Dinge, die schief laufen (oder auch) der Barmann

GeschichteAllgemein / P16
Meta-Knight Waddle Doo
04.07.2019
04.07.2019
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Hallo, es ist lange her wo ich mich hier mal gemeldet habe ^^
Ich sehe, es ist hier viel los, *hust*hust*

Diese Geschichte ist das Ergebnis von Langeweile. Na ja, und dem beschissenen Gedanken, Waddle Doo als Barmann zu sehen . Tatsächlich hänge ich nun schon eine ganze Zeit lang an diesen Gedanken.

Ich möchte mit dieser geschichte nicht Alkohol verherrlichen! Auch Obdachlosigkeit nicht verharmlosen. (Leute die so etwas treffen, haben oft ein hartes Schicksal)

Meta Knight ist in meiner Vorstellung eine gescheiterte Figur, die aus vielen Gründen zum Alkohol gegriffen hat.

Wie kann ich bei einem Fandom wie Kirby nur an solche Dinge denken? Was läuft falsch mit mir?

Während ich vergeblich nach einer Antwort suche, könnt ihr ja die Geschichte lesen.

LG

Ps. Dinge die so >> << Markiert sind, sind Rückblenden
...

Die hochhakige Frau mit den vielen Augen sah den Einäugigen ein letztes Mal genauer an, ehe sie sich so schnell umdrehte, dass ihr blauer Pferdeschwanz wippte.
„Drei Tage, mehr nicht.“ Nach diesen Worten hatte sie seine Bar verlassen.
Ja, noch war es Seine Bar. Aber in drei Tagen würde es ganz anders aussehen...

Noch nie hatte sich Waddle Doo so leer gefühlt. Müde und schlapp ließ er sich auf einen der Hocker fallen. Er wusste selbst, dass er in drei Tagen niemals seine Bar vor dem Bankrott retten konnte.
Zum Schluss hatten die Schulden ihn doch noch aufgefressen.

Und an all dem war...
Nein, er zwang sich daran nicht zu denken, es war frustrierend genug.
Und so kämpfte er sich zurück auf die Füße, auch wenn er sich wie ein Zombie fühlte.
Leer, verloren, tot...

Seit drei Jahren lebte er hier das Leben. Besitzer einer Bar zu sein, war niemals sein Traum gewesen, aber irgendwie hatte die Art des Lebens ihn erfüllt. Er hatte gespürt, dass das der richtige Weg war.

Doch als er so daran dachte, kam ihm auch der gedanke, wann es angefangen hatte, aus der Bahn zu geraten. Konnte er die Schuld wirklich bei...ihm suchen?
Selbst wenn, es änderte nichts an diesem unbefriedigenden Ende.

Nichts und niemand konnte ihn retten.
Da musste er durch.
Entweder er überstand den Umbruch, oder er scheiterte daran.
Doch wie würde ein leben ohne Bar aussehen?
Er hatte keinen Plan.

An diesem Abend lebte er noch einmal auf, gab seinen Gästen was er zu bieten hatte und versuchte, keinem seine Sorgen anmerken zu lassen.
'Das hier wird bald enden', dachte er bitter.
'Und es gibt nichts, was das aufhalten kann...'

Bilder eines Pappkartons in einer Hausecke tauchten auf.
Dort hausten oft Straßenkatzen oder auch Obdachlose.
Würde so sein neues Heim aussehen?

Jener Abend war wie immer, Gelächter und Gepöbel ertönte. Gläser klirrten, manche fanden ihr vorzeitiges Ende zersplittert am Boden...entgingen der immer näher rückenden Pfändung.
Nichts würde ihm bleiben, wenn der dritte Tag angebrochen wäre.

Am zweiten Abend, als der Mond schon länger am Himmel stand, trat eine Person in die Bar, die Waddle Doo eine ganze Zeit lang anstarrte.
Im ersten Moment dachte er an nichts, die Gefühle hatten ihn überwältigt.
Erst als jene maskierte Gestalt den Blick erwiderte, taute das Einauge auf.
'Ruhig bleiben...'
Er wand sich seiner Tätigkeiten zu.

Er bestellte wie immer. Waddle Doo füllte mit zittriger Hand das gewünschte Gesöff in das buckelige Glas. Wie oft hatte er das hier für ihn getan...jede Nacht hatte er ihn aufgenommen, ihn auch schon mal umsonst nächtigen und trinken lassen, weil der Maskierte ihm dafür anderweitig aushalf. Und dann fiel er ihm so in den Rücken...

„...was is'?“
Kaum hatte das Einauge die Bestellung an den Tisch gebracht, hatte sich die heruntergekommene Blaubeere an ihn gerichtet.
„...du fragst das allenernstes?“ Waddle Doo klang angespannt, verdammt, er wollte es sich doch nicht anmerken lassen. Er schluckte. „...was hast du dir dabei gedacht?“

Um sie herum war das übliche Treiben, da schmetterte irgendein Besoffener ein bekanntes Lied, welches aber durch die vom Alkohol schwere Zunge ziemlich schwer zu verstehen war. An einem anderen Tisch wurde gelacht, und da zersplitterte irgendwo schon wieder ein Glas.

Hatte der Krieger wirklich gedacht, seine Tat würde ohne Folgen bleiben?

„...es war auch deine Idee...“ Grollte der Maskierte leise.
Waddle Doo hätte am Liebsten die Fassung verloren und hysterisch gelacht. Ja, stellt euch mal ein weites Auge wie auf Drogen vor, was laut und schrill lacht...stattdessen blieb er seltsam ruhig, ja gar still. Nur der Blick bohrte sich in die gelben Augen des Kriegers.
„...ja...ich habe gesagt, es wäre nicht mal die schlechteste Idee...aber ich habe gleich gesagt, das Risiko ist zu hoch. Und dann tust du es trotzdem...wo ist der Gewinn, den du mir versprochen hast? Und wo ist überhaupt...“

Das Einauge verstummte als er bemerkte, dass die Schwertscheide an meta Knighst Gürtel leer war.

>>„Du bist ein guter Schwertkämpfer“, hatte das Einauge vor einiger zeit gesagt.
„Schon mal daran gedacht, damit Geld zu verdienen?“<<

Die Erinnerung daran ließ ihn fühlen, als würden Tausend Ameisen auf ihn rum krabbeln. Wahrscheinlich hatte er Meta Knight damit überhaupt erst auf diesen beschissenen Gedanken gebracht.

Dann kam diese schicksalshafte Schlägerei, die seine Bar völlig zerschmetterte...
Sie brauchten Geld für den Wiederaufbau...


>>„Ich habe darüber nachgedacht, was du gesagt hast.“
Es war bereits Morgen und Meta Knight war sein letzter Gast, den er wohl überhaupt nicht los werden würde. Notdürftig waren die Wände zusammengezimmert und die Löcher verbarrikadiert. Es sah alles sehr provisorisch aus. Heute waren es wieder nur eine Handvoll Gäste gewesen, so würde er niemals das Geld zusammenkriegen, was er dafür brauchte...

„...ich könnte es tatsächlich versuchen...allerdings brauche ich einen gewissen Einsatz.“

„...du meinst all mein Geld?“ Waddle Doo klang misstrauisch. „...ich weiß nicht, ich habe es nur so gesagt...es ist ein sehr hohes Risiko...“
„Aber es ist auch eine Chance...“

Ja, eine Chance...<<

Waddle Doo hasst sich, dass er sich darauf tatsächlich eingelassen hatte.
Zwar gewann Meta Knight tatsächlich den Showkampf und brachte auch eine erhebliche Summe zurück, mit der sie die Bar wieder aufbauen konnten! Allerdings hatte sich der Maskierte einige Feinde gemacht...und er hatte ein Versprechen gemacht. Eines, welches ihn dazu zwang, beim nächsten Kampf dabei zu sein...ob das eine miese Falle war, konnte keiner zum Schluss sagen. Aber die Wahrscheinlichkeit dafür war groß...jedenfalls verlor der Krieger...und mit ihm all den Gewinn vom letzten Mal. Das war der Anfang vom Ende...von da an war es Berg ab gegangen.

Die Schulden hatten sich angehäuft, Waddle Doo kam einfach nicht hinterher.
Und jetzt...

„...was ist mit dem Schwert passiert?“
Fragte das Einauge argwöhnisch, genau wissend, dass Galaxia eines der wenigen Schätze war, die Meta Knight überhaupt noch besessen hatte.

„...tja...weg.“ Murrte die Gestalt und kippte sich das Alkoholische Zeug in den Rachen.
„Ich hatte die Halberd ebenfalls als Gewinn angegeben...aber da sie reinster Schrott ist, musste was anderes her...“

„...du würdest auch dein Leben her geben...ein Wunder, dass du noch deine Maske hast.“

„Die ist beim nächsten Mal dran.“
Der Krieger klang, als wäre ihm das alles egal. Und es war diese Einstellung, die Waddle Doo zum Schluss dann doch dazu brachte, die Beherrschung zu verlieren.

„Ist dir überhaupt klar, was das alles jetzt bedeutet?“
Er stützte seine Ärmchen auf den Tisch ab, um den Maskierten genau anzusehen, dabei fegte er das leere Glas zu Boden. Und das nächste, was nur noch ein Scherbenhaufen war...

Die anderen Gäste waren weitgehend verstummt und betrachteten fast schon verstört, den doch sonst so ruhigen und gelassenen Barmann.

„Ich bin pleite, der Laden wird morgen dicht gemacht.“
Auch diese Worte schienen den Krieger nicht zu erreichen.
Dafür aber die anderen Gäste, die beunruhigt tuschelten.

Waddle Doo spürte, wie sich der nicht vorhandene Kragen enger zog.
Er hatte doch so sehr die Beherrschung behalten wollen...
Dann zog er sich zurück, flüchtete hinter den Tresen, er wollte mit dem Maskierten kein Wort mehr wechseln.

Dafür merkte er, dass die meisten restlichen Blicke auch auf ihn gerichtet war.
„Ja...ihr habt richtig gehört. Das ist heute die letzte Nacht...schon morgen wird der Laden dicht gemacht...“

Das Geraune nahm zu, viele unter seinen Stammgästen waren einfach nur sauer.
Vielleicht hätte er das schon früher andeuten sollen...

Und so bekam er neben Schulden, auch noch einen ganzen Berg an Morddrohungen geschenkt.
Super, sein Leben könnte gerade nicht besser laufen...

Als schließlich alle bis auf Meta Knight gegangen waren, stelzte das Einauge zur Tür und öffnete sie. „...wenn du jetzt also so nett wärst...“

„...du schmeißt mich raus?“ Der Maskierte lallte leise.

„...was erwartest du...jetzt verschwinde schon, ich will dich nicht mehr sehen...“

Und dann war Waddle Doo ganz allein. Er bemerkte zwei Scherbenhaufen am Boden und wusste, dass sein leben wohl der allergrößte war...
Das wars also jetzt...es war vorbei.

All die Zeit hinter dem Tresen, die schönen Geschichten der Gäste. Jeder Tag war anders gewesen, neu...trotz der üblichen Aufgaben. Die Leute hatten zu ihm aufgeschaut, seine Bar war hier an einer guten, lukrativen Stelle...es hatte schon mehrere Kontrahenten gegeben, die ihm diesen Platz streitig machen wollten. Aber auch mit Meta Knights Hilfe hatte er diesen Kampf immer wieder gewonnen. Und in solchen Nächten dann hatte er immer groß gefeiert.

Und all das war jetzt vorbei...
Alles hatte ein Ende, das wusste Waddle Doo ja.
Aber seins war sehr, sehr unzufrieden stellend...

Er packte seine wenigen Sachen ein, darunter auch Dorne und Stachel. Es waren zwei sehr alte und ausgediente Schwerter, die nur noch zur Zierde an der Wand gehangen hatten. Sie waren stumpf und nicht sonderlich stilvoll. Einmal hatte er doch tatsächlich versucht, Geld daraus zu gewinnen. Aber sie waren nicht einmal als Küchenmesser zu gebrauchen.
Das wenige Geld füllte er in ein Säckchen, ehe er aufräumte. Er wischte, putzte, fegte Staub und Spinnweben. Immer wieder goss er sich selbst etwas ein, der Frust in ihm war groß.

So groß, dass er eingeschlafen sein musste und mit einem Sabberfaden am Auge bei hellem und doch trüben Tageslicht erwachte.

Es klopfte, laut und schmerzhaft.
„Aufmachen, sofort, ansonsten müssen wir das als Widerstandsakt gegen das Gesetz ansehen, wollen sie das wir die Hütte gewaltsam aufbrechen?“

Waddle Doo richtete sich auf und ging zu Tür. 'Hütte?', dachte er gekränkt, hatten denn die Leute hier überhaupt kein Respekt?

Als er die Tür aufmachte, stand unter anderem wieder diese vieläugige Frau mit den Blauen Haaren vor ihm. Hinter ihr waren bullige Männer.

Wenig später war Waddle Doo obdachlos.
Er hatte sogar die wenigen Einnahmen der letzten Tage hergeben müssen.
Während Dorne und Stachel ihm tatsächlich überlassen wurden, musste er dafür andere Dinge zurücklassen, obwohl er dachte, sie würden ihm nicht weg genommen.

Waddle Doos einzige Habe war die Schärpe, die er um seinen Körper trug und die beiden alten, abgewetzten Schwerter.

Er stand vor dieser Bar, die niemals mehr seine sein würde...

Sein Blick glitt zum Himmel, dunkle Wolken waren aufgezogen.
Wie passend...

Wohin konnte er jetzt gehen?

Waren das so die Augenblicke, die viele Menschen dazu brachten, in eine Bar einzukehren und sich bis zur Besinnungslosigkeit zu besaufen? Tatsächlich hatte er in den drei Jahren als Barbesitzer nicht selten so etwas beobachtet...lustig, oder besser gesagt ziemlich ironisch, wenn er genau das jetzt auch tun würde. Zwei Dinge sprachen dagegen: die einzige Bar im Umfeld war dicht gemacht worden. Und er hatte überhaupt kein Geld...keine Wertsachen mehr, die er als Alternative hätte anbieten können...

Waddle Doo kehret der Bar den Rücken, zu viele schmerzhafte Erinnerungen hafteten an diesem Anblick. Er hatte kein Ziel vor seinem großen Auge. Nur weg.
Einfach weg...

Was dann geschah, konnte sich das Einauge nicht wirklich erklären. Neben der vieläugigen Frau, gehörte Meta Knight zu den wenigen, die er so schnell eigentlich nicht wiedersehen wollte.

Und doch fand er sich plötzlich in einer der vielen Gassen wieder, an Meta Knights Seite. An der Hauswand gelehnt, auf einer Decke sitzend. Zu ihren Füßen ein Becher, mit der naiven Hoffnung, die an ihnen vorbei ziehenden Leute würden irgendwie Mitleid mit den beiden Obdachlosen zeigen...

Wo hatte Meta Knight den billigen Schnaps her?

„...sieh es positiv“, lallte der Maskierte, „jetzt hast du viel frische Luft und Freizeit.“

„...ich hab alles verloren“, murmelte Waddle Doo leise. „...meine schöne Bar...“

...
Ende (?)


Zur Zeit noch ein One Shot, das kann sich aber noch ändern.
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