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Auf Liebe, Freundschaft und Glück

GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Alea der Bescheidene Jean Méchant der Tambour Luzi das L
29.06.2019
10.02.2021
51
114.541
19
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218 Reviews
Dieses Kapitel
7 Reviews
 
07.02.2020 2.059
 
Auf SaMo-Fans liebe Anfrage, hier das nächste Kapitel.
Hier kommt dann auch die Warnung hin... lesen auf eigene Gefahr!
Ich hoffe, euch gefällt das Kapitel trotzdem und  vergesst nicht, mir eine Review da zu lassen! :-*

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Entgegen Aleas Behauptungen und wütenden Aussagen, machte Luzi sich nicht auf den Weg zum Halbfranzosen. Dabei hätte er gerade einen guten Freund gebraucht und auch jemandem zum Ausheulen, wie Alea es nannte. Doch er tat es nicht. Alleine schon, damit Alea nicht wieder einen Grund hatte, um los zu wettern. Andererseits würde er so oder so einen Grund finden und wenn es nur die ‚alten Themen‘ waren, also dass er sich beim vorletzten MPS besoffen hatte und dass er sich bei Jean ausgeheult hatte. Aber er wollte ihm schlicht und ergreifend nicht einfach noch mehr Gründe liefern.
Was er dann wohl tat, war Lasterbalks Nummer zu wählen. In der leisen Hoffnung, dass der Hüne gerade Zeit hatte. Nicht nur, um ihm zu zuhören, sondern vielleicht auch, um mal vorbei zu kommen und sich die Sache aus nächster Nähe anzusehen. Immerhin war der Langhaarige Psychologe und er würde nicht nur ein Gespräch moderieren sondern könnte auch wirklich helfen, davon war der Bandkleinste felsenfest überzeugt. Leider – und eigentlich wunderte es ihn gar nicht bei seinem momentanen Glück – erreichte er den Langen nicht. Dieser ging nämlich einfach nicht an sein Handy. Das konnte tausende Gründe haben, vielleicht schlief er inzwischen auch einfach nur, aber das Ergebnis blieb dasselbe. Keine Hilfe. Zumindest am heutigen Tage nicht. Er würde wohl einfach warten müssen.

Das kleine L war schließlich in Richtung ihres Proberaums gefahren. Was Anders war ihm spontan nicht eingefallen und der Sinn stand ihm einfach nicht nach einem Spaziergang und anderen Menschen, die ihm dabei begegnen könnten. Und im Proberaum, das wusste er, da heute Sonntag war und sie gerade erst vom Markt gekommen waren und die anderen – so wie er eigentlich auch – sich zu Hause nach einem Bett gesehnt hatten, würde Niemand sein. Das heißt, er konnte sich schön austoben und auslassen und seinen armen Dudelsack quälen. Normalerweise hörte er laut Musik, wenn er aufgebracht war, oder sich aufgeregt hatte, aber heute stand ihm der Sinn danach, selber zu musizieren. Vielleicht könnte er, wenn ihm etwas Spontanes einfiel, auch gleichzeitig daraus einen neuen Song machen. Dann hätte sogar die Band etwas davon… er konnte halt nicht anders, er dachte immer praktisch.

Luzi atmete erst einmal aus, als er nach einer mehrstündigen Session den Proberaum verließ. Ihm waren einige Ideen gekommen. Alles unausgereift und ungeschliffen. Vieles hatte er direkt wieder verworfen, manches hatte er notiert und für später aufgenommen. Aber geholfen… hatte es nur minder. Er hatte sich insofern beruhigt, dass er kein emotionales Wrack mehr war, aber dennoch war er angeschlagen. Auch war da immer noch das ungute Gefühl, wenn seine Gedanken zu seinem eigentlichen Ehemanne kreisten. Er hatte nämlich während seiner Session auch viel nachgedacht. Über sich, über Alea, über ihre Ehe und Beziehung, und, und, und… Aber bei einem war er dann doch immer wieder hängen geblieben, und zwar, dass er heute einen ganz anderen Alea zu Gesicht bekommen hatte. Und das noch nicht einmal zum ersten Mal. Er hatte sich nämlich auch an vorherige Streits erinnert und im Nachhinein wunderte er sich, dass es ihm nicht schon viel früher aufgefallen war. Aber sein Gegenüber war stellenweise nicht der Mann gewesen, den er vor all den Jahren glücklich und verliebt geheiratet hatte. Jetzt blieb aber immer noch die Frage zu klären, woran das lag und wie man das ändern konnte. Wieder hatte Luzi seine Hoffnung in den Lästerlichen gesteckt, doch der war immer noch nicht zu erreichen gewesen. Eine Nachricht hatte das L ihm allerdings nicht schreiben wollen. Aus dem einfachen Grunde, dass er sich im geschriebenen Wort nicht hätte verständlich ausdrücken können. Außerdem wollte er das von Angesicht zu Angesicht mit dem Bandgrößten besprechen, alleine schon, um seine Reaktion zu sehen.
Wieder seufzte das kleine L. Er würde wohl einfach warten müssen und es morgen oder die Tage noch einmal probieren. Er strich sich durch schwarze Strähnen und angelte im Gehen nach seinem Autoschlüssel. Es war albern, aber irgendwie hatte er gerade das Bedürfnis sich irgendwie eine Zigarette zu organisieren und Eine zu rauchen. Früher hätte ihn das auch runter geholt, aber heute… Heute hatte er einen Entzug mitgemacht, mit Aleas Hilfe – und man hatte der Blonde da eine Engelsgeduld an den Tag gelegt, immer wenn Luzi emotional kurz vorm Ausrasten gewesen war, eben WEIL er auf Entzug gewesen war – und er würde sich dieser Versuchung nicht hingeben. Die Wahrscheinlichkeit war nämlich hoch, dass das nur in einem Rückfall enden würde. Darauf konnte er getrost verzichten. Zumal er dann enttäuscht über sich selber sein würde.
Stattdessen öffnete das kleine L sein Auto, kniete sich auf den Fahrersitz und wühlte erst einmal in der Zwischenkonsole. Er wurde auch bald fündig und steckte sich ein Bonbon in den Mund. Das war zwar was ganz Anderes als eine Zigarette, aber immerhin war sein Mund beschäftigt.
Auch sah er dabei auf die Uhr. Es wurde langsam spät und auch wenn ihm eigentlich nicht der Sinn danach stand, er sollte wohl so langsam nach Hause fahren. Er bekam auch Hunger inzwischen, also noch ein Grund mehr.
Das kleine L gab einen leidenden Seufzer von sich und setzte sich richtig auf den Sitz. Weglaufen würde auch nichts bringen. Er müsste sich der unangenehmen Situation – und seinem Ehemann – einfach stellen. Was Anderes blieb ihm ja auch nicht übrig…

Luzi trödelte. Das musste er zu seiner Schande einfach sagen. Er trödelte und zögerte das unvermeidliche nur noch weiter hinaus. Er wusste selber, dass das unsinnig war und doch konnte er es gerade nicht ändern. Selbst als er dann endlich vor der Haustüre stand, spielte er noch mit seinem Schlüssel anstatt ihn ins Schloss zu stecken und die Türe aufzuschließen.
Irgendwann rang er sich dann doch dazu durch. Er drehte den Schlüssel um und schob die Tür auf. Er wusste, dass er sich alleine schon dadurch bemerkbar gemacht hatte. Es dauerte auch nicht lange, da traten zwei liebliche Katzen auf den Plan, die sich um seine Beine schlängelten und begrüßt werden wollten. Luzi kam der Aufforderung natürlich sofort nach: Immerhin war er ein gutes Katzenhalter. Außerdem liebte er seine Tiere und wenn sie um ihn waren, spendeten sie ihm immer so viel Trost und Halt. Es war unglaublich.
Als er wieder aufsah, stand Alea mit verschränkten Armen im Türrahmen, der zum Wohnzimmer führte. Luzi wunderte das nur ein wenig. Er hatte fast schon erwartet, dass der Sänger einen Bogen um ihn machen und ihn mit Schweigen strafen würde. Allerdings war es auch nicht sonderlich verwunderlich, würde er jetzt wieder auf Konfrontation gehen.

Luzi wandte sich vom Blondschopf ab, um seine Sachen auszuziehen und los zu werden. Solange wartete der Kampfsportler auch tatsächlich, dann aber ergriff er schließlich doch das Wort. „Ach, der werte Herr kommt auch mal?“
„Stell dir vor“, begann er in einem ruhigen Ton, „ich wohne hier.“
„Dass du das noch weißt“, er schnaubte verächtlich und beachtete Salome gar nicht, die mit der Tatze nach seinem Hosenbein schlug. Das war seltsam. Normalerweise ließ Alea sich eine Kuscheleinheit mit den Katzen nicht nehmen. Andererseits wunderte den schwarzhaarigen Dudelsackspieler inzwischen gar nichts mehr. Er fühlte sich nur noch in seiner Vermutung  nur noch bestärkt.
„Manchmal bin ich mir da wirklich nicht so sicher“, vor allem in letzter Zeit war er das nicht mehr. Es fühlte sich jedenfalls nicht nach Hause an.
„Wieso? Ist Jean so viel besser? Dir wichtiger? Dass du glaubst, du wohnst bei ihm?“, da lag etwas Gefährliches in seiner Stimme, was sich auch in seinen Augen widerspiegelte. Wo sie sonst so warm und einladend wirkten, waren sie jetzt kalt und abweisend.
Aber das kleine L achtete darauf kaum. Er nahm es zur Kenntnis, aber er verarbeitete die Information nicht zur Genüge. Dafür regte es ihn viel zu sehr auf, dass schon wieder der Schlagzeuger Bestandteil ihrer Diskussion war. Konnte Alea Jean nicht einfach mal raus lassen? Der Trommler tat doch nichts! „Besser als mit dir hier ist es bei Jean auf jeden Fall.“ Momentan zumindest. Früher hätte er Aleas Gesellschaft jeder Anderen vorgezogen und das ohne zu zögern.
„Ach ja?“, er ging auf seinen Ehemann zu und baute sich nah vor ihm auf. In seinen Augen flammte ungebändigte Wut auf. „Vielleicht besorgt er es dir ja auch  besser?“
Für den Bruchteil einer Sekunde meinte Luzi Angst in Aleas Augen aufblitzen zu sehen. Aber wenn es da war, war es genauso schnell wieder verschwunden. Außerdem hatte er es nicht nötig, sich so etwas unterstellen zu lassen. Und wenn Alea ihm damit aus der Reserve locken oder ihm sogar weh tun wollte, das konnte er auch. Wahrscheinlich sogar noch besser. „Bei ihm muss ich mich wenigstens nicht wegträumen…“, und das entsprach der Wahrheit. Nicht beim Sex, er würde Alea nie betrügen… aber in seiner Gesellschaft.
„Wie bitte? Wegträumen?!“
„Hast mich schon verstanden. Bei ihm muss ich wenigstens an nichts und niemand Anderes denken!“, bei Alea hielt er es momentan sonst nämlich einfach nicht aus. Traurig aber wahr.
„Also denkst du bei mir an ihn? Ja? Ist es das?“
„Was bietest du mir in letzter Zeit denn noch?“, außer Anschuldigungen, versteht sich.
„Alles was du willst?“, da war es wieder. Ein kleiner Einblick hinter die Kulissen, hinter die Fassade. Doch kaum war es da, war es auch schon wieder fort.
Luzi überlegte und sein Herz pochte wie wild. Er hatte einen üblen Verdacht. Das war auch einer der Gründe, warum er dieses Gespräch hier so weiter anfeuerte. Er wollte wissen, was Sache war. Von alleine sprach Alea nicht, aber in Wut sagte und zeigte man Dinge, die man sonst verbarg. Und wenn Alea ihm nicht all die Jahre den geduldigen und liebevollen Mann vorgespielt hatte… „Nein! Nichts, gar nichts!“
„Wie bitte?!“
„Rede ich eigentlich Chinesisch?“
„Ja, gerade schon“, knurrte er. Alea war kein aggressiver Mensch und doch wirkte er gerade so. Es passte nicht. Es passte einfach nicht. Das war nicht SEIN Alea. Der Alea, der dank seines Trainings eigentlich ein Mensch voller Geduld und Verständnis war. Der sich durch fast nichts aus der Ruhe bringen ließ, der alles andere, außer aggressiv war. Aber, wenn er denn mal genervt oder sauer war, vielleicht etwas lauter wurde, aber nicht ausfallend wurde. Der Leute nicht beleidigte, selbst wenn sie es verdient hätte. Der eigentlich Niemandem weh tun wollte… Was um alles in der Welt, war hier nur los?
„Dann solltest du mich ja eigentlich verstehen können, Mister Kung-Fu…“, meinte er tonlos.
„Sag es doch einfach! Dass du an den Tambour denkst. Bring es endlich hinter dich!“, er zeigte sogar seine Zähne und kam noch ein Stück näher. Zu nah schon, für Luzis Geschmack.
„Und selbst wenn, du hast ja deine Julia“, konterte das L direkt.
„Sag es!“, er wurde lauter.
„Nein!“ Was sollte das denn? Wieso sollte er sich das hier unterstellen lassen? Untreue? Dass er beim Sex an jemand Anderes dachte? Kam der Blondschopf nicht auf den Gedanken, dass er sich schon längst getrennt hätte, wenn er sich in jemand Anderes verliebt hätte? Wie dämlich konnte man sein!
„Sag es verdammt!“, er schrie mittlerweile.
„Schön!“, wenn der feine Herr es wollte, bitte sehr. Er konnte es haben. „Ich denke an Jean. Oft! Zufrieden?!“, er hielt dem unheilvollen Blick seines Gegenübers stand.
„Beim Sex?“, bohrte Alea weiter nach. Luzi bemerkte nur am Rande, dass er seine Hände zu Fäusten geballt hatte, die langsam begann zu zittern. Er war außer sich vor aufgestauter Wut.
„WIR haben ja keinen mehr…“ Das stimmte zumindest fast. Denn WENN sie dann doch mal Sex hatten… dann hatte eigentlich nur Alea Spaß. WENN sie denn welchen hatten. Aber das war auch schon einige Tage her.
„Und woran liegt das?“, knurrte er. Er spannte sich immer mehr an.
„Weil du es nicht mehr bringst!“, jetzt war es raus. Und es war zu viel des Guten, das wusste Luzi als er es ausgesprochen hatte. Doch nun hatte er es gesagt und konnte es nicht mehr zurück nehmen.
Alea starrte den Kleineren einen Moment fast ungläubig an. Luzi glaubte sogar, dass er nun endlich Ruhe haben würde und zumindest diese Diskussion ‚gewonnen‘ hatte, da löste sich der Sänger doch aus seiner Starre. Seine Züge verhärteten sich nur noch mehr. Er spannte sich an und ehe Luzi wusste was geschah, wurde ihm auch bereits eine mit voller Wucht geknallt…
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