Between two hearts

von Finchel
GeschichteRomanze, Freundschaft / P16
Effie Trinket Haymitch Abernathy Katniss Everdeen
25.06.2019
04.09.2019
14
28913
1
Alle Kapitel
1 Review
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
 
Between two hearts

Awakening

Effie
Langsam öffnete ich meine Augen. Das Licht blendete mich bevor ich meine Umgebung Stück für Stück mehr wahrnahm. Ich inspizierte den hellen, sterilen Raum um mich herum. Der Geruch von Desinfektionsmittel stieg mir in die Nase. Etwas hilflos versuchte ich mich aufzusetzen, in meinem Kopf arbeitete es, doch ich konnte mich nicht daran erinnern was geschehen war. Zaghaft hob ich meine Hand um mir an den Kopf zu fassen. Ich ertastete Stoff, womöglich war es ein Verband. Noch immer hing ich meinen Gedanken nach, allerdings fehlten mir die nötigen Einzelteile um zu wissen wo ich mich befand. Mir wurde schwindelig, ich sank zurück aufs Bett und nach kurzer Zeit wurde ich von der Dunkelheit umhüllt.

Als ich erneut zu mir kam, nahm ich Geräusche wahr. Langsam öffnete ich meine Augen und stellte fest, dass es dunkler war wie zuvor. Jemand hatte das Zimmer betreten und lief auf mich zu. Mir fiel auf das es ein jüngerer Mann sein musste. Ich beobachtete ihn dabei wie er auf seine Unterlagen schaute und sich danach mir zu wand. "Guten Abend, Miss Trinket, mein Name ist Collin White. Ich bin Ihr zuständiger Arzt." lächelte er mir zu. Er zog etwas aus seinem Kittel hervor und hielt es mir vor die Augen. Mit einem Klick leuchtete die Lampe auf und mein Kopf schmerzte. "Wie geht es Ihnen?" fragte er und ich wollte ihm antworten, wirklich, aber bei dem Versuch einen Ton hervorzubringen versagte meine Stimme. Wieder zog er seine Unterlagen hervor und begann etwas zu schreiben. Ich sah mich um und entdeckte einen kleinen Schrank neben meinem Bett. Ich richtete mich auf und öffnete die Schublade. Zu meinem Glück befanden sich dort Stifte und Zettel. Ich nahm mir beides zur Hand und schrieb auf das Stück Papier. Doktor White beobachtete das ganze Geschehen. Als ich fertig war reichte ich ihm den Zettel und er blickte neugierig darauf.

Wo bin ich? Was ist passiert?

Der Arzt blickte zu mir auf und begann sich zu Räuspern. "Sie befinden sich in Distrikt 13, Miss Trinket. Die Rebellen haben Sie und andere Leute aus den Fängen des Kapitols befreit." Ich blickte ihn aus großen Augen an, meine Hände zitterten und ich gab mir größte Mühe mich wieder einigermaßen zu beruhigen. "Sie sollten sich jetzt etwas ausruhen. Es ist schon spät und Sie wollen doch sicher bis Morgen erholt sein." Doch damit wollte ich mich nicht zufrieden geben. Ich zog ein neues Stück Papier aus der Schublade hervor und wollte gerade anfangen zu schreiben, als der Arzt weitersprach. "Sie haben eine Gehirnerschütterung, es wäre besser wenn Sie sich wieder hinlegen." Mit diesen Worten drückte er mich zurück ins Bett und verabschiedete sich, bevor er mein Zimmer verließ.

Langsam beruhigte ich mich wieder. Ich war also nicht mehr im Kapitol. Erst als diese Erkenntnis meinen Kopf vollständig erreicht hatte, suchten sich die ersten Tränen einen Weg über meine Wangen. Sie hatten versucht uns zu quälen. So lange bis wir aufgaben und sie die Informationen von uns bekamen, die sie verlangten. "Aber nicht jeder konnte sie Ihnen geben." dachte ich. Aus meinem leisem Weinen wurden verzweifelte Schluchtzer. Allerdings wäre ich wohl nicht Effie, wenn ich meinen Dickkopf nicht durchsetzen würde. Wie in Trance stand ich auf um danach ziemlich schusselig wieder auf das Bett zurück zu plumpsen. Der zweite Versuch aufzustehen verlief deutlich besser. Etwas schwummrig lief ich in das kleine Bad des Krankenzimmers. Ich knipste das Licht an und ließ meine Augen an das grelle Hell gewöhnen. In dem Badezimmer befand sich auf der linken Seite eine Dusche sowie die Toilette. Ich blickte mich genauer um. Auf der rechten Seite sah ich ein Waschbecken mitsamt eines Spiegels darüber hängen. Ich schritt in dessen Richtung. Vor dem Waschbecken blieb ich stehen. Meine Hand griff zittrig nach dem Wasserhahn und ich fing an mir kaltes Wasser über die Hände fließen zu lassen. Nach kurzer Zeit schaltete ich das Wasser wieder ab und hielt mir meine nasskalten Hände ins Gesicht. Meine Augen blickten nun zum ersten mal auf, gerichtet auf mein eigenes Bild im Spiegel. Ich sah den Verband um meinem Kopf, die Blutergüsse an meinen Armen und die tief sitzenden Augenringe in meinem Gesicht. Aus dem verzweifelten Schluchtzen wurde bitterliches Heulen. Der Schwindel wurde allmählich wieder stärker und kurz darauf sackte ich zusammen. Ein weiteres mal wurde ich in die Dunkelheit gezogen.

Haymitch
Es war einer dieser schrecklichen Tage an denen ich mir das Glas Whiskey am liebsten schon vor dem Aufstehen genehmigt hätte, allerdings galt es am heutigen Tag deutlich wichtigere Dinge zu erledigen. Genervt rieb ich mir die Schläfen. Ich hatte es gestern Abend eindeutig mit dem Alkohol übertrieben. Ich konnte Effies Empörung deutlich spüren. "Haymitch Abernathy, wir oft wirst du dich noch voll laufen lassen?" Diese Worte schwirrten durch meinen Kopf und die Vorstellung wie sie vor mir steht, die Hände in die Hüften gestemmt und mich tadelnd anblickte... es ließ mich schmunzeln. Doch nachdem ich gestern erfuhr das sie ebenfalls aus dem Kapitol gerettet wurde und sie in ihrem Zustand keinen Besuch empfangen durfte, war es mir dann doch zu viel des guten. Dieser Idiot von Arzt ließ nicht mit sich reden und warf mich aus dem Krankenabteil. Was bildete sich dieser Doktor eigentlich ein? Und dennoch, trotz meines Versprechens Effie gegenüber, weniger zu trinken, lieferte ich mich den Tücken des Alkohols aus. Ich wollte wissen ob es ihr gut ging. Angestrengt seufzte ich aus. Hätte ich sie damals in den Plan eingeweiht, wäre ihr nichts zugestoßen und nun saß ich hier und zerbrach mir den Kopf darüber was ihr wohl widerfahren war. Hätte man mich damals gefragt ob ich mich um sie Sorgen würde, hätte ich vermutlich lauthals losgelacht. Doch es hatte sich etwas verändert. In den letzten beiden Jahren haben wir uns besser verstanden. Anfangs war sie für mich das klischeehafte Beispiel eines arroganten Mädchens aus dem Kapitol. Bestens daraufhin erzogen die sadistischen Spiele jedes Jahr aufs neue zu feiern. Doch ich sah ihre Fassade bröckeln. Auch wenn es nur kleine Schritte waren, ich hatte das Gefühl ihr wahres ich Stück für Stück mehr sehen zu können. Sie war mir wichtig geworden. Ich konnte zwar nicht deuten in welcher Hinsicht, aber Fakt war das wir, Katniss, Peeta, Effie und ich ein Team waren. Mit einem ziemlichen Kater raffte ich mich auf und zog mich an. "Haymitch, du bist ein gottverdammtes Weichei geworden." dachte ich mir.

Nachdem ich mich angezogen hatte, wollte ich mich auf den Weg zu Plutarch und Coin machen. Da der Distrikt 13 im Untergrund lag, führte er mehrere Stockwerke in die Tiefe. Die obersten Etagen bestanden aus einfachen Appartments für die Bewohner des Distriktes. Darunter die Aufenthalts- und Arbeitsbereiche. Schnellen Schrittes lief ich in Richtung des Aufzuges, stieg ein und war gerade dabei den Schalter zu drücken, als mir eine ziemlich angespannte Katniss entgegen kam. "Wunderschönen Guten Morgen, Prinzessin." lächelte ich ihr augenzwinkernd zu. Doch die angesprochene verdrehte nur die Augen. Sie stieg ebenfalls in den Aufzug und betätigte den Schalter. Langsam setzte er sich in Bewegung und ich fing an sie zu beobachten. Katniss wirkte ausgelaugt, normaler Weise war sie das taffe Mädchen. Ihre Gefühle ließ sie erst gar nicht nach außen dringen, doch in diesem Moment hatte ich Mitleid mit ihr. "Ist alles okay bei dir?" fragte ich und sah sie ernst an. Katniss gab ihren Versuch mich zu ignorieren auf und fing an zu reden. "Peeta erkennt mich nicht mehr. Ich denke.. also.." es war ihr offenbar ziemlich unangenehm darüber zu reden. Ich legte meine Hand auf ihre Schulter und übte einen leichten Druck aus. Es gab Momente in denen Katniss mir mächtig auf den Geist ging und dennoch konnte ich sie nicht so niedergeschlagen sehen. Sie blickte mir ins Gesicht und ich rang mit den Worten. "Peeta war ihr Schoßhündchen, Katniss. Ich weiß nicht wie, aber diese verdammten Kapitoler haben ihm eine Gehirnwäsche verpasst." nun blickte sie mich ernst an. "Er hat sich verändert, Haymitch. Er ist einfach nicht mehr er selbst, sie haben ihn zur Bestie gemacht." Ich konnte förmlich den Schmerz in ihren Augen sehen, doch so schnell dieser Ausdruck da war, verschwand er auch wieder. Der Aufzug kam währenddessen langsam zum Stillstand und die Türen öffneten sich. Schweigend stiegen wir beide aus, liefen den Korridor entlang und betraten das Büro von Präsidentin Coin.

Effie
Als ich zu mir kam, ließ ich meinen Blick durch den Raum schweifen. Es war hell und ich bemerkte das ich im Bett lag. Meine Erinnerungen kehrten zurück und ich musste an mein fürchterliches Abbild im Spiegel denken. Mein Kopf fühlte sich so unheimlich leer an und obwohl ich den Drang zum weinen hatte, waren meine Tränen wie ausgeschöpft. Ich fühlte mich schlapp und hilflos. Ein klopfendes Geräusch zog mich aus meinem Selbstmitleid und kurz darauf öffnete sich die Tür des Zimmers. Es war Doktor White, der lächelnd auf mich zu kam. "Guten Morgen, Miss Trinket." Er zog sich einen Stuhl heran und setzte sich mir gegenüber. "Wie geht es Ihnen? Bei der nächtlichen Visite haben wir Sie bewusstlos im Badezimmer aufgefunden..." Ich wollte gerade versuchen etwas zu sagen, doch der Arzt sprach einfach weiter. "Sie sind ein ziemlicher Sturkopf. Sie hätten sich beim Aufprall verletzen können." Er blickte mich tadelnd an. Ich setzte mich langsam auf und versuchte erneut zum sprechen anzusetzen. "Ich.." meine Stimme war rau und zittrig, aber ich machte einfach weiter. Doktor White beobachtete mich neugierig dabei. "Ich wollte mir nur einmal die Beine vertreten.. dieses Zimmer wirkte so deprimierend auf mich." log ich.

Seine Miene erhellte sich etwas und er nahm seine Unterlagen hervor um etwas zu schreiben. "Wie ich höre haben Sie ihre Stimme wiedergefunden, das freut mich." Etwas verlegen fing ich an zu lächeln, hoffentlich wurde ich nicht rot. "Wenn Sie sich heute etwas besser fühlen, können Sie gerne Besuch empfangen." Doktor White stand auf und schob den Stuhl wieder beiseite. "Leider musste ich Ihren Kollegen gestern bitten zu gehen, allerdings denke ich das er Sie gerne besuchen möchte." Diese Worte brachten mich völlig durcheinander. "Haymitch.." dachte ich. Wieder blickte mich der Arzt etwas besorgt an, da ich nicht auf seine Worte reagierte. "Miss Trinket?" fragte er vorsichtig. Etwas verwirrt kam mein Verstand zurück und ich sah ihn an. "Sehr gerne. Ich würde mich über Besuch freuen." antwortete ich. Lächelnd nickte er und drehte mir den Rücken zu. "Überanstrengen Sie sich nicht, Ihr Zustand ist noch immer nicht der beste. Sollte etwas sein, die Hilfsärzte befinden sich in der Nähe." Mit diesen Worten öffnete er die Tür und verschwand. Wie im Wechsel folgte ihm kurz drauf eine kleine, etwas ältere Frau. Sie hielt ein Tablett in der Hand und balancierte es durch mein Zimmer, bis hin zum kleinen Schrank neben mir. Ich erkannte eine gläsernde Flasche, daneben ein Glas und einen Teller mit etwas Brot und Marmelade. Die Dame stellte das Tablett ab und warf mir einen warmen, freundlichen Blick zu. Etwas heiser bedankte ich mich bei ihr und Sie verließ den Raum. Schnell begann ich mein Glas zu füllen. Mein Hals fühlte sich so trocken an und es war eine Wohltat zu spüren wie das Wasser kühlend hinunter lief. Erleichtert ließ ich vom Glas ab und stellte es zurück auf seinen Platz. Essen könnte ich auch später noch, denn ich spürte wie die Müdigkeit langsam zurück kam. Ich ließ mich zurück in das Kissen fallen und bereute es zugleich. Der Schwindel war wohl doch noch nicht weg. Leise seufzte ich aus, legte mich auf die Seite und beschloss meine Augen für einen kurzen Augenblick zu schließen.

Haymitch
Genervt rieb ich mir über den Nasenrücken. Wir saßen nun schon mehrere Stunden in Coins Büro, um uns weiter um die Vernichtung Snows, sowie die der Hungerspiele zu beratschlagen. Die Diskussionen mit Katniss zogen sich in die Länge. Sie war so stur und beharrte darauf ihr eigenes Ding durchzusetzen. Genau diese Momente meinte ich, Momente in denen aufgrund ihrer Art und Weise mein Geduldsfaden zu reißen drohte. Präsidentin Coin wurde allmählich lauter. "Du magst der Spotttölpeln sein Katniss, allerdings habe ich kein Problem damit die Führung der Rebellen selbst zu übernehmen!" kam es aus ihr. Für einen kurzen Moment sah ich sie eindringlich an. Wir brauchten Katniss, denn obwohl sie bei weitem nicht so einen Redefluss wie Peeta an den Tag legte, machte mich der Gedanke nervös Präsidentin Coin die völlige Macht zu überlassen. Katniss verstand und nickte mir kurz zu. Danach wand sie sich an Coin und Plutarch, der das ganze Geschehen amüsiert beobachtete. "Keine Alleingänge mehr, ich hab's verstanden." sagte sie schlicht. Coins Gesichtszüge wurden weicher und sie gab ihr die Hand. Daraufhin beendeten wir unsere Zusammenkunft und wir verließen das Büro. Als Katniss und ich den Korridor ein weiteres mal entlang liefen, blickte ich sie an. "Also keine Alleingänge mehr, hm?" fragte ich sie. Sie schenkte mir ein kleines Lächeln und für den Bruchteil einer Sekunde sah ich das kurze Aufleuchten ihrer Augen. Ich fing an zu schmunzeln. "Süße, du hast es faustdick hinter den Ohren." Sie lachte kurz auf und verließ damit den Gang zu ihrer rechten Seite.


Das erste Kapitel meiner ersten Fanfiktion. Lieben Dank an alle, die es bis zum Ende gelesen haben. Ich habe mir vorgenommen pro Woche mindestens ein neues Kapitel hochzuladen. Es kann also auch mal öfter in der Woche vorkommen. :)

Über Reviews oder Kritiken würde ich mich freuen. Bis zum nächsten Teil! :)
~ Gruß, Finchel.



Review schreiben