Verbotene Sehnsüchte

von LuckyCat
KurzgeschichteRomanze / P18
Adrien Agreste / Chat Noir Marinette Dupain-Cheng / Ladybug
03.07.2019
15.08.2019
5
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Hier haben wir bereits, dass nächste Kapitel und ja ich habe mich entschieden. Es wird eine kleine Geschichte. Hierbei übe ich mich an einen etwas anderen Schreibstil, da ich das Gefühl habe, so die Empfindungen von Adrien und Marinette am besten beschreiben zu können. :)
Über eure Meinunge zu dem Kapitel, würde ich mich sehr freuen. Lg LuckyCat
Betaleserin: Puenktchen84


Entscheidungen


Frustriert ging Adrien die Antworten seines Mathetests durch, als er alles fertig ausgefüllt hatte. So sehr er es auch versuchte, er konnte sich nicht auf die Rechnungen konzentrieren und war sich sicher einige Fehler gemacht zu haben. Es kostete ihn all seine Willenskraft sich nicht auf seinem Platz umzudrehen, um Marinette anzusehen, die direkt hinter ihm saß. Nicht zum ersten Mal an diesem Morgen, fragte er sich, wie es in der gestrigen Nacht so weit hatte kommen können.
Zu deutlich erinnerte er sich noch an ihre Finger, die sich in sein blondes Haar gekrallt hatten.
An die Wärme ihres Körpers, welcher sich eng an ihn drückte, während nur der Stoff ihrer Kleidung sie getrennt hatte. Selbst aus der Entfernung, bildete er sich ein, den vertrauten Duft nach Zimt und Vanille wahrnehmen zu können.

Gierig küssten sie sich und sanken immer tiefer auf ihr Sofa, bis sie direkt auf ihm lag.
Wagemutig hatte er seine Zunge über ihre weichen Lippen gleiten lassen und sie hatte
ihn gewährt, den Kuss zu vertiefen. Nur aus Mangel an Luft hatte sie sich wieder von ihm gelöst, doch er bekam einfach nicht genug von ihr in dieser Nacht. Seine Lippen glitten verführerisch ihrem Hals entlang, als in ihm der Impuls auf kam, seine Spuren zu hinterlassen. ,,Nicht am Hals“, hatte sie gekeucht, als ihr klar wurde, was er vorhatte. Spätestens hier, wäre es Zeit gewesen das Ganze zu stoppen. Kurz hatte er zu ihr aufgeblickt und wusste es gab kein zurück mehr, sobald sie sich dieser Sehnsucht nacheinander hingaben. Von Mal zu Mal wurden ihre Begegnungen intensiver und alle Grenzen und Regeln schienen zu verblassen. Mutig hatte er wieder seinen Kopf gesenkt und war mit kleinen Schmetterlingsküssen tiefer gewandert. Ihr Atem beschleunigte sich, je näher er ihren Brüsten kam, die sich erwartungsvoll bei jedem Atemzug hoben und senkten. Mit zwei Fingern schob er einen ihrer Träger langsam zur Seite, um besseren Zugang zu haben, als er seinen Mund auf die weiche Haut legte und sie zwischen seine Lippen zog.


Niemand konnte den Knutschfleck unter ihrer Kleidung sehen, doch allein das Wissen, dass dieser dort war, machte ihn schier wahnsinnig. Marinette wäre noch sein Untergang.
Sich gegen diese unersättliche Anziehung zu wehren, war schier unmöglich.Keiner von ihnen schaffte es, dagegen anzukommen und genau da lag das Problem.
Es sollte überhaupt nicht passieren, sie beide wussten es. Seine Liebe galt Ladybug und ihre galt Adrien. Frustriert lies er seinen Kopf gegen den Tisch fallen.
,,Alles in Ordnung, Adrien?“, fragte Madame Bustier verwirrt über sein Verhalten.
,,J-Ja..ich bin nur etwas müde.“, er hob wieder den Kopf und sah sich verlegen um.
Kurz streifte sein Blick den von Marinette, doch er sah zügig wieder nach vorne auf seinen Tisch.

Stolz betrachtete er den Knutschfleck oberhalb ihrer Brust und grinste sie verwegen an, genoss die brennende Leidenschaft, die sich in ihren blauen Augen spiegelte.
Ruckartig mit einer überraschenden Kraft zog sie ihn wieder höher und küsste ihn innig, kämpfte mit ihm über die Kontrolle. Das war etwas, das er an ihr liebte. Marinette war nicht diese Art von Mädchen, die sich einfach hingab und sich erobern lies. Oh nein, sie eroberte mit der selben Leidenschaft und ließ sein Herz schneller schlagen, während sein Denkvermögen ganz abzuschalten schien. Es war zu leicht sich diesen Gefühlen hinzugeben. Vergessen war, dass dies falsch war, zu verlockend war es mit ihr in Sünde zu fallen.
Neugierig wanderten seine Hände wieder tiefer und schoben den Stoff hinab, so dass auch der zweite Träger zur Seite wanderte. Ihre Haut fühlte sich so unsagbar weich an unter seinen Fingern.
Chat wollte jeden Zentimeter ihres Körpers kennenlernen. Jede Schwachstelle herausfinden.
Noch immer hallte ihr Stöhnen, in seinen Ohren nach, als er ihre Brüste erreichte und leicht zugriff. Geschockt sahen sie sich an, als ihm erst wirklich klar wurde, was er da gerade tat.
Mit hochroten Kopf war Marinette nach hinten gerutscht und hatte etwas davon gestammelt, dass er gehen sollte, während sie ihr Kleidchen wieder richtete.


Natürlich war er gegangen, ohne ein Wort des Abschieds war er nach oben geeilt und hatte sich nicht getraut, sie ein letztes Mal anzusehen, als er die Luke öffnete und mit wild pochenden Herzen in die Nacht verschwand. Bisher hatte es nie mehr als Küsse zwischen ihnen gegeben, gerade zu unschuldig, verglichen mit denen der gestrigen Nacht.
Ohne Zunge, ohne bedeutende Berührungen, aber das gestern..war mehr gewesen..einiges mehr.
Selbst sein Körper hatte zu seiner Beschämung, auf ihre Reaktion reagiert gehabt.
Eingenommen durch ihre eigene problematische Lage, hatte Marinette es zumindestens nicht registriert, viel zu sehr eingenommen von ihrem eigenem Schamgefühl.
Dieser anbetungswürdige Anblick, von ihr in diesem rötlichen Kleidchen, das kaum eine Stelle ihres Körpers verbarg, hatte sich in sein Hirn eingebrannt. Selbst eine kalte Dusche Zuhause hatte dem nicht groß entgegen wirken können. Mit ihr nun zusammen im Klassenzimmer zu sitzen, machte es nicht leichter, auch wenn seine Jeans mehr verbarg, als sein enganliegender Heldenanzug. Das alles ging zu weit, er musste es beenden, solange es ihm noch möglich war.
Denn es machte ihm Angst, wie die Dinge sich zwischen ihnen entwickelten. Nur zögernd sah er für einen kurzen Augenblick zu Marinette nach hinten, die missmutig auf das Blatt Papier kritzelte.
Es war sicher einfach für sie, da sie sich keineswegs bewusst war, dass der Junge denn sie liebte, zeitgleich auch der Held war, der sie von ihren Liebeskummer ablenkte. Er konnte nur hoffen, dass sie nie hinter seine geheime Identität kam. Das würde alles zerstören.
Das er sie nie hatte ausnutzen wollen, würde das Ganze auch nicht rückgängig machen, denn nun war es leider geschehen.

Kurz betrachtete er ihr dunkles Haar und ihre zarten Gesichtszüge, bevor er sich wieder abwandte. Sie glich äußerlich in einigen Punkten Ladybug und er befürchtete, dass die Anziehung aus diesen Gründen fast die selbe war. Wobei er sich körperlich nie zu jemanden so hingezogen gefühlt hatte, wie zu Marinette. Wieder wanderten ungewollt seine Gedanken zu der gestrigen Nacht und Adrien errötete. Am liebsten hätte er nochmals seinen Kopf gegen die Tischkante geschlagen, bei seiner Dummheit. Wie sollte er denn nun mit Marinette normal reden, bei all dem was sie getan hatten?
Sein Herz galt einzig und allein Ladybug, keiner anderen. Ganz sicher nicht Marinette. Ein Schlussstrich zu ziehen, sollte doch nicht so schwer sein, während beide keine Gefühle füreinander hatten.


Unzufrieden griff Marinette nach ihrem Radiergummi, um die ersten Linien eines Entwurfs wieder aus ihren Skizzenbuch zu entfernen. Resigniert schloss sie das kleine Heft und legte es beiseite.Sie rutschte etwas weiter nach vorne und lies sich komplett in ihr Bett fallen.
Genervt über sich selbst, starrte sie auf ihre Dachluke, über die Chat Noir gestern wortlos verschwunden war. Das gestern ging viel zu weit und langsam verstand Marinette sich selbst nicht mehr. Was hatte sie sich nur dabei gedacht? Ok, sie hatte überhaupt nicht nachgedacht, genau da lag doch das Problem. In seiner Nähe, setzte ihr logischer Verstand komplett aus und alles was blieb, war das unbekannte Verlangen nach mehr von ihm. Damals fing alles mit einen unschuldigen Kuss an, nur ein zartes Berühren ihrer Lippen. Als wäre es nie passiert, hatten sie es einfach totgeschwiegen. Doch dann passierte es wieder und von da an gab es immer wieder diese ''Ausrutscher'', welche unaufhaltsam zu mehr führten. Marinette konnte nicht abstreiten, dass Chat hervorragend küssen konnte. Nicht, dass sie ihn dies je wissen ließe. Dieser Kater zog Lob ein, wie ein Schwamm und ließ sich dies gerne mal zu Kopf steigen. Wenigstens sie sollte einen kühlen Kopf bewahren, woran sie kläglich scheiterte zu ihrem Bedauern.

Sie hätte das Ganze gestern viel besser überdenken sollen, als sie sich entschied, ihr angefertigtes Dessous anzuprobieren. Die unangekündigten Besuche ihres Katers, waren ihr schließlich bekannt. Wenigstens die Luke hätte sie voraussichtlich verschließen sollen, bei ihrer kleinen Anprobe.
Doch was brachte es ihr, jetzt noch darüber nachzudenken, nun konnte sie es auch nicht mehr ändern. Deutlich erinnerte sie sich noch daran, wie sehr es sie geschockt hatte, als sich ihre Blicke im Spiegel trafen. Nie hatte sie jemand so angesehen, wie er es gestern tat. Dieser hungrige lustvolle Blick vernebelte völlig ihre Gedanken. Zum ersten Mal hatte er sie gesehen!
Selbst als Ladybug hatte er sie nie so in Augenschein genommen. Völlig in der Erinnerung verfangen, strich Marinette mit ihren Fingern über den Stoff ihres Pyjamas, unter der sich die leicht schmerzende Stelle eines Knutschflecks befand. Als wollte er, dass sie die nächsten Tage nicht vergaß, wohin das alles führte, wenn es nicht rechtzeitig ein Ende fand. Den ganzen Schultag lang hatte sie kaum an etwas anderes denken können, weswegen sie den heutigen Mathetest sicher vergeigt hatte. Ihre Eltern wären sicher nicht erfreut darüber, das ihre schulischen Erfolge wieder nachließen.

,,Bist du dir denn sicher, dass du nichts für Chat Noir empfindest?“, fragte Tikki und schwebte zu ihr. ,,Du scheinst seit gestern sehr mitgenommen.“
Ihr Kwami ließ sich neben ihr auf dem Kopfkissen nieder und sah aus ihren tiefblauen Augen zu ihrer Heldin. ,,Ich liebe Adrien.“, murmelte Marinette. Daran hatte sich nichts verändert.
Noch immer klopfte ihr Herz schneller, als sie daran dachte, wie oft er sich heute ihr zugewandt hatte.
,,Doch wenn Chat Noir bei mir ist, scheint dies meinem Herzen komplett egal zu sein.“
Hilflos sah sie zu Tikki, als könnte sie dieses Rätsel lösen.
,,Wenn er je erfährt, dass ich Ladybug bin, wird er denken, dass ich nur mit ihm gespielt habe.“
Allein der Gedanke, wie enttäuscht er von ihr wäre, ließ sie unangenehm erzittern.
Das könnte ihre komplette Teamarbeit zerstören.
,,Ihr seit beide noch jung, da spielen die Hormone gerne verrückt.“, begann Tikki und klang fast wie ihre Mutter, als diese Marinette vor einigen Jahren über die Blümchen und Bienen aufklärte. Mit mehr Details als sie hören wollte.
,,Es gibt nur wenige Wege, die ihr einschlagen könnt. Entweder ihr vertraut in euch und werdet sehen, wohin euch diese Anziehung hinführt oder ihr beendet es, bevor es weiter geht als ihr wollt. Doch ihr müsst es klären, wissen wie ihr beide darüber denkt, um eure Grenzen setzten zu können.“
Eigentlich hatte Marinette gehofft, ihr Kwami würde ihr einfach davon abraten. Kurz dachte sie darüber nach, wie jede Entscheidung sich auswirken könnte, auf ihre bisherige Bindung.

,,Wenn wir es beenden, könnte es unsere Freundschaft zerstören.“, bemerkte sie zerknirscht. Solange es sich zwischen ihnen immer wieder so aufheizte, müssten sie sich aus dem Weg gehen, damit die Lage sich erst einmal beruhigen konnte und abkühlte. Dabei hatte sich Marinette inzwischen so sehr an seine Gesellschaft gewöhnt. Zu gerne wüsste sie, wie Chat darüber dachte, dass würde vieles erleichtern. Doch mit ihm darüber zu reden, schien ihr keine gute Idee, das würde alles auf eine ganz andere Ebene bringen, da sie dieses Thema bisher immer stillschweigend beiseite geschoben hatten. ,,Ihr werdet euch sicher für das Richtige entscheiden.“, müde lächelte Tikki sie an, während ihr langsam die Augen zufielen. Die ganze weitere Nacht dachte Marinette über alles nach und bekam kaum ein Auge zu. Erst als sie ihre Entscheidung traf, schaffte sie es endlich einzuschlafen.


3 Tage später...

Nach einer abendlichen Dusche stieg Marinette die Stufen zu ihrem Zimmer nach oben. In Gedanken über den heutigen Akuma suchte sie sich ihre Schlafsachen aus dem Schrank und drehte sich herum. Ein Schrei hätte fast ihren Mund verlassen, als sie Chat Noir direkt hinter sich entdeckte. Gelassen lehnte dieser an ihrer Wand und hatte seine Arme verschränkt.
Sie bemerkte wie seine Augen über ihren Körper glitten, welcher nur durch ein rosa Handtuch bedeckt war. Impulsiv griff sie nach diesem, um sicher zu gehen, dass nichts verrutschte.
,,Musst du mich jedes Mal so erschrecken?“, fragte sie ihn mit leichter Wut. Irgendwann bekam sie noch einen Herzinfarkt, wenn er sich immer so in ihr Zimmer schlich.

Amüsiert betrachtete Chat seine Prinzessin, die ihn wütend an funkelte.
Ihre strahlend blauen Augen nahmen ihn völlig ein. Sie wirkte, wenn sie sauer war, meist wie ein Pandababy, das versuchte furchteinflößend zu wirken.
,,Ich muss zugeben, dass es amüsant ist“, frech grinste er ihr entgegen.
,,Hast du denn keine anderen Damen, bei denen du herum streunen kannst?“, fragte sie ihn.
Eine Aussage, die ihn verwunderte und zeitgleich auch etwas zusetzte. Dachte sie wirklich so von ihm? Langsam trat er auf sie zu und ließ sie keinen Augenblick aus den Augen.

Wie eine verängstigte Maus schaffte Marinette es nicht sich von der Stelle zu bewegen, als Chat auf sie zuging. Ihr Herzschlag beschleunigte sich, je näher er ihr kam. Er pulsierte so stark in ihren Ohren, dass sie schon befürchtete, er könnte ihn ebenfalls hören. ,,Es gibt nur eine kleine Lady, bei der ich mich wohl fühle.“, hauchte er ihr entgegen, als er direkt vor ihr zum stehen kam. Seine Finger legten sich an ihre Wange und sie konnte nicht anders, als sich in diese Berührung zu lehnen. Drei Tage ohne ihn waren eine unerwartet lange Zeit gewesen.

Fasziniert betrachtete Chat, wie Marinette auf ihn reagierte. Ihre Lieder senkten sich, bevor sie ihre Augen mit einen Wimpernschlag wieder öffnete und mit glänzendem Blick zu ihm aufsah.
Leicht öffneten sich ihre Lippen, als wollte man ihn zu einem Kuss einladen. Er war hier um das Ganze zu beenden und doch zog sie ihn direkt wieder in ihren Bann, sicher war sie sich darüber keineswegs bewusst. Langsam lies er seine Finger ihre Haut entlang gleiten, über ihren Hals, bis zu dem Rand ihres Handtuches, welches sie fest an sich drückte.
,,Der Fleck ist kaum noch zu sehen.“, bemerkte er mit leichten bedauern.

Marinette sah zu ihm auf und wusste darauf nichts zu erwidern. Die ganzen letzten Tage hatte sie sich all ihre Wörter sorgsam zurecht gelegt. Doch seine Nähe brachte ihre Entschlossenheit bereits wieder ins Wanken. Wieso reagierte ihr ganzer Körper so intensiv auf ihn?
,,Könnte ich mich umziehen?“, presste sie hervor, um wieder Distanz zwischen sich bringen zu können. Die Empfindungen die er auslöste, hinterließen ein brennendes Gefühl in ihr, selbst als sie zurück trat und den nötigen Abstand zwischen sie beide brachte.
,,Oh..natürlich. Tut mir leid.“ Eine leichte Röte schien sich unter seiner schwarzen Maske zu bilden, vielleicht bildete sie es sich aber auch nur ein. Sofort trauerte ein Teil von ihr seinen Berührungen hinterher. Ganz der Gentleman wandte er sich ab und drehte sich zur Wand. Marinette lies das Handtuch zu Boden gleiten und bemerkte, wie er bei dem Geräusch leicht zusammenzuckte. Zügig zog sie sich ihren Pyjama an, während sie in der wenigen Zeit versuchte sich zu beruhigen. ,,Ich bin fertig.“

Chat drehte sich zu ihr herum und sah zu wie sie in ihrem niedlichen rosa Pyjama zum Spiegel ging, um ihr feuchtes Haar durchzukämmen. Er zog diesen Anblick gerade zu in sich auf, denn er wusste, dies war sein letzter Besuch, für eine unbestimmte lange Zeit.
,,Wir müssen reden, Marinette.“ Sie hielt in ihrer Bewegung inne und legte seufzend ihre Bürste zur Seite. ,,Das müssen wir.“, stimmte sie ihm zu. Ihr Blick war fest und zeigte keinerlei Emotionen.
Dabei war sie sonst so leicht zu lesen. Die beiden setzten sich auf ihre Couch, wobei sie einen großen Abstand hielten. Es fühlte sich falsch an, so weit weg von ihr zu sitzen. Bedrückt betrachtete er die Holzmaserung ihres Bodens. Keiner wusste, wie man dieses Gespräch am besten begann, doch das Thema schwebte wie Ballast über ihnen. Drückte sie nieder und zerstörte alles, was sie in diesen Zimmer erlebt hatten. Die Filmabende und die Nächte, in denen sie geredet und herumgealbert hatten. Betrübt sah er sich in dem kleinen Raum um, während er sich an all ihre gemeinsamen Momente erinnerte. Wie niedlich sie aussah, wenn sie konzentriert an einen neuem Entwurf arbeitete. An ihr schlafendes Gesicht, wenn sie während eines Films einschlief und sich an ihn schmiegte. Wie sie oftmals etwas zum Essen noch für ihn hochholte, zusammen mit einer Tasse warmen Kakao. Wie er sie tröstete, wenn sie einen schlechten Tag hatte und anders herum. All das war nun vorbei und sie beide wussten es. Wieso fiel es ihm also so schwer die Worte auszusprechen? Es wäre doch nur eine Pause, bis die Dinge sich beruhigten und sie wieder rein freundschaftlich agieren könnten. ,,Chat..ich weiß, weshalb du hier bist.“, ergriff nach Minuten des Schweigens schließlich Marinette das Wort. ,,Wir beide lieben eine andere Person und das zwischen uns ist...“, sie seufzte. Scheinbar wusste auch Marinette nicht, wie sie diese Situation in Worte fassen sollte. ,,Kompliziert.“, half er ihr zögernd nach. Nur langsam hob er seinen Kopf um sie anzusehen. Verloren war die Wärme in ihren tiefblauen Augen, als sie zustimmend nickte. ,,Ja, nennen wir es kompliziert.“, schwach lächelte sie, doch es war so unecht, genau wie sein Modellächeln. ,,Es wird wohl Zeit die streunende Katze rauszuwerfen.“, versuchte er zu scherzen.

,,Chat..“, murmelte sie traurig. Sie wusste das er typisch humorvoll versuchte die Stimmung zu lockern und dabei seinen Schmerz verbergen wollte.
,,Nein, hör mir zu, Marinette. Ich weiß, dass wir beide Abstand brauchen, doch ich will deswegen nicht unsere Freundschaft verlieren.“ Berührt von seinen Worten, betrachtete sie ihn und zog ihre Lippen zu einen schwachen Lächeln. ,,Du willst mit mir noch befreundet sein?“
Sie hatte wirklich befürchtet, dass es nie wieder so sein konnte, wie früher. Das er noch Hoffnung in sich trug, machte auch ihr Mut, an diese Freundschaft zu glauben. Auf das Beste zu hoffen.

Der Held runzelte verwirrt die Stirn bei ihrer Verwunderung. ,,Natürlich, will ich das. Du bist meine beste Freundin und um nichts auf der Welt, würde ich das aufgeben.“, sanft lächelte er sie an und Marinette erwiderte es. ,,Also..machen wir eine Pause voneinander und kehren dann wieder zur Normalität zurück?“ Er betrachtete ihre zarten Gesichtszüge, die von ihren dunklen Haar umschmeichelt wurden. ,,Das habe ich gehofft.“ Stumm sahen sie sich an, als würden sie für immer Abschied voneinander nehmen. Alles in ihm wollte sich nach vorne beugen, als wären die Worte nie ausgesprochen worden, doch die Grenze war gezogen. Er hob seine Hand in ihre Richtung. ,,Freunde?“ Ihr Blick senkte sich, als sie diese zögerlich ergriff. ,,Freunde.“

Zusammen kletterten sie nach oben. Noch nie fiel es Marinette so schwer, sich von ihrem Heldenpartner zu verabschieden. Denn dieses Mal würde er nicht mehr so schnell zu ihr zurückkehren. Was wenn er sich wieder verletzte oder ihm etwas zustieß?
Wo wollte Chat dann hin, wenn nicht zu ihr? Allein dieser Gedanke trieb ihr Tränen in die Augen. Da er zum Glück vorran ging, konnte Marinette die Spuren ihrer Sorgen fortwischen,
bevor Chat diese sehen konnte. Er öffnete die Luke und kletterte hinaus in die kühle Nacht.
Er beugte sich ein letztes Mal zu ihr hinab und betrachtete sie unergründlich aus diesen tiefgrünen Katzenaugen. Aus Mangel an Platz, kamen ihre Gesichter sich unmittelbar näher, so dass sie seinen Atem auf ihren bebenden Lippen spüren konnte. ,,Wäre ein letzter Kuss..“, bevor er die Frage komplett aussprach, brachte sie ihn bereits zum Schweigen, in dem sie ihre Lippen auf die seinen drückte. Der Kuss war voller Sehnsucht und Verzweiflung. Tränen rangen ihre Wangen hinab,
doch sie bemerkte diese erst, als der Kuss begann salzig zu schmecken.
Atemlos lösten die beiden sich voneinander. Chat schluckte hörbar und wischte mit seiner behandschuhten Hand über ihre Wange. Man sah ihm an, dass er ebenfalls mit sich kämpfte,
doch am Ende war er es, der sich nach hinten beugte und mit einen letzten traurigen Blick,
die Luke zwischen ihnen schloss. Marinette schloss niedergeschlagen ihre Augen und legte ihre Finger auf das raue Holz. Ihre Gedanken rasten, von Adrien zu Chat, von Chat zu Adrien.
Es war falsch was sie taten und es war richtig gewesen es zu beenden und doch war sie enttäuscht, dass er wirklich gegangen war. Alles in ihr wollte ihn zurück. Sein Lächeln, seine Berührungen, seine Küsse. Frustriert glitt ihre andere Hand in ihr noch leicht nasses Haar. Ihre Mutter sagte immer, dass erwachsen werden nicht einfach wäre. Zum ersten Mal machte Marinette diese Erfahrung nun selbst. Ihr Herz gehörte unwiderruflich Adrien und doch verzehrte sich alles in ihr nach Chat. Es war verwirrend, auf jeder Ebene und doch schien sie sich nicht dagegen wehren zu können. Er hatte ein Feuer in ihr entfacht, welches sich nicht mehr löschen ließ.
Unbekannte Gefühle stürmten auf sie ein, als der Verlust sie bereits niederdrückte. Nie hatte sie so empfunden und ihr war bewusst, welche Bedeutung diese Sehnsucht nach ihm hatte, welche ihr solch eine Angst einflößte. Sie wollte mit ihm weitergehen, als mit jedem anderen Jungen zuvor.
All diese Geschichten über Romantik und Liebe waren nichts als Träumereien. Denn mit Chat wollte sie frech sein, herausfordernd und sich ihm gleichzeitig hingeben. Sehen wohin sie das Ganze führte, so verboten falsch es auch war. Vielleicht gab gerade das dem ganzem seinen Reiz.
Es lag aber auch an den tiefen Vertrauen in ihn, denn sie wusste, dass sie sich bei ihm fallen lassen konnte. Er war rücksichtsvoll und würde ihr niemals wehtun. Entschlossen öffnete Marinette die Luke, an der noch immer ihrer Hand lag.

Chat sah über die Straßen von Paris und fühlte sich so einsam, wie niemals zuvor.
Sie beide hatten diesen Schritt gewollt und doch wollte er wieder zurück zu ihr.
Ihr sagen, dass es ihm egal war, wie kompliziert ihre Bindung war, solange er bei ihr sein konnte. Seine Hände umklammerten das Geländer der Dachterrasse fester, als er noch immer hier stand und sich versuchte einzureden, dass es so besser war. Hinzu was erhoffte er sich?
Das sie empfand wie er? Dass trotz der Liebe zu einem anderen, sie genauso egoistisch war wie er und bei ihm sein wollte? Adrien wollte nur das Beste für ein perfektes Mädchen, wie es Marinette war und doch wollte ein Teil von ihm, sie mit keinem anderen sehen, als mit ihm selbst.
Er wollte sie ganz für sich alleine. Was war nur los mit ihm?
Geräuschvoll wurde die Luke hinter ihm geöffnet und ertappt zuckte der Held zusammen, denn er sollte schon lange weg sein und doch stand er hier.
,,Ich wollte..“, die Stimme versagte ihm als er sich ihr zuwand. Jede Ausrede war vergessen.
Erleichterung spiegelte sich in ihren blauen Augen, gepaart mit wilder Entschlossenheit. Alles in ihm war erschüttert, als ihm klar wurde, dass sie gehofft hatte, dass er noch hier war.
In dem Moment als er sich vom Gelände abstieß, drückte Marinette sich nach oben und sie eilten aufeinander zu. Fest schlang sie ihre Arme um seinen Oberkörper und warf sich ihm regelrecht entgegen. ,,Ich dachte du wärst bereits weg“, hauchte sie und er drückte sie fest an sich. Nein, er wollte sie nicht aufgeben. Trotz seiner Liebe zu Ladybug, zog es ihn zu Marinette. ,,Ich konnte nicht“, gab er ehrlich zu und sie hob ihren Kopf an. Tief sahen sich beide in die Augen.
Nun war es zu spät umzukehren. Gierig fanden ihre Lippen zusammen, als sie diesen Umstand hinnahmen. Zu berauscht von des jeweils anderen, um es zu bereuen.
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