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But I'm A Creep

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P12 / MaleSlash
Christoph Saalfeld OC (Own Character)
28.06.2019
04.10.2020
31
31.809
10
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30.06.2019 803
 
Am nächsten Tag klopfte es an Christophs Bürotür.
„Ja?“
Christoph saß hinter seinem Schreibtisch und ging gerade die Geschäftszahlen des letzten Quartals durch. Er sah von seinen Papieren auf zur Tür, durch die sein Sohn Boris gerade den Kopf streckte.
„Hallo Papa!“
Boris grinste seinen Vater an.
„Boris! Ist es etwas schon so weit? Reist ihr schon wieder ab?“, fragte Christoph überrascht.
Boris kam in das Büro.
„Nein, keine Sorge. Ich wollte nur mal nach dir sehen, du warst gestern so schnell weg und Alicia meinte, du wolltest frische Luft schnappen, aber du bist nicht mehr zurückgekommen. Da habe ich mir Sorgen gemacht.“
„Lieb von dir, dass du dich um mich sorgst, Boris, aber es ist alles in Ordnung, mir war nur gestern nicht wirklich nach feiern. Zumal nicht alle froh waren, dass ich dabei war.“
Er musste an Robert und Eva Saalfeld denken, und an Joshua Winter, und, auch nicht zuletzt an seinen Sohn Viktor. Boris wusste, dass er zu seinem Vater am besten ehrlich war.
„Naja, Papa, es ist eben einiges passiert.“
„Ich weiß, ich weiß!“, fuhr Christoph dazwsichen.
„Wie war das Fest noch?“
„Es war ganz wunderbar. Valentina hat den Brautstrauß gefangen, du hättest Fabiens Gesicht sehen sollen, der wusste nicht, wie ich geschah.“
Boris musste lachen. Auch Christoph ließ sich zu einem vorsichtigen Grinsen hinreißen.
„Das kann ich mir denken. Ist Denise noch da, oder sind sie schon in die Flitterwochen abgereist?“
„Ich komme gerade von ihr, und habe mich von ihr verabschiedet. Ich denke, wenn du dich beeilst, wirst du sie noch erwischen.“, erzählte Boris.
Christoph erhob sich, und war schon fast bei der Tür, als er sich noch einmal umdrehte.
„Sehen wir uns nachher noch?“
Boris nickte.
„Na klar, Papa. Ich gehe doch nicht, ohne mich von dir zu verabschieden.“
Einen Moment stand Christoph da und war seinem Sohn einfach nur dankbar, dass er ihn nicht verachtete, bevor er sich aufmachte, um seine Tochter zu verabschieden.

Denise und Joshua standen, umringt von ihren Liebsten, vor dem Fürstenhof und warteten auf ihr Taxi. Denise sah verstohlen zum Portal des Fürstenhofs.
„Ober er wohl kommen wird?“, flüsterte sie.
Joshua war der einzige, der es gehört hatte. Er hatte zum Thema Christoph Saalfeld einiges zu sagen, aber er wusste, dass Denise an ihrem Vater hing, auch wenn das Verhältnis der beiden nicht immer ganz unschwierig gewesen war, also schwieg er lieber. Denise wand sich Joshua zu.
„Ich werde ihn suchen, ich will so nicht gehen!“, meinte sie, drückte ihrem Ehemann einen Kuss auf die Lippen, und machte sich auf Richtung Eingang zum Hotel. Gerade als sie vor dem Portal stand, kam ihr Vater aus dem Gebäude gelaufen.
„Papa!“
Denise war überrascht.
„Denise! Gott sei Dank, du bist noch nicht weg!“
„Nein, ich wollte gerade nach dir suchen, ich wollte nicht einfach so gehen.“
Christoph drückte seine Tochter an sich.
„Ich wünschte dir alles alles Gute für deine Ehe und dein neues Leben. Es tut mir so wahnsinnig leid, dass ich nicht von Anfang an an deiner Seite war.“
„Schon gut, Papa. Es ist alles gut. Wichtig ist, dass ich endlich meinen Traummann gefunden habe.“
Sie lösten sich. Denise gab Christoph einen Abschiedskuss auf die Wange.
„Ich wünsche dir, dass auch dir mal der richtige Mensch begegnet.“

Denise und Joshua bestiegen nicht einmal fünf Minuten später das Taxi. Ihre Freunde winkten ihnen nach, bis es um die Ecke bog. So langsam kehrten alle wieder zu ihrem Alltag zurück, doch Christoph sah noch lange dorthin, wo das Taxi aus seinem Blickfeld verschwunden war. Wieder jemand, der aus seinem Leben herausgetreten war. Er wollte jetzt noch nicht zurück ins Büro gehen, und so entschied er sich dazu, einen Spaziergang durch den Park zu unternehmen. Er ging ein paar Schritte und bemerkte das Taxi nicht, welches am Fürstenhof vorfuhr, und er sah auch nicht wer da aus dem Gefährt stieg. Vielmehr versuchte er, den Kopf freizukriegen von Familie und Zahlen, sondern einfach mal an nichts zu denken.

Während Christoph spazieren gegangen war, trat ein dunkelhaariger, breitschultriger Mann Anfang vierzig an den Empfang des Hotels und wurde von Alfons Sonnbichler begrüßt.
„Herzlich Willkommen am Fürstenhof. Haben Sie bei uns ein Zimmer reserviert?“
„Ja, auf den Namen Felipe Pereira de la Cruz.“
Alfons tippte den Namen in den Computer ein, und suchte einen Moment.
„Ah ja, einmal eine Suite für zwei Personen.“
Alfons sah kurz hinter Herr Pereira. Dieser verstand sofort.
„Es gab eine kurzfristige Planänderung, ich bin alleine angereist. Ich hoffe, das macht keine Umstände.“
„Nein, natürlich nicht, bitte entschuldigen Sie die Indiskretion!“, entschuldigen sich der betagte Herr Sonnbichler, und legte dem neuen Gast ein Formular und zwei Schlüsselkarten hin.
„Ich bitte Sie, dass konnte Sie doch nicht wissen.“, entgegnete Felipe und drehte gedankenverloren an dem silbernen Ring, den er an seiner Hand trug…

Ich habe es ja bis vor Kurzem selbst nicht gewusst.
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