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Katrin & Anni - Back For Good?

GeschichteDrama / P12 / MaleSlash
Andrea "Anni" Brehme Katrin Flemming-Gerner
01.07.2019
04.07.2019
2
1.674
1
Alle Kapitel
7 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
01.07.2019 955
 
(Diese FF habe ich damals nach Annis Ausstieg als Zukunftsvision geschrieben. Anni ist meine ewige Lieblingsrolle von GZSZ, und ich hätte gerne noch viele, viele Monate von "Kanni" gehabt. Jetzt aktualisiere ich die FF und würde sie jetzt gerne nach und nach veröffentlichen. Sie ist eigentlich schon fertig, damals waren es 10 Kapitel. Ich hoffe, die Aktualisierungen klappen alle, ohne dass es die Geschichte zerreißt und ich hoffe, ihr habt genauso viel Spaß beim Lesen, wie ich hatte, sie zu schreiben. :)

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Mit einem mulmigen Gefühl trat sie aus dem U-Bahnhof auf den Kollekiez hinaus und sah sich um. Gott sei Dank, noch sah sie niemanden Bekanntes. Sie war sich nicht sicher, ob die auf ihrer Durchreise wirklich einen Abstecher hierher machen sollte. Auf der einen Seite waren hier ihre Freunde und sie hatte hier ein paar turbulente, aber absolut geile Jahre verbracht. Andererseits war hier aber auch sie.

Anni Brehme hatte, seitdem sie damals auf dem Festival ihre Sachen gepackt hatte, und aufgebrochen war, um die Welt zu bereisen, noch oft an Katrin Flemming denken müssen. Irgendwie war da immer noch etwas unfertiges, etwas zwischen den beiden, was nie wirklich geklärt war. Sie hatte Katrin damals ihre Liebe gestanden, Katrin, auf der anderen Seite, wollte jedoch nichts Festes. Anni musste immer noch schnauben wenn sie daran dachte. Normalerweise war sie es doch immer gewesen, die keine Frau für eine richtige Liebesbeziehung war. Aber anscheinend hatten die Flemming Frauen da einen ganz außergewöhnlichen Einfluss auf sie, denn vor Katrin gab es da schon ihre Tochter Jasmin. Auch in New York, wo Jasmin mittlerweile lebte, war Anni gewesen, und hatte Jasmin besucht. Jasmin hatte es geschafft und war zu einer der erfolgreichsten Modedesignerinnen New Yorks geworden. Sie hatten viel miteinander geredet, gelacht, aber auch nicht mehr. Viel mehr hatten sie es geschafft, sich auf komplett tief empfundener freundschaftlicher Basis zu begegnen.

Anni sah sich um. Wo sollte sie zuerst hin? In die WG? Nein, Lily hatte bestimmt Schicht im Krankenhaus, und Sunny war bestimmt mit ihrem Studium beschäftigt. Am besten ging sie ins Vereinsheim, um ihren besten Freund Tuner zu überraschen. Der würde Augen machen. Sie hatte es leider nicht geschafft, sich so häufig bei ihren Freunden zu melden, wie sie es gerne getan hätte. Sie hievte ihre Tasche über die Schulter und machte sich auf den Weg. Nanu, die Front des Ladens sah anders aus. Hatte Tuner sein Konzept umgestellt? Das wirkte alles so modern, so…zusammenpassend. Ganz anders als damals. Sie öffnete die Tür und trat ein. Mit großen Augen sah sie sich um. Hier war einiges passiert. Sie forcierte ihren Blick auf den Tresen, in der Erwartung, ihren Tuni dahinter zu sehen. Umso überraschter war sie, als sie Laura Weber sah, wie die Cappuccino aus einer Kaffeemaschine ließ. Was wollte die denn hier? Warum hatte Tuner sie eingestellt, nach allem, was Laura angestellt hatte? Mit unterkühltem Blick ging sie auf Laura zu.
„Was machst du hier?“, fragte sie barsch.
Laura sah sie überrascht an.
„Anni.“
Mehr brachte sie erst einmal nicht heraus, bis sie sich wieder Annis Frage erinnerte.
„Ich…ich arbeite hier…“
Anni schnaubte verächtlich.
„Du willst mir ernsthaft sagen, dass Tuner dich eingestellt hat…dich???“, fragte sie.
Laura sah Anni mit großen Augen an.
„Anni, Tuner arbeitet nicht mehr hier.“
„Wie, Tuner arbeitet nicht mehr hier?“, äffte Anni Laura nach.
„Naja, er…hat eine anderer Karriere eingeschlagen…“
„Was hast du mit Tuner gemacht, Laura?“, fragte Anni mit einem gefährlichen Funkeln in den Augen nach.
„Anni…“
Aber weiter kam sie nicht, denn die Tür zum Vereinsheim ging auf, und herein kam…sie.

Katrin Flemming hatte das Handy am Ohr und diskutierte gerade mit ihrem Partner bei Wealth & Living, Felix Lehmann, über die Vertragskonditionen ihres letzten Projekts. So viel Unfähigkeit wie dieser Lehmann an den Tag legte, nervte Katrin, die sich die Argumente ihres Partners mit einem Augenrollen anhörte.
„Ich sehe mir das gleich selbst noch einmal an, Felix…Ja, wie besprechen das…da bin ich mir sicher. Gib mir noch zehn Minuten.“
Katrin legte auf. Als ob es nicht schon genug war, sich mit Felix Lehmann auseinandersetzen zu müssen, musste sie jetzt auch noch ausgerechnet bei ihrer Erzfeindin Laura Weber ihren Kaffee kaufen.
„Einen Latte Macchiato zum Mitnehmen!“, herrschte sie über den Tresen.
„Kommt sofort“, meinte Laura kurz angebunden.
Katrin hatte Anni nicht bemerkt. Sie hatte ihr Handy in ihre Tasche gleiten lassen und suchte nun nach ihrem Geldbeutel. Erst, als sie neben ihr am Tresen stand, merkte sie, dass sie nicht die einzige Kundin war, die offensichtlich auf ihre Bestellung wartete.
„Oh, entschuldigen Sie bitte, ich hab sie nicht…“
Nun sah Katrin Anni und verstummte, wobei ihr der Mund offen stehen blieb.
„Schon gut!“, meinte Anni, betont lässig.
Eine Spur zu betont für ihren Geschmack.
„Anni!“
Katrin traute ihren Augen nicht. Da stand sie wirklich vor ihr. Anni. Und sofort kamen die Bilder wieder hoch. Anni und Sie, zu zweit, ganz nah, dieser Nervenkitzel, diese lauernde Gefahr, erwischt zu werden.
„Hallo Katrin“
„Was machst du hier?“, fragte KF überrascht.
„Ich bin auf der Durchreise und dachte, ich komme mal meine Freunde besuchen. Um der alten Zeiten willen.“
Verdammt, das klang bitterer als es eigentlich gemeint war. Dann etwas weicher.
„Du siehst gut aus.“
Katrin strich geschmeichelt eine Strähne hinter die Ohren.
„Danke. Du aber auch.“
Katrin machte eine überforderte Geste.
„Katrin, dein Latte Macchiato!“
Laura stellte einen großen, weißen Becker auf den Tresen.
„Das macht, 4 Euro 80.“
Katrin holte einen 5 Euro Schein aus Ihrem Geldbeutel und legte ihn auf den Tresen.
„Stimmt so.“
Sie nahm den Becher, und sah Anni an.
„Also…man sieht sich!“
„Ja, man sieht sich!“, erwiderte Anni.
Ohne ein weiteres Wort ließ Katrin Anni stehen und verließ überfordert das Vereinsheim.
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