The true Story - a Marauder`s Fanfic

GeschichteRomanze, Freundschaft / P12
James "Krone" Potter OC (Own Character) Peter "Wurmschwanz" Pettigrew Remus "Moony" Lupin Sirius "Tatze" Black
28.06.2019
13.10.2019
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Kapitel 51

Sirius

Der Beginn des 6. Schuljahres verlief schneller als gedacht. Sirius hatte die Karte der Rumtreiber an sich genommen und suchte in freien Momenten stets nach Regulus... doch immer, wenn er an dem Punkt angekommen war, an dem sich Regulus befinden sollte, war dieser bereits verschwunden. Es war, als wolle er sich vor ihm verstecken und versuchen, so zu tun, als würde Sirius nicht existieren.
Die Trainingseinheiten fürs Quidditch liefen dieses Jahr gar nicht gut. Ihre Treiber waren nicht mehr in Hogwarts, und ihr Ersatz war nicht wirklich ein Ersatz. Aus verschiedenen Gründen war die Motivation von James, Sophia und ihm selbst im Keller. Sirius, der nun endlich realisiert hatte, das er in Sophia verliebt war und deshalb Panik schob, sobald er sie sah, hatte außer Regulus und eben genannter Sophia nichts anderes mehr im Kopf. James war enttäuscht, das er immer noch kein Ergebnis bei Evans erzielt hatte, obwohl er Schniefelus nicht mehr mobbte und insgesamt viel von seiner Arroganz abgelegt hatte. Und Sophia? Nun, Sirius wusste es nicht. Er war sich sicher, dass Moony, Pia, Evans und Peter es wussten, doch er konnte niemanden zum Sprechen bringen, nicht einmal Wormtail.
Und so kam es, dass sie eines Tages mit den Slytherins Zaubertränke hatten und Slughorn sie anwies, sich in Zweier-Gruppen zu stellen und nun nacheinander fragte, welche Zaubertränke dort standen. ,,Das da ist Vielsafttrank. Er ermöglicht die einstündige Verwandlung in eine beliebige Person.“, meldete sich Lily, welche die Partnerin von Sophia war, und bekam 5 Punkte für Gryffindor. ,,Und wissen sie auch, welcher dieser hier ist?“ Auch Sirius konnte sich nun melden. Wie oft hatte er diesen Trank wohl im Haus seiner Eltern gesehen... Es schauderte ihn, wenn er darüber nachdachte, wofür sie ihn wohl benutzt hatten. ,,Das ist der Trank der lebenden Toten. Nimmt man ihn ein, so sinkt man in einen komaähnlichen Schlaf und ist durch nichts zu wecken.“ ,,Ah, sehr gut, Mr. Black. 5 Punkte!“ Der nächste Zaubertrank hatte eine rosa Färbung und stieg in Kringeln auf. ,,Ms Potter?“ ,,Das ist Amortentia, Sir, der mächtigste Liebestrank der Welt. Er duftet für jeden unterschiedlich, je nachdem, was einen anzieht. Für mich duftet er nach Wald,  nach meinem Zuhause, nach nassem Hund und Wiesen, und...“ Sie unterbrach sich und Sirius Herz tat einen Hüpfer. ,,Ja, korrekt! ! 10 Punkte! Und nun... Dies ist Felix Felicis.“ Er hielt ein kleines Fläschchen mit einer goldfarbenen Flüssigkeit hoch. ,,Auch flüssiges Glück genannt. Es gelingt einem alles, was man nur will, sobald man es kostet. Natürlich nur, solange die Wirkung anhält. Also, ich möchte ihnen heute etwas in Aussicht stellen. Die Gruppe, die den besten Trank der lebenen Toten herstellt, gewinnt zwei Fläschen hiervon.“ Er schüttelte das Fläschen. ,,Das Rezept findet ihr auf Seite-“ Schon waren alle losgestürmt und versuchten, als erste an die Zutaten zu kommen.

Sophia

,,Die Zeit ist um!“, ertönte es und Sophia zuckte zusammen. Es war natürlich völlig unnötig, nervös zu sein; ihr Trank war der Beste und das wussten Lily und sie auch. Sie waren die letzten, die Slughorn kontrollierte, und als er ihnen entzückt die Phiolen reichte, konnte Sophia nicht umhin, über das Chaos zu grinsen, was sich bei Sirius und James ausgebreitet hatte. ,,Ach, Ms Evans, Ms Potter, Ms Parker, Mr Lupin und Mr Snape, darf ich sie nach der Stunde noch sprechen?“
Sophia hatte Lily vorgeschlagen, Snape fertig zu machen. So richtig. Für den Anfang, jetzt erst einmal ein Bein stellen oder anrempeln. Doch sie lehnte dankend ab und strafte ihn mit Ignoranz, was ihn scheinbar sehr schwer traf. ,,Ich mache am Samstag ein Essen mit einigen ausgewählten Leuten. Ich wollte fragen, ob sie alle vielleicht Lust hätten, zu kommen. Sie können eine Begleitung mitnehmen, wenn sie wollen.“ Sie bejahten.
,,Lily, warte!“, rief Snape ihnen hinterher. Sophia trat halb vor Lily, als wolle sie sie beschützen. ,,Lily, es tut mir wirklich leid. Können wir reden?“ ,,Vergiss es!“, zischte Sophia, bevor Lily überhaupt etwas sagen konnte. ,,Halt dich da raus, Potter! Habe ich dir nicht oft genug geholfen?“ ,,Habe ich mich nicht oft genug dafür revanchiert?“ Sie kochte. ,,Sophia hat Recht. Jemanden Schlammblut zu nennen, ist unverzeihlich. Lass mich in Ruhe.“ Lily ging weiter, doch Sophia blieb noch einen Moment stehen und wiederholte bedrohlich: ,,Lass sie in Ruhe!“

,,Du willst bestimmt mit Black hin, oder?“ ,,Ja, sehr gerne. Ich hoffe nur, er auch. Mit wem willst du?“ ,,Auf jeden Fall nicht mit deinem Bruder.“ ,,Lily. Er mag dich wirklich sehr gerne. Weißt du, wie er leidet, wenn du ihn abservierst?“ ,,Er will doch nur mit mir ausgehen, weil ich nicht mit ihm ausgehen will. Er denkt, er könnte jede bekommen, aber das kann er nicht! Mich nicht!“ Ach, so war das. Lily hatte es sich zur Aufgabe gemacht, Hogwarts weibliche Bevölkerung zu ,,verteidigen“. Das Problem war folgendes: Wenn Sophia es nicht besser gewusst hätte, hätte die Erklärung sogar recht plausibel geklungen.
Im Gemeinschaftsraum angekommen, warteten die anderen Rumtreiber mit Pia auf sie. Sophia machte Anstalten, Lily mit sich zu ziehen, doch diese meinte nur: ,,Vergiss es!“, und floh. Sophia setzte sich auf die Armlehne neben Sirius und konnte gerade noch James beobachten, der verzweifelt den Kopf in die Hände legte und dramatisch verkündete, sie würde ihn wohl nie mögen.
,,Quatsch. Irgendwann erkennt sie schon noch, wie toll du bist. Ich meine, du bist mein Bruder, du musst einfach toll sein. Sie muss dich nur besser kennen lernen.“ ,,Ja, aber wie?“ ,,Überlass das mir.“, grinste sie. Kurze Zeit war es still, dann meinte Sirius: ,,Willst du hier sitzen?“ ,,Nein, alles gut.“ ,,Mann, Moony, deine Freundin und du seid doch eh ein Paar. Kann sie sich nicht auf deinen Schoß setzen? Dann kann Sophia auch noch sitzen...“ Pia ließ sie auf Moony fallen, murmelte: ,,Ein wahrer Gentleman“, und die anderen rückten auf, sodass Sophia sich auch auf die Couch setzen konnte. Sophia fasste sich ein Herz: ,,Sirius... sag mal... also, Sluggi macht so eine Party und wir... dürfen eine Begleitung mitbringen, also... hast du vielleicht Lust, mit mir dort hin zugehen?“ ,,Sehr gerne!“, kam es wie aus der Pistole geschossen. Sie lächelten sich an und Sophia begann gerade, sich in Sirius grauen Augen zu verlieren, da... ,,Mensch, nächste Woche ist ja schon das Quidditchspiel gegen Slytherin!“, bemerkte James und Sophia konnte nicht umher, die Augen zu verdrehen. ,,Ja, James.“ ,,Remus?“, meinte Pia gedehnt. ,,Sag mal, hast du schon jemanden für Slughorns Party?“ Sie grinste und auch auf seinem Gesicht breitete sich ein Grinsen aus. ,,Hm... ich weiß noch nicht... Vielleicht... Nein, da fällt mir niemand ein. Du?“ Sie küssten sich sanft. ,,Mit wem will Lily denn hin?“ ,,Das weiß sie noch nicht.“ ,,Und du?“ Das kam von Pia, die den Hals reckte, um die anderen sehen zu können. Neben ihr grinste Sirius. ,,Mit mir!“ Pia grinste und auch Peter und Remus lächelten. ,,Na dann, ich muss noch in die Bibliothek, den Aufsatz für nächste Woche schreiben.“, sprach Pia und erhob sich. Synchron ertönte es von Sophia, Sirius und James: ,,Aber der ist doch erst für NÄCHSTE WOCHE!!“ ,,Na und? Ich komme mit dir.“ Remus nahm Pia an der Hand und als sie fast draußen waren, rief Sirius: ,,Wuhu! Moony!!“ James pfiff laut und Sophia und Peter stimmten grölend mit ein. So fand Lily sie auch. Mit pikierten Gesichtsausdruck meinte sie: ,,Okayy.... Sophia, kommst du mit raus?“ Sirius und Peter grölten weiter. ,,Evans! Ohhh!!!“ James meinte hoffnungsvoll: ,,Ich komme mit!“ ,,Dich habe ich nicht gefragt, Potter, sondern deine Schwester! Also?“ ,,Nee, wir müssen gleich noch raus zum Quidditchfeld und solange will ich hierbleiben.“ ,,Na schön.“ Sie zuckte mit den Schultern und ging. Sie unterhielten sich noch eine Weile über die nicht vorhandene Motivation über ihr Team, dann begaben sie sich zum Training.

,,Hast du Black gefragt?“ ,,Schön, wie man hier begrüßt wird. Nichtsdestotrotz, ja, habe ich. Und er hat Ja gesagt. Weißt du, mit wem du gehst?“ ,,William Smith hat mich gefragt...Er ist auch im Slugclub und ich habe mich mit ihm in der Bibliothek unterhalten und jaaa...“ ,,Der süße Rawenclaw?“ ,,Ja, genau der.“ ,,Uuiii.“ Zwar war Sophia James Schwester, doch war sie auch Lilys Freundin und so war es ihre Pflicht, sich zu freuen. ,,Und? Wie war das Training?“ Sie unterhielten sich noch Stunden. Zwischendurch kam Pia ins Zimmer gehuscht. ,,Wo waren wir denn so lange, junge Dame?“, fragte Lily gespielt streng. ,,Ähm... In der Bibliothek?“ ,,SO lange?“ ,,Nun ja. Sie war mit Remus in der Bibliothek.“, merkte Sophia an. ,,Pia! Wie kannst du es wagen?“ ,,Jaja, ihr seid schon so zwei Mums...“, meinte Pia nur und begab sich ins Badezimmer.
Später in der Nacht platzte Pia. Zumindest für ihre Verhältnisse. ,,Haltet jetzt eure Klappen, ich will schlafen!“ ,,Morgen ist doch Samstag!“ ,,Trotzdem!“ ,,Und sie sagt, wir wären Mums...“ Das Bild von Sirius schob sich vor ihr inneres Auge und Sophia schlief mit den Gedanken bei Sirius ein.

,,Aufstehen, ihr Schlafmützen!“, riss Lilys Stimme sie aus einem wohligen Schlaf. Grummelnd zog sie sich die Decke über den Kopf, doch Lily zog sie ihr gleich wieder weg. ,,Nein, Sophia. Du willst dich doch wohl noch für Black hübsch machen, oder?“
,,Bei Merlins Bart, heute ist Samstag!“ ,,Ach neee...“
Was sie auch tat, der Tag wollte einfach nicht vergehen. Sophia hatte ihr Aussehen bestimmt schon hundert Mal im Spiegel kontrolliert, genauso oft wurde ihr erzählt, dass sie toll aussah, und genauso oft hatte sie kleine ,,Unperfektheiten“ ausgebessert. Sie trug ein weinrotes Cocktailkleid und ließ ihr Haar offen über die Schulter fallen. Trotz allem war sie sich unsicher. Würde es Sirius gefallen? Sie konnte über sich selbst nur den Kopf schütteln. So tief war sie gesunken...
Doch auch Pia und Lily wuselten aufgeregt umher. Nicht selten wäre Lily über ihr grünes, bodenlanges Kleid mit einem Beinschlitz gefallen, wenn Sophia und Pia sie nicht aufgefangen hätten. Lily lief aufgeregt umher, murmelte unablässig vor sich her und brachte Sophia damit zum Lachen. ,,Jetzt weiß ich, wie James immer umherlaufen muss, wenn er sich morgens für Lily zurecht macht.“, murmelte Sophia Pia zu. Diese stand nun auf, packte Lily und schob sie vor sich her auf einen Stuhl. ,,Bevor du noch hinfliegst und dir alles brichst.“ Pia trug ein knielanges graues Kleid, welches hinten immer länger wurde und einen Rückenausschnitt hatte. Auch ihr war die Nervosität deutlich anzumerken, dabei war sie die einzige, die bereits mit ihrem Date zusammen war. Sie wippte mit den Füßen und immer wieder fuhr sie sich durch die Haare. Sophia konnte die Spannung kaum noch aushalten. Um sich abzulenken, begann Pia, Verwandlungsgesetze aufzusagen, was das alles nicht wirklich besser machte.
Endlich war es so weit. Remus und Sirius würden im Gemeinschaftsraum warten, William würden sie vor Slughorns Büro treffen. Wenn Sophia nicht so erfreut über Sirius Anblick gewesen wäre, hätte sie über James gelacht. Dieser saß mit Peter in einem der Sessel vor dem Kamin und konnte die Augen nicht von Lily abwenden. Lily hatte dies offensichtlich gemerkt und fühlte sich nicht so wohl mit allen Rumtreibern um sich herum. Sie starrte überall hin, nur nicht in James Richtung. Bei Remus und Pia sah das schon ein ganzes Stück anders aus: Sie küssten sich bereits, sodass Peter sie anwies, ein Zimmer aufzusuchen.
Sophia jedoch nahm das alles gar nicht wahr; zu gefesselt war sie von Sirius. Er sah großartig aus. Er trug einen Anzug, der ihm unwahrscheinlich gut stand, eine rote Fliege und schwarze Lackschuhe. Seine Haare fielen ihm ins Gesicht und Sophia konnte nun sehr verstärkt ein Männerdeo riechen, welches er sonst nur dezent trug und welches sie noch irgendwo gerochen hatte: Beim Amortentia. Sirius sah sie mit großen Augen an und schluckte ein paar Mal, räusperte sich und sagte: ,,Wow, Whiskers. Du bist wunderschön.“ Sophia traute ihren Ohren kaum. Dies musste eines der schönsten Komplimente ihres Lebens sein. ,,Dankeschön. Du siehst auch sehr gut aus.“ ,,Weiß ich doch.“ Sie lachten und wollten sich auf dem Weg zum Gemeinschaftsraum machen, da trat James zu Lily und flüsterte so, dass jeder es hören konnte: ,,Du siehst wirklich atemberaubend aus, Lily.“ Seine Stimme klang rau und Lily war so verwirrt über dieses ehrlich gemeinte Kompliment, dass sie nichts mehr als ein: ,,Danke..“ zustande brachte. James strahlte über das ganze Gesicht und setzte sich wieder zu Peter.
,,Weißt du, Evans...“, meinte Sirius auf dem Weg zu Slughorn, ,,du musst nicht alleine gehen. Ich habe noch einen Arm frei, der wundervoll funktioniert.“ Sophia hatte sich bei Sirius und Pia bei Remus untergehakt, und Lily ging zwischen den beiden Paaren. ,,Danke, Black, ich verzichte. Ich habe hier einen ganz wundervollen Arm. Tada!“ Sie deutete auf Pias Arm und hakte sich bei ihr unter, dann nahm sie Sophias Arm und tat dasselbe. Sie mussten wirklich lustig aussehen, wie sie da zu fünft entlang liefen, denn William sah sehr verdutzt aus und begann dann, zu lachen. Er schien ein echter Gentleman zu sein und Sophia freute sich für Lily, doch trotzdem fühlte sie einen Stich im Herzen: James saß gerade im Gemeinschaftsraum und freute sich darüber, dass Lily sich einfach nur bei ihm bedankt hatte....
,,Ah, da sind ja die Gryffindors. Und William, ach, schön, sie zu sehen. Setzen sie sich, setzen sie sich.“ Sie lächelten, bedankten und setzten sich, doch Sophia, die immer noch Sirius Hand hielt, spürte, wie er sich versteifte. Verwirrt starrte sie in die Richtung, in welche er sah... und versteifte ebenfalls. Ihnen starrte ein weiteres graues Augenpaar entgegen: Regulus saß auf der gegenüberliegenden Seite des Tisches und sah sie feindselig an. Sophia drückte Sirius Hand in der Hoffnung, ihm ein wenig Trost zu spenden; und es klappte. Er wandte sich zu ihr um und lächelte. Doch sein Lächeln gefror, als er hinter Sophia blickte. Da dort nur noch Lily saß, wandte Sophia sich um und sah sich einem flehenden Snape und einer wütenden Lily gegenüber. Sie wollte Lily gerade zu Hilfe eilen, als Sirius sich bedrohlich hinter Snape aufbaute. ,,Na, Schniefelus? Belästigen wir wieder schöne Frauen?“ Im Nachhinein fragte Sophia sich, was Lily wohl am meisten daran verwirrt hatte: Das Sirius ihr geholfen hatte oder das mit den ,,schönen Frauen“? Ein wenig eifersüchtig war Sophia schon, doch sie wusste, dass das nicht nötig war. ,,Sagt der Richtige. Wie viele sind es denn inzwischen schon, Black?“ Snape fletschte die Zähne und sah zu Sophia. ,,Na, Potter? Auch schon Betthüpfer für Black hier gewesen?“ Sophia, Lily und auch Pia schnappten empört nach Luft, doch die beste Reaktion kam von Sirius. Er packte Snape am Kragen und zischte: ,,Wie kannst du es wagen, du kleiner, schmieriger...“ ,,Mr Black, Mr Snape, was wird das da?“, tönte Slughorns Stimme durch den Raum. ,,Nichts, Professor.“, meinten beide gleichzeitig. ,,Na dann setzen sie sich! Das Essen erscheint gerade!“
Ein wenig später wurden die Tische an die Wand gezaubert und Musik wurde gespielt. Pia hatte Remus schon vor langer Zeit auf die Tanzfläche gezogen, Lily stand mit William weiter weg und sie unterhielten sich. Sophia hatte nun schon einige Zeit auf eine Aufforderung von Sirius gewartet, doch sie war eine starke, unabhängige Frau. Wenn er nicht fragte, würde sie halt fragen... Nachdem sie ihm ihr Anliegen erklärt hatte, lachte er. ,,Ich wusste gar nicht, dass du Tanzen magst.“ ,,Mögen? Ich liebe es!“ Er reichte ihr die Hand und sie nahm sie. Er führte sie auf die Tanzfläche und legte eine Hand um ihre Taille. Es wurde ein Walzer gespielt, und hier erkannte man Sirius strenge Erziehung: er hielt stets den formalen Abstand, kerzengerade und jeder Schritt perfekt ausgeführt. Sophia war darüber ein wenig traurig; mehr Körperkontakt hätte sie nicht wirklich gestört. Plötzlich stießen sie mit jemandem zusammen. ,,Oh, Verzeihung“, ertönte es, doch dann erkannte Regulus sie beide und verstummte. ,,Hey, Reg....“, setzte Sirius an und es brach Sophia das Herz, wie verletzlich er dabei wirkte. ,,Sirius.“ ,,Wie geht’s dir?“, fragte Sirius vorsichtig nach. ,,Bestens.“ ,,Schön.“ Regulus machte keine Anstalten, die Unterhaltung fortzuführen, im Gegenteil. Er sah höchst unglücklich aus, in diese Situation gekommen zu sein. ,,Tja... Wie läuft es so? Alles okay mit Orion und...“ ,,Du hast kein Recht, über sie zu sprechen! Du bist abgehauen! Du wolltest aus dem Familienstammbaum gebrannt werden.“ ,,Ja, genau. Und wieso bin ich abgehauen?“ ,,Weil du uns hasst! Weil du egoistisch bist! Weil du kein richtiger Black bist!“ Sirius war anzusehen, dass er nicht wusste, was er noch sagen sollte. ,,Aber, Bruder...“ ,,Ich habe keinen Bruder.“
Das war der Zeitpunkt, in dem Sophia entschied, dass sie einschreiten musste. ,,Was ist bloß mit dir los, Regulus? Bist du etwa so verletzt? Wenn du es wissen willst, kann ich dir gerne erzählen, wie sehr Sirius in den Ferien gelitten hat. Soll ich?“ ,,Ich bin nicht verletzt. Ich frage mich nur, was er von mir will, wo er sich doch noch nie für mich interessiert hat!“ ,,Nicht interessiert? Genau, deswegen hat er einen Obliviateschutz ausgesprochen. Weil er sich nicht um dich kümmert. Sehr gut, Regulus.“ ,,Wovon redest du bitte, Potter? Hat er dir eine Gehirnwäsche verpasst?“ Und da machte es klick. ,,Merlin...“ ,,Was?“ ,,Regulus, an was genau erinnerst du dich, wenn du mich siehst?“ ,,Blutsverräter? Beste Freundin von... Sirius....“ ,,An mehr nicht? An keinen einzigen Brief?“ ,,Bist du bescheuert, Potter? Was für Briefe?“ Er hatte es vergessen. Er hatte alles vergessen. Sirius allerdings schien wie benebelt. ,,Wehe, du nennst sie noch einmal bescheuert!“ ,,Und was dann?“ Regulus trat an ihn heran und hob herausfordernd das Kinn. ,,Was willst du machen, du Abschaum? Du ekelst mich an.“ Sirius trat von ihm weg, als hätte er ihn geschlagen. Dann machte er auf dem Absatz kehrt und floh in die Nacht hinaus.

Eigentlich hatte sie nur einen schönen Abend mit Sirius verbringen wollen. Stattdessen hatte sie Regulus eine knallen müssen, um einen Abgang hinzulegen, der einer Potter würdig war. Nun eilte sie Sirius hinterher. SO hatte sie sich ihren Abend bestimmt nicht vorgestellt.
Wo war er nur? Er musste doch irgendwo sein! Doch nachdem sie gefühlt das ganze Schloss abgesucht hatte, gab sie es beinahe auf. Beinahe. Es gab nämlich noch einen Ort, an dem sie noch nicht gesucht hatte.
,,Hey, Padfoot.“, meinte sie leise. Wie sollte es auch anders sein? Natürlich hatten die Blackbrüder den gleichen Lieblingsplatz. Sophia hätte über die Ironie gelacht, hätte sie sich nicht so schlecht gefühlt. Stattdessen setzte sie sich neben Sirius und nahm seine Hand. Als er aufblickte, schenkte sie ihm ein Lächeln. Er wischte sich die Tränen aus dem Gesicht, als würde er sich für sie schämen, was Sophia beinahe das Herz brach. Sie legte ihre Arme um ihn und Sirius ließ sich in die Umarmung fallen. Er begann, hemmungslos zu schluchzen. ,,Tut mir leid, normalerweise heule ich nicht...“ ,,Alles okay. Du bleibst einer der stärksten Menschen, die ich kenne. Weinen macht dich nicht schwach, Sirius. Es zeigt, dass du viel zu lange stark sein musstest.“ Nun war es an Sirius, zu lächeln. Einige Zeit schwiegen sie beide. ,,Danke“, meinte Sirius in die Stille hinein. ,,Wofür?“ ,,Für alles. Dass du immer für mich da bist. Dass du mir geholfen hat, als Reg obliviiert wurde. Dass du Peter hilfst, wenn er in der Schule nicht klar kommt. Dass du Remus und Pia zweimal zusammengebracht hast. Dass du versuchst, James, was Evans angeht, zu unterstützen. Dass du für jeden ein offenes Ohr hast und du unsere Geheimnisse für dich behältst. Ich glaube, manchmal vergessen wir Jungs, wie toll es ist, dich als Freundin zu haben.“ Er legte den Arm um sie und sie kuschelte sich an ihn heran. Es stand viel Unausgesprochenes zwischen ihnen im Raum, viel zu viel. Doch musste man es immer aussprechen, wenn man es auch einfach zeigen konnte?
Nach einiger Zeit gähnte Sophia. ,,Na, müde?“ ,,Vielleicht ein bisschen“, gähnte sie. ,,Na  dann komm, wir gehen schlafen.“ ,,Aber es ist gerade so schön.“ Sie kuschelte sich näher an ihn und meinte, er müsse ihr Herz schlagen hören, so schnell schlug es. ,,Ich möchte dich aber später ungern hochtragen müssen...“ ,,Na schön...“ Sirius reichte Sophia seine Hand und sie ließ sich von ihm hochziehen, wobei sie gegen seine Brust taumelte. ,,Schon so müde? Vielleicht sollte ich dich doch tragen...“ ,,Och, das ist gar nicht mal so eine schlechte Idee...“, meinte sie gedehnt. ,,Ach ja? Na dann...“ Plötzlich hob er sie hoch und trug sie die Stufen des Astronomieturms herunter. Sie musste lachen. Doch als sie sich nun wirklich auf den Weg machten, blieb Sophia nach ein paar Schritten stehen und zog ihre Hackenschuhe aus. ,,Weißt du, wie unbequem diese Dinger sind?“ Sirius lachte und Sophia bemerkte mal wieder, wie sehr sie dieses Lachen liebte. Dass es Sirius bei ihr genauso ging, konnte sie ja nicht wissen....
,,Schlaf gut und träum was schönes...“, flüsterte Sirius und umarmte sie. ,,Du auch, Padfoot.“
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