Deine schicksalhafte Begegnung mit Frankreich!

von Yumestar
MitmachgeschichteAbenteuer, Schmerz/Trost / P12
Frankreich
26.06.2019
24.09.2019
7
14552
6
Alle Kapitel
2 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 Datenschutzinfo
 
 
Willkommen liebe Leser und Leserinnen zu Hetalia!
Du bist in Frankreich angekommen und hast absolut keinen Plan von dem, was gerade geschieht. Na ja, du hast Google Maps, Google Übersetzer und so weiter. Kurzum: Du bist komplett aufgeschmissen… Oder etwa nicht?
Sei willkommen bei dieser Geschichte, in welcher du einer charmanten, vielleicht dir sogar bekannten Person begegnen wirst, die dein Leben komplett auf den Kopf stellen wird!

Deine schicksalhafte Begegnung mit Frankreich!


Prolog



„Bonjour, puis-je t’aider?“

Mit nervösen Schritten drehst du dich zu demjenigen um, der dich angesprochen hat und hebst unsicher die Hände, als hätte er soeben eine Waffe auf dich gerichtet.
„Entschuldige, ich spreche kein Französisch“, erklärst du ihm, während du nervös mit deinen Händen vor deinem Körper rumwedelst wie jemand, dem es gerade die Sprache verschlagen hat. Zwar hast du mal die ein oder anderen Phrasen auf Französisch gelernt und aufgeschnappt, doch gerade fällt dir vor Überraschen nicht einmal das einfachste Wort ein. Du errötest leicht vor Peinlichkeit. Kühler Schweiß tropft von deiner Stirn, welchen du dir nervös mit einer Hand wegwischst. Man merkt, dass du ziemlich verloren bist, oder?
„Oh, eine Ausländerin!“ Die Person spricht Deutsch mit einem stark französischen Dialekt. „Du siehst etwas verloren aus. Kann ich dir weiterhelfen?“

Für einen Moment starrst du die Person vor dir nur an. Nicht nur, dass er ziemlich gutes Deutsch spricht, nein, er sieht auch noch ziemlich gut aus. Er hat blond-braunes Haar, welches ihm wellig über die Schulter fällt und er trägt einen königsblauen Mantel über seine purpurrote Hose. Seine bläulich-violetten Augen versuchen die Nervosität in deinem Blick zu verstehen. Er beugt sich etwas zu dir runter und schaut dir geradewegs in die Augen. Die Nähe gibt dir eine leichte Gänsehaut und du reibst dir unbehaglich über die Arme. Als er das bemerkt, stellt er sich wieder gerade vor dich hin und schenkt dir ein sanftes Lächeln.

Bevor du etwas sagen kannst, fängt er an zu sprechen: „Du scheinst dich ja überhaupt nicht hier in Paris auszukennen. Wie wäre es, wenn ich dir die Stadt zeige?“
Er streckt dir freundlich die Hand hin und es scheint, als wäre dein Glück zum Greifen nah. Du wolltest schon immer einmal Paris besichtigen und von einem echten Franzosen durch die Innenstadt geführt werden. Andererseits zögerst du. Du kennst die seltsame Person vor dir doch gar nicht richtig. Kannst du ihm wirklich blind vertrauen?
Auch möchtest du ihm keine Last sein, deswegen schüttelst du nur unsicher mit dem Kopf.
„Das Angebot ist nett, aber-“ Bevor du sein Angebot anlehnen kannst, schnappt er sich dein Handgelenk und zieht dich amüsiert lachend zu ihm.
„Keine falsche Bescheidenheit, Mademoiselle~“, sagt er mit einem breiten Lächeln, „Paris ist groß. Du wirst dich nur verlaufen, wenn du ganz alleine unterwegs bist. Außerdem kennt niemand die Stadt besser als moi!“
Sind alle Franzosen so?“, wunderst du dich und lächelst nur verlegen. Du denkst dir einfach: „Lächle. Dann machst du nichts falsch.“

„Verlangst du eigentlich irgendetwas dafür?“, fragst du schließlich, als er dich einige Meter hinter sich her geschliffen hat. Neben dir kannst du ‚la Seine‘ sehen. Ein majestätisch, schöner Fluss, der sich einmal durch Paris schlängelt. Ihr spiegelt euch in der glitzernden Oberfläche. Daraufhin bleibt ihr stehen und ihr schaut beide auf den Fluss herab. Dann seht ihr euch an.
„Natürlich nicht!“ Er lächelt, als wäre es eine Selbstverständlichkeit, „Ich freue mich einfach, wenn ich den Leuten, die nach Paris kommen, helfen kann. Das ist das Schönste für mich.“
Kurz siehst du ihn fasziniert an und bewunderst still seine Großzügigkeit und seine ehrliche Freude.
Dann kicherst du leicht. „Danke. Merci!“

„La Seine. Sie ist mit ihren 777 Kilometern einer der längsten Flüsse hier in Frankreich.“ Mit seinem Finger zeigt er den Verlauf der Seine und deutet schließlich in die Ferne, in welche sich die Seine weiter streckt. Du lächelst ihn an. Dann betrachtest du den Fluss und erfreust dich an dessen Schönheit. Du lehnst dich über die metallene Abzäunung und spürst den kühlen Wind, der dir ins Gesicht bläst. Es ist ein angenehmes Gefühl, welches dich befreit durchatmen lässt.
„Wusstest du, dass die Asche von Jean d’Arc in die Seine gestreut wurde?“ Er lacht leicht, auch wenn du etwas Verbitterung in seinem Lachen hören kannst.
Du schüttelst nur den Kopf.
„Kennst du Jean d’Arc?“
Wieder ein Kopfschütteln deinerseits.

„Ts, ts, ts, nie mit französischer Geschichte beschäftigt?“ Er grinst dich neckend an. „Jean d’Arc ist eine französische Nationalheldin. Sie hat immer alles für dieses Land gegeben. Im hundertjährigen Krieg half sie zum französischen Sieg und den König von Frankreich geleitete sie zu seiner Krönung nach Reims.“
Du könntest schwören, dass seine Augen vor Begeisterung zu strahlen beginnen. Er wirkt ausgelassen und fröhlich, während er über eine Frau redet, die du bis gerade eben noch gar nicht kanntest.
Jedoch ändert sich sein Gesichtsausdruck, als er weiterspricht. Das Strahlen in seinen Augen verschwindet und wird von einer schattenhaften Kühle ausgewechselt. Seine Stimme klingt ruhig, wenn auch etwas angespannt als würde er gerade über ein Event reden, bei dem er live dabei gewesen war.
„Jedoch starb sie jung mit nur 19 Jahren. Nach der Niederlage in der Schlacht von Compiègne wurde sie von den Engländern gefangen genommen und am 30. Mai 1431 auf dem Scheiterhaufen verbrannt.“
Er lässt ein tiefes Seufzen los und blickt zum Himmel. Du schaust ihn nur schweigend an und tust es ihm gleich.
„Aber!“ Du erschrickst, als er viel fröhlicher fortfährt, „Ich bin mir sehr sicher, dass sie wiedergeboren wurde und nun ein fröhliches Leben als einfacherer Mensch führt!“
Du lächelst leicht. So einen Optimismus wie er hättest du auch gerne.

Als plötzlich eine Windböe vorbeizieht, spürst du etwas Weiches im Gesicht. Ein zarter Parfümduft steigt dir in die Nase und es riecht nach frischen Rosen. Für einen Moment schließt du deine Augen und genießt den verführerischen Duft. Dann öffnest du wieder die Augen und siehst in sein entschuldigendes Gesicht.
„Pardon.“ Er nimmt seinen Schal aus deinem Gesicht und wirft ihn sich über die Schulter. Dann lächelt er dich verlegen an, „Manchmal vergesse ich selbst wie windig es hier ist.“
Du lachst leicht und betrachtest dann den Schal, den er um seinen Hals trägt. Erst jetzt fällt dir auf, dass er ihn trägt, obwohl das Wetter angenehm ist. Die Sonne scheint warm und der Wind ist auch nicht sehr kühl. Du wunderst dich, warum er bei diesem schönen Wetter so etwas Warmes trägt. Doch du bemerkst noch etwas.
„Sind das die Nationalfarben?“, fragst du ihn und deutest auf den Schal.
Er nickt aufgeregt. „Oh, oui! Blau, Weiß, Rot.“ Er zeigt auf jede Farbe einzeln und grinst wie ein stolzer Mann.
Wieder lachst du. „Dieselben Farben wie die englische Flagge.“
Kurz verzieht er angewidert das Gesicht. Dann rümpft er die Nase. „Verglichen mit Englands mickriger Flagge ist meine viel ästhetischer!“
Wieder kicherst du. Du wusstest, dass Franzosen nicht gut auf Engländer zu sprechen sind. Jedoch hättest du nicht so eine eitle Antwort von einem Franzosen erwartet. Bald fängst du laut an zu lachen und er sieht dich verwirrt an.

„Du scheinst England nicht sehr zu mögen, oder?“, fragt du ihn lachend, als er dich so anstarrt.
„Oh oui! Natürlich mag ich ihn nicht! Er und ich streiten uns ständig! Er ist so eine Nervensäge!“
Nun bist du diejenige, die ihn verwirrt ansieht. Er redet über England ja fast so als wäre dieser eine lebendige Person.
Doch so etwas klingt albern, nicht wahr? Warum sollten Länder Personen sein? Das wäre doch zu absurd!
„Wie heißt du eigentlich?“, fragst du ihn schließlich um dich von deinen Gedanken abzulenken.
„Oh, du kannst mich Bruder Frankreich nennen!“ Er breitet die Arme aus und lächelt begeistert, „Ich bin das Land, das immer streikt!“
Für einen Moment steht dir der Mund offen und du bringst nur ein leises „Ehm…was?“ über deine Lippen.
Du hättest nie gedacht, dass deine absurden Gedanken Wirklichkeit werden würden.
Review schreiben