seufzer aus und ließ mich auf den Stuhl am Küchentisch fallen. Ich griff das Geschirrtuch von der Lehne, das seltsamerweise noch dort hing. Es kam mir vor, als wäre ich seit einer Ewigkeit nicht hier gewesen. Ich presste das Tuch auf die Wunde und wartete, dass die Blutung langsamer wurde. Währenddessen entsperrte ich mein Handy und auf dem Display poppten sämtliche Nachrichten und verpasste Anrufe meiner Kollegen und auch von meiner Mutter auf. Aber ich wollte auf nichts davon antworten. Ich tippte entschlossen auf das Flugzeugsymbol auf dem Touchscreen. Ich wollte niemanden hören und sehen. In dem Moment erinnerte mich das röchelnde Geräusch der Kaffeemaschine daran, dass ich ja mir ja einen Kaffe gemacht hatte, der jetzt anscheinend fertig durchgelaufen war. Ich angelte mir die Tasse und ignorierte geflissentlich, dass dabei ein Klecks Kaffee auf den Boden entwischte.
Nachdem ich eine halbe Tasse getrunken hatte spürte ich wie der Kaffee langsam meine Lebensgeister weckte und mein Gesicht warm werden ließ.
Daraufhin entsperrte ich entschlossen mein Handy, schaltete den Flugmodus aus und las endlich meine Nachrichten. Als ich alles gelesen hatte spürte ich den Anflug einer leichten Entäuschung.
"Schluss jetzt damit!" Befahl ich mir selbst, leerte meine Tasse mit einem Zug und knallte sie energisch auf den Tisch zurück. Wie konnte ich hoffen, dass Nils mir geschrieben hätte? Er hatte sich wieder feige verpisst, ganz wie damals. Wie sollte er außerdem auch an meine Nummer kommen. Es waren viele Jahre vergangen, seit wir das letzte miteinander gesprochen hatten, in denen ich mittlerweile auch eine neue Nummer bekommen hatte. Schöne und aufregende Jahre... Die genau so richtig gewesen waren, wie sie waren. Ohne Nils! Ich brauchte ihn nicht. Und ich würde ihn auch jetzt nicht brauchen.
Ich musste mich auf die positiven und die alltäglichen Dinge konzentrieren um wieder zu mir und in meine alte Spur zu kommen.
Ich schrieb auf alle besorgten Nachrichten, dass ich gut zu Hause angekommen war und dass es mir soweit ganz gut ging. Und hoffte zutiefst, dass es stimmte...
 
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