Auf Liebe, Freundschaft und Glück

GeschichteRomanze, Freundschaft / P18 Slash
Alea der Bescheidene Jean Méchant der Tambour Luzi das L
29.06.2019
14.01.2020
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Jetzt an dieser Stelle bitte einen grooooßen Applaus an: SaMo-Fan!
Diese überaus nette und großzügige Personn (hust hust) hat mich gezwungen!!! dass ich das Kapitel hier hochlade! O.o
Haha, joke. Aber sie erinnert mich gerne mal ans Hochladen und sie motiviert mich auch. ;-) Danke dafür. Und, und, und... vielleicht gibt es ja bald mal so ein gemeinsames Projekt mit ihr und mir... (zwinker, zwinker)

Geeeenug geredet. Viel Spaß beim Kapitel. Falls ihr Fehler findet, dann bitte mitteilen!! O.o

Liebe Grüße (besonders an SaMo-Fan!!) und vergesst nicht, eine Review da zu lassen! ^^

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Luzi hatte seine Lektion eindeutig gelernt. Nachdem er seinen Rausch ausgeschlafen hatte und noch einmal den Tag in einem Gespräch mit Lasterbalk hatte Revue passieren lassen, war er zu dem Schluss gekommen, dass es wohl wirklich das Zeug gewesen sein musste, was diese Damen ihm da angedreht hatten. Ihre Gesichter bekam er leider nicht mehr zusammen, aber würde er sie wiedersehen, würde er sich ganz sicher an sie erinnern. Dachte er zumindest.
Auf jeden Fall hatte Lasterbalk prompt nach diesem Gespräch eine kleine Krisensitzung innerhalb der Band abgehalten und er hatte seine Schützlinge davor gewarnt, dass sie nichts einfach mehr unbedacht von Fans annehmen sollten. Würden sie was geschenkt bekommen, sollten sie es mit in den Bus nehmen. Da konnte man das Geschenk ja immer noch genau unter die Lupe nehmen. Aber einfach so Getränke annehmen, sollten sie nicht mehr. Man hatte verstehend genickt und teilweise hatte man sogar seinen Schock und Unmut kundgetan. Luzi war während der ganzen Sitzung jedoch eher still geblieben, wie auch Alea.
Lasterbalk hatte dann noch gesagt, dass er beim nächsten MPS mal mit Gisi reden würde wegen der Angelegenheit. Und daran hatte sich die Bandmama dann auch gehalten. Jetzt, eine Woche später, war Lasterbalks erste Amtshandlung gewesen, den Veranstalter zu finden, der nun ebenfalls die Augen und Ohren offen halten wollte und auch die anderen Bands warnen musste.

Inzwischen war es aber Mittag und Luzi lungerte gerade alleine am Bus herum. Er hatte eben noch etwas mit Elsi und Falk besprochen, wegen ihrem neuen Merchandise. Er hatte sich einfach mit einer anderen Meinung absichern wollen. Aber nun war er alleine. Falk wollte irgendwelche Bekannten treffen und was trinken und Elsi wollte seinen Hunger tilgen. Der kleine Dudelsackspieler hatte nach der letzten Erfahrung erst einmal beschlossen, im sicheren Bereich zu bleiben. Er trank auch nur Cola und Wasser heute. Denn eine Wiederholung vom letzten Samstag, die wollte er garantiert nicht haben. Wobei er es schon genossen hatte, dass wieder mal Jemand neben ihm schlief und ihm im Arm hielt, wie Jean es getan hatte… aber er konnte den Halbfranzosen doch nicht einfach so ausnutzen.
Und so saß er hier und tippte ein wenig auf dem Handy herum. Er beantwortete ein paar E-Mails. Dann musste er das zu Hause schon nicht machen. Dann hatte er da mehr Zeit für anderes… den Haushalt hauptsächlich. Und so bekam er auch gar nicht mit, wie er doch Gesellschaft bekam. Leider nicht die Erhoffte.

„Ach, hier bist du. Na, nüchtern?“ Luzi musste den Mann nicht schon seit Jahren kennen und mit ihm verheiratet sein, um zu bemerken, dass er gerade provozierte und stichelte.
„Bin ich, ja…“, seine Schultern sackten leicht. Dann sprach er so leise, dass Alea es nicht verstand: „Leider.“ Wenn Alea jetzt Streit suchte, warum auch immer er dieses Bedürfnis zu haben schien, dann wäre er wirklich lieber betrunken.
„Komisch. Kein Geld mehr? Taverne leer? Woran liegt es?“, schnaubte und stichelte der Blondschopf weiter.
„Nicht an dir“, antwortete das kleine L nur ruhig, während er seine Sonnenbrille auf seiner Nase etwas höher schob. Er wollte Alea gerade nicht zeigen, wie sehr ihn diese Worte verletzten.
„Was?“
„Schon gut… was machst du hier?“, sicherlich hatte er doch ein paar Fans, mit denen er flirten konnte… oder ein paar Bekannte, mit denen er lieber rumhängen würde, als mit ihm.
„Mit dir reden“, war Aleas knappe Antwort.
„Wieso?“, was hatte er dieses Mal schon wieder falsch gemacht?
„Wo warst du? Was sollte der Scheiß?“
Luzi blinzelte hinter den dunklen Gläsern. Musste er jetzt schon Bericht erstatten wo er war? „Ich war hier, mit Elsi und Falk.“ Sicherheitshalber nannte er auch noch seine Bandkollegen als Zeugen. Es kam ihm sowieso wie ein Verhör vor gerade.
„Und hast gesoffen“, der Sänger verschränkte die Arme vor der Brust und sah Luzi mit verengten Augen prüfend an. Wieso sonst hatte er seine Sonnenbrille so auffällig nach oben geschoben? Er hatte doch was zu verbergen.
„Was? Nein, ich habe nichts getrunken außer Wasser und Cola.“ Das war die Wahrheit.
„Wasser und Cola? Klar“, er schnaubte und der Sarkasmus war mehr als deutlich in seiner Stimme. Er glaubte seinem Mann das nicht. Er glaubte auch nicht, dass Fans ihm irgendetwas angedreht hatten. Luzi hatte einfach zu tief ins Glas geschaut und das gewaltig und damit hatte er sie alle mächtig blamiert.
„Ja gut… zwischendurch auch eine Fanta…“, die hatte er dreist von Frank geklaut.
„Verarsch mich nicht!“, kam es aufgebracht von Alea. Was bildete Luzi sich eigentlich ein? Hatte er nichts aus letztem Mal gelernt?
„Tue ich nicht.“
„Mhm…“, er nickte, „als ob. Erzähl doch nichts.“
„Und was… hast du gemacht?“, versuchte er das Thema umzulenken. In der Regel ließ Alea sich ganz gut ablenken oder auf andere Gesprächsthemen bringen. Bis zu einem gewissen Punkt zumindest. Hatte er sich zu sehr in Rage geredet, dann klappte diese Taktik schon nicht mehr. Dann ließ man ihn am besten einfach in Ruhe.
Alea hob eine Augenbraue. Versuchte sein Mann etwa ihn abzulenken? „Ich bin über den Markt gelaufen.“
„Aha“, er nickte. Das war keine wirkliche Information. Das konnte nämlich wirklich viel heißen. War er alleine herumgelaufen? Oder mit Freunden und Bekannten? Hatte er… vielleicht einen Fan abgeschleppt und war mit ihr ein Stück in eine uneinsichtige Ecke gelaufen? Er wollte eigentlich gar nicht weiter darüber nachdenken. Ausschließen würde er es inzwischen auch nicht mehr. Es kamen schließlich immer noch Briefe von Julia zu Hause an. Meistens landeten sie im Smoothie Maker. Es war immer eine gewisse Genugtuung für den schwarzhaargien Dudelsackspieler, wenn die Briefe in ihre Einzelteile zerfleddert wurden. Nach dem Massaker musste er die Maschine zwar immer vorsichtig von Resten befreien und es machte auch langsam die Messer stumpf, aber das war es ihm verdammt nochmal wert! Zumal es Aleas Smoothie Maker war. Er liebte vor allem die Ironie dahinter.

„Wieso bist du nüchtern?“, kam der Blonde wieder auf das eigentliche Thema zu sprechen.
„Was?“, fragte Luzi dümmlich.
„Du bist doch normalerweise so besoffen, dass du auf der Bühne umkippst!“, schnaubte er.
„Das… war doch keine… Absicht… und nicht meine Schuld“, protestierte der Kleinere schwach.
„Nee, natürlich war es das nicht“, da war er wieder, der Sarkasmus, den Luzi so sehr hasste. Das einzige, wozu Alea scheinbar momentan im Stande war, wenn sie doch tatsächlich mehr als drei Worte miteinander redeten.
„Du kennst die Story doch…“
„Als ob, genau. Von ‚Fans’ was ins Getränk gemischt bekommen“, er verdrehte die Augen. Erst jetzt bemerkte Luzi, dass sie irgendwie komisch waren. Das Funkeln in Aleas eigentlich warmen, dunkelbraunen Augen war verschwunden. Er hielt sich auch etwas seltsam, wenn er ehrlich war. Aber das hieß vermutlich nichts. Oder er bildete es sich einfach nur ein.
„Das stimmt“, meinte er ganz leise.“
„Mhm“, kam es erneut sarkastisch vom Sänger. „Gib es zu, dir sind die Fans und unsere Auftritte doch völlig egal!“

Glücklicherweise kam in just diesem Augenblick Luzis Rettung, zwar nicht in scheinender Rüstung, aber der schwarzhaarige Dudelsackspieler war trotzdem froh über das Erscheinen des Halbfranzosen.
„Na ihr beiden“, Jean sah von Einem zum Anderen. Er bemerkte sehr wohl, dass Luzi sich sichtlich unwohl fühlte und er bemerkte auch, dass Alea daran schuld war und dass der Sänger alles andere als gut gelaunt zu sein schien. Was hier wohl geschehen war? „Was ist denn los?“, fragte er unschuldig.
„Nichts!“, kam es direkt und vielleicht etwas zu hastig vom Sänger. Jean kaufte es ihm absolut nichts ab.
„Wo warst du eigentlich? Dein Mann hätte dich hier gebrauchen können.“ Zumindest hatte er nach Meinungen gefragt und gesucht und war dann bei Elsi und Falk hängen geblieben.
„Auf dem Markt mit einigen Cosplay Freunden“, antwortete Alea knapp.
„Und du lässt Luzi alleine?“, er hob eine Augenbraue. Das war nicht das erste Mal, dass Alea irgendetwas mit seinen ach so tollen Freunden tat und Luzi dann schauen konnte, wo er blieb.
„Ist er?“, angeblich war er doch mit Elsi und Falk hier gewesen. Und Jean schien ja auch nach der Nase seines Mannes zu tanzen. Ganz genau wie Lasterbalk, der dessen Story mit den Drogen im Getränk ja sofort geglaubt hatte und ganz zu schweigen von Till und Frank. Schön um den Finger hatte sein Mann den Rest ihrer Band.
„Ist er dein Ehemann?“, er hasste solche dummen Fragen.
„Und?“, was wollte Jean ihm damit sagen?
„Für seinen Partner ist man da, wenn es diesem schlecht geht“, er spielte dabei auf den letzten Samstag an und Alea wusste das auch ganz genau. „Zum Beispiel letzte Woche!“, aber es betonte es dennoch, nur für den Fall, dass der Blonde sich aus der Schlinge ziehen wollte.
„Der war besoffen!“
„Na und? Erstens hat ‚der‘ auch einen Namen. Und zweitens warst du das auch schon oft genug“, wetterte er direkt zurück. Er konnte es gerade gar nicht leiden, wie Alea seinen eigenen Ehemann so runter machte. Das war unter aller Kanone. Richtig niveaulos war das. Zumal jeder von ihnen bereits Fehler gemacht hatte.
„Ja, aber nicht so, dass ich keine Show mehr spielen konnte! Da draußen bezahlen Leute Geld, um uns zu sehen, falls du es vergessen haben solltest.“
„Toll, dass dir die Leute und das Geld wichtiger sind, als dein eigener Mann.“ Das sagte ja eigentlich schon genug über den Sänger aus. War ihm der Ruhm so zu Kopf gestiegen?
„Dir nicht?“
„Nein, mir sind meine Freunde und meine Familie wichtiger.“ Es hatte auch mal eine Zeit gegeben, da hätte Alea dasselbe gesagt. Diese Zeiten schienen aber vorbei zu sein.
„Mhm, das sagt der Bäcker demnächst auch, was?“ Von Luft und Liebe konnte man schließlich nicht lange leben.
„Weißt du was? Dann geh doch da raus und beschäftige dich mit den Fans, ganz ehrlich. Vielleicht kriegen die auch dein Ego gesättigt“, obwohl er das arg bezweifelte.
„Was? Was denn? Was willst du überhaupt?“, Aleas Ton war aggressiv und er sah zu seinem gleichgroßen Bandkollegen mit einem herausfordernden Blick.
„Tue mir einfach einen Gefallen, ja? Geh jemand Anderem auf die Nerven, aber nicht mir.“
„Du kamst doch an, Jean!“ Erst große Töne spucken und dann den Schwanz einziehen. Das konnte er ja wirklich gut leiden… nicht. Außerdem, was bildete der Trommler sich eigentlich ein? Was mischte er sich ein vor allem? Das war ein Gespräch zwischen ihm und Luzi!
„Und jetzt bin ich hier, gut erkannt“, spottete er. Doch dann wandte er sich an den Sonnenbrillenträger und fuhr weitaus freundlicher weiter: „Hey Luzi. Sollen wir uns vielleicht was zu essen holen? Wie klingt das? Ich lade dich ein, ich schulde dir ja eh noch was.“
Doch Luzi verstand nicht, was Jean von ihm wollte. Der Halbfranzose schuldete ihm ganz sicher nichts. „Was?“
„Du hattest doch auch Hunger, hattest du eben geschrieben. Also… lass uns beide doch war zu essen suchen“, er grinste breit und spürte förmlich, wie Aleas Blick sich in seinen Rücken bohrte.
„Ähm…“, so langsam verstand er. Dennoch war der kleine Dudelsackspieler hin und hergerissen. Bei Alea bleiben und sich zwar jetzt eine Standpauke anhören, aber dann später seine Ruhe haben? Oder das Unvermeidliche einfach weiter nach hinten verschieben und vielleicht sogar noch ein wenig schlimmer machen? Er seufzte und nickte dann.
„Perfekt. Dann lass uns los!“, strahlte der größere Schwarzhaarige. Doch anstatt sich zu erheben, sah Luzi flehend zu seinem Bandkameraden hoch. Er kam gar nicht auf die Idee, dass Jean seinen Gesichtsausdruck wohlmöglich nicht richtig deuten konnte, da er ja immer noch seine Sonnenbrille trug. Umso überraschter war er, als er einfach am Handgelenk gepackt und hochgezogen würde. „Na komm“, meinte Jean ruhig. Zusätzlich legte er noch einen Arm um die Schultern des Kleineren, dann zog er diesen auch schon von Alea weg. Dieser blieb auch tatsächlich wie angewurzelt stehen und machte keine Anstalten, ihnen zu folgen. Glück gehabt.

„Wohin gehen wir?“, fragte Luzi leise. Und zwar so, dass sein Ehemann es wirklich nicht hören konnte.
„Einfach weg. Dorthin, wo wir Ruhe haben.“
„Okay… du passt auf mich auf“, atmete der Kleinere tief durch.
„Natürlich. Immer doch. Habe ich dir doch versprochen“, er warf einen kurzen Seitenblick auf seinen Bandkollegen und besten Freund. Wovor genau hatte er ihn da nur bewahrt?
„Zum Glück bist du da.“
„Ich bin immer für dich da, egal was ist. Du kannst immer zu mir kommen und mich auch jederzeit kontaktieren.“ Das hatte er nun zwar schon ein paar Mal gesagt, aber schaden konnte es nicht. Zumal der Dudelsackspieler gerade jede Bestätigung zu brauchen schien.
„Und du mich auch…“, antwortete Luzi leise. Er hatte ja genug Zeit… nein, das stimmte nicht. Er hatte schon viel zu tun. Vor allem Haushaltsmäßig, aber… mit Alea hatte er momentan ja nicht mehr wirklich etwas zu tun. Der war sowieso fast immer unterwegs. Inzwischen sogar an Wochenenden.
„Mache ich. Danke“, er drückte den zierlicheren Körper mehr an seine Seite.
„Dafür sind Freunde doch da“, zuckte der Dudelsackspieler nur mit den Schultern. Für ihn gehörte das dazu. So war es vor seiner romantischen Beziehung mit Alea auch gewesen. Er hatte den Blonden zu jeder Tages- und Nachtzeit anrufen können und man hätte ihm geholfen. So war es eigentlich auch während ihrer Ehe gewesen. Nur eben jetzt nicht mehr. Wie die Zeit doch verging und wie schnell sich Dinge ändern konnten… Von heute auf morgen konnte auf einmal alles anders sein. Und man konnte nichts dagegen tun. Zumindest fühlte es sich so an, als könnte er nichts tun…
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