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But I'm A Creep

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P12 / MaleSlash
Christoph Saalfeld OC (Own Character)
28.06.2019
04.10.2020
31
31.809
10
Alle Kapitel
69 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
01.07.2019 796
 
Felipe stieg aus der Dusche, trocknete seinen Körper und seine Haare, und schwang sich ein Handtuch um die Hüfte. Er nahm einen Kamm aus seinem Kulturbeutel und kämmte sich die dichten, dunklen Haare nach hinten. Er hatte zunächst sein Gepäck und seine Gitarre einfach abgestellt. Was er zuerst brauchte, war eine Dusche, um die Reisestrapazen von sich waschen zu können. Jetzt öffnete er seinen Koffer, und fischte nach einer Shorts und einem weiten Tank Top, die er sich überzog. Mit 43 Jahren machte sich das viele Sporttreiben bezahlt, denn mit seinem durchtrainierten Körper, seinem breiten Kreuz und nicht zuletzt seinen tiefgrünen Augen bekam er in der Bar, in der er Geschäftsführer war, viel Trinkgeld. Er holte sein Tablet aus der Tasche und ließ es und sich auf das Bett fallen. Doch bevor er sich mit seinem Tablet beschäftigen konnte, schloss er einen Moment die Augen. So langsam fiel die ganze Anspannung von ihm ab und er konnte durchatmen. Er nahm sein Handy, das er auf dem Beistelltischchen neben dem Doppelbett abgelegt hat. 15 ungelesene Nachrichten. 10 entgangene Anrufe. Und alles von derselben Nummer…

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Es war noch nicht wirklich hell, als er müde die Tür zu seiner Wohnung aufschloss, nur in der Ferne, am Horizont konnte man schon die ersten hellen Streifen erkennen, die den Morgen ankündigten. Die ersten Vögel waren schon zu hören, doch Felipe wollte jetzt einfach nur noch ein paar Stunden schlafen, bevor sie in den letzten Urlaub vor ihrer Hochzeit fahren würden. Sie hatten sich gemeinsam ein vornehmes Hotel nahe einem kleinen Ort in Bayern ausgesucht, um ein letztes Mal zusammen zur Ruhe kommen zu können, bevor es für sie beiden ernst wurde. Es war schon alles gepackt, Felipe hatte nur die letzte Schicht im „Stress“ noch hinter sich bringen müssen, und nun war es Zeit für den Urlaub. Felipe schloss die Türe hinter sich. Licht musste er keines machen, er kannte sich auch so gut genug aus um den Weg in ihr gemeinsames Bett zu finden. Wie sehr er sich darauf freute. Vielleicht konnten sie noch etwas zusammen sein, bevor er einschlief. Er hatte das Bedürfnis, zu kuscheln, im Arm einzuschlafen. Als er vorsichtig weiterschlich, tapste er am Boden auf eine Lederjacke. Er hob sie hoch, und hielt sie in das durch ein Fenster einfallende Licht. Nanu, diese Jacke war nicht von ihm, aber es war eine Jacke, die er in letzter Zeit häufiger gesehen hatte. Er konnte sich jedoch nicht erklären, was diese Jacke gerade hier auf den Boden tat. In dem Moment hörte er ein gedämpftes Stöhnen und ein rhythmisches Klopfen. Er lokalisierte es im Schlafzimmer. Er ging einen Schritt weiter, und da lag ein T-Shirt, das kannte er dieses Mal, er kannte es sogar sehr gut. So langsam überkam ihn ein sehr ungutes Gefühl, irgendetwas passierte hier gerade, und er fragte sich, ob er vielleicht im falschen Film war. Er ging, jetzt nicht mehr schleichend, auf die Schlafzimmertür zu. Davor lagen eine Hose, und eine Jeans, die etwas größer war. Das Stöhnen war jetzt lauter geworden. Er hatte die Hand auf der Türklinke, er flehte, betete, dass seine Befürchtungen nicht wahr waren. Doch er würde es nur wissen, wenn er hinter diese Tür schauen würde, als stoß er sie auf, und sein Herz sank ihm in die Hose. Auf den zerwühlten Doppelbett saß seine Verlobte, vollkommen nackt, der Körper schweißgebadete, die blonden Haare in Strähnen in den Nacken geworfen, und bewegte sich rhythmisch und nach Atem ringend. Und unter ihr, Felipe konnte es nicht fassen, unter ihr lag, ebenso nackt, der Hochzeitsplaner, den sie engagiert hatten um die gemeinsame Hochzeit in zwei Monaten zu planen. Die beiden schienen so sehr miteinander beschäftigt gewesen zu sein, dass sie ihn nicht wahrgenommen hatten. Seine Verlobte stöhnte nun laut, und auch dieser Mann schien nicht mehr an sich halten zu können. Beide atmeten schwer. Felipe stand da wie angewurzelt. Er konnte nichts sagen, geschweige denn, tun. Mit einem Mal waren alle Pläne, die sie miteinander geschmiedet hatten, alle Träume, die sie miteinander verwirklichen wollten, geplatzt wie eine Seifenblase, die nun endlich den Boden erreicht hatte. Es dauerte noch ein paar Momente, bis sein Körper Felipe endlich wieder gehorchte. Er drehte sich von dem widerwärtigen Schauspiel ab, sein Blick leer, ohne Emotionen. Wie mechanisch nahm er das Gepäck, welches bereit im Flur stand, öffnete die Tür, trat hinaus in das Treppenhaus, und ließ die Tür hinter sich ins Schloss fallen…

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Felipe ließ das Handy sinken. Das Ganze erst heute Morgen gewesen. Und nun, nun war er hier, am anderen Ende Deutschlands, alleine, und hatte Zeit, sich über so einiges klar zu werden. Er nahm sein Tablet zur Hand, und begann, die Umgebung zu erkunden. Immerhin hatte er jetzt 4 Wochen Urlaub vor sich, bevor er seiner Verlobten Magdalena wieder entgegentreten musste.
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