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I would rather fight than let another die

Kurzbeschreibung
KurzgeschichteFamilie, Schmerz/Trost / P16 / Gen
03.07.2019
09.08.2019
3
6.212
1
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Dieses Kapitel
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03.07.2019 756
 
P.o.V. Sid Wilson

Als ich wach wurde war ihre Seite des Bettes leer, wie so oft in den letzten Monaten. Der Luftzug des offenen Fensters ließ mich erschaudern, als ich mich aus unserem kuscheligen Bett quälte, um nach Effi zu sehen.
Aus unserem stockdunklen Schlafzimmer tretend war ich kurz etwas überfordert und blinzelte dem hellen Licht entgegen. Welches Genie hatte nochmal die Idee gehabt, die Lampe an die Wand gegenüber meiner Schlafzimmertür anzubringen? Ach ja...ich. Der Fakt das Effi von der Idee auch begeistert war zeigt allerdings das wir beide nicht weiter darüber nachgedacht haben. Um genau zu sein gar nicht darüber nachgedacht haben, möglicherweise hatten wir damals den ein oder anderen Joint geraucht, vor eben jener Entscheidung. Gott, seit fast 4 Jahren wohnen wir hier in unserem kleinen Paradies.

Ich hörte Effis Stimme schon im Flur, sie sang so wundervoll und ich könnte ihr stundenlang zuhören. Sie sang 'friend of the devil' von Grateful Dead, eines ihrer Lieblingslieder.
Ich öffnete die dunkelbraune Holztür, hinter der mal mein Studio gelegen hatte, nur seit ungefähr 4 Monaten stand auf jener "Prinzessin Amy" in schwarzen schnörkelliegen Buchstaben und eine Blutrote Krone darüber. Steph und Stacy haben das Kinderzimmer hergerichtet, als ich Effi ins Krankenhaus bringen musste. Sie haben sich selbst übertroffen und alle Wände bemalt, überall prangten Blutrote und schwarze Slipknot Logos, vorallem das Tribal, es ist unglaublich cool geworden.

Das Zimmer wurde lediglich von dem bläulich leuchtenden Nachtlicht erhellt, und doch konnte ich Effis Figur ohne Probleme ausmachen. Sie war so klein und zierlich, mit den Rundungen and den richtigen Stellen, ein paar Kilo mehr seit der Schwangerschaft, was sie nur noch perfekter machte. Sie trug eines meiner Transformers Tanktops und man sah fast alle ihrer Tattoos, ihre blau pinken Haare hatte sie unordentlich zusammengebunden und einen blauen Haarreifen mit Katzenohren auf, damit ihr ihr Pony nicht ins Gesicht fiel und mit ihrer schwarzen Brille sah sie einfach nur niedlich aus. Man kann sich gerade gar nicht vorstellen wie verrückt und aufgedreht sie sein kann, geschweige denn das sie als Bodyguard für uns gearbeitet hat, ich meine sie ist kleiner als Joey und trotzdem fickt sie dich in jedem Kampf.
Sie hatte mich nicht bemerkt und begann 'Snuff' zu singen und hob Amy aus ihrer Wiege.

Amy war ein wundervolles Geschenk gewesen ein Jahr lang haben wir es versucht, bis es dann endlich geklappt hat und dann kam sie einen Monat vor dem eigentlichen Termin, nur einige Tage vor Effis Geburtstag und musste mit einem Notkaiserschnitt geholt werden. Effi und Amy mussten 3 Wochen im Krankenhaus bleiben und ich verbrachte Tag und Nacht bei ihnen, Steph und Stacy hatten in eben dieser Zeit das Kinderzimmer hergerichtet. Amy hatte Effis dunkel braune Haare und meine grau-blauen Augen, wenn sie lächelte leuchteten diese geradezu. Sie war wirklich ein Engel, wenn sie nicht jede Nacht um die gleiche Zeit wach werden würde, Punkt 2:30 Uhr begann sie zu weinen und jedes Mal standen wir gemeinsam auf, Effi begann sie mit singen zu beruhigen und dann gingen wir ins Wohnzimmer, legten einen Film ein und dann füttern wir sie, dann sahen wir meistens den Film zuende bis Amy schlief und wir wieder ins Bett gingen. Seit 4 Monaten ging das jede Nacht so und doch war es wunderschön, ich hatte meinen Traum erfüllt und er stand genau vor mir, meine Traumfrau mit unserer wundervollen Tochter auf dem Arm.

"Hey, schau mal, Amy. Daddy hat sich auch noch aus dem Bett gequält." kicherte Effi und riss mich aus meinen Gedanken. "Tja deine Mama muss ja bei egal welchem Wetter die Fenster aufreißen." grinste ich und gab jeweils Effi und Amy einen Kuss auf die Wange. Amy grinste und streckte ihre Arme nach mir aus, also nahm ich sie aus Effis Armen und stupste auf ihre Nase. "Irgendwann erwische ich deine Mama noch dabei wie sie dir Disasterpiece vorsingt." grinste ich und Effi streckte mir die Zunge raus. "Du singst ihr Lieder über tote Vögel vor, das ist auch nicht besser" kicherte sie und ging vor, in Richtung Wohnzimmer. Ich sah ihr hinter her und sah dann Amy in meinen Armen an "Du hast die beste Mutter die es gibt, und heiß ist sie auch noch." sagte ich und lächelte, dann folgte ich Effi, welche bereits auf dem Sofa saß, 'Saw 3D' eingelegt hatte und uns anlächelte.

Alles was so unglaublich perfekt, nichts könnte uns das kaputt machen.
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