Free until dawn

GeschichteAllgemein / P16
Black Widow / Natasha Romanoff Captain America / Steven "Steve" Grant Rogers Iron Man / Anthony Edward "Tony" Stark Loki OC (Own Character) Winter Soldier / James Buchanan "Bucky" Barnes
01.07.2019
26.03.2020
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Ich darf mich wieder sehr über einen neuen Favo-Eintrag und über drei Reviews von Kupferfisch, Skimond D Uzumaki und Phoexb zum letzten Kapitel freuen. Vielen lieben Dank!
Hoffentlich sind die Charaktere in diesem Kapitel nicht zu sehr OC geraten...
Ich hoffe, ihr erfreut euch noch alle bester Gesundheit!


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Wir fliegen schon seit einer gefühlten Ewigkeit. Kaum hatte wir den Heli betreten, tastete Svenson meine sämtlichen Jacken- und Hosentaschen nach einem Telefon oder sonstigen Utensilien ab. Natürlich fand er nichts…Gar nichts! Kaum das er sich neben mich gesetzt hatte, versieht er unserer nebeneinander liegenden Handgelenke mit je einer Handschelle, um eventuelle Schnapsideen meinerseits gleich zu unterbinden, wie er meint.
Ich starre aus dem Fenster auf die kleinen Häuser und Grünflächen die wir gerade überfliegen. Die innere Ruhe, die ich kurz vor dem einsteigen verspürt habe, hat sich schon längst wieder verflüchtigt und einen dicken Knoten der Panik in meinem Magen hinterlassen.
„Wissen Sie, wir wollten Sie letztens vor der Bar schon mitnehmen, aber da wurde uns ja ein Strich durch die Rechnung gemacht, also mussten wir andere Maßnahmen ergreifen.“ Lässt der Beamte mich ungefragt wissen.
Ausdruckslos starre ich ihn an. Wieso überrascht mich diese Offenbarung nicht?
„Sie wussten das ich an diesem Abend in der Bar sein würde.“ Stelle ich nüchtern fest.
„Ich hatte gewisse Vorbereitungen getroffen und gehofft, dass es auch tatsächlich so sein würde.“
„Und um sich zu versichern sind Sie an diesem Abend mit Ihrem Partner vorbeigekommen.“
„Mit meinem unwissenden Partner, ja!“
Sprachlos begegne ich seinem Blick. Mir fehlen wirklich die Worte. Mein Kopf ist leer. Es ist einfach unglaublich, dass sich der böse Polizist letztlich als der gute rausstellt, und umgekehrt…
Eine Zeitlang schweigen wir.
„Sie wissen, dass wir gerade gegen meine Auflagen verstoßen, oder? Ich darf New York City nicht verlassen.“ Erinnere ich ihn, vielleicht in der wagen Hoffnung, dass sie mich doch nicht so weit wegbringen würden.
„Vergessen Sie ihre Auflagen.“
„Wieso? Weil nie wieder jemand etwas von mir hören wird?“ Die Frage kommt, ohne nachzudenken und um einiges ruhiger raus, als ich mich fühle.
„Das liegt ganz bei Ihnen.“
Ich reise die Augen auf und merke wie mir die Farbe aus dem Gesicht weicht, denn eigentlich hatte ich das eher als makabren Scherz gemeint. Meine Nervosität steigt gleich noch weiter an.
„Aha, und was muss ich dafür tun? Weiße Kaninchen aus einem Zylinder zaubern?“ plappere ich aufs gerade wohl drauf los, um mich von den finsteren Gedanken abzulenken.
Ein schmallippiges Lächeln liegt auf Svensons Lippen.
„Das werden Sie noch früh genug erfahren.“
Ob es Sinn macht weiter nachzubohren um mich innerlich vorbereiten zu können? Oder will ich es lieber nicht wissen?

Die unmöglichsten Fragen schießen mir durch den Kopf. Wie lange konnte ein Helikopter in der Luft sein, bevor er zum Auftanken landen musste? Ich versuche mein sehr mageres Wissen über Hubschrauber zusammen zu kratzen. Ich glaube mal gelesen zu haben, dass sie, je nach Modell, etwas mehr als 1000 Kilometer weit mit einer Tankfüllung kommen, ich kann mich aber auch täuschen. Mal ehrlich, wer merkt sich denn so etwas?
Aber sollte ich richtig liegen, war diese Tatsache schon absolut entmutigend, denn das allein würde schon einen riesigen Suchradius ergeben.
Doch schon merke ich, dass wir mit dem Heli langsam an Höhe verlieren.
„Wir landen?“ frage ich, vielleicht eine Spur zu hoffnungsvoll.
„Indirekt, wir steigen um.“
Mir klappt der Mund auf. Schon wieder? Wo wollen die denn mit mir hin? Ich hätte nicht mitfliegen sollen! Wieso musste ich mich noch tiefer in die Scheiße reiten, als es eigentlich nötig gewesen wäre?
„Wohin bringen Sie mich?“
Keine Antwort. Aber das wundert mich nicht wirklich, denn eigentlich habe ich auch keine erwartet. Als ich aus dem kleinen Fenster sehe, fällt mein Blick auf ein kleines schickes Privatflugzeug. Durfte ich zu hoffen wagen, dass dieses nicht für uns gedacht ist? Mit einem Flugzeug würden sie mich so ziemlich überall hinbringen können. Die Avengers würden mich nie finden, vorausgesetzt sie suchten mich überhaupt...
Als der Helikopter direkt neben dem Jet landet und ich nach draußen und in Richtung des wartenden Flugzeuges geschleift werde, verfluche ich mich und meine grenzenlose Dummheit aufs Neue. Was um alles in der Welt hat mich dazu gebracht in diesen Helikopter zu steigen? Wie konnte ich nur so dumm sein? Aber jetzt war es zu spät, um es sich anders zu überlegen. Svenson richtet unablässig seine Achtunddreißiger auf mich. Für mich gibt es definitiv keine Möglichkeit zur Flucht während wir umsteigen. Für Shadow vielleicht, aber woher soll ich wissen, was sie genau kann oder wie gut sie ist? Natürlich haben die Avengers mir ein wenig darüber erzählt, aber deswegen kann ich ihr Können trotzdem nicht einschätzen. Vielleicht würde ich die Verwandlung wagen, wenn ich Shadow schon einmal richtig in Aktion erlebt hätte und besser über ihre Fähigkeiten informiert wäre, aber so traue ich mich einfach nicht. Noch zu deutlich und lebhaft habe ich diesen beängstigend krachenden Schuss im Ohr!
Schisser, der ich gerade bin, bleibt mir nichts andere übrig, als mich in das Flugzeug schleifen zu lassen.

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Knapp drei Stunde nach dem Gin abgeholt wurde, befand sich Tony mit Steve in seiner Werkstatt. Der Milliardär wollte einen neuen Abwehrschutz in seinen Anzug einbauen, der gegen Captain America höchst selbst bestehen musste.
Steve machte sich und sein Schild gerade zur Attacke bereit, als Friday sich meldete.
„Captain Rogers, Detektiv Hoffs ist am Telefon.“
Irritiert wechseln die beiden Männer einen Blick, während Steve das Schild sinken ließ.
„Sie werden sie doch nicht einfach verhaftet haben, oder?“ sprach Tony leise seine Befürchtung aus.
„Hat er gesagt was er möchte?“ fragte der Blonde nach und überging Tonys Schwarzmalerei erstmal.
„Eigentlich möchte er Miss Nolan sprechen, aber da sie gerade nicht verfügbar ist, dachte ich, Sie übernehmen das Gespräch.“ Schaltet sich Friday erneut ein.
Verwirrt wechselten die Männer einen Blick.
„In Ordnung, danke. Kannst du das Telefonat hierrunter verbinden?“
„Natürlich, Captain.“
Warum sollte der Detektiv anrufen und nach Gin fragen, wenn diese sich doch schon auf dem Revier aufhalten müsste? Als das Signallämpchen aufleuchtete, drückte Steve den entsprechenden Knopf und meldete sich per Freisprecher.
„Detektiv Hoffs, hier spricht Steve Rogers, Mr. Stark ist auch anwesend.“
„Guten Tag Captain Rogers, Mr. Stark. Eigentlich wollte ich mit Miss Nolan sprechen.“
„Haben Sie sie auf dem Revier verpasst?“ meldete sich Stark zu Wort.
„Wieso auf dem Revier?“ fragte der Detektiv irritiert nach.
„Ihr großer Kollege, Svenson heißt er glaube ich, hat Miss Nolan vor beinahe drei Stunden hier abgeholt um sie wegen einer Gegenüberstellung mit aufs Revier zu nehmen.“
Ein schnauben war zu hören.
„Das muss ein Missverständnis sein. Mein Partner, Sergeant Martin Svenson, hat heute seinen Freien Tag, genau wie ich eigentlich.“
„Und warum arbeiten Sie dann beide?“ fragte Tony weiter.
„Weil ich gerade die Richterliche Verfügung für den Durchsuchungsbefehl für Miss Nolans Wohnung bekommen habe und ihr die Möglichkeit geben wollte, während der Durchsuchung dort anwesend zu sein.“
Schweigen.
„Okay, aber wie schon gesagt, Miss Nolan ist vor weit über zweieinhalb Stunden mit ihrem Kollegen, Martin Svenson, aufs Revier gefahren.“ Den Namen hatte Tony in dem Polizeiausweis mit der Dienstmarke gelesen, welche ihm der Sergeant unter die Nase gehalten hatte.
„Hm, das ist merkwürdig. Vielleicht hat der Sergeant vergessen mich zu informieren. Dann werde ich wohl meinen Partner mal anrufen und beim Revier vorbeifahren.“
„Machen Sie das. Melden Sie sich doch bitte, wenn Sie die beiden dort nicht antreffen sollten.“ Ergänzte Steve, bevor das Gespräch beendet wurde.

„Was war das gerade?“ sprach Tony aus, was beiden durch den Kopf ging.
„Ich habe keine Ahnung. Vermutlich weiß A nicht was B macht. Meinst du wir sollten uns Sorgen machen?“
Tony zuckte unsicher die Schultern.
„Bist du ganz sicher, dass es der richtige Sergeant war, der sie abgeholt hat?“ wollte sich Steve nochmal vergewissern.
„Friday, hol bitte Informationen über Sergeant Martin Svenson vom NYPD ein und leg gleich ein Foto von seiner Akte zum Direktvergleich mit einem hier aufgenommenen Bild auf den Großbildschirm in diesem Raum.“ Wies Tony seine KI an, während er und Steve sich direkt auf den Weg zu besagtem Bildschirm machten.
„Sehr wohl, Boss!“
Kurz darauf wurde das Schwarz des Bildschirmes von zwei Bildern verdrängt. Fachmännisch warfen die Herren einen Blick darauf. Es war eindeutig ein und derselbe Mann.
„Okay, offensichtlich weiß A wohl wirklich nicht was B macht. Wenigstens sind wir keinem Betrüger aufgesessen.“ Bemerkte Tony eine Spur erleichtert.
„Trotzdem kommt es mir irgendwie komisch vor. Dir nicht auch?“ Äußerte sich der Captain skeptisch, während der Milliardär erneut unsicher die Schultern zuckte und sich nach einem kurzen räuspern, schließlich zu Wort meldete.
„Weißt du, schon als am ersten Abend nur ganz wenige Stunden nach eurer Begegnung mit ihr auf sie geschossen wurde, hätte uns sofort klar sein müssen, dass wir uns mit ihr nichts weiter als haufenweise neue Probleme aufhalsen und ins Haus holen würden.“ Bemerkte der Erfinder trocken.
„Ja, aber du hast auch eigewilligt gehabt Shadow zu unterstützen und Gin hier zu behalten.“ Erinnerte Steve ihn.
„Ja, ich weiß, ich wollte es trotzdem mal gesagt haben. Und da wir uns dort haben mit reinziehen lassen, stecken wir bis zum Hals mit drin.“, Seufzte der Erfinder bevor er sich erneut an seine KI wandte.
„Friday, wurde vor zwei bis drei Stunden ein Verkehrsunfall mit einem schwarzen SUV gemeldet? Oder gibt es irgendeinen Hinweis darauf, dass Gin nicht im Revier angekommen ist?“
„Ich habe den Wagen nicht verfolgt, Boss, aber es sind keine Unfälle mit einem schwarzen SUV, oder mit Personenschaden gemeldet worden.“
„Danke. Hätte mich auch gewundert. Diese Art von Pech passt nicht zu ihr. Viel zu unspektakulär.“ Äußerte der Iron Man übertrieben sarkastisch, bevor er ergänzte: „Wahrscheinlich machen wir uns gerade völlig unnötig Gedanken, bestimmt ist alles in Ordnung.“ Erinnerte er sich doch noch genau, dass er erst vor kurzem von der Rothaarigen zurechtgewiesen wurde, dass sie bei dem Sergeant absolut sicher war. Ja, das sieht man…
„Vielleicht sollten wir sie einfach kurz anrufen und fragen ob alles gut ist.“ Überlegte Steve laut.
Diese Möglichkeit war Tony auch schon durch den Kopf gegangen, doch hatte er seine Gründe, warum er diesen Anruf noch nicht getätigt hatte.
„Tu was du nicht lassen kannst, mich hat sie heute schon zurechtgewiesen, dass ich es mit meiner Paranoia und Führsorge übertreibe.“ Antwortete er immer noch eine Spur beleidigt.
Völlig unbeeindruckt davon, wies Steve Friday an, Gins Nummer zu wählen.
„Es scheint, als hätte Miss Nolan das Gebäude ohne ihr Mobiltelefon verlassen. Ich vernehme ein klingelndes Geräusch aus ihrem Zimmer.“ Informierte Friday.
Tonys Blick in Richtung Steve sagte dem Supersoldaten im Grunde alles, dennoch ließ es sich der Milliardär nicht nehmen, seinen Unmut auch verbal kundzutun.
„Wieso wundert es mich nicht, dass sie es just dann nicht dabeihat, wenn wir sie erreichen möchten?“ wollte das Genie rhetorisch wissen, verstummte aber als er die Sorge auf dem Gesicht seines Freundes sah. Er atmete hörbar aus, bevor er erneut das Wort ergriff und den Versuch unternahm, sie beide etwas zu beruhigen.
„Lass uns noch nicht den Teufel an die Wand malen. Sie ist bestimmt wohlbehalten auf dem Revier.“

Eine dreiviertel Stunde nach dem ersten Anruf meldete sich der Detektiv erneut.
„Mr. Stark, Captain Rogers, mein Partner geht nicht ans Telefon, also habe ich bei meinen Kollegen auf dem Revier rumgefragt. Keiner von ihnen hat Svenson oder Miss Nolan heute hier gesehen. Sind Sie ganz sicher, dass es mein Partner war, der Miss Nolan mitgenommen hat?“ fragte dieser nochmals nach.
„Ja Detektiv, wir haben mittlerweile eine unserer Aufnahmen mit seinem Foto verglichen. Er war es zweifellos. Er hatte noch einen jungen, schwarzhaarigen Kollegen dabei.“ Erinnerte sich Tony.
„Okay, und an dessen Namen erinnern Sie sich nicht mehr?“
„Friday, hast du den Namen parat?“ Er selbst hatte leider nur einen flüchtigen Blick auf die Uniform des Frischlings geworfen, die mit Namenszug versehen war.
„Deputy Greenwood, Boss.“
„Greenwood? Sagt mir nichts, aber ich werde mich weiter umhören.“ Überlegte Hoffs laut.
Erneut fanden sich die Blicke der beiden Avengers.
„Machen Sie das. Bitte informieren Sie uns, wenn Sie etwas neues wissen.“ Beendete Steve das Telefonat.
Tony sprach als erster.
„Wir werden uns jetzt daran machen, zu recherchieren, wo die beiden Abgeblieben sind. Sie können sich ja unmöglich in Luft aufgelöst haben.“ Er legte eine kleine Pause ein. Überlegte ob er seinen nächsten Gedanken wirklich laut äußern sollte und entschied schließlich dafür. „Außerdem ist das unglaublich peinlich für die Avengers. Sie wurde in unsere Obhut übergeben und wir haben sie verloren. Wir können von Glück reden, dass nicht wirklich viele Menschen darüber Bescheid wissen, unser Ruf wäre auf ewig ruiniert.“
„Du übertreibst. Außerdem ist das Problem über unser Ruf gerade wirklich nicht das wichtigste. Wir werden sie finden! Friday, ruf das Team zur Versammlung zusammen.“ Befahl der Blonde sofort.

Es dauerte keine Fünf Minuten bis alle versammelt waren. Kurz gaben Tony und Steve einen kurzen Überblick über die letzten Ereignisse.
„Tony und ich vermuten, dass vielleicht die Gruppe wieder zugeschlagen hat und sie, und vermutlich auch der Sergeant, dieses Mal mitgenommen wurde. Wir müssen versuchen, herauszufinden, was mit dem Wagen passiert ist, und warum die beiden Verschwunden sind.“
„Orten wir ihr Handy.“ Gab Sam gleich einen Tipp ab und wollte sich direkt ans Werk machen.
„Geht leider nicht, sie hat ihr Handy nicht dabei.“ Antwortete Steve.
„Wieso wundert mich das eigentlich nicht.“ Seufzte Clint.
„Tony, du hast doch jedem von uns ein Ortungsgerät verpasst. Hat sie auch eins?“ versuchte es Nat mit der nächsten Idee.
„Ähm…Nein… ich dachte das wäre nicht so dringend nötig, da sie bisher immer von einem von uns begleitet wurde. Dummerweise bin ich dem Sergeant vorhin nur zufällig über den Weg gelaufen und hatte auf die Schnelle keines bei mir, um es ihr noch unauffällig unterjubeln zu können. Schließlich trage ich die Dinger ja nicht ständig aus Spaß mit mir rum.“ Jeder konnte sehen, dass Tony sich für dieses Versäumnis selbst schon gerügt hatte.
„Eine Verkehrsüberwachung können wir auch vergessen. Hier draußen gibt es außer auf diesem Grundstück und um das Gelände keine weiteren Kameras.“ Schloss Steve auch die nächste Möglichkeit aus.
„Wäre auch irgendwie langweilig, wenn sie es uns zu einfach machen würde, oder?“ fragte Natasha nur halb ironisch in die Runde.
„Da es nicht anders geht, müssen wir wohl auf eine altmodische und Zeitaufwändige Satellitenüberwachung zurückgreifen.“ überlegte Clint laut. „Nat und ich übernehmen das.“

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Wir flogen Pi mal Daumen erneut drei oder vier Stunden, vielleicht auch noch länger, bevor wir an irgendeinem kleinen klitschen Flughafen mitten im nirgendwo landeten, von wo ich anschließend wieder in ein dort wartendes Auto verfrachtet werde. Ich habe nicht annährend eine Ahnung wo wir uns hier befinden könnten, das einzige was ich weiß ist, dass es hier bitter kalt ist und ich ihnen auf Gedeih und verderbt ausgeliefert bin.
Wenn ich irgendetwas Positives an dieser ganzen Situation suchen müsste, dann wäre es vielleicht die Tatsache, dass ich keine Bedenken haben muss Loki in nächster Zeit über den Weg zu laufen. Gegen diesen kurz in mir aufsteigenden, hysterisch Auflachenden Ton, kann ich nichts machen.
Noch immer bin ich dank der Handschelle mit der rechten Hand an Svenson gefesselt, der mit mir auf der Rückbank des silbernen Pickups sitzt. Wir fahren durch kleine, leicht vom Schnee angepuderte Ortschaften. Keiner der Städtenamen auf den Schildern, die wir passieren, kommt mir irgendwie bekannt vor. Vielleicht wüsste ich wohin sie mich gebracht haben, wenn meine Geografischen- und Turbografischen Kenntnisse nicht so eine internationale Katastrophe wären!
Erneut breitet sich eine Welle der Panik in mir aus, als die Gegend immer verlassener wird. Ich muss gegen die aufsteigenden Tränen ankämpfen. Was habe ich mir nur dabei gedacht mich mitnehmen zu lassen? Wie konnte ich nur so bescheuert, leichtsinnig und lebensmüde sein?
„In einer Stunde sind wir da.“ Werde ich informiert.

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Tick Tack, Tick Tack... 92 Minuten nach dem ersten Gruppenmeeting

„Wir konnten den schwarzen SUV aufspüren und haben Sattelitenaufzeichnungen entdeckt, die ihn auf einer großen Rasenfläche, zirka fünfunddreißig Meilen von hier zeigen. Friday, wärst du so nett, das Bild auf dem großen Bildschirm zu bringen?“ Wies Natasha die KI an.
Kurz darauf erschien das genannte Satellitenbild auf dem großen Bildschirm im Konferenzzimmer der Avengers.
„Ist das ein Hubschrauber?“ erkundigte sich Sam nach dem eindeutigen Eyecatcher auf diesem Bild.
„Ja, und da…“ Clint wies auf drei Gestalten, die ebenfalls aus der Vogelperspektive auf diesem Abbild zu sehen waren. „…sieht man, wie Gin von dem großen Polizeibeamten mit einer Waffe genötigt wird einzusteigen.“
Kurzes schweigen.
„Warum hat sie sich nicht von Shadow daraus holen lassen?“ überlegte Wanda laut.
„Vielleicht hat sie ihr Amulett nicht dabei.“ Brachte Thor sich ein.
„Wenige Minuten bevor sie los ist, hatte sie es noch getragen.“ Erinnerte sich Loki. Sie hatte es um den Hals, als sie sich bei der Bibliothek begegnet waren. Wie stellte dieses Weib das an, dass ihr das Pech wahrlich auf dem Fuß zu folgen schien? Einfach unglaublich, dass sie sich schon wieder in Schwierigkeiten gebracht hatte. Zum Glück war ihm das völlig egal…
Oder?
„Ja stimmt, sie hatte es auch noch um, als ich sie auf dem Weg aufgehalten habe.“ Pflichtete Bruce Lokis Aussage bei.
„Und warum unternimmt sie dann nichts?“ wollte jetzt auch Pietro leicht aufgebracht wissen.
„Vielleicht hat sie im Eifer des Gefechts nicht daran gedacht, dass Shadow etwas unternehmen könnte?“ Mutmaßte Tony, während ihn immer wieder der gleiche Gedanke verfolgte: Ich hatte sie gewarnt!
Vielleicht hätte er auf seinen Vorschlag bestehen und ihr notfalls heimlich aus der Luft mit seinem Anzug folgen sollen. Aber er musste zugeben, dass ihre Argumente für ihn ziemlich überzeugend geklungen hatten. Und wenn er ganz ehrlich zu sich selbst war, hätte er dem sanftmütig wirkenden Sergeant eine solche Aktion gar nicht ernsthaft zugetraut.
„Wenn ihr mich fragt, ist sie bewusst eingestiegen.“ Äußerte sich Loki.
„Dich hat aber keiner gefragt. Mal ehrlich, aus welchem Grund sollte sie sich freiwillig mitnehmen lassen? Sie ist doch nicht meschugge oder gar lebensmüde. Außerdem ist die Waffe, mit der sie bedroht wird, hier eindeutig zu erkennen.“ unterbrach Clint.
„Ehrlich gesagt glaube ich Loki hat recht.“ Äußerte sich Natasha vorsichtig und fing sich verwunderte Blicke von allen Seiten ein. Selbst Loki war von der unerwarteten Unterstützung überrascht.
„Aus welchem Grund sollte sie deiner Meinung nach so leichtsinnig handeln?“ Sprach Steve den Gedanken aller laut aus.
„Wir hatten bisher nicht wirklich irgendwelche Anhaltspunkte zu den Kerlen die hinter ihr her sind und die wir letztens für sie vermöbelt haben. Keiner von den wenigen, die wir festsetzen konnten, hat bisher gesprochen. Vielleicht wollte sie die Möglichkeit nutzen an die Quelle zu kommen. Wollte herausfinden wer warum hinter ihr her ist und erst dann Shadow als Geheimwaffe einsetzen. Ein weiterer Punkt ist, dass ihre Freundin demnächst heiratet. Wir haben gestern erst darüber gesprochen und sie weiß, dass sie unter den momentanen Umständen unmöglich an dieser Hochzeit teilnehmen kann, ohne alle anderen Anwesenden dort zu gefährden. Gut möglich, dass sie die Leichtsinnige Hoffnung und blöde Idee hatte, die Sache noch vor der Hochzeit Regeln zu können.“ Sprach Natasha ihre Vermutungen aus.
„Und sie glaubt, sie kann das allein? Überschätzt sie sich da nicht gehörig?“ Der unverhohlene Zweifel in Tonys Stimme war nicht zu überhören.
„Oder sie vertraut auf uns und hofft, dass wir sie rechtzeitig finden und sie unterstützen werden.“ Überlegte Steve laut.
„Ah, und um uns die Suche so einfach wie möglich zu machen, nimmt sie kein Handy mit und hat auch keinen Transponder dabei! Großartig, wirklich ein genialer Plan ohne irgendwelche Lücken!“ Der pure Sarkasmus in Tonys Stimme war unverkennbar.
„Können wir sie mit den Satellitenbildern noch weiterverfolgen?“ Fragte Bucky sachlich.
„Ja, wir sind auch noch am Suchen. Aber das dauert seine Zeit. Bisher konnten wir gerade mal die Flugbahn des Hubschraubers verfolgen.“ Clint klickte auf weitere Bilder, die den Routenverlauf dokumentierten. „Wir haben ihn bis zu einer privaten Landebahn in Nähe von Boston verfolgt. Dort sieht man, wie Gin und der Cop vom Hubschrauber in diesen hellen Privatjet wechseln. Seht ihr das winzig kleine Logo da? Natasha ist es gelungen es zu vergrößern und zu identifizieren. Laut Überprüfung gehört er zu einer Pharmaindustrie, die einem gewissen Frederick Michael Ferguson gehört. Wir sind noch dabei der Richtung zu folgen, die dieser Jet geflogen ist. Wie gesagt dauert es leider seine Zeit an die einzelnen Bilder zu gelangen und zwischen drin immer den Satelliten wechseln zu müssen.“ Entschuldigte sich Clint.
„Ich habe in der Zwischenzeit schon angefangen über Frederick Ferguson zu recherchieren. Offenbar ist er der Erbe dieser großen Pharmaindustriekette mit Hauptsitz in Portland, wo auch sein Hauptwohnsitz gemeldet ist. Er scheint nicht gerade ein armer Schlucker zu sein, denn er hat fast in ganz Amerika weitere Immobilien, zum Beispiel in Manhattan, Boston, San Franzisco, L.A., und auch weltweit in London, Rio, Ibiza und Mykonos.“ Informierte die Black Widow das restliche Team über ihre bisher ermittelten Fakten.
„Okay, aber was will der Typ von Gin? Bist du auf irgendeine Verbindung zwischen den beiden gestoßen?“ Bohrte Sam in Natashas Richtung nach.
„Noch nicht. Aber er scheint auf Social Media Plattformen sehr aktiv zu sein. Ich bin noch nicht dazugekommen mich durch seine verschiedenen Accounts zu klicken und die veröffentlichten Fotos dort begutachten zu können. Ich würde jede Hilfe akzeptieren.“ Ergänzte sie noch den Wink mit dem Zaunpfahl.
„Ich helfe natürlich.“ Bietet Vision gleich an.
„Ich auch!“ schloss sich Wanda an.
„Ich ebenfalls, ich werde sämtliche Fotos und Veröffentlichungen in Rekordzeit durchgehen können.“ Zeigte Pietro die Vorteile seiner Hilfe auf.
„Wunderbar, dann übernehmt ihr die Sozialen Medien und ich werde sein Geschäft noch etwas genauer unter die Lupe nehmen.“ Entschied die Spionin, während Tony immer deutlicher mit dem Kopfschüttelte.
„Ich glaube, da hat jemand noch etwas zu sagen.“ Lenkte Loki die Aufmerksamkeit aller, in Richtung des Genies, welcher auch sofort das Wort ergriff.
„Bin ich eigentlich der einzige, der hier richtig aufpasst? Die grobe Verbindung ist direkt vor unserer Nase. Der Hauptsitz der Firma ist in Portland, richtig? Und Portland ist unter anderem eine Stadt in Oregon, korrekt? Oregon wiederum ist die Gegend, wo laut unseren Informationen die Doppelgängerin hingezogen ist, wenn ich mich nicht irre. Wir alle wissen natürlich, dass der letzte Satzanhang nur rhetorisch gemeint war, da ich mich nie irre!“
„Du meinst Rebecca More ist die Verbindung?“ Faste Bruce das Geplapper kurz zusammen.
Tony hob Erklärend die Hände.
„Ist zumindest die naheliegendste Vermutung, oder?“
„Vielleicht lassen sich auf seinen Internetbildern beweise finden, die diese Theorie untermauern.“ Pflichtete Steve bei.
„Was aber noch nicht erklärt, wie die beiden Frauen zueinander in Verbindung stehen.“ Zeigte Bruce einen weiteren Denkansatz auf.
„Laut der Aussage von Gins Mutter, ist Gin ihr einziges Kind, allerdings würde sich Gin für diese Aussage nicht verbürgen.“ Wiederholte Nat Gins Worte. „Und so wie sich die Sache gerade entwickelt, zweifle ich irgendwie daran, dass sie von ihrer Mutter die Wahrheit gehört hat.“
„Wissen wir ob die Polizei Gins Mutter schon mal mit dieser Frage konfrontiert hat?“ Wollte der analytische Vision wissen.
„Keine Ahnung, aber ich wollte nach der Besprechung ohnehin mit dem zuständigen Detektiv telefonieren. Vielleicht hat er irgendwelche neuen Erkenntnisse die uns irgendwie weiterhelfen können. Bei der Gelegenheit werde ich ihn danach fragen.“ Teilte Steve mit, bevor er ergänzte: „Kann man dir auch irgendwie helfen, Clint?“
„Außer ein zweites Paar Augen, was eventuell mit drüber guckt wüsste ich nicht wie.“
„Ich schau mit drüber.“ Erbot sich Thor sofort.
„Ich auch.“ Pflichtete Bucky bei.
„Bruce, du wolltest doch den Zauber-Doktor erreichen. Hattest du schon Erfolg damit? Es wäre gerade äußert praktisch, wenn er wieder seinen Zauberhokuspokus durchführen könnte, um Gin wie aus dem Nichts hier auftauchen zu lassen?“ Hatte Tony eine spontane Eingebung.
„Bisher noch nicht. Ich habe ihm mehrere Nachrichten hinterlassen, aber er scheint irgendwo unterwegs zu sein. Wir können nur hoffen, dass er bald zurückkommt.“
Steve nickt überlegend in die Runde.
„Okay, da kann man nichts machen. Vielleicht gehst du, Bruce, erstmal wieder zurück an deine Laborarbeit, während der Rest des Teams weitersucht. Tony, Sam, es wäre vielleicht gut, wenn ihr mit Fridays Hilfe Rebecca Mores Hintergrund nochmal genau mit der Lupe durchleuchten würdet, um zu sehen, ob sich irgendwelche Verbindungen zu diesem Ferguson oder Gin finden lassen.“ entschied Steve und erntete ein einverständliches nicken.
„Okay, dann tausche ich jetzt unsere Aktuellen Informationen mit dem Detektiv aus.“ Damit erhob sich der Teamleader und peilte das Telefon auf der Mitte des Besprechungstisches an, während die anderen Anwesenden es ihm gleichtaten, sich ebenfalls erhoben und an ihre neuen Aufgaben gingen.
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