Nachrichten aus der arabischen Welt

DrabbleHumor, Parodie / P6
OC (Own Character)
30.06.2019
08.12.2019
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Vorwort:
Ich habe mich entschieden, ein paar Hetalia-Charaktere für die arabische Welt zu entwickeln. Und mit diesem die Nachrichten aus der Region zu kommentieren. Da ich nicht weiß, was da noch alles passieren wird, kann ich noch nicht sagen, wann die Kapitel kommen werden oder worum genau es da gehen wird. Im ersten Kapitel jedenfalls wird es um die Bahrain-Konferenz gehen, auf der der israelisch-palästinensische Konflikt gelöst werden sollte.

Die Bahrain-Konferenz:

Es war inzwischen auf dem diplomatischen Parkett ein trauriger Klassiker geworden: Konferenzen zum israelisch-palästinensischen Konflikt, einem der tragischen nicht gelösten Konflikte aus dem zwanzigsten Jahrhundert. Und es mochte in der Natur dieses Konfliktes liegen, dass die Leute hinter diesen Konferenzen ihre eigenen Beteuerungen, sie würden eine Lösung finden, selber immer weniger glauben konnten. Aber Amerika hatte es mit seinem kindlichem Optimismus und seiner vollständiger Naivität wieder auf die Spitze getrieben.
„Also ich möchte ja nochmal für meinen Ansatz werben“, begann Frankreich die Diskussion der europäischen Länder darüber.
„Und was genau soll daran besser sein? Bisher sind alle Versuche gescheitert“, stellte Deutschland fest.
„Nun, zumindest habe ich israelische und palästinensische Vertreter schon mal an einen Tisch gebracht. Amerika hingegen…“
„Sie lehnen palästinensische Vertretungen ab. Was soll das für eine Friedenskonferenz sein, wenn von den zwei Hauptbeteiligten nur einer anwesend ist?“, fragte Spanien.
„Es ist ja wohl kein Geheimnis, dass Amerika, also Trump,  in diesem Konflikt uneingeschränkt auf der Seite der gerade nicht mal existierenden israelischen Regierung, also Israels Trump, Netanjahu, steht“, beklagte sich Palästina.
„Das merkt man dieser Konferenz aber nicht an“, sagte eine Stimme von der Tür.
„Israel?“ Jetzt schien Palästina ehrlich überrascht.
„Ich war auch nicht eingeladen. Und wie sogar du begriffen hast, habe ich keine Regierung, die hätte kommen können.“
„Ich habe nicht mal einen Staat.“
Die anderen Länder sahen, dass diese Unterhaltung wieder zielgerichtet auf einen Streit zusteuerte. „Damit haben wir euch beide immerhin an einem Tisch. Damit sind wir schon mal weiter als Amerika. Also, was meinen Vorschlag betrifft“, begann Frankreich wieder.
„Sollten wir nicht doch Jordanien mehr in den Prozess einbinden?“, fragte Spanien. „Wo ist sie eigentlich?“
„Ich glaube, sie ist auf der Konferenz. Wie Marokko und…“
„Ich glaube das nicht. Sie sagten, sie hätten Amerika keine Zusage gegeben, das hätte er nur behauptet.“
„Moment mal“, fragte Deutschland skeptisch. „Wenn weder Israel noch irgendwelche Palästinenser auf dieser Konferenz anwesend waren, was zur Hölle wurde dann dort gemacht?“
„Gute Frage.“
„Und wenn weder Israel noch Palästina noch Jordanien da waren, wer wann dann da? Amerika und ein Spiegel für Selbstgespräche?“
„Ich war da“, erwiderte eine sehr, sehr schlecht gelaunte Stimme.
Deutschland konnte sich schon ausmalen, wie die Konferenz verlaufen war. Er sah England an. „Kein Mitleid“, stellte er klar. „Warum lässt du dich auch auf sowas ein?“
„Was sollte ich denn sonst machen?“, verteidigte sich England. „Irgendwer muss ja auf diese hyperaktiven Kleinkinder aufpassen.“
„So schlimm?“, fragte Italien.
Großbritannien deutete nur hinter sich.
Da sprang ein Land in dem traditionellen weißen arabischen Gewand herum, das gerade ebenfalls von der Konferenz wiederzukommen schien. Es waren die Vereinigten Arabischen Emirate, die durch die Gegend rannten und sich feierten: „Real Estate Deals, Yeah!“

Wie man den israelisch-palästinensichen-Konflikt löst. Nicht.
Tja, das ist wirklich so passiert. In den deutschen Medien gab es so gut wie keine Aufmerksamkeit dafür, weil der israelisch-palästinensische Konflikt zwar immer mal wieder in den Medien ist, Treffen reicher Immobilienmagnate aus den Golfstaaten, Großbritannien und den USA den Deutschen hingegen tendenziell eher egal sind und die Konferenz in Bahrain entgegen der Ankündigungen von Trumps Nahostbeauftragten und Schwiegersohn Kushner definitiv in letztere Kategorie fiel.
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