Vom Land ins Leben

GeschichteAllgemein / P16
Genos King OC (Own Character) Saitama
26.06.2019
22.07.2019
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Dieses Kapitel
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Hallo und herzlich Willkommen zu einer neuen FF! Schön, dass ihr rein schaut! ^-^
Ich versuche diesmal etwas ganz anderes. Daher ein anderer Manga/Anime und ganz andere Charaktere. Ich hab richtig Bock und ich hoffe ihr auch. Der Anfang wird noch friedlich aussehen, aber ich hoffe ihr bleibt dran und verhelft mir, die Story zu einem guten Ende zu bringen. xP

Viel Spaß ~ ^^/

Prolog:

Es war ein sonniger 21ter Juli. Es war Sayuris 20ter Geburtstag.
„Schatz, nun puste doch die Kerzen aus, ehe das Wachs noch auf den Kuchen tropft.“, Sayuris Mutter versuchte freundlich zu bleiben.
Die Teenagerin wusste, dass ihre Mutter es nicht ausstehen konnte, dass sie fast ihr gesamtes, ödes Leben im Internet publizierte. Auch wenn es nicht sonderlich spannend hier war, so hatte sie ein Händchen dafür die Dinge besser aussehen zu lassen, als sie eigentlich waren.
„Mama, du weißt dass meine Follower ein cooles Bild von dem Kuchen wollen. Hier mach mal ein schönes Foto von mir mit dem Kuchen.“, sie drückte ihr Samsung Smartphone in die Hände ihrer Mutter und setzte sich ein wenig in Pose hinter ihrem Kuchen. Ein schöner Erdbeerkuchen, geziert mit einer großen, aus Fondant geformten 20 obendrauf. Die Erdbeeren stammen von den großen Feldern hinter dem Haus und der süßliche Duft konnte einem gekauften Kuchen nicht einmal ansatzweise das Wasser reichen.
Sayuri lächelte niedlich in die Kamera ihres Smartphones und nachdem ihre Mutter den Auslöser gedrückt hatte, riss ihr das Geburtstagskind schnurstracks das Handy wieder aus den Händen.
„Oh Mutter. Du musst noch viel üben. Aber das hier ist ganz gut geworden. Ich muss es aber hier und da noch etwas bearbeiten.“
Und schon war Sayuri in ihrem Tunnel der Bildbearbeitung gefangen.
„Sayuri...“, sprach ihre Mutter ruhig, doch die Angesprochene nahm ihre azurblauen Augen nicht von dem Display.
Seufzend schüttelte die Mutter den Kopf und blies die Kerzen schließlich selbst aus. Sie räumte das Geschirr zusammen und verräumte es im Wohnzimmerschrank. Sie hatte extra das schöne Porzellan das sie von ihrer Mutter einmal geerbt hatte eingedeckt. Doch Sayuri wusste all das nicht zu schätzen. Dass ihre Mutter den ganzen Tag bei fast tropischen Temperaturen auf dem Feld gestanden und die schönsten Erdbeeren gepflückt hatte. Dass sie mehrere Stunden in der Küche stand um einen perfekt aussehenden Kuchen für ihre einzige Tochter zu backen. Nein, Sayuri konnte und wollte dies nicht wertschätzen. Sie lebte nur für ihre Fans, oder ihre „Follower“. Völlig Fremde, von denen sie keine Ahnung hatte wer sie waren. Sayuris Mutter ging auf die Veranda und starrte in die Ferne. Wie schön es doch draußen war.

Plötzlich stand Sayuri hinter ihr und räusperte sich vorsichtig. Ihre Mutter drehte sich erschrocken nach ihr um.
„Oh, ich dachte du brauchst noch etwas Zeit. Ich habe den Kuchen in den Kühlschrank gestellt.“, erklärte sie kurz und bemerkte plötzlich, dass ihre Tochter einen großen, vollgepackten Koffer neben sich gestellt hatte.
„Danke, du kannst ihn gerne essen. Ich werden mit dem Zug in einer Stunde nach Z-City fahren.“, erklärte sie kalt und die Mutter erschauderte.
„Z-City? Du willst in die Monster-verseuchte Großstadt?“, fragte sie zögernd und dachte sie würde sie nur auf den Arm nehmen. Bestimmt machte ihre Tochter wieder heimlich ein Video von ihr, womit sie ihr einen riesigen Schrecken einjagen wollte, welches sie anschließend im Internet veröffentlichte. Einmal hatte sie behauptet sie wäre schwanger und sie wisse nicht wer der Vater sei, und ein andermal behauptete sie auf Frauen zu stehen. Nachrichten die jede Mutter erst einmal verarbeiten musste. Doch immer hatte sich Sayuri nur einen Scherz mit ihr erlaubt. Warum sollte es diesmal anders sein?
„Ich wollte es dir nicht unnötig schwer machen, daher erfährst du es so kurzfristig.“
„Sayuri, wenn das wieder so ein blöder „Prank“ für das Internet ist, dann wirst du dein blaues Wunder erleben.“, die Stimme ihrer Mutter wurde strenger - zittriger.
„Es ist kein Prank. Draußen wartet schon ein Taxi. Ich werde in die Stadt ziehen. Hab da ein erschwingliches, kleines Apartment gefunden.“
„Wo ist die Kamera? Von all deinen Scherzen ist das der schlechteste.“, fast panisch drängte sich die Mutter an ihrer Tochter vorbei und suchte in der Wohnung nach einer versteckten Kamera.
„Mama, es ist mir Ernst.“, das Gesicht der Blondine wurde durch ihre langen Locken etwas verdeckt, „Ich möchte hier nicht mehr bleiben. Ich fühle mich wie eingesperrt hier. Täglich sehe ich, was andere so posten und alles erleben. Das möchte ich auch. Deswegen gehe ich jetzt.“
Sie zog den Koffer hinter sich an ihrer Mutter vorbei.

Ja, sie hatte seit Jahren für diesen Tag gespart und sich vorbereitet. Seit sie einmal einen scherzhaften Post gemacht hatte, ob sie nicht einfach in die Stadt ziehen sollte, hatte sie viele Zusprüche von ihren Followern erhalten.
>>Die Großstadt ist super! Hier wird es nie so langweilig wie bei dir auf dem Land.<<
>>Es gibt so viele geile Restaurants hier! Die musst du alle ausprobieren.<<
>>Du hast schon oft geschrieben, wie öde du es auf dem Land findest. Zieh doch einfach aus und lass deine Alte Zuhause.<<

So und ähnlich fiel dieser Zuspruch aus. Und dann eines Tages, als sie die blöde Schufterei auf den Feldern nicht mehr aushielt, hatte sie es beschlossen. Sie wollte das friedliche Landleben hinter sich lassen und ein aufregendes neues Leben in einer neuen und unbekannten Stadt einschlagen.

Sayuris Mutter musste hilflos dabei zusehen, wie ihre einzige Tochter in das Taxi einstieg. Ja, ihr kleines Mädchen hatte sich - nachdem der Vater sie beide verlassen hatte - in das Internet geflüchtet. Hatte nicht mehr viel mit ihrer Mutter geredet und wenig Zuneigung von ihr bekommen. Eigentlich würde sich für die Mutter nicht viel ändern, wenn jetzt auch ihre Tochter sie verlassen würde. Es bleib eh alles an ihr hängen. Das tat es schon immer. Doch wieso nur konnte sie nicht aufhören zu weinen? Wieso wusste sie, dass es keinen Sinn machen würde, sie aufzuhalten?

Plötzlich hörte sie, wie die Tür des Wagens sich noch einmal öffnete und kleine, hastige Schritte über den gepflasterten Weg eilten.
Sayuri fiel ihrer Mutter um den Hals und drückte sie fest.
„Bis bald Mama.“, flüsterte sie und gab ihr einen kurzen Kuss auf die Wange. Sie lächelte sie sanft an und ging schließlich zurück zum Taxi.
Sayuris Mutter stand wie festgewachsen da. So eine liebevolle Umarmung und Körperkontakt hatte sie selten von ihrer Tochter erfahren. Fassungslos beobachtete sie, wie ihre Tochter wieder in das Taxi stieg und sich zum Fahrer vorbeugte.
„Haben sie alles aufgenommen?“, fragte sie hastig und riss ihm ihr Handy aus seinen Händen.
Ein imaginärer Tropfen bildete sich am Hinterkopf von Sayuris Mutter.
„War ja klar...“, dachte sie enttäuscht, doch war gleichzeitig glücklich. Ob es nun für die Kamera oder für sie war, würde sie vermutlich nie erfahren. Doch irgendwie konnte sie nicht böse sein. Das Taxi rollte über den Schotterweg in Richtung Nachbarstadt. In Richtung eines neuen Lebens.
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