Lügner!

von Maginisha
GeschichteRomanze, Tragödie / P18 Slash
Brad Crawford / Oracle Ken Hidaka / Siberian Nagi Naoe / Prodigy Ran Fujimiya / Aya / Abyssinian Schuldig / Mastermind Tot / Hibino Nanami
24.06.2019
15.10.2019
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24.06.2019 2.627
 
Die Stille des Konferenzraums wurde von einem lauten Klatschen durchbrochen. Eine Dokumentenmappe schlitterte über die lange Tischfläche in dessen Mitte, bis die Bewegung jäh von einem Paar brauner Halbschuhe gestoppt wurde. Ihr Besitzer hatte seine übereinandergeschlagenen Beine auf der Armlehne eines teuer aussehenden Ledersessels drapiert, in dem er augenscheinlich gerade ein Mittagsschläfchen hielt.
Als die Mappe gegen seine Fußsohle stieß, öffnete Schuldig belästigt ein Auge.
„Was ist das?“, fragte er den Eindringling, der im Anzug und mit vor der Brust verschränkten Armen in der Tür stand.
„Wenn du reinguckst, weißt du es“, gab Crawford zurück.
„Wenn du's mir sagst, weiß ich's schneller“, grinste Schuldig und blies sich eine blassgrüne Haarsträhne aus dem Gesicht.
„Wenn ich dich nicht im ganzen Gebäude hätte suchen müssen, hätte ich vielleicht sogar Zeit dafür“, knurrte Crawford ungehalten. „Aber ich muss das Treffen mit Takatori in einer Stunde vorbereiten. Denk dran, dass du pünktlich bist. Voller Staat dieses Mal.“
Jetzt öffnete Schuldig auch das zweite Auge und verzog das Gesicht zu einer weinerlichen Grimasse. Anklagend wies er auf die große Fensterfront, hinter der Tokio unter einer sommerlichen Dunstglocke lag und schwitzte. „Du willst mich ernsthaft bei dieser Hitze in einen Anzug stecken? Da draußen sind mindestens 48 Grad. Hab Erbarmen! Kannst du nicht einfach so tun, als wäre ich im Einsatz? Irgendwo weit weg? Vielleicht am Strand oder so.“
Crawford schüttelte den Kopf. „Keine Chance. Takatori will Schwarz vollständig versammelt haben. Also schwing die Hufe und sorg dafür, dass die anderen beiden fertig sind. Wir treffen uns in 45 Minuten in Takatoris Büro.“
Schuldigs Augenbrauen wanderten nach oben. „Alle vier? Auch Farfarello und der Knirps? Wie sagt ihr Amerikaner da so schön: Who peed in his Cheerios?“
Crawfords Lippen verzogen sich zu einem mikroskopisch kleinen Lächeln. „Sein Sohn Masafumi ist in seinem Kalender eingetragen. Sieht so aus, als wolle er die Kröte mit den Budgetkürzungen nicht einfach so schlucken.“
„Na wenn es darum geht, sollte ich erst recht keinen Anzug tragen. Bei Masafumi ist weniger mehr. Wie wäre es mit einer Badehose?“ Schuldgig wackelte vielsagend mit den Augenbrauen. „Dann hätte sein weiblicher Schatten auch was zu gucken.“
Crawford atmete hörbar aus, setze die Brille ab und rieb sich den Nasenrücken, bevor er sie wieder aufsetzte.
„Schuldig, ich habe jetzt wirklich keine Zeit für solchen Blödsinn. Du wirst hier nicht nur für deine körperliche Anwesenheit bezahlt.“
„Ah, aber jemand der so aussieht wie ich, sollte dafür bezahlt werden.“
„Und deswegen verkriechst du dich in einem unbenutzten Besprechungsraum im hinterletzten Winkel des Gebäudes in einem Stuhl, dessen Bestellung, nebenbei bemerkt, nicht genehmigt war? Wo hast du überhaupt die Unterschrift dafür her?“
„Och, ich habe da so meine Möglichkeiten.“ Schuldigs Züge wurden für einen Augenblick scharf und wölfisch, bevor das schelmische Grinsen wieder zurückkehrte. „Na meinetwegen. Wir wollen ja nicht, dass dir graue Haare wachsen. In 45 Minuten bei Takatori.“
„35“, berichtigte Crawford ihn. „Du kostest mich mal wieder mehr Zeit, als es wert ist. Und guck in die Akte! Es könnte sein, dass das nachher wichtig ist.“

Bevor Schuldig noch etwas erwidern konnte, war Crawford bereits wieder aus der Tür gerauscht. Schuldig gähnte schmatzend und angelte nach der Akte, während er sich wieder in dem Sessel zurücklehnte. Dieses Schmuckstück war wirklich seinen horrenden Preis wert. Er verstand überhaupt nicht, warum die hier darauf bestanden, dass alle die gleichen Stühle hatten. Wenn er hier der Chef wäre, würde er seinen Hintern auf dem weichsten Kalbsleder betten, das sich finden ließ. Nur mäßig interessiert klappte er den Ordner auf.
Er überflog den Bericht, der von der Zerstörung einer der weiter am Stadtrand gelegenen Forschungseinrichtungen handelte. Was Masafumi dort zusammengebraut hatte, ließ sich aus der Akte nicht entnehmen. Wohl aber, dass es sich bei der Explosion nicht um einen Unfall gehandelt hatte.  Man hatte Überreste von Sprengstoff gefunden. Die Täter waren in der Nacht eingebrochen, hatten die Bomben gelegt und waren dann wieder verschwunden, ohne irgendwelche Spuren außer dem völlig zerstörten Labor zu hinterlassen. An dieser Stelle endete der offizielle Bericht. Was folgte, war eine lose Din-A4-Seite in Nagis nahezu unleserlicher Klaue. Noch während sich Schuldig bemühte, die kryptischen Zeichen des jüngsten Mitglieds von Schwarz zu entziffern, rutschte etwas aus der Akte und fiel zu Boden. Aus den Augenwinkeln sah er, dass es sich um ein Foto handelte. Ein unscharfes Bild einer Überwachungskamera, das eine Gruppe von drei oder vier Personen zeigte, die gerade in eine Art Van stiegen. Schuldigs Augen weiteten sich interessiert, als er glaubte, eine der Gestalten zu erkennen.
„Na hallo, wen haben wir denn da?“ Er hob das Bild auf und betrachtete es von nahem. „Wenn das mal nicht unser kleines Glückskind ist. Fujimiya Junior. Dich habe ich ja lange nicht mehr gesehen. Scheint, als hättest du neue Freunde gefunden. Aber was treibt ihr da draußen mitten in der Nacht? Warum wart ihr an diesem Labor?  Und wer hat euch geschickt?“




„Wo bleibt Omi nur?“, stöhnte Ken und schob schnaufend eine große Topfpflanze auf dem Bürgersteig zurecht. „Wir könnten hier echt Hilfe gebrauchen. Ich weiß schon gar nicht mehr, wo ich die ganze Ware lassen soll. Irgendwer muss sich bei der Bestellung vertan haben.“
„Omi war diese Woche dran, sich darum zu kümmern“, gab Yoji zur Auskunft und ordnete mit einer Hand ein paar einzelne Rosen neu in ihrem Wassereimer. Sinnierend betrachtete er sein Werk und begann dann erneut, das knappe Dutzend Blüten zu arrangieren.
Ken richtete sich stöhnend auf und wischte sich mit dem Unterarm den Schweiß von der Stirn. Die Luft um ihn herum flimmerte über dem Asphalt. Er griff nach einem Schlauch, um der neu platzierten Auslage das dringend benötigte Nass zuzuführen, damit sie nicht sofort verwelkte. Es war ihm anzusehen, dass er sich am liebsten selbst unter den Wasserstrahl gestellt hätte. „Also hat er es erst verbockt und lässt uns die Suppe dann auch noch alleine auslöffeln? Das nenne ich mal Teamgeist. Und wo steckt er jetzt? Immerhin sind Ferien. Da könnte er ruhig mal mehr im Laden mitanpacken.“
„Er muss noch einen Bericht schreiben. Wegen gestern.“ Yojis Ton war beiläufig, so als würde er über eine x-beliebige Hausaufgabe sprechen, aber Ken wusste sofort, worum es ging. Das Ergebnis ihren Einsatzes in dem Labor, in dem laut ihrem Missionsbefehl eine neuartige Designerdroge hergestellt worden war, war den ganzen Tag die Nachrichten rauf und runter gelaufen. Der Name des Besitzers der Einrichtung war dabei jedoch nie genannt worden.
„Ich frage mich, wer hinter der Schweinerei steckt“, murmelte Ken und nahm sich einen Besen, um die letzten Erdkrümel zu beseitigen.
„Takatori.“ Aya war unbemerkt in den Laden getreten. Er band sich seine Schürze um und bezog Posten hinter der Ladenkasse. Hinter ihm beschlugen die gekühlten Auslagen, in denen die Schnittblumen lagerten. Die Luft im Laden war wirklich zum Schneiden dick, seit die Klimaanlage vor zwei Tagen den Geist aufgegeben hatte.
„Takatori und Drogen?“, fragte Ken nach und winkte ab, als Yoji ihn anzischte, damit er leiser war. „Was denn? Ist doch gerade keiner da.“ Er wandte sich wieder an Aya. „Wie kommst du darauf, dass Takatori da mit drin steckt? In dieser Stadt scheint es zwar kaum etwas zu geben, wo er nicht seine Finger drin hat, wenn man mal von Blumen und Schokolade absieht, aber Drogen? Das kann sich einer von seinem Format doch gar nicht leisten.“
Aya blickte nicht auf und gab vor, die bisherigen Einnahmen zu zählen. „Ich weiß aus sicherer Quelle, dass Takatori auch davor nicht zurückschreckt. Meine ... ich weiß es einfach, ok?“
Ken zog die Augenbrauen nach oben. „Na gut, wenn du meinst. Aber gab es denn irgendwelche Hinweise darauf?“
Ayas Stimme war kaum zu verstehen, als er antwortete: „Ich habe einen Brief gefunden mit Takatoris Unterschrift. Ich würde sie unter tausenden wiedererkennen.“
Yoji machte jetzt irgendwelche Zeichen mit der flachen Hand, aber Ken begriff immer noch nicht, was er ihm zu sagen versuchte. Er stützte sich auf seinen Besen und fixierte Aya, der jetzt begonnen hatte, ein Bouquet zu richten. „Bist du deswegen so durchgedreht? Ich meine, wir mussten dich ja förmlich aus dem Gebäude ziehen, bevor Omi es hochgejagt hat. Man hätte glauben können, du wolltest es allein mit dem Katana in Schutt und Asche legen.“
„Ken, halt jetzt endlich die Klappe“, fauchte Yoji und schubste ihn unsanft nach drinnen. „Du kannst doch nicht auf offener Straße über eine Mission reden. Wenn das jemand mitbekommt, sind wir tot.“
Ken blies die Backen auf und zog die Schultern hoch. „Als wenn wir nicht eh schon mit einem Bein im Grab stehen würden. Irgendwann erwischen die uns sowieso.“
Yoji sah für einen Augenblick verblüfft drein, dann setzte er ein betont fröhliches Grinsen auf. „Na du bist ja heute ein richtiger Sonnenschein. Warum machst du für heute nicht Feierabend? Geh noch ein bisschen mit den Jungs kicken oder so?“
„Die sind doch alle im Sommerlager, du Witzbold“, knurrte Ken. „Außerdem ist es viel zu heiß dafür. Kein Wunder, dass sich heute niemand blicken lässt.“
Yoji rollte theatralisch mit den Augen. „Dann geh ein Eis essen. Oder schwimmen. Irgendwas, das dich abkühlt. Jetzt gleich.“
Ken murmelte noch etwas Unverständliches, nahm aber gehorsam seine Schürze ab, schmiss sie an den Haken und griff nach seinem Motorradhelm. „Ich bin dann mal weg.“
„Ja ja, viel Spaß dann noch!“, flötete Yoji und winkte Ken mit einer Hand nach, während er die andere lässig in die Hüfte stemmte. „Und wenn du morgen später kommst, macht das auch nichts.“

Als sich die Tür hinter Ken schloss, fiel die fröhliche Maske von Yoji ab wie ein welkes Blatt in einem Herbststurm. Mit ernstem Gesicht drehte er sich zu Aya herum und kam auf ihn zu. „So, und jetzt erzähl mal. Was ist hier los?“
Aya blinzelte überrascht. „Was …? Wovon sprichst du?“
„Na bestimmt nicht davon, dass du gerade die Blumen massakrierst. Wir haben zwar gerade etwas Überbestand, aber zum Wegwerfen sind sie dann doch zu schade.“
Yoji griff an Aya vorbei, schnappte sich eine rote Rose aus dem Strauß und hielt sie sich unter die Nase. „Ah, wundervoll. Die hier kann ich wohl noch retten, den Rest können wir höchsten verschenken. Möchtest du das heute übernehmen?“
Aya blinzelte noch einmal. „Die Blumen verschenken? An wen?“
„Na die Mädchen“, lachte Yoji und wies in Richtung Schaufenster. „Sag bloß, du hast nicht bemerkt, dass hier jeden Nachmittag unzählige von diesen jungen Dingern auffällig langsam vorbeischlendern. Einige von ihnen fünf- oder sechsmal jeden Tag. Denken wahrscheinlich, ich merke das nicht, aber einem Yoji Kudo entgeht nichts. Auch nicht, dass du uns etwas verheimlichst. Also willst du es mir gleich erzählen oder soll ich es selbst herausfinden?“
Aya sah auf die Blumen in seinen Händen und presste die Kiefer aufeinander. Yoji hatte recht; der Strauß war vollkommen ruiniert. Er war zwar inzwischen besser geworden, was diese Blumengeschichte anging, aber von Yojis Kunstfertigkeit beim Binden von Sträußen oder Anordnen von Gestecken war er noch meilenweit entfernt. Selbst Ken machte dabei eine bessere Figur als er. Mit einem Anflug von Wärme im Gesicht erinnerte er sich daran, wie Yohji ihn damit aufgezogen hatte, dass der Umgang mit einer Blume dem Umgang mit einer schönen Frau ähnele und dass er, Aya, wohl noch nicht viel Erfahrung damit habe.

Drei Monate waren inzwischen vergangen, seit er bei einem seiner nächtlichen Feldzüge auf die drei Weiß gestoßen war. Er war gefangen und vor die Wahl gestellt worden, sich dem Team entweder anzuschließen oder zu sterben. Manchmal glaubte er noch, den Draht zu spüren, mit dem ihn Yoji damals eingefangen hatte wie eine Fliege in einem klebrigen Spinnennetz. Den Druck von Birmans Waffe an seiner Schläfe. Das Leben, dass er seither führte, war so surreal, dass er manchmal das Gefühl hatte, in einem immerwährenden, bösen Traum festzustecken. Und der weitaus absurdere Teil dieses Traums war der, in dem er versuchte, als harmloser Blumenhändler zu erscheinen.

„Ich habe dir nichts zu sagen“, knurrte er und stampfte mit den geknickten Blumen in Richtung Abfalleimer. Den Kopf gesenkt lief er dabei fast in Yoji hinein, der sich wie aus dem Nichts vor ihm aufgebaut hatte und ihn über den Rand seiner Sonnenbrille hinweg musterte.
„Hör zu, Aya. Es ist ein offenes Geheimnis, dass deine Schwester verletzt wurde, als irgendjemand die Firma deiner Eltern in die Luft gesprengt hat, und dass sie seitdem im Koma liegt. Jetzt hat Kritiker sich ihrer angenommen und dadurch den Daumen auf dir und deinen Diensten hier bei Weiß. Wenn Perser sagt 'Spring!' dann fragst du genau wie wir nicht einmal mehr, wie hoch. Aber ...“
Aya unterbrach den anderen grob. „Das geht dich nichts an. Ich will nicht darüber reden.“
Yoji beugte sich ein wenig vor, sodass sich ihre Nasen fast berührten. „Stell dir vor, das ist mir aufgefallen. Aber, wie ich bereits sagte, bin ich nicht blind. Und deine Reaktion gestern spricht Bände. Irgendwas hat Takatori was mit der Sache zu tun. Ist er derjenige, den du gejagt hast, als wir dich aufgegriffen haben? Willst du wirklich einem der einflussreichsten Männer der Stadt, wenn nicht gar des Landes, ans Leder? Das kann unmöglich funktionieren und schon gar nicht allein!“
Aya schwieg dazu. Er wollte Yoji nicht die Genugtuung liefern, die Geschichte auch noch zu bestätigen. Es schmerzte ohnehin genug, sie aus seinem Mund zu hören. Warum sollte er auch noch aussprechen, was ihm regelmäßig nachts den Schlaf raubte? Dass er zum Mörder geworden war, um seine Schwester zu retten, und damit gleichzeitig das Recht verwirkt hatte, ihr je wieder unter die Augen zu treten. Und dass er das Gefühl hatte, sich mit jedem Tag weiter von seinem Ziel, Reiji Takatori dafür zur Rechenschaft zu ziehen, zu entfernen. Aber das durfte nicht passieren. Er durfte nicht scheitern, denn dann war alles umsonst gewesen. Dann hatte er den einzigen Menschen, der ihm noch etwas bedeutete, umsonst in Kritikers Fänge gegeben.

„Ich muss diese Blumen entsorgen“, murmelte er und trat an Yoji vorbei, um das Gesagte in die Tat umzusetzen. Er hatte seine Rechnung ohne die enorme Reichweite von Yojis Armen gemacht. Der hielt ihn fest, beugte sich noch einmal vor und sah ihm tief in die Augen. In dem dunklen Grün schienen kleine, goldene Funken zu tanzen.
„Du solltest es vielleicht doch mal mit dem Verschenken versuchen. Die eine oder andere junge Dame würde sich bestimmt über ein wenig mehr Freundlichkeit von dir freuen. Ich sehe genau, wie enttäuscht sie jedes Mal sind, wenn du dich von ihnen abwendest, ohne sie auch nur richtig angesehen zu haben. Du weißt ja, ich kann eine schöne Frau nicht weinen sehen. Und wer eine Frau schlecht behandelt, der kann von mir keinerlei Gnade erwarten.“
Aya hielt Yojis Blick einen Moment lang stand, dann wandte er den Kopf ab. „Ich habe kein Interesse daran, einer der Kundinnen zu gefallen. Das hier ist nicht einmal mein richtiger Job. Alle nur Fassade.“
Er machte sich von Yoji los, um nun endlich die Blumen wegzuwerfen. Der sah ihm nach und schüttelte leicht den Kopf.
„Du versinkst, Aya“, sagte er leise zu sich selbst. „All das Blut und der Hass wird dich eines Tages ersticken. Sei schlau und nimm die Gelegenheit wahr, dich wenigstens in den wenigen, hellen Stunden des Tages von deiner Schuld freizumachen. Die Monster der Nacht werden dich schon früh genug wieder einholen. Ich weiß, wovon ich spreche.“
Wie von selbst war bei diesen Worten seine Hand zu seinem linken Oberarm gewandert, wo unter dem Stoff seines Shirts ein Tattoo auf seiner Haut prangte. Lange Nägel formten halb unter einem Paar Flügel verdeckt das englische Wort 'Sin' und darunter stand in kleinen, fast unleserlichen Buchstaben 'When you gonna learn'.
„Ich weiß es nicht“, flüsterte er fast unhörbar; eine flüchtige Antwort auf eine viel zu oft gestellte Frage. „Ganz ehrlich, Asuka, ich weiß es nicht. Manchmal ist das Einzige, was einem bleibt, einfach nur einen Schritt vor den anderen zu machen.“





Soundtrack:
"Gentleman" - PSY
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