Für jeden das Richtige

von Snowsong
GeschichteFreundschaft, Schmerz/Trost / P18
OC (Own Character) Veradun / Darth Malgus
30.06.2019
12.07.2019
3
9384
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Vielen dank an meinen unerschrockenen Rechtschreibjäger Kolliy.


Hallöchen und willkommen bei dieser kurzen FF. Das hier hat Augenscheinlich nichts mit meiner Torell- Saga zu tun. Von daher muss man mein anderes Werk nicht kennen.
Natürlich darf man trotzdem rein schauen, auch wenn das hier viele Jahre davor spielt.
https://www.fanfiktion.de/s/545fccc10001602931809de3/1/Das-truegerische-Licht-der-Hoffnung-brennt-hell


Ich freue mich immer über Kritik; seie es positive oder negative.



Wer mit der Zeit hier nichts anfangen kann, darf sich gerne diesen Trailer hier anschauen. Diese Geschichte hier schließt genau da an.

https://www.youtube.com/watch?v=YdgmH9Vv2-I


In diesem Sinne, viel Spaß beim lesen :)

Eure Snowsong


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Eine seltsame Abmachung



Krieg war etwas schreckliches. So viel Tod und Zerstörung wegen... ja, wegen was eigentlich?
Wegen Politik?
Wegen Religion?

Nihl schüttelte ihren Kopf. Weißes, kurzes Haar flog wild herum. Sinnlos war es. Das alles hätte sicher irgendwie vermieden werden können.

Wie so oft fragte sie sich, ob es nicht besser wäre, wenn sich alle Wesen alle Völker unter einem gemeinsamen Banner vereinten. Dann gab es kein Imperium mehr oder eine Republik...
Aber das war ein Wunschdenken, wie sie wusste. Einheitlicher Frieden würde es nie geben, denn es würde sich immer einer benachteiligt fühlen.

Die Sith lagen mit ihrem „Es gibt keinen Frieden“ also nicht so daneben.

Nihl seufzte leise und machte sich auf in das nächste Zimmer. Auch dieses war überfüllt mit Verletzten.
Man sollte meinen, ein Krankenhaus im Herzen der Republik wäre auf das Schlimmste gefasst, aber auch hier hatte sie sich geirrt.
Zu viele Verwundeten, zu wenig Zimmer und zu wenig Ressourcen, um alle zu versorgen. Vor dem Krankenhaus tummelten sich die Schutzsuchenden.

Die Bomber des Imperiums hatten aufgehört anzugreifen. Nun wagten sich die, die noch gehen konnten, aus ihren Verstecken und suchten Hilfe.
Doch Hilfe würde es nicht geben; nicht ausreichend zumindest.

Obwohl die Erinnerung schmerzte, zitternden ihre Hände nicht, während sie einen Verband anlegte. In ihrem Geist herrschte Chaos; vor noch nicht einmal einer Stunde waren Hunderte von Lebenslichter; die Lebenslichter ihrer Familie erloschen.

Und dann hatte etwas den Tempel gesprengt.

Ihre Familie, ihr Heim... alles war zu Staub zermahlen worden. Wie viele überlebt hatten, war ungewiss. Hier auf Coruscant war sie wohl der einzige Jedi, der noch atmete.

Ob sie ein schlechtes Gewissen hatte?
Vielleicht.
Doch Nihl wusste; es hätte nicht viel gebracht, wäre sie im Tempel gewesen. Sie war keine Kämpferin; war es nie gewesen. Ihr Herz, ihr ganzes Sein war es, zu heilen.

Auch heute, während des Angriffes war sie in Coruscant Unterwelt unterwegs gewesen. Sie hatte die aufgesucht, die sich die Medizin nicht leisten konnten.
Da war eine kleine Familie, deren jüngste Kind eine schwere Mandelentzündung hatte, drei Straßen weiter lag ein fiebernder Junge, dessen Blindarm geplatzt war, drei Ebenen tiefer kämpfte ein Mädchen; noch keine 13 Jahre mit der Geburt ihres Kindes, das quer lag...

Wann immer Nihl konnte, ging sie, um zu heilen. Und das hatte ihr heute das Leben gerettet.
Erst als die Bomben fielen, als der Aufschrei von Tausenden von erlöschenden Leben sie erreichte, hatte sie sich auf den Rückweg gemacht.
Aber von Ebene 1245 auf Ebene 5127 zurück war es ein Stück...

Sie lächelte die junge Frau an, deren Arm sie versorgt hatte, ließ sie nicht sehen, wie sehr sie selbst unter dieser ganzen Situation litt, und erhob sich.
Keine Zeit zum Ausruhen!

Im Nebenzimmer lag ein Mann; er war fast völlig verbrannt. Er schrie und jammerte, flehte. Sie hatten keine Schmerzmittel mehr, um sein Leiden zu lindern.
Nihl legte ihre Hand auf seine Brust, nutzte die Macht, um ihn in eine tiefe Bewusstlosigkeit zu führen.

Ihre Hände verrichteten ihre Arbeit. Ihre Nase atmete den Geruch von verbranntem Fleisch ein, doch es stank nach so vielen Dingen, das dies nicht ins Gewicht viel. Oder aber, sie war schon so abgehärtet, das es sie nicht mehr störte. Sie war schließlich schon über 40 Jahre eine ausgebildete Heilerin.

40 Jahre... war sie wirklich schon so alt? Kaum zu glauben.
Man sah es ihr nicht an. Noch immer hatte sie das junge Gesicht einer Anfang 20 Jährigen, noch immer hatte sie die großen, unschuldigen, violetten Augen. Auf viele wirkte sie kindlich, unschuldig.
Doch das war alles nur Tarnung. Ihr Volk, die Sarr waren alle von kleiner, zierlicher Gestalt. Das musste so sein, denn nur so wurden sie gerne übersehen oder als harmlos abgestempelt.

Nihl war eigentlich alles andere als unschuldig oder harmlos und wenn sie es auf einen Kampf anlegte, könnte sie auch Schaden anrichten.
Das war der Haken an der Macht. Mächtig war sie, doch sie setzte sie nur zur Heilung ein.
Es war jedem Machtnutzer gestatten, die Macht so zu benutzen, wie er es für richtig hielt. Sie benutze die Macht nicht, um Schaden zu verursachen, sondern um zu heilen.

Ausschließlich.

Der Mann vor ihr schlief, sie hatte seine Haut zum größtenteils mit seiner Kleidung entfernt.
Ihm fehlte ein Bein und drei Finger der rechten Hand.

Zuerst leitete sie die Macht in die Atemwege des Mannes. Sie stabilisierte die inneren Organe, versorgte seine vom Rauch gefüllten Lunge.
Dann begann sie mit der Zellregenaration. Stück, für Stück, für Stück.

Sie gab seinen blinden Augen das Augenlicht zurück, ermöglichte es, das geplatzte Adern sich schlossen.
Und schließlich leitete sie ihre heilenden Kräfte auch in die verbrannte Haut. Sie konnte nicht alles heilen. Würde sie das tun, würde ihre Kraft erschöpft sein und sie konnte die anderen nicht mehr unterstützen.
So sorgte sie dafür, dass die Narbenbildung gering blieb.

Das war ihr Weg, ihr Codex. Sie war Heilerin, ja, aber sie heilte nicht alles. Sie heilte das, was nötig war, um zu überleben, doch der Rest musste der Patient selber schaffen. Heilung geschah nicht ohne eigen Hilfe.

Und so verließ sie den Mann, um sich dem nächsten Patienten zuzuwenden.

Sie folgte der Macht, die sie eine Etage nach unten lotste. Die Macht hatte ihr bis jetzt immer gezeigt, wo sie benötigt wurde.
Doch dieses Mal wurde sie Richtung Ausgang geführt. Etwas verwirrt runzelte Nihl die Stirn. Aber auch vor dem Krankenhaus tummelten sich die Verletzten. Also trat sie vor die große Doppeltür auf die Menge zu... und wurde prompt unter einem Körper begraben.
Über ihr flog ein nicht gekennzeichneter Transporter davon.

Die Person auf ihr Stöhnte. Ein Arm mit blauer Haut hing in ihr Sichtfeld.
Der Stimme nach und dem üppigen Busen war das eine Frau. Vorsichtig hob Nihl die Frau mit der Macht hoch und stand dann auf.

Es war eine Twi'lek. Eine blauhäutige Twi'lek in einer Rüstung und einem leeren Blasterhalfter.
Eine Söldnerin? Vielleicht. Vielleicht auch nicht.

Sanft ließ Nihl die Frau auf den Boden sinken. Sie war bewusstlos und als Nihl ihre Hand ausstrecke und die Macht in ihren Körper scannte, wusste sie auch, was ihr fehlte.

Zwei Blasterschüsse hatten sie getroffen und verletzt, doch das war kein Problem. Die inneren Blutungen und die Gehirnerschütterung dagegen schon.
Ihr Blut war schon getrocknet, was hieß, sie war schon länger in diesem Zustand.

Die Heilerin schüttelte den Kopf. Wer auch immer sie hier abgeworfen hatte, war ein Feigling.
Mit der Macht trug sie die Frau zurück in das Gebäude. Dann erkundigte sie sich nach einem freien Bett.
„Wir haben eine Abstellkammer mit vier Betten ausgestattet; da wäre noch was frei“, kam die Antwort von Schwester Rike; eine der Oberschwestern.

Auf halben Wege kam ihr Tal entgegen; ein Pfleger. Tal war ein Mensch und er war stets in ihrer Nähe. Sie wusste, er bewunderte sie und war wohl auch ein klein wenig in die verliebt. Er hatte eine Trage dabei, auf der sie die Frau auflegten.

„Ich habe den Transporter gesehen“, sagte er zu ihr. „Er hatte keine Kennzeichnung, aber ich glaube, es war ein imperiales Modell.“
„Das ist egal“, erwiderte Nihl sanft „Jedes Leben ist es wert, beschützt und gerettet zu werden. Dafür steht dieses Haus hier, dafür steht jeder, der hier arbeitet.“
Tal schüttelte seinen Kopf.

„Vielleicht ist sie eine von denen, die die Bomben geworfen hat“, überlegte er.
„Und auch dann werden wir ihr helfen.“
„Vielleicht hat sie den Tempel in die Luft gejagt.“
„Selbst dann wird sie Hilfe erhalten.“
„Oder sie hat geholfen, den Tempel einzunehmen und seine Insassen zu ermorden“, sprach Tal weiter.
Nihl schwieg kurz und blickte auf das schlafende Gesicht der Frau.

„Oder sie ist ein Sith“, fügte Tal hinzu „Einer, der Jünglinge abgeschlachtete hat.“

„Und selbst dann werde ich ihr helfen.“
Tal blieb stehen.

„Selbst dann, Meisterin? Selbst wenn sie Jedi ermordet hat?“
„Ich habe geschworen alles Leben zu achten. Ich habe geschworen, zu helfen, wo Hilfe gebraucht wird. Ich werde ihr helfen; selbst wenn sie es mir mit einem Blasterschuss dankt. Das unterscheidet mich von den Monstern, die da draußen Frauen und Kinder abschlachten, Tal. Ich besitze eine Moral.“

Tal schüttelte den Kopf und lief weiter.

Die entfremdete Abstellkammer war notdürftig mit Desinfektionsmittel ausgewaschen worden.
Es waren schon zwei Patienten da. Nihl steuerte ein Bett an. Zusammen mit Tal legten sie die Twi'lek auf das Bett.
„Kannst du mir Verbände besorgen?“, fragte sie leise. Er nickte und ging davon.

Nihl öffnete die Rüstung und betastete die Wunden. Sie ließ die Macht in den Körper gleiten, stabilisiere sie und stoppte die inneren Blutungen.
So lange sie sich nicht bewegte, würden diese auch nicht wieder einsetzten. Dennoch musste sie versorgt werden. Mit inneren Blutungen war nicht zu spaßen.

„Nihl, dort draußen ist eine Frau mit einem Frühchen! Es hat aufgehört zu atmen!“, der Ruf kam und Nihl blieb nichts anderes übrig als ihren neuen Schützling liegen zu lassen.
Die Frau zitterte am ganzen Körper; Schock vermutlich.

„Bring sie in das andere Bett“, wies Nihl Tal an. Dann nahm sie das kleine Geschöpf entgegen. Es war noch warm, aber die Lunge hatte versagt.
„Nicht mit mir, mein Kleines, nicht mit mir!“ Die Macht hüllte das kleine Kind ein, bewegte seine Lunge, so das wieder Sauerstoff in das Blut gelangen konnte.
Nihl trug es zur Kinderstation. Dort müsste noch Platz sein für dieses kleine Leben.

Und so zogen sich die Stunden dahin. Viel zu viele Verletze, viel zu wenig Platz, viel zu wenig Personal... und vor allem, viel zu wenig Medizin. Sie hatten begonnen, alte Bettlaken zu zerreißen, damit sie Verbände hatten. Statt alte zu verbrennen; wie sie es eigentlich sollten, wurden diese gekocht und neu angelegt. Das entsprach zwar nicht den Vorschriften aber... bei der Macht, es war ein Notstand! Und Not machte erfinscherisch.

Nihl seufzte schwer und gönnte sich einen kurzem Moment, in dem sie die Augen schloss. So viel Leid um sie herum. Auch wenn sie half, wo sie konnte, schien es doch nur ein Tropfen auf dem heißen Stein zu sein...

Nein!

Nihl ballte ihre Hände zu Fäuste.
Sie würde nicht die Hoffnung verlieren, nicht aufgeben. Jedes Leben das sie rettet, bedeutete eine Leiche weniger!

Noch einmal atmete sie tief ein und aus, um sich zu beruhigen und Kraft zu schöpfen. Dabei nahm sie etwas Dunkles wahr.

Die Sith waren immer noch auf dem Planeten. Sie waren hier und bis jetzt hatte sie das nicht weiter gestört. Das Imperium kümmerte sich nicht um Verletzte der Republik.
Aber diese Dunkelheit war anderes.
Es war eine Präsenz... eine wütende Präsenz. Die Präsenz eines wütenden Sith... und er näherte sich.

Nihl öffnete die Augen. Ihre Hand berührte das Lichtschwert an ihrer Hüfte.
Seit sie vor 40 Jahren zur Meisterin ernannt worden war, hatte sie diese Waffe nicht mehr zum Kampf gezogen, sondern nur noch im Training eingesetzt.
Darauf war sie sehr stolz.

Und auch heute würde sie sich nicht von einem Sith dazu bringen lassen, das Schwert zu benutzen.
Das er hinter ihr her war, stand außer Frage; warum sonst sollte so jemand mächtiges; und wütendes hier her zu den verletzten Bürgern kommen?

Sie machte sich auf den Weg zum Eingang des Krankenhauses. Dort würde sie ihn empfangen; und mit allen Mittel verhindern, dass er den Zivilisten schadete.
Sie hatte gerade den Eingangshalle erreicht, als sie spürte, wie der Sith die Macht kanalisierte. Nihl hob ihrerseits die Hand und schirmte den Bereich ab. Es waren Familien anwesend, Verletzte. Und die große Doppeltür; mochte sie auch aus Glas sein, könnte noch mehr Person schaden.

„Ein Sith kommt, bitte macht ihm den Weg frei“, sagte sie. Sofort verstummten alle Gespräche. Von draußen waren Schreie zu hören. Dann erloschen Leben.
Die elektronische Doppeltür öffnete sich und dann betrat der Sith die Halle. Nihl wartete, hatte die Hände ineinander gelegt.

„Guten Abend, der Herr“, begrüßte sie ihn. Sie ließ sich von dieser riesigen Gestalt, der sie nur bis zur Brust reichte, nicht aus der Ruhe bringen. Das Atemgeräusch einer Maske war das einzig, was zu hören war.
Langsam trat der Mann auf sie zu. Er war in einer schweren Rüstung und als er die Kapuze von seinem Kopf nahm, sah sie Narben, gelb- rote Augen und eine bleiche Haut, die von schwarzen Adern durchzogen wurde.
Die Hand zuckte, wohl Richtung Lichtschwert.

Nihl sah ihn ruhig an.

„Ich bin wohl kaum eine Gefahr für jemanden, der heute so viele Jedis besiegt hat“, sagte sie.
Der Sith schwieg, sah sie einfach nur an. Sie konnte sehen, das er sie abschätzend musterte; vielleicht einen Hinterhalt vermutete.

„Jedi“, sprach er schließlich „Du bist weit weg von deinem Tempel.“
„Mein Tempel liegt in Ruinen“, antwortete sie „Ich bin hier genau richtig.“
Er lachte. Es war ein seltsames, kaltes Geräusch.

„Das weiß ich, denn ich war es, der ihn zerstört hat.“ Wollte er sie reizen? Vermutlich. Er wollte wohl einen Angriff provozieren.
Nun, da musste er schon etwas härteres auspacken. Sie hatte nicht die letzten 40 Jahre auf den untersten Ebenen von Coruscant überstanden, weil sie sich hatte einschüchtern lassen.

„Ist das so? Nun, ich war nicht dort, so kann ich es auch nicht bezeugen“, antwortete sie ihm ruhig und beherrscht.
Er starrte sie einfach nur an. Sie spürte seine Wut, die sich wieder an die Oberfläche kämpfte.

„Ich bin Meisterin Nihl Vyrx, die erste Heilerin des Ordens. Mit wem habe ich das Vergnügen?“ Sie verneigte sich vor ihm.
Er atmete tief ein und aus, schien wohl noch zu überlegen, wie er sie am besten töten könnte.
„Ich bin Darth Malgus“, antwortete er schließlich.

„Guten Abend, Darth Malgus. Was ist der Anlass Ihres Besuches?“ Wo er Zorn verströmte, sante sie eine Aura der Gelassenheit und Ruhe aus.

„Ich suche jemanden. Eine Twi'lek. Sie...“
„Blaue Haut? Zwei Blasterschüsse? Innere, schwere Blutungen und eine Gehirnerschütterung?“, erkundigte sich Nihl. „Sie trug eine Rüstung und einen engen Anzug. Und sie hatte ein Stirnband an. Außerdem hat sie am Hals eine Narbe.“

Er war ganz still. Und für einen Moment verebbte die Wut.

„Ja. Ja das ist Eleena.“
„Eleena. Was für ein schöner Name.“ Nihl nickte, mehr zu sich selbst. „Doch eher ich sie Euch übergebe, Darth Malgus, muss ich wissen, in welchem Bezug Sie zu ihr stehen. Ich werde keine Sklavin ausliefern, und ich stehe Ihnen im Weg, wenn Sie ihr schaden wollen.“
Den Blick, den er ihr schenke, war göttlich.
Dann begann er zu Lachen.

Es war kein schönes Lachen, sondern eher spottend, herablassend.

„Du?“, brach es aus ihm heraus. „Du willst dich mir in den Weg stellen?“ Er sah sie kalt an.
„Weißt du, wie viele Jedi heute meinem Schwert zum Opfer fielen.“
Nihl drückte den Rücken durch.
„Viele. Viele mächtige Jedis, wenn ich mir die Rüstung so ansehe.“
„Und dann hast du den Mut, dich mir in den Weg zu stellen? Für eine Frau, die du nicht kennst?“
„Sie ist meine Patientin. Sie untersteht meiner Aufsicht. Wer von mir behandelt wird, kann sich sicher sein, dass ich bis zur Genesung über ihn oder sie wache.“ Sie begegnete seinem Blick ohne Angst.
Alles was sie sagte, war wahr.

„Ich will ihr nicht schaden. Sie gehört zu meiner Crew.“ Es kam überraschend. Nihl nickte langsam.
„Gut, folgen Sie mir.“ Sie drehte sich um und lief los. Der Sith folgte ihr.

Es wirkte unwirklich, seltsam. Manchmal war die Macht wirklich ungewöhnlich und hatte gewöhnungsbedürftige Angewohnheiten. Anderes konnte sie sich nicht erklären, warum der Sith ohne Blutvergießen ihr folgte.

„Ich nehme an, Sie haben eine Ärzteteam auf ihrem Schiff dabei?“, fragte sie, während sie in den Fahrstuhl stieg.
„Auf meinem Schiff wird sie versorgt.“
„Das kann ich mir denken, wenn Sie persönlich hier sind. Ich frage nach der Zeit zwischen dem Verlassen diese Gebäudes und dem Ankommen auf Ihrem Schiff.“

Der Sith schüttelte den Kopf.

„Dann kann ich sie nicht gehen lassen“ Sie hatte gerade zu Ende gesprochen, da packte sie die Macht und drückte ihr die Luft ab.
„Hör mir gut zu, Jedi. Meine Geduld ist langsam am Ende. Ich werde Eleena mitnehmen. Mit oder ohne deiner Erlaubnis. Der einzige Unterschied, den es macht ist, ob du diese Situation hier überstehen wirst.“

Sollte sie Angst haben?
Ja, eigentlich schon. Das sollte sie. Die starken Gefühl, die der Sith für diese Frau empfand, machten ihn nur noch mächtiger.
Es würde nicht viel fehlen, dann würde er ihr das Genick brechen oder ihren Kehlkopf zertrümmern.

Nihl hob die Hand und der Druck hörte augenblicklich auf. Der Sith stolperte etwas zurück.

„Sie hat schwere, innere Blutungen, die bei der falschen Bewegung wieder aufgehen. Ihre Gehirnerschütterung ist auch sehr schwer und ich warte noch auf die Röntgenaufnahmen, ob nicht ein Riss in ihrem Schädel ist. Wenn Sie sie mitnehmen wollen, dann nur, wenn sofort ein Arzt da ist, der sich um sie kümmert und sie stabilisiert“, erklärte sich Nihl. Dabei ließ sie außer Acht, dass sie gerade einen Sith zurückgedrängt hatte.

„Ich weiß nicht, wer sie hier abgeliefert hat“, sprach sie unbeirrt weiter „Doch man hat sie mir aus einem Transporte in die Arme geworfen.“ Jetzt klang sie doch anklagend. Der Sith ballte die Hände zur Faust. Seine Wut konnte sie fast körperlich spüren.
„Sie gehört vielleicht zum Imperium. Aber sie ist jetzt im Moment meine Patientin und untersteht meinem Schutz. Ich habe meine Vorsätze, Darth Malgus. Ich werde sie nicht übergeben, wenn ich nicht sicher bin, dass sie in guten Händen ist.“

Der Fahrstuhl öffnete sich mit einem lauten PLING. Der Sith folgte ihr; stumm.

Nihl öffnete die Zimmertür. Die Mutter des Frühchens saß mit ausdruckslosem Gesicht auf ihrem Bett. Nihl griff nach ihrer Hand.
„Er lebt immer noch“, sagte sie sanft. So etwas wie ein Funke Hoffnung kehrte in die Augen der Frau zurück.
Dann ging Nihl auf Eleena zu.

„Sie ist noch immer bewusstlos“, sagte sie zu dem Sith, der mit starrem Blick auf das Bett zuging. „Ich habe sie in Trance gesetzt, damit ihre Verletzungen nicht mehr aufgehen“
Sie beobachtete, wie er nach der Hand der Twi'lek griff.

Er liebte diese Frau aus ganzem Herzen.

Nihl musste schmunzeln.
In jeder Dunkelheit, mochte sie auch noch so finster sein, gab es einen Funken Licht.

„Wenn Ihr sie jetzt mitnehmt, könnte sie das umbringen.“

Er ballte seine Hände erneut zu Fäusten. Die Wut überlagerte die Hilflosigkeit fast vollständig. Und doch nahm sie Nihl wahr.
„Selbstverständlich könnte ich mitkommen“, sagte sie langsam „Mit auf das Schiff und so gewährleisten, dass sie sicher ist.“ Er drehte sich langsam zu ihr um.

„Aber das werde ich nicht umsonst machen.“

„Was ist dein Preis, Jedi?“, fragte er sie rau.
Nihl atmete tief ein. Was sie jetzt tun würde, könnte sie den Kopf kosten. Aber es musste getan werden.

„Es gibt hier einen jungen Mann, der empfänglich für die Macht ist“, begann sie langsam zu erzählen „Sehr empfänglich sogar. Aber er ist kein Jedi. Ich möchte, dass Sie ihn mitnehmen und ihm die Chance geben, sich als Sith zu beweisen.“

Zum zweiten Mal bekam sie von Darth Malgus diesen seltsamen, ungläubigen Blick.

„Ich spüre das du die Wahrheit sprichst, Jedi. Aber ich kann es nicht glauben“, murmelte er dann.
„Es ist... kompliziert“, gab sie zu. „Aber die Macht in ihm wächst, wird stärker. Es wird der Punkt kommen, da braucht er jemand, der ihm hilft, ihn unterweist. Sonst entlädt es sich unkontrolliert.“
„Warum unterweist du ihn dann nicht, Jedi?“
„Er ist kein Jedi. Er ist auch nicht dazu berufen ein Jedi zu sein“, gab sie offen zu. „Darian hat eine dunkle, zornige Macht. Die Wut in ihm gibt ihm Kraft. Ich konnte ihn bis jetzt unterstützen, aber ich bin kein Sith. Ich weiß nicht, wie man mit all dem Zorn umgeht, wie man ihn bündelt und dann damit seine Feinde grillt. Das muss ihm jemand anderes beibringen.“
Noch immer hielt der Sith die Hand seiner Geliebten.

„Warum tötest du ihn dann nicht?“
„Weil ich das Leben achte, Darth Malgus. Seine Bestimmung liegt bei den Sith. Und dorthin kann ich ihn nicht bringen. Nehmt ihn mit, gebt ihm eine faire Chance. Ich sage nicht, dass er die Ausbildung überleben muss, sondern, dass er es probieren kann.“

Darth Malgus ließ die Hand der Frau los.

„Warum solltest du deinen nächsten Feind; vielleicht sogar deinen Mörder mir an die Hand geben? Dir ist doch klar, zu was sich ihn ausbilden werde.“
„Ich glaube, alle geschieht aus einem Grund. Zufälle gibt es nicht.“
„Ich habe heute viele Jedis getötet. Ich habe deinen Tempel gesprengt. Und du vertraust mir jemanden an, der Macht besitzt?“, wiederholte der Sith ernst.
„Ja, das tue ich. Und wenn er mein Mörder wird, der meine Stunden rückwärts zählt, dann soll es so sein.“

Er schüttelte den Kopf.
„Du bist verrückt, Jedi“, meinte er dann. Sie schenkte ihm ein ehrliches Lächeln.
„Das muss ich wohl sein, wenn das jeder zu mir sagt. Haben wir eine Vereinbarung, Darth Malgus?“
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