Verbotene Sehnsüchte

von LuckyCat
KurzgeschichteRomanze / P18
Adrien Agreste / Chat Noir Marinette Dupain-Cheng / Ladybug
03.07.2019
15.08.2019
5
20415
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Abend. :) Was soll ich groß sagen? Es gibt kein Kapitel, an dem ich je länger gearbeitet habe. 1 Woche habe ich daran geschrieben, drei Tage lang es überarbeitet. Es müssen über 12 Stunden dafür drauf gegangen sein. :'D Dafür ist es aber auch lang und das obwohl ich es bereits gekürzt habe, in dem ich einen Teil für das nächste Kapitel genommen habe.^^ Danke an PlaggDerKnuffige, die mir wieder hilfreich mit Rat zur Seite stand, bei einigen Abschnitten. & An meine Betaleserin Puenktchen84 welche das Kapitel so schnell betagelesen hat. :* So nun viel Spaß beim lesen. lg LuckyCat


Verwirrte Herzen


,,Du bist ein tolles Mädchen, Marinette. Ich wäre blind, wenn ich dies nicht erkennen würde, aber mein Herz gehört bereits..“, frustriert sah Adrien seinem Spiegelbild entgegen.
,,Wenn ich ihr sage, dass ich Ladybug liebe, wird sie mich für einen verrückten Fan halten.“
Er drückte den Zettel, welchen er in der Hand hielt, gegen die spiegelnde Oberfläche und strich wieder einen Satz durch. ,,Wieso? Ich finde du solltest ehrlich zu ihr sein“, warf Plagg weniger hilfreich ein. ,,Sehr witzig. Da kann ich ihr auch gleich sagen, dass ich Chat Noir bin“, grummelte Adrien und zerknüllte das Papier zu einer Kugel. Genervt warf er diese treffsicher in den nächsten Papierkorb. ,,Ich muss ihr doch irgendwie helfen von mir loszukommen. Ohne das es unsere komplette Freundschaft zerstört“, zerknirscht sah er auf seine geballten Fäuste.
,,Wobei ich sie nicht in die Arme eines anderen treiben will..“
,,In die von Chat Noir?“, fragte Plagg und schien sich köstlich zu amüsieren. Anstatt die Problematik seiner Lage ernst zu nehmen. ,,Quatsch, sie mag mich nicht auf diese Weise. Viel eher würde Luka seine Chance nutzen.“ Er konnte auf den Musiker nicht wirklich wütend sein, da dieser mit zu seinen Freunden zählte. Das Problem war, dass selbst Adrien anerkennen musste, wie viel cooler dieser war. Luka konnte ausgezeichnet Gitarre spielen, schrieb Songs und war 1 Jahr älter als er. Dass dieser hinzu eindeutige Gefühle für Marinette hatte, konnte er ihn schlechthin nicht vorwerfen. Adrien selbst bewunderte die junge Designerin und wusste, er hätte sich in sie verliebt, wenn es da nicht bereits Ladybug in seinem Herzen gäbe. Luka würde sie gut behandeln und doch wollte Adrien nicht, dass sie ein Paar wurden. Schließlich würde das mit Chat dann ebenfalls enden. Allein der Gedanke jemand anderes würde sie küssen und berühren, machte ihn eifersüchtig. Das war sein Territorium und er war nicht bereit zu teilen. Wann war er nur so egoistisch geworden? Weiterhin gab es da ein weiteres Problem. ,,Ich kann ihr nicht das Herz brechen..“, murmelte er niedergeschlagen. Zu deutlich erinnerte er sich noch an die Nächte, als sie ihn unter Tränen davon erzählte, wie verliebt sie in Adrien war. Wie jeder Versuch, es ihm zu sagen, immer in einer Katastrophe endete. Er bewunderte sie dafür, dass sie bisher nicht mal daran gedacht hatte ihn aufzugeben. Der Gedanke sie zu verletzten, tat ihm selbst weh. Das Gefühl der Eifersucht verschlechterte diese Lage nur. Seit er Marinette begann näher zu kommen, erkannte er sich kaum selbst wieder. All diese unbekannten Gefühle, die seit dem immer wieder in ihm aufkamen, ließen ihn ratlos zurück. Wenn er doch nur mit jemanden darüber reden könnte. Plagg war ihm hierbei keine wirkliche Hilfe. Wie sehr wünschte er sich in solchen Momenten, dass seine Mutter noch hier wäre. Sicher hätte sie sich seine Probleme angehört und ihm geholfen alles besser zu verstehen. Sich selbst besser zu verstehen.Wer sonst hatte in diesem Bereich genug Erfahrung um ihm weiterzuhelfen?

,,Ok, warte..Verstehe ich dich richtig? Du wurdest mit einen Mädchen intim, während ihr beide einen Anderen liebt?“ Frustriert nickte Adrien auf Ninos Frage hin. ,,Wie intim?“ Verärgert sah er auf. ,,Nino, dass ist nicht hilfreich.“ Seufzend sah er zur Seite und spürte wie seine Wangen brannten. ,,Wir hatten noch nicht..naja..du weiß schon..diese Sache.“ Sein bester Kumpel lachte auf.
,,Alter, du schafft es noch nicht einmal es auszusprechen?“ Adrien funkelten Nino beleidigt an.
,,Ich bin hier, weil ich deine Hilfe brauche.“ Versuchte er wieder auf das eigentliche Thema zu lenken. Nino beruhigte sich wieder und richtete seine Cap. ,,Ok,ok..Ich dachte nur nie, dass du so ein Casanova bist“, grinste dieser. Adrien verdrehte seine grünen Augen. ,,Es ist nur ein Mädchen“, erinnerte er seinen besten Freund. ,,Sag ihr einfach, dass du in sie verliebt bist“, sagte Nino und zuckte mit den Schultern. ,,Ich liebe sie nicht! Ich liebe..“, er wurde ungewollt lauter und sah sich verlegen um. ,,Ja,ja..Ladybug. Alter, du musst diese Schwärmerei auch mal aufgeben. Sie ist eine Heldin, da hast du auch als Model keine Chance. Du bist kein Chat Noir.“ Doch genau der war er!
,,Könnten wir bitte auf das Mädchen zurück kommen?“, bat er ihn leise. Nino betrachtete ihn eine Weile nachdenklich. ,,Dude, ich meinte das ernst. Du bist verliebt. Da ist es normal, dass du sie ganz für dich alleine willst.“ Nein das war ausgeschlossen. Marinette war nur eine gute Freundin. Welche über die Jahre zu einer verführerischen Schönheit herangewachsen war. Da würde wohl jeder schwach werden. ,,Aber..“ Nino hob stoppend seine Hände. ,,Nein, komm mir nicht wieder mit Ladybug. Gehen wir es doch mal logisch an. Wäre denn eine Beziehung mit ihr so unvorstellbar für dich? Wenn wir mal außer Acht lassen, dass dieses Mädchen einen anderen Jungen liebt.“
Ungern gab Adrien sich diesen Gedanken hin, doch es passierte von ganz allein. Da Marinette ihn liebte, waren seine Chancen sehr hoch, dass sie einem Date zustimmen würde. Er konnte sie sich bereits in diesem süßem Sommerkleid vorstellen, welches sie kürzlich angefertigt hatte. Zusammen könnten sie Eislaufen gehen, oder er lud sie in ein nobles Restaurant ein. Es bräuchte sicher nicht lange, bis sie ein Paar wären. Wobei sie diese Beziehung wegen der Medien geheim halten müssten, trotzdem wären sie glücklich miteinander. Eines Tages würde er ihr dann einen Antrag machen. Sie würden heiraten, bekämen drei süße Kinder und..warte! Geschockt schüttelte er seinen Kopf, doch die Bilder seiner Fantasie setzten sich fest. Marinette in einen wunderschönen weißen Hochzeitskleid. Wie sie ein kleines Baby in ihren Armen hielt und ihn glücklich anstrahlte. Sie wären..glücklich. Er wäre glücklich. Die Vorstellung raubte ihm die Luft zum Atmen. Nino grinste ihn wissend an. ,,Ich sehe das scheint kein allzu schlechter Gedanke. So nun denke darüber nach, wie es wäre all das was ihr bereits habt zu beenden. Vergiss aber nicht, man kann einem Mädchen nur einmal das Herz brechen.“ Er spürte bereits ohne darüber nachdenken zu müssen, wie Entsetzen in ihm aufkam. ,,Das kann ich nicht tun.“ Nie hatte er sich so hilflos gefühlt wie in den Nächten, als er sie tröstend in seinen Armen hielt. Da wären ihn zig Akuma Kämpfe lieber, als Marinette weiterhin zu verletzen. Nino lehnte sich gelassen zurück. ,,Da hast du deine Antwort.“ Warte..er hatte nie romantische Gefühle für Marinette gehabt, oder doch?
Ihm war nie aufgefallen, wie sich ein weiteres Mädchen in sein Herz schlich. Da er immer so fixiert auf seine Heldenpartnerin gewesen war. Wann zur Hölle war das passiert? Adrien erkannte, dass er sich wohl schon lange selbst etwas vormachte. Es fühlte sich an als würde seine Welt auf den Kopf gestellt werden. Ihn war zwar schon immer bewusst gewesen, dass er Marinette mehr mochte als seine anderen Freunde, doch bisher hatte er keine Worte dafür gefunden. Wie auch?
All seine Kenntnisse über die Liebe, hatte er aus dem Internet, Animes und Liebesfilmen.
Das mit ihr war keine Liebe auf den ersten Blick, es gab keinen wirklichen Moment, der alles vollkommen veränderte zwischen ihnen. Es war schleichend passiert. Nicht so stürmisch wie bei Ladybug, sondern Schrittweise. ,,Ich liebe sie..“, stellte er geschockt fest.
,,Ich liebe sie beide.“ Trotzdem war es unfair. Ein Großteil seines Herzens gehörte schon so lange seiner Lady, dass konnte er nicht einfach ignorieren. Es wäre Unrecht gegenüber Marinette, ihr seine Gefühle zu gestehen, solange er keine Entscheidung getroffen hatte. Frustriert stieß sich Nino von der Wand ab. ,,Du kannst nur eine der beiden haben. Wenn du zu lange wartest, kannst du nur verlieren.“ Er klopfte ihm auf die Schulter und zusammen gingen sie in die Richtung des Klassenzimmers.

,,Also ich würde dir dann heute Mittag rechtzeitig den Standort schicken, da wir noch nicht wissen wo André heute mit seinen Eiswagen stoppen wird.“ Adrien kam mit zum Eisessen..Gestern Vormittag hätte es sie darüber noch gefreut, doch nun wollte sie am liebsten selbst nicht mehr zu dem Treffen erscheinen. Unwohl sah sie zum Boden und wollte seinem Blick nicht begegnen, welcher heute ständig auf ihr zu ruhen schien. Zumindest bis sie ihn selbst ansah, was ihn immer dazu veranlasste, zügig wegzusehen. Sicher überlegte er bereits, wie er ihr endlich klar machen konnte, dass er nicht interessiert an ihr war. Anders konnte sie sich diese ungewohnte Aufmerksamkeit von seiner Seite nicht erklären. Dabei musste er dies gar nicht mehr, dank ihrer dummen Neugier, wusste sie es bereits. Eine Andere..war es am Ende ihre eigene Schuld, keine Chance bei ihm zu haben? Vielleicht hatte sie zu lange damit gewartet, ihm zu sagen, dass sie gerne mehr als eine Freundschaft hätte. Nun war es zu spät, da ein anderes Mädchen mehr Erfolg hatte. Ob es Kagami war? Oder ein Model? Seufzend schüttelte sie den Kopf und wollte diese Gedanken loswerden. Tief atmete sie ein und zählte in Gedanken von 10 hinab, um sich zu beruhigen. Inzwischen gab es einige Methoden, um innerlich ruhiger zu werden. Als Heldin durfte sie sich von ihren eigenen Gefühlen nicht so einnehmen lassen. Hawk Moth wartete sicher nur auf eine Gelegenheit, in der einer der Helden schwach wurde. Am Ende war es Alya die sie von der Gruppe wegzog, da ihr der Kummer ihrer besten Freundin natürlich auffiel. ,,Ok, was ist zwischen dir und Adrien vorgefallen?“ ,,Nichts..“, murmelte Marinette ehrlich. ,,Ich bitte dich. Er scheint den ganzen Tag schon deine Nähe zu suchen und du scheinst ihn hingegen aus dem Weg gehen zu wollen.“
Seufzend griff Marinette in ihre Hosentasche und zog den bereits ziemlich zerknüllten Brief heraus. Eigentlich hatte sie heute Morgen noch überlegt Adrien selbst darauf anzusprechen, doch am Ende fehlte ihr doch der Mut dazu. Verwundert nahm Alya den Zettel entgegen und las ihn durch. Sie wirkte dabei erst geschockt, dann überrascht und am Ende zog sie verärgert ihre Augenbrauen zusammen. ,,Hat er dir den gegeben?“, fragte sie und ließ ihre Hand sinken.
Bedrückt schüttelte Marinette ihren Kopf. ,,Och Süße..“, seufzend zog Alya ihre beste Freundin in ihre Arme. ,,Wie konnte ich mir nur je Hoffnung machen?“, fragte sie niedergeschlagen.
Tröstend strich Alya ihr über den Rücken. ,,Du solltest ihn noch nicht aufgeben. Glaub mir, er mag dich.“ Deprimiert löste sich Marinette von ihr. ,,Ja, aber diese Andere scheint er zu lieben.“
Sie wollte wütend sein, sauer und doch war da nur Liebeskummer. Wie konnte sie es ihm auch vorwerfen? Marinette war nicht mal sein Typ, wenn sie sich mit Kagami verglich.
,,Hinzu will ich, dass er glücklich ist. Ich werde in Ordnung sein. Im Moment schmerzt es einfach nur, da ich nun weiß, dass ich keine Chance mehr habe. Am liebsten würde ich ihn darauf ansprechen, doch dann würde er sich am Ende noch schuldig fühlen, wenn er merkt wie verletzt ich bin. Da er den Zettel in den Müll geworfen hat, würde er mich womöglich für einen Stalker halten und ich will nicht auch noch meine Freundschaft zu ihm zerstören.“ Das war alles was zwischen ihnen noch blieb. Chloe hatte damals Recht gehabt, Marinette war einfach nicht in der selben Liga.
Fürs erste müsste sie sich etwas zurück ziehen, um über ihren Liebesschmerz hinwegzukommen. Ihre Gedanken schweiften zu ihrem schwarz bekleideten Lieblingshelden, dessen Nähe die beste Medizin für ein geschundenes Herz war. In seinen Armen konnte sie den benötigten Trost finden.
Chat würde ihr zuhören bis die Worte zu neige gingen. Seufzend sehnte sich sich danach, ihn wiederzusehen und hoffte sein nächster Besuch würde nicht zu lange auf sich warten lassen. Marinette brauchte ihn. Er war der Einzige, der ihr das Denken unmöglich machte, sobald seine Lippen die ihren fanden. Die beste Ablenkung, welche all den Kummer beiseite schob, wenn sie sich einfach nur den Empfindungen seiner Berührungen hingeben konnte. ,,Ok, aber du kannst immer mit mir reden. Vergiss das nicht“, erinnerte sie Alya. Marinette nickte dankbar und zusammen gingen sie zu den Anderen zurück.


Einige Stunden später..

Wind wehte durch Ladybugs Haar, als sie vom Dach fiel, doch nichts hielt sie davon ab, den Akuma einzufangen. Sie ließ ihr Yo-Yo nach oben sausen und entließ einen weißen gereinigten Schmetterling. Sicher landete sie wie erwartet in Chats Armen. ,,Guter Fang“, scherzte sie.
,,Der Beste“, stimmte er zu und ließ sie vorsichtig auf den Boden hinab. Sie hob ihren Glücksbringer auf, welcher dieses Mal ein Teddy gewesen war und warf ihn schwungvoll in die Luft. ,,Miraculous Ladybug.“ Tausende kleine Marienkäfer reparierten jeglichen Schaden, der durch den Akuma entstanden war. Lächelnd wand sie sich an ihren Partner und hielt ihm ihre Faust hin. Zusammen schlugen sie ein. ,,Gut gemacht.“ ,,So..Wir haben noch etwas Zeit..“, begann er zögernd. ,,Die haben wir.“ Überrascht sah er sie an. ,,Also Kitty Cat, was ich los mit dir?“
,,Mir geht es gut“, antwortete er sofort. Unsicher stich seine Hand über seinen Nacken und sie verschränkte ihre Arme. ,,Chat, wie lange kenne wir uns schon?“ Ladybug kannte ihren Heldenpartner lange genug, um zu merken, wenn ihn etwas beschäftigte. ,,Drei Jahre und sieben Monate“, antwortete er genauer als erwartet. Es würde Ladybug wenig wundern, wenn er auf Nachfrage ihr auch noch die Wochen und Tage sagen könnte. ,,Eben. Ich sehe also, wenn mit dir etwas nicht stimmt.“ Bedrückt ließ er seine Katzenohren sinken, als auch ihm bewusst wurde, dass er sie nicht anlügen konnte.

Nachdenklich betrachtete Chat die Metallkappen seiner Stiefel. Wie sollte er ihr alles erklären, ohne zu viel private Details dabei zu nennen. ,,Es ist kompliziert“, nuschelte er etwas unverständlich vor sich hin. War es überhaupt richtig mit ihr darüber zu reden? Allein ihre offene Fürsorge, bewies wieder mal, wieso Ladybug die Heldin seines Herzens war. Abwartend sah sie ihn an. ,,Es sind..Liebesprobleme“, gab er zögerlich zu. ,,Liebesprobleme?“, wiederholte sie ungläubig. Irgendwie hatte er fast schon ein Freudensprung erwartet, oder zumindest ein erfreutes Lächeln. Oft genug hatte seine Herzensdame ihm klar gemacht, dass sie nicht an ihm interessiert war. Für sie wäre es also eine Erleichterung, wenn er endlich von ihr ablassen würde.
,,Nun, da bin ich vielleicht wirklich nicht die beste Ansprechpartnerin“, schluckte sie und wand ihr Gesicht von ihm ab. Verwirrt runzelte er seine Stirn, als sie ihre Hände hob und über ihre Augen wischte. ,,Weinst du?“ Die Heldin presste ihre Lippen zusammen und schüttelte ihren Kopf.
Hatte er etwas falsches gesagt? Lag seiner Lady, am Ende mehr an ihm, als sie bisher zugeben wollte. ,,My Lady, wie lange kennen wir uns schon?“, griff er auf ihre Frage zurück.
Kurz lachte sie leicht auf. Ein letztes Mal strich sie sich die aufkommenden Tränen weg und wandte sich ihm wieder zu. Mit traurigem Blick lehnte sie sich an die Backsteinwand hinter sich und sah zu Boden. ,,Mit wurde erst das Herz gebrochen. Daher...werde ich kaum eine große Hilfe sein, wenn du in solchen Themen einen Rat brauchst.“ Gemischte Gefühle stiegen in Chat auf, als sie sich ihm anvertraute. ,,Von dem Jungen, in welchen du verliebt warst?“, fragte er nach.
,,Hat er sich von dir getrennt? Ist er dir fremdgegangen?“ Allein bei den Gedanken, dass jemand seine Lady nicht anständig behandelte, ballten sich seine Händen zu Fäusten. Niemand verletzte sein Mädchen. Wenn er diesen Kerl fand, würde er ihn wohl eine knallen, dafür dass er jemand wundervollen wie sie, nicht genug wertschätzte. Traurig sah sie zu ihm auf. Ihre Lippen zitterten bedächtig. ,,Ja, es war dieser Junge. Doch ich war nie mit ihm zusammen.“
Warte...Sie lehnte ihn seit Jahren ab, obwohl sie nie vergeben war? Es war nun schon eine gefühlte Ewigkeit her, als sie ihn davon erzählte, dass sie einen anderen liebte. Daher war er die ganze Zeit davon ausgegangen, dass sie schon lange eine glückliche Beziehung führte. ,,Aber ich dachte..“ ,,Ich weiß“, seufzte sie . ,,Du musst wissen, für mich ist es nicht so einfach, jemanden meine Gefühle zu gestehen. Ich wünschte, mir ginge es damit so leicht wie dir.“ Scheinbar ahnte sie gar nicht, wie er beim ersten Mal, Tage vorher seinen Mut gesammelt hatte, um ihr seine Liebe zu gestehen. Nachdenklich betrachtete er sie. Als Heldin war Ladybug immer so selbstbewusst. Scheinbar gab es an ihr tatsächlich auch Seiten, die ihn bisher komplett fremd gewesen waren. Deswegen dachte sie also, es würde für ihn einen Unterschied machen, wenn er sie auch hinter ihrer Maske kannte. Dabei würde er alles an ihr lieben. Schwächen gehörten doch bei jeden mit dazu.

Unwohl sah Ladybug zur Seite, als Chat sie regelrecht anstarrte. Er hatte wohl nicht mit der Entwicklung dieses Gesprächs gerechnet. Ob er nun schlechter über sie dachte?
Ungern redete die Heldin darüber, wie sie im wahren Leben war. Schüchtern, tollpatschig, emotional.. ,,Heißt das, du bist wieder zu haben?“ Ok, sie hatte seine Gedankengänge falsch eingeschätzt. ,,Chat!“, beschwerte sie sich. Da breitete sie ihr ganzes Herz vor ihm aus und er malte sich bereits eine gemeinsame Zukunft mit ihr aus. Empört verschränkte sie wieder ihre Arme. ,,Das ist hier gerade nicht der richtige Zeitpunkt für Liebesgeständnisse.“ ,,Wann ist denn deiner Meinung nach der richtige Zeitpunkt?“, stellte er die Gegenfrage und trat näher an sie heran. Ladybug presste sich enger an das alte Mauerwerk hinter ihr. Direkt vor ihr kam er zum Stehen und lehnte sich näher. Seine Arme stützte er rechts und links von ihrem Kopf ab, als er sich zu ihr beugte. Ihre Körper waren sich so nah und sie spürte die Sehnsucht in sich aufkommen. Die gemeinsamen Nächte, welche sie als Marinette mit ihm verbrachte, machten sich das erste Mal bemerkbar. Ein Teil von ihr wollte sich an ihn schmiegen und die verrücktesten Dinge tun und es brauchte einiges an Selbstbeherrschung einfach still stehen zu bleiben. Zittrig atmete sie aus und versuchte ihn nicht anzusehen. Ein Finger legte sich unter ihr Kinn und er brachte sie dazu, es doch zu tun. Seine Lippen näherten sich ihren und nur wenige Zentimeter bevor sie sich berührten, hielt er inne. Es schien als führte er einen inneren Kampf mit sich aus, als er ihr tief in die Augen blickte.
,,Eines Tages könnten wir..“ Sie schüttelte ihren Kopf. Wollte nicht hören, was er zu sagen hatte. Aus Angst es könnte zu viel zwischen ihnen verändern. Als Helden mussten sie ein Duo sein, auf das sich Paris verlassen konnte. Gefühle würden dieses benötigte Vertrauen nur instabil machen.
,,Nein, Chat. Wir können nicht..“ Weder hier, noch jetzt. Vielleicht niemals, auf diese Weise. Sein Atem streifte ihre Lippen und sie kniff ihre Augen zusammen, um den Drang sich vorzubeugen nicht nachzugeben. ,,Wieso?“, fragte er sie eindringlich. ,,Weil wir Helden sind. Du bist mein Partner, mein bester Freund, aber mehr..kann es nie geben. Hawk Moth würde es gegen uns verwenden.“ Die Worte fielen ihr schwer. Denn sie wollte sich ihm hingeben. Zum ersten Mal drang Adrien in den Hintergrund. Es gab nur noch Chat. Sie erinnerte sich an seine Berührungen, seine hitzigen Küsse und doch sah sie als Heldin keine Möglichkeit. Selbst zivil war die Angelegenheit schon so unglaublich kompliziert. Chat ließ seine Arme sinken und wandte sich wütend von ihr ab.
,,Hawk Moth“, spuckte er den Namen des Schurkens verächtlich aus. ,,Ist das deine einzige Ausrede?“, fragte er aufgebracht. ,,Wir könnten mehr sein. Zusammen wären wir stärker.“ Er drehte sich ihr wieder zu und noch immer lag so viel Hoffnung in seinem Blick, dass sie zur Seite sehen musste. Die Angst ihn verlieren zu können, war zu groß. Zum ersten Mal spürte sie etwas wie Liebe für ihn. Zu kostbar, als dass sie zulassen könnte, dass man es je gegen sie einsetzte. ,,Es wird nie ein uns geben.“ In diesem Moment brach nicht nur ein Herz, sondern das von Beiden. Der Wunsch nach Liebe war so groß und doch unerreichbar.

Chat stoppte in seiner Bewegung und schloss getroffen seine Augen. Er nahm einen tiefen Atemzug, doch der Schmerz blieb. ,,Du hast es immer gewusst“, warf er ihr vor. ,,Die ganze Zeit hast du diesen Jungen nur als Ausrede benutzt. Dabei wusstest du, dass du mich niemals lieben könntest.“ Diese Erkenntnis sickerte tief in sein Herz und machte ihn das Atmen schwer. Seine Augen schmerzten, als er die Tränen zurückhielt. Er wollte vor ihr keine Schwäche zeigen. War ihr nie bewusst gewesen, dass er immer an ihr festgehalten hatte? Hoffend das eines Tages seine Chance kam, ihr Herz für sich zu gewinnen. Für sie hätte er alles getan, egal was es kostete. ,,So ist das nicht..“, hauchte sie leise, doch er konnte ihr nicht mehr glauben. Ladybug hatte es schon immer gewusst. Ihr war immer klar gewesen, das ihre Verpflichtungen als Helden, für sie an erster Stelle standen. Diese Bürde, würde ihnen auf ewig im Weg stehen. Eine unüberwindbare Grenze, welche nicht überschritten werden konnte. ,,Ich denke kaum, dass deine Liebesprobleme mit mir zu tun haben“, sagte sie plötzlich. Geschockt von dem Vorwurf in ihrer Stimme, wandte er sich ihr wieder zu. Wut stieg in ihm hoch. Wie konnte sie nach all dem, ihm vorhalten, für jemand anderen Gefühle zu entwickeln. Im Gegensatz zu ihr, war Marinette gewillt, ihm Nähe und Geborgenheit zu geben. Nie beschwerte sie sich über seine Wortwitze. Wenn er sie brauchte, war sie immer für ihn da.
,,Nein. Das tun sie nicht. Ich liebe ein anderes Mädchen“, knurrte er ihr sauer entgegen. Kurz war es wohltuend, sie ihre eigene Medizin schmecken zu lassen. Seine Stimme hallte leicht von den Wänden wieder, so laut war er kurzzeitig geworden. Doch als er sah wie Ladybug erschrocken zurück wich, war er selbst geschockt über sein Verhalten. In ihrer ganzen gemeinsamen Laufbahn hatte er sie noch nie angeschrien. Das waren die seltenen Momente, wo Chat mit Missmut feststellte, wie ähnlich er seinen Vater war. Dabei wollte er nie so abweisend handeln. Es war nicht seine Art andere bewusst zu verletzten. Den ganzen Tag hatte er mit seinen neuen Problemen so stark gekämpft, dass es nun einfach zu viel für ihn geworden war. Diese Wendung in seinem Herzen, die ewige Ablehnung ihrerseits, gepaart mit der Sehnsucht zu Marinette. Lieber würde er sich gerade tausenden von Akumas stellen, als sich einzugestehen, dass er zu weit gegangen war.
Egal was momentan passierte, es schien kein gutes Ende zu nehmen. Er hatte sich selbst in eine Lage gebracht, in welcher er die zwei Mädchen verletzte, die er vor allem beschützen wollte.

Nachdenklich schürzte Ladybug ihre Lippen. Eine Andere? Sie wusste nicht, wie sie darüber empfinden sollte. Meinte er ihr ziviles Ich? Es fiel ihr schwer, zu glauben, es gäbe da draußen noch mehr Mädchen, welche der Held besuchte. Doch er könnte auch über sein privat Leben reden, was wusste sie schon groß darüber, wie er lebte. Wie sie selbst ging auch er noch zur Schule, dass war eines der wenigen Details die ihr bekannt waren. Ladybug schätzte ihren Partner, etwa ein bis zwei Jahre älter. Bei seinem Aussehen und der charmanten Art, gab es so sicher einige Mädchen die gerne mit ihm zusammen wären. Wieso störte sie der Gedanke so sehr? ,,Ich meine..“, niedergeschlagen sah Chat zur Seite und ließ seine Katzenohren schlaff sinken. Ihm war regelrecht anzusehen, wie gerne er diese Aussage rückgängig machen würde. Zögernd trat Ladybug auf ihn zu und legte ihre Arme um seinen Oberkörper. Selten kam es zwischen ihnen zu einem Streit, doch nie hatte es sich so zugespitzt wie heute. Zum Glück ließ Chat es zu und lehnte sich ihr entgegen. Die beiden gingen nie im Streit auseinander, denn dann würde ihre Zusammenarbeit nur darunter leiden.
,,Es tut mir Leid“, sagte sie ehrlich. Ihr war nie bewusst gewesen, wie viel er ihr bereits bedeutete. Mehr als es gut für sie beide war. Vielleicht hatten sie eine bessere Chance, sobald sie eines Tages Hawk Moth besiegten und sie ihn endlich die komplette Wahrheit gestehen konnte. ,,Schon okay. Mir tut es auch leid. Ich wollte dich nicht so anschreien.“ Für einige Sekunden blieben sie beide so stehen. Nur langsam lösten sie sich schließlich voneinander und lächelten sich schwach an.
,,Es ist für mich heute nur ein sehr aufwühlender Tag“, erzählte er ihr offen. ,,Willst du darüber reden?“, fragte sie einfühlsam. Chat schüttelte den Kopf. Schien im Moment nicht mehr gewillt, über seine Probleme zu reden. ,,Ich muss damit erst Mal selbst klar kommen.“ Seufzend blickte er in den blauen Nachmittagshimmel, bevor er wieder zu ihr sah. Es setzte ihr wirklich zu, ihn so von sich geschubst zu haben. ,,Vertraust du deinem Kwami?“, stellte er eine unerwartete Frage.
Ihr war unklar wie es zu diesen zügigen Themenwechsel kam. ,,Natürlich“, darüber musste sie nicht einmal nachdenken. Tikki hatte ihr vollstes Vertrauen. Ihr Kwami war eine ihrer besten Freundinnen und ihre Stimme der Vernunft, wenn es von Nöten war. Wenn sie auf ein Urteil vertraute, dann auf das von Tikki. ,,Du deinem etwa nicht?“ ,,Doch schon..Nur hat er mir kürzlich zu etwas geraten, von dem ich nicht sicher war, ob es so eine gute Idee ist.“ Chat sprach ganz bewusst in Rätseln. Was es auch war, er wollte ihr nichts genaues darüber sagen. Daher zögerte Ladybug auch mit ihrer Antwort. ,,Ich kenne Plagg nicht so gut wie du es tust. Ich denke aber er würde dir zu nichts anraten, was dir Schaden könnte. Unsere Kwamis wollten nur das Beste für uns.“ Ihre Worte schienen zu helfen, denn er wirkte wirklich erleichtert. ,,Danke Bugaboo.“ Sanft nahm er ihre Hand in seine und platzierte einen Kuss darauf. Schon war er wieder ganz der Alte. ,,Solltest du es dir noch anders überlegen mit uns, lass es mich wissen. Ich werde solange schon mal die Eheringe aussuchen.“ Mit einen typischen Grinsen zwinkerte er ihr zu.


Nach einigem hin und her, entschied sich Marinette dem Treffen mit ihren Freunden nicht abzusagen. Wann tauchte den Adrien mal zum Eis essen auf? Selbst wenn er zusagte, meist änderte sein Vater doch noch kurzfristig seine Meinung. Adrien schien heute kaum bemerkt zu haben, dass sie versuchte ihm aus dem Weg zu gehen. Was sollte sie nur tun? Ihn selbst darauf ansprechen?
Wieso erwähnte er bisher nicht, dass er von ihren Gefühlen wusste? Es war Nerven aufreibend darauf zu warten, dass er ihr einen Korb gab. Auf was wartete er nur? Genervt über sich selbst warf sie das nächste Kleid in die Ecke. Es brauchte in der Schule, einiges an Selbstbeherrschung, nicht in Tränen auszubrechen, wann immer sie in seiner unmittelbaren Nähe war. Tief atmete sie ein um sich wieder zu beruhigen. So sehr sie das ganze auch runter zog, sie durfte sich von ihren Gefühlen nicht so mitreißen lassen. Schließlich verließ sich ganz Paris auf Ladybug. Zu gerne würde Marinette sich wieder auf ihr Sofa verkriechen. Sich in ihre Lieblingsdecke hüllen, als sei sie ein Marshmallow und dabei Liebesdramen angucken. Doch etwas Ablenkung, wäre womöglich keine falsche Idee. Seufzend wühlte sie in ihren Klamotten und zog ein rosa T-Shirt und einen weißen Rock über. Kurz betrachtete sie ihr Spiegelbild. ,,Nein das geht auch nicht“, frustriert entledigte sich Marinette ihren Klamotten und wühlte wieder in ihrem Kleiderschrank. Noch immer hallte in ihr das Gespräch wieder, welches sie als Ladybug mit Chat geführt hatte. In was für ein Gefühlsquaos waren sie da nur hineingeraten? ,,Also ich finde dein jetziges Outfit purrfekt“, schnurrte jemand hinter ihr und trotz seines plötzlichen Auftauchens konnte Marinette nur grinsen. Vielleicht gewöhnte sie sich daran, dass Chat einen siebten Katzensinn dafür hatte, wann immer sie leicht bekleidet in ihren Zimmer stand. ,,Du bist früh dran, Kätzchen“, bemerkte sie, da es gerade Mal später Nachmittag war. Bisher war er immer nur Nachts zu ihr ins Zimmer geklettert.

Lässig lehnte sich Chat gegen die rosa Wand und betrachtete Marinette. Anders als sonst wurde sie nicht rot dabei, sondern grinste ihn geradezu verführerisch entgegen. ,,Ich habe heute zufällig etwas Zeit für meine Prinzessin“, ließ er sie ehrlich wissen. Da einer seiner Termine überraschend abgesagt wurde, nutzte er die Zeit um bei ihr zu sein. Nach dem Streit mit Ladybug brauchte er etwas Gesellschaft. Dies war aber nicht der einzige Grund für seinen Besuch. Irgendwie hatte er gehofft, mit seinen Gedanken und Gefühlen zu Marinette falsch zu liegen. Dass sobald sie ihm gegenüberstand, alles noch beim alten war. Dass sie nun ausgerechnet nur mit einem süßen Satz an rosa Unterwäsche bekleidet war, machte solch ein Urteil schwierig. ,,Oh, du bist also ein sehr beschäftigter Mann“, sagte sie und schien es weniger ernst zu nehmen. Ohne eine Spur der Verlegenheit ging Marinette auf ihn zu und legte ihre Arme um seinen Hals. Sein Kopf war wie leergefegt, als sich ihr zierlicher Körper so an ihn schmiegte. Er wusste kaum wohin mit seinen Händen, wodurch er nur zögernd einen Arm um sie legte. ,,Das bin ich“, hauchte er wahrheitsgemäß. Sein Herz klopfte schneller, als sie aus tiefblauen Augen zu ihm aufblickte. Als er sich etwas hinabbeugte, spürte er wie sie ihn zeitgleich entgegen kam, in dem sie sich auf Zehenspitzen stellte. Zärtlich strichen ihre Lippen über seine und er zog sie näher und vertiefte den Kuss sehnsüchtig. Wie von selbst fuhr seine freie Hand über ihren Rücken und er genoss, wie sie leicht erzitterte. Wenige Minuten später lösten sie sich etwas voneinander, doch Marinette schien heute andere Pläne zu haben. Anregend verteilte sie Küsse auf seiner Haut und wanderte tiefer. Liebkosend erkundete sie seinen Hals, so weit es bei diesem Anzug möglich war. Blinzelnd sah Chat an die weiße Decke, als er versuchte klar zu denken. Als Marinette spielerisch in die weiche Haut biss, keuchte er überrascht auf. ,,Versuchst du mich zu verführen?“, fragte er halb scherzend. ,,Das würde dir gefallen, was?“, fragte Marinette und grinste, als sie wieder zu ihm aufsah. Trotzdem spürte er, dass etwas falsch war, an der Art wie sie sich ihm entgegen drückte und wieder zu einen leidenschaftlichen Kuss zog. Das hier ging zu schnell. So forsch war sie selten. In ihm kam das Gefühl auf, dass Marinette von etwas ablenkte. Oder..sich selbst ablenkte. Sanft drückte er sie etwas von sich und sie sah atemlos aus Lust verschleierten Blick zu ihm auf. In ihren Augen lag so viel Hingabe, dass es ihn ganz schwindlig machte. So sehr er auch wusste, dass sie gerade wohl viel mehr jemanden zum Reden bräuchte, er konnte ihr nicht widerstehen. Seit wann zog sie ihn so sehr in ihren betörenden Bann? Seine Hände legten sich an ihren Po, der nur von zarten Stoff bedeckt war und schwungvoll drückte er sie gegen die Wand hinter sich. Gierig küssten sie sich und er konnte kaum noch verbergen, wie verrückt er nach ihr war. In den Moment als er bemerkte, wie erregt er war, wollte Chat sich von ihr lösen, doch sie handelte unerwartet. Ihre Beine schlangen sich um ihn und ihre Hüfte drückte sich gegen seine Körpermitte. Ein Stöhnen entglitt beiden und sorgte dafür, dass der Kuss endete. Völlig voneinander eingenommen, sahen sie sich tief in die Augen, als er seine Stirn gegen ihre lehnte. ,,Du bist heute scheinbar ziemlich zum Spielen aufgelegt“, merkte er atemlos an. Ein süßes Kichern ihrerseits, ließ auch ihn Lächeln. Er war so berauscht von ihrem ganzen Wesen. ,,Und du zum Reden?“, stellte sie die Gegenfrage. Scheinbar bemerkte Marinette, dass er nicht komplett bei der Sache war. Bedauernswerterweise veranlasste es sie dazu, langsam ihre Beine von seiner Hüfte zu lösen. Er bemerkte wie sie einige Atemzüge brauchte, bis sie unter ihm hindurch schlüpfte und sich wieder ihren Kleiderschrank zu wand. Wie sexy sie auf dem Weg dorthin ihre Hüfte schwang, war sicher kein Zufall. Marinette bot ihm geradezu einen perfekten Anblick, als sie sich hinab beugte. Wieder wühlte sie sich durch ihre Klamotten. Trotzdem bekam er das Gefühl nicht abgeschüttelt, dass sie etwas bedrückte. Nachdenklich betrachtete er ihre perfekten Rundungen. ,,Ok, was ist los, Marinette?“, fragte er schließlich und gesellte sich neben sie. Dabei lehnte er sich gegen die geschlossene Schranktür. Emsig betrachtete Marinette ein Kleidungsstück nach dem anderen. Sein Blick blieb an ihrem Busen hängen, welcher eine perfekte Form in den rosa BH hatte. Nicht ablenken lassen,schimpfte er sich selbst gedanklich. Was auch immer sie beschäftigte, es musste damit zu tun haben, dass sie in der Schule heute so in sich gekehrt war. ,,Ich brauche etwas schönes zum anziehen. Ich treffe mich in einer halben Stunde zum Eis essen mit einigen Freunden.“ Das war nicht worauf seine Frage abzielte und das wusste sie. ,,Nimm das Sommerkleid mit den Blümchen“, antwortete er trotzdem. Überrascht sah Marinette zu ihm auf. Bevor sie sich aufrichtete und das besagte Kleid vom Kleiderhaken löste. ,,Ich will im Moment nicht darüber reden“, beantwortete sie seine vorherige Frage. Marinette schlüpfte in das weiße Kleid und fuhr mit den Händen über den Stoff. Kurz überlegte Chat wirklich das Thema fallen zu lassen, doch seine Sorge um ihren Zustand war größer. Ihm war bekannt, dass sie immer versuchte stark zu wirken. Er hatte Angst vor den Tag, wenn es ihr nicht mehr gelang. Bisher war sie kein einziges Mal akumatisiert worden, doch es schien jeden irgendwann zu treffen. Somit war es seine Aufgabe, für sie da zu sein, wann immer sie einen Freund brauchte. ,,Hat es mit Adrien zu tun?“, fragte er unwohl nach. ,,Oder Lila?“ Es gab kaum etwas, dass einen positiven Menschen wie Marinette zusetzte. Wobei Chat wirklich hoffte, dass sein Ziviles Ego nicht der Grund für ihre Traurigkeit war. Blinzelnd unterdrückte Marinette aufkommende Tränen. Ein klares Zeichen dafür, dass es eine Herzensangelegenheit war. ,,Ich hasse es, wenn du das tust“, beschwerte sie sich und verschränkte hilflos ihre Arme. ,,Ich hasse es, dich traurig zu sehen.“ Sie sah zu ihm auf und mit einer schnellen Bewegung, drückte sie sich plötzlich an ihn. ,,Bitte, Chat. Ich treffe mich gleich mit Freunden. Ich will gerade wirklich nicht darüber reden.“ Nachgebend legte er seine Arme um ihren zierlichen Körper und drückte sie tröstend an sich. ,,Heute Abend?“, fragte er nach. Schwach nickte sie und lehnte ihren Kopf seitlich an seine Schulter. Er gab ihr einen Kuss auf ihr Haar und für einen tröstlichen Moment blieben sie so ineinander verharrt. Ihre wundervolle Wärme, drang durch seinen Anzug, welche so viel Geborgenheit versprach, wie er es von keiner anderen Person kannte. Alles in ihm wollte einfach nur an ihrer Seite sein und er konnte es nicht mehr abstreiten. Er hatte Gefühle für Marinette. Vielleicht nicht in den selben Ausmaß wie für seine Heldenpartnerin, doch sie waren unbestreitbar vorhanden. Doch das war ein Problem, welches er beiseite schob. Im Moment brauchte er den Komfort und die Fürsorge im selben Ausmaß. Nach dem Gespräch mit Ladybug war er noch immer ziemlich aufgewühlt. So sehr er es auch zu verbergen versuchte, es war als wüsste Marinette, dass nicht nur sie diese Umarmung benötigte.
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