Verbotene Sehnsüchte

von LuckyCat
KurzgeschichteRomanze / P18
Adrien Agreste / Chat Noir Marinette Dupain-Cheng / Ladybug
03.07.2019
15.08.2019
5
20415
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Die Geschichte schreibt sich im Moment fast von selbst, daher habe ich bereits ein neues Update für euch. Am Ende findet ihr bereits eine Vorschau auf das nächste Kapitel, da ich daran auch schon schreibe. ;)
Ich weiß ehrlich gesagt selbst noch nicht wohin uns das ganze führt, da es eine ziemliche eigen Dynamik entwickelt. :D
Vielleicht wird es doch etwas größer als eine Kurzgeschichte, wir werden sehen. ;)
Über eure Meinungen würde ich mich rießig freuen, da ich mir in manchen Punkten doch etwas unsicher war.
Betaleserin ist in dieser Geschichte: Puenktchen84


Eine einzige Regel


,,Ich hätte nicht gehen sollen..“, murmelte Chat zwischen zärtlichen Küssen, die stürmisch begannen. Was hatte er sich nur dabei gedacht das hier beenden zu wollen?
,,Du warst doch noch da“, hauchte Marinette an seinen Lippen und vergrub ihre Hände in seinem Haar, als sie von sich aus den Kuss vertiefte. Sehnsüchtig gab sich Chat dem Kuss hin, während beide um die Kontrolle kämpften. Er genoss die kleinen Machtspielchen zwischen ihnen, welche das Verlangen stetig steigerten. Die beiden bekamen einfach nicht genug voneinander.
Wie hätte er sich auch von Marinette fernhalten wollen? Sie sahen sich jeden Tag in der Schule, irgendwann wäre die Sehnsucht zu groß geworden und es hätte ihn als Held, doch wieder zu ihr getrieben.

Atemlos löste sich Marinette von Chat und lehnte sich etwas nach hinten. Beide lagen seitlich auf ihrem Bett und nur der Mond beleuchtete zum Teil ihr Zimmer. Sie war glücklich, dass er nicht fortgegangen war. Scheinbar war es für sie beide unmöglich, jetzt noch dagegen anzukämpfen und plötzlich fühlte sich alles so leicht an, so unkompliziert. Tikki hatte Recht, sie sollten sich einfach darauf einlassen und sehen wohin es sie beide führt. Beide sehnten sich nach Nähe und Geborgenheit, nach jemandem, der sie schätzte genauso wie sie waren. Wie falsch konnte das schon sein? Nachdenklich hob sie eine Hand und strich mit ihren Fingern sanft über den Rand seiner Maske. ,,Wir sollten trotzdem ein paar Regeln festsetzen.“ Als wollte er davon nichts hören, huschten seine Lippen wieder suchend nach ihren, doch sie lehnte sich weiter zurück.
,,Chat!“, grummelte sie, da ihr dieses Thema wirklich wichtig war.

Chat genoss es wie ihre Augen funkelten, als sie ihn sauer anblickte.
,,Regeln sind dumm.“, entgegnete er. Davon hatte er schon genug in seinem zivilen Leben.
Er legte seine Hände um ihre Taille und, mit einer schwungvollen Umdrehung, brachte er Marinette unter sich. Welche ein überraschtes Quieken von sich gab. ,,Wir sind nicht gut darin Grenzen einzuhalten.“, erinnerte Chat sie und strich mit seiner Nase ihre Wange hinab bis zu ihrem Hals.
Wie konnte ein menschliches Wesen nur so süß riechen? Sanft verteilte er kleine Küsschen auf ihrer empfindlichen Haut. ,,Eine Regel..eine einzige Regel“, bat sie atemlos, als ihre Konzentration hörbar schwand. Es war immer noch faszinierend, wie die kleinsten Berührungen, bis zu ihr durchdrangen. Marinette war körperlich so wundervoll sensibel und er wollte herausfinden, welche Reaktionen er noch alles in ihr hervorrufen konnte. Es war ein Spiel mit dem Feuer und doch konnte er es nicht lassen und testete wie weit er gehen konnte. Selbst wenn dies bedeutete, dass sie ihn wieder aus ihren Zimmer warf. Noch immer frohlockte es in ihm, dass sie seine Nähe genauso ersehnte, wie er ihre. Darin ergänzten sie sich perfekt.

Blinzelnd sah Marinette in die Dunkelheit, als es ihr immer schwerer fiel, ihre Gedanken zu ordnen.
Sie wollte etwas sagen, doch ihr fiel nicht mehr ein, was es gewesen war. Zu sehr lenkten sie die zarten Küsse ab, welche Chat auf ihren Hals verteile, während er langsam immer tiefer wanderte. Ihr Bauch fühlte sich an, als wären tausende kleine Marienkäfer darin, als seine Hände zärtlich ihre Seiten entlang fuhren. Für einen Moment schloss sie ihre Augen und überließ wohlwollend ihm die Führung. Enttäuschenderweise arbeitete er sich am Rand ihres Oberteils aber wieder nach oben. ,,Nun gut, was für eine Regel?“, fragte er sie flüsternd und sein Atem streifte ihr Ohr. Regel? Was für eine Regel? Irritiert bemerkte sie, wie sich Chat nach oben schob und auf sie herab blickte. Sie erkannte seine Silhouette, als sich seine Katzenohren durch das Mondlicht, in der Dunkelheit abzeichneten. Es musste wirklich von Vorteil sein, im Dunkeln sehen zu können.
,,Wovon sprichst du?“, fragte sie ihn. Chat Noir kicherte bei ihrer Frage und sie genoss den Klang. Das tat er so selten fiel ihr zum ersten Mal auf. War es falsch ihn näher kennenlernen zu wollen?
Noch hatte Marinette das Gefühl, Körper und Herz auseinander halten zu können, doch konnte sie sich auch in Zukunft darauf verlassen? ,,Du sagtest, es gäbe eine Regel, wenn das hier funktionieren soll.“, erinnerte Chat sie schmunzelnd. ,,Oh..ja..“, genau das war es gewesen, was in Vergessenheit geraten war. ,,Sobald einer von uns, Gefühle für den anderen entwickelt..müssen wir es wirklich beenden. Ich will nicht, dass wir uns gegenseitig verletzen.“ Kurz herrschte Stille, welche Marinette dazu veranlasste sich ihm wieder zuzuwenden. ,,Chat?“, fragte sie unsicher. ,,Das müssen wir auch, falls einer von uns, eine Beziehung beginnt.“ Marinette lachte traurig auf. ,,Glaub mir, dass wird bei mir wohl nie passieren. In solchen Sachen, habe ich nur Pech.“ ,,Du siehst gar nicht wie begehrenswert du bist“, hauchte ihr Chat zu und beugte sich wieder hinab zu ihr. Liebevoll küssten sie sich innig und Marinette hatte das Gefühl nie genug von ihm zu bekommen. Wer brauchte schon die Liebe, wenn man das hier haben konnte? Es wirkte alles plötzlich so leicht und unkompliziert und all ihre Sorgen schwanden in den Glücksgefühlen, welche Chat Noir in ihr auslöste. In jedem Kuss lag so viel Anerkennung, Leidenschaft und Begehren, dass es sie ganz schwindelig machte.

Verträumt hob Chat eine Hand und fuhr mit seinen Fingern über ihre geröteten Wangen. Sie gab gerade so ein sinnliches Bild ab, welches ihn bis ins Innere entzückte. Wie schaffte es Marinette nur niedlich und sexy zur gleichen Zeit zu sein? In den letzten Jahren, wuchs sie zu einem wunderschönen Mädchen heran, welches niemand übersehen konnte. Sie hatte so viele Verehrer und war sich dieser Tatsache nicht bewusst, da sie nur Augen für einen Jungen hatte. Für Adrien. Doch er hatte es vorher nie gesehen, dabei machte es Sinn. Lange Zeit hatte sie kaum einen ganzen Satz vor ihm zusammen bekommen und er war so unsagbar blind gewesen. Noch immer tat es ihm leid, sie damals mit auf das Date mit Kagami genommen zu haben. Hätte er von ihren Gefühlen gewusst, wäre vieles anders gekommen. Trotz ihrer Liebe war es ihr wichtig, dass er glücklich ist. Das selbe was er sich für sie wünschte und doch lag er hier und es gab nichts, was ihn von ihr trennen könnte. Das war ihm heute klar geworden. ,,Worüber denkst du nach?“, fragte sie und legte eine Hand in seinen Nacken, um ihn wieder zu sich zu ziehen. Er zögerte, da er sie nicht anlügen wollte. ,,Über dich.“, gab er schließlich ehrlich zu. Ihre Lippen zogen sich zu einem frechen Grinsen. ,,Es gibt besseres, als nur über mich nachzudenken.“, erwiderte sie unerwartet selbstbewusst.
Das kam immer wieder unerwartet und langsam befürchtete er, sein Wesen färbte auf sie ab. Leider gefiel ihm dieser Umstand mehr als er sollte. Leicht beugte sie sich nach oben, um den Abstand zu durchbrechen und küsste ihn zärtlich, bevor sie spielerisch an seiner Unterlippe knabberte. Kleines niedliches Biest dachte er sich. Scheinbar war er nicht der Einzige, der sich die Schwachstellen des anderen merkte. Berauscht von ihrer Art drückte er sie lüstern tiefer in ihr Kissen.
Reden konnten sie später auch noch, jetzt wollte er einfach nur fühlen und sich dieser Sehnsucht nach ihr einfach hingeben. Ihre Hände wanderten zwischen ihre Körper und alles in ihm prickelte aufgeregt. Doch ihre Finger berührten kein einziges Mal seinen Körper, der sich nach mehr von ihr sehnte. Verwundert löste er seine Lippen und sah an ihr hinab. ,,Was machst du da?“, fragte er. Doch seine Augen weiteten sich fasziniert, als sie langsam begann ihr Pyjama Oberteil aufzuknöpfen. ,,Du schienst es vorhin zu bedauern, dass der Knutschfleck verblasst.“,hauchte sie und sah zu ihm mit einen verführerischen Wimpernschlag auf. Nur die Röte ihrer Wange bewies, dass es sie etwas Überwindung kostete. Allein der Anblick, wie immer mehr freie Haut zum Vorschein kam, erregte ihn ungemein. Ein Umstand der ihm noch immer etwas peinlich war, auch wenn es sicher eine sehr natürliche Reaktion war. Vor allem wenn man bedachte, dass dieses Mal kein störender Stoff ihren Busen verdeckte. Scheu rutschte er etwas tiefer, um seine Erregung vor ihr zu verbergen, während seine Hände verräterisch zuckten bei diesen erotischen Anblick. Es kostete ihn einiges an Beherrschung sie nicht unsittlich zu berühren. Doch er wollte nicht wieder fortgeschickt werden und so hielt er sich zurück. Marinette war so unschuldig und er befürchtete jeder Schritt weiter, könnte einer zu viel sein. Allein das sie für ihn soweit ging, versetzte ihn in Ehrfurcht. Er war der erste Junge, welchem sie so weit vertraute, dass sie ihn solche Einblicke gewährte. Hinzu wollte sie an ihn erinnert werden, an das was sie taten und obwohl ein Teil von ihm wusste, dass dies wieder sein völliges Denken einnehmen würde, wenn er ihr in der Schule begegnete, konnte er dieses verführerische Angebot nicht ausschlagen. Allein der Gedanke, sie ein weiteres Mal markieren zu können, war zu verlockend. Hingebungsvoll küsste er sie und genoss wie ihre Nervosität schwand und ihr Körper sich unter ihm entspannte.

Lippen fuhren begierig ihren Hals entlang und Marinette schloss genießend ihre Augen.
Es fiel ihr immer leichter, sich einfach in dieses wundervolle Gefühl fallen zu lassen, welches er in ihr auslöste. Doch wie sollte das zwischen ihnen weiter gehen? Sein Heldenanzug ließ sich bedauernswerter Weise nicht öffnen und so kam nur sie in den vollen Genuss seiner Berührungen. Vielleicht...könnte sie sich..etwas überlegen..
Leise keuchte sie als sein Mund immer tiefer wanderte und verzweifelt sehnte sie sich nach mehr.
,,Berühre mich.“, sprach sie diesen Gedanken auch direkt aus, als dieser ungefiltert über ihre Zunge glitt. Chat hielt inne und Marinette befürchtete den Moment nun zerstört zu haben, in dem dieses Mal sie zu weit gegangen war, mit ihrer Bitte.

Überrascht zog sich Chat zurück und betrachte die junge Frau unter sich.
Still sah sie zur Seite, als ihr die Worte wohl eher ungewollt herausgerutscht waren.
Marinette wollte, dass er sie anfasste? Das war eine völlig unerwartete Entwicklung, wenn er bedachte wozu es beim letzten Mal führte. Er konnte sich aber auch nicht überwinden, Marinette zu fragen, ob sie sich mit dieser Bitte sicher sei. Da er befürchtete, Marinette könnte es sich anders überlegen. Ihm war nur bewusst, das er handeln musste, wenn er diese Chance nicht verstreichen lassen wollte. Zögernd legte er eine Hand an ihre Seite, während er sich mit dem anderen Arm über ihr abstützte. Nur leicht berührten seine Fingerspitzen, ihre Haut als er an dieser bewundernd entlang fuhr. Mit einer leichten Berührung fuhr er über den Bund ihrer Pyjama Hose. Als er seine Hand höher gleiten lies, spürte er wie sich ihre Bauchmuskeln anspannten und ein kleines Kichern verließ ihre Lippen. ,,Das kitzelt“, antwortete sie als Antwort, als er in der Bewegung kurz stoppte und brachte ihn zum Lächeln. Als er sich dieses Detail direkt einprägte. ,,Entschuldige.“, schmunzelte er, wenn es ihm auch keineswegs leid tat. Mit festem Druck, lockte er mehr dieses süßen Geräusches aus ihrem Hals und sie begann sich unter ihm zu winden.
,,Kitty!“, presste sie unter Lachen vorwurfsvoll hervor und griff nach seinen Händen. Leicht kräuselte sie ihre Nase, ein belustigender und bezaubernder Anblick zugleich. ,,Jetzt hast du den Moment zerstört“, warf Marinette ihn vor. Er rutschte etwas höher und gab ihr einen Kuss auf die Nasenspitze. ,,Es eilt doch nichts.“ Sie hatten alle Zeit der Welt, nun da sie nicht mehr dagegen ankämpften. Chat wollte nichts überstürzen, denn er hatte keinerlei Erfahrung in diesen Dingen. Er wünschte er hätte diese..obwohl nein, er war froh diese mit Marinette haben zu können. Chat hätte nur lieber mehr Verständnis dafür, wie er vorgehen musste. Das alles war für ihn so neu und aufregend und er wollte es wirklich nicht ruinieren.

Marinette schien über seine Worte nachzudenken, bevor sie nickend dieser Aussage zustimmte.
,,Nein das tut es nicht.“ Sie begann wieder ihr Pyjama Oberteil zu zuknöpfen und Chat hielt sie bestürzt auf. ,,Das Angebot ist nicht aufgehoben.“ Verwirrt hielt sie inne und sah in seine Richtung.
Sanft schob er ihre Hände beiseite und rutschte hinab, als er selbst Knopf für Knopf verschloss.
Er fing unten an und küsste jede freie Stelle, als er nach oben wanderte. Ein entzückender Laut entkam Marinette und er blickte kurz hinauf und bemerkte, wie sie sich fest auf ihre Unterlippe biss.
,,Du musst dein stöhnen nicht zurückhalten.“ Er wollte es hören, erinnerte sich noch an den wundervollen Klang ihrer Lust. Etwas unwohl bewegte er sich, als sein Körper allein bei der Erinnerung reagierte und er verfluchte den engen Heldenanzug für einen Augenblick.
Für solche Aktionen war er wirklich zu unbequem. Chat senkte wieder seinen Kopf und kam bei ihren wohlgeformten Busen an, dieses Mal widmete er sich der linken Seite und umfasste ihre Brust vorsichtig, um sie nicht wieder zu erschrecken. Seine Lippen senkten sich auf die weiche Haut, als er dort einen Knutschfleck hinterließ. Ein Zeichen ihrer tiefen Verbundenheit, welches für Tage anhalten würde.


,,Wird das nun immer so sein?“, beschwerte sich Plagg, kaum das Adrien in seinem Zimmer die Wandlung fallen lies. ,,Ich dachte du wolltest es beenden.“
,,Dachte ich auch.“, gab Adrien verlegen zu. Es verwirrte ihn selbst, dass er nicht von Marinette loskam, obwohl er Ladybug liebte. Grummelnd verschwand sein Kwami kurz, bevor er mit einem Stück Käse in den Händen wiederkam und es direkt verschlang. Adrien sah verwundert auf sein Handy. Es war bereits fünf Uhr am Morgen, wo war nur die Zeit geblieben? Gut, es war sein eigenes Verschulden. Denn als Marinette in seinen Armen eingeschlafen war, hatte er sich kaum überwinden können, sie von sich zu schieben. Zu sehr genoss er die Nähe, die er fast aufgegeben hätte. ,,Könntest du das nächste Mal zumindest mich aus dem ganzem raus lassen?“, fragte Plagg und folgte ihm ins Badezimmer. In einer halben Stunde müsste sich Adrien für die Schule und den durchgeplanten Tag fertig machen, also bekam er heute wohl keinen Schlaf mehr. Verwirrt hielt Adrien inne und sah entsetzt zu seinem Kwami. ,,W-Was?“ Plagg verschränkte seine Arme.
,,Ich bekomme alles mit, vergessen?“ Peinlich berührt lehnte sich Adrien an die kühle Wand seines Badezimmers. ,,Mir ist ja egal, was ihr da tut. Doch tut es ohne deinen Heldenanzug, ich bin völlig ausgehungert.“ Stimmt, darüber hatte er bisher nicht nachgedacht gehabt, doch die Wandlung so lange aufrecht zu halten, zerrte selbstverständlich an seinen Kwami.
,,Das geht nicht. Sie darf nicht wissen, wer ich bin.“ Das würde nur alles ruinieren. Dabei begann es doch gerade so leicht zwischen ihnen zu werden. ,,Dann verbinde ihr die Augen oder so.“, warf Plagg mit den Augen rollend ein. ,,Hinzu war es doch vorhin dunkel genug, wenn sie dich bisher nicht erkannt hat, wird sie es auch weiterhin nicht tun.“ Adrien dachte darüber nach und musste seinen Kwami leider recht geben. Das könnte funktionieren, doch er müsste es erst mit Marinette bereden. Nur wie sollte er es ihr erklären? Niemand außer die Helden selbst, wussten von den Kwamis. Wie sollte er also die Notwendigkeit glaubhaft machen? ,,Hey ich habe ein Kwami, der mich zum Superhelden macht, doch er bekommt unsere Liebelei mit und ist davon genervt...'' Oh gott, nein ihr wäre es sicher noch peinlicher als ihm. Er müsste ihr das Ganze also irgendwie logisch erklären, doch durfte er das überhaupt? Gut, nächstes Problem, er müsste wohl Ladybug fragen, wie viel er einem Zivilisten erzählen durfte. Welche dann sicher wiederum, ebenfalls Fragen an ihn hätte, die er nicht beantworten wollte. Da es seine Chancen bei der Heldin vernichten könnte. Auf was hatte er sich da nur eingelassen?


Einige Stunden später..
Seinen Kopf auf seinen Armen ausruhend, saß Adrien mit Nino auf einer der Bänke, die auf dem Pausenhof standen. ,,Langen Tag gestern gehabt?“, fragte sein bester Freund bemitleidend. ,,Kann man so sagen.“, gab Adrien gähnend zu. An sich war dies ja nichts besonderes, wobei es sonst meist an den vielen Terminen lag, die ihm sein Vater aufhalste.
Wenn er zumindestens eine Stunde Schlaf bekommen hätte...
Ein warmer Getränkebecher wurde in sein Sichtfeld gehalten und als er aufsah, stand ihm Alya und eine hochrote Marinette gegenüber. ,,Kaffee, weil du heute so müde aussiehst.“, erklärte ihn Alya, als Marinette nur stumm zu Boden sah, welche ihn den Becher entgegenhielt. Lächelnd richtete sich Adrien auf und nahm diesen entgegen. ,,Danke Marinette, du bist die Beste.“ Blaue Augen sahen ihn überrascht an. ,,G-Gerne, du bist auch die Beste..der Beste..ich meine..guten Appetit.“ Alya stieß ihre beste Freundin mit dem Ellenbogen an und Adrien schmunzelte. ,,Danke?“
Irgendwie tat es ihm leid, dass sie in seiner Gegenwart so verlegen wurde. Vor allem da er den Grund kannte. Gab es denn keinen Weg ihre Freundschaft zu festigen und ihr so schonend wie möglich dabei einen Korb zu geben. Er wollte sie sicher nicht verletzten, in dem er sie zurückwies. Denn er wusste selbst wie schmerzhaft so etwas war, durch seine Liebe zu Ladybug. Er nahm einen Schluck und bemerkte, dass er perfekt gemischt war. Etwas Milch und Zucker, genau wie er ihn sonst auch trank, wenn auch nur wenn es bitter nötig war. Marinette war wirklich aufmerksam, aus dem Augenwinkel betrachtete er sie, während Nino und Alya sich unterhielten. Trotz, dass sie ebenfalls lange wach geblieben war seinetwegen, sah man es ihr gar nicht an. Etwas fasziniert betrachtete er sie, während sein Blick kurz auf ihren weichen Lippen hängen blieb, auf welchen sie nervös herumkaute. ,,Adrien?“, verwundert sah er zu den anderen zwei, welche ihn eindringlich beim Namen nannten. Scheinbar sprachen sie ihn nicht zum ersten Mal an. ,,Was war?“, fragte er nach. ,,Wir haben überlegt, morgen zusammen Eis essen zu gehen. Sagtest du nicht, dass du morgen Mittag keine Termine hast?“ Kurz musste Adrien darüber nachdenken. ,,Schon, aber ich müsste erst meinen Vater fragen.“, gab er zu Bedenken. ,,Wer würde denn alles mitkommen?“, fragte er nach, da er nicht speziell nach Marinette fragen wollte. Alya musterte ihn bereits so seltsam, sicher hatte sie mitbekommen, wie er Marinette sehnsüchtig angestarrt hat. Er musste sich in der Schule wirklich mehr zusammen reißen.

Neugierig versuchte Marinette immer wieder an Adriens Schulter vorbeizusehen.
Dieser schrieb etwas auf seinen Block und schien es dann doch wieder unzufrieden durchzustreichen. Normalerweise konzentrierte sich Adrien in Physik auf den Unterricht, da es sein Lieblingsfach war, doch heute schien seine Aufmerksamkeit ganz dem Blatt Papier vor ihm zu gelten. Was war also so wichtig? Bisher kam so etwas nur einmal vor und das war an Valentinstag, doch dieser wäre erst wieder nächstes Jahr. Gab es ein geheimnisvolles Mädchen, so wie die Medien es behaupteten? Nun gut, dieses Gerücht ging oft herum, doch bisher war dem nie so. Oh nein, was wenn er einen Liebesbrief an Kagami schrieb? Die beiden schienen sich immer näher zu kommen, während Marinette auf der Stelle trat. Dann wars das mit ihren gemeinsamen Hamster, ihren drei Kindern und dem Haus. Sie würde einsam und alleine sterben und Adrien nach Japan ziehen und dort Kagami heiraten. Bis zum Ende der Stunde verfiel Marinette von einem Horrorszenario in das nächste, in dem ihre Zukunft zu Bruch ging. Der Unterricht endete und Adrien warf das Geschriebene in den Mülleimer, als er das Klassenzimmer verließ. Wozu machte er sich immer die Mühe, wenn er es scheinbar doch nie fertig bekam? War er vielleicht in jemanden verliebt und traute sich nicht es dieser Person zu gestehen. Ging es ihm so wie ihr? Oh Gott, was wenn Alya Recht hatte und er seit neuestem wirklich Interesse zeigte und Marinette es bei ihrer Schwärmerei nur nie mitbekam. Langsam packte sie ihre Sachen zusammen und sagte Alya, dass sie nachkäme, da sie noch etwas zu erledigen hätte. Es war falsch, doch die Neugierde war größer. Dieses Mal achtete Marinette darauf, wirklich die Letzte zu sein, als sie das zusammen geknüllte Papier aus dem Papierkorb fischte und es zügig in ihre Tasche stopfte, bevor sie jemand dabei erwischen konnte. Sie konnte es gar nicht abwarten nach Hause zu kommen.

Unzufrieden betrachtete Adrien den Stapel an zerknüllten Papier auf seinem Schreibtisch.
Er fand einfach nicht die richtigen Worte. Die Idee es ginge leichter in dem er niederschrieb, was er ihr sagen wollte, erwies sich als eine Sackgasse. Müde lehnte sich Adrien nach hinten und sah zur Decke. Sein Vater hatte ihm erlaubt, morgen mit seinen Freunden Eis essen zu gehen, doch nur für eine Stunde und er wurde hingebracht und auch zurückgefahren. Doch das war besser als nichts. Vielleicht wäre es eine Möglichkeit, Marinette anzubieten sie dabei direkt nach Hause zu bringen und dann könnte er während der Fahrt mit ihr reden. Das wäre eine bessere Option, als solch ein Gespräch in der Schule zu führen. Es musste doch eine Möglichkeit geben, das er ihr sanft einen Korb gab, so das sie sich in jemand anderen verlieben konnte. Sie sollte glücklich werden und nicht ewig Hoffnungen auf eine Beziehung mit ihn haben. Er selbst wusste, wie schmerzhaft so etwas war, da er bei Ladybug gefühlt auch keinen Schritt weiterkam. Ausgelaugt wie er war, fielen ihm die Augen zu und er zuckte kurz zusammen. Gut, dass war ein Problem für morgen, er sollte endlich ins Bett gehen. Er schrieb nach dem er sich umgezogen und geduscht hatte, noch Nino eine Nachricht und sagte für morgen zu.

,,Ich bin durcheinander. Ich weiß, auf der einen Seite, ich möchte sie vergessen, auf der anderen Seite weiß ich, dass sie die einzige Person im ganzen Universum ist, die mich glücklich machen kann.“, erklang Toms Stimme aus dem Film 500 Days of Summer, aus Marinettes kleinem Fernseher und sie musste ihm Recht geben. Dieses Gefühl kannte sie leider. Deprimiert löffelte sie ihr Eis. Weswegen war das Schicksal nur so gegen sie? Nicht nur das Adrien sich scheinbar über ihre Verliebtheit klar war, er wollte ihr auch noch auf die unpersönlichste Weise einen Korb geben. Vorwurfsvoll betrachtete sie das Stück Papier, welches vor ihr auf den Tisch lag. Sie wollte am liebsten morgen erst gar nicht in die Schule gehen, doch was würde es ihr bringen? Irgendwann müsste sie sich ihm sowieso stellen. Hinzu könnte sie ihren Liebeskummer dann zumindest bei Alya etwas kund tun. Da Chat erst gestern bei ihr gewesen war, konnte sie heute nicht mit seinen Besuch rechnen. Selten kam er an zwei Tagen hintereinander und so hatte sie heute niemanden der sie trösten konnte. Sicher wäre er auch zu müde, nachdem sie ihn gestern so lange wachgehalten hatte. Doch wenn er wüsste, wie es ihr ginge, wäre er sicher hier. Seufzend stellte sie die leere Schachtel weg, als sie den letzten Löffel Eiscreme in den Mund schob. Sie rutschte etwas tiefer und zog die Decke weiter über sich. Als sie Tom dabei zusah, wie auch ihm immer wieder das Herz gebrochen wurde. Vielleicht sollte Marinette der Liebe ganz absagen, es brachte nichts als Kummer und Schmerz. Sie drückte ihre Chat Noir Puppe fester an sich, welche als Kuschelersatz galt und schlief mit ihrem Liebeskummer langsam ein.

-Bonus: Inhalt des Briefes -


Liebe Marinette,

Ich mag dich sehr. Ich schätze unsere Freundschaft,

und daher will ich dir sagen. Dass es leider eine Andere gibt.

Ich schätze dich sehr.

Nur nicht auf die selbe Weise, wie du es tust.

Es tut mir leid, dass ich deine Gefühle nicht erwidern kann,

doch ich hoffe das wir befreundet bleiben können.

Bitte, sei nicht wütend auf mich, denn du bist wirklich toll.

Bitte, sei nicht sauer, denn ich will

Du hast es verdient glücklich zu sein und ich bin nicht der Richtige dafür.

Bitte halte also nicht an mir fest,

Es tut mir Leid.



Vorschau auf das nächste Kapitel:

,,Nein, dass geht auch nicht.“, frustriert entledigte sich Marinette ihren Klamotten
und wühlte wieder in ihren Kleiderschrank. Noch immer hallte in ihr das Gespräch wieder,
welches sie als Ladybug mit Chat geführt hatte. In was für ein Gefühlsquaos waren sie da nur hineingeraten? ,,Also ich finde, dein jetziges Outfit purrfekt.“, schnurrte jemand hinter ihr und trotz seines plötzlichen Auftauchens konnte Marinette nur grinsen. Vielleicht gewöhnte sie sich daran, dass Chat einen siebten Katzensinn dafür hatte, wann immer sie leicht bekleidet in ihren Zimmer stand.

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