Climbing the Walls

von clubby
GeschichteDrama, Freundschaft / P12
Alex McLean Brian Littrell OC (Own Character)
23.06.2019
24.07.2019
32
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Brian lief gedankenverloren durch die Straßen und grübelte noch immer über seine Liebeserklärung an Alex nach. Er konnte noch immer nicht richtig glauben, dass er all das wirklich laut ausgesprochen hatte und sie nun über alles Bescheid wusste. Sie war mindestens genauso durcheinander gewesen wie er, das hatte er deutlich in ihrem Blick ablesen können. Doch irgendwie fühlte er sich jetzt befreit. Es hatte ihm wirklich gut getan, ihr all das zu sagen, was ihm nun schon so lange auf der Seele brannte, auch wenn er wusste, dass er keine Chance bei ihr hatte. Er hoffte nur inständig, dass Alex AJ davon nichts erzählen würde, denn er hatte keine Ahnung wie der darauf reagieren würde. Allerdings wollte er es auch nicht unbedingt herausfinden, denn auf Verständnis und ein Schulterklopfen wie bei Nick brauchte er wohl nicht zu hoffen. Jetzt überlegte er schon die ganze Zeit, ob er noch einmal mit Alex reden sollte oder nicht. Eigentlich wollte er die Sache nicht einfach so im Raum stehen lassen. Er konnte schließlich nicht einfach so tun, als ob nichts gewesen wäre und er war sich sicher, dass Alex das auch nicht konnte. Er sah seufzend auf die Uhr. Alex würde sicherlich schon zu Hause sein. AJ hatte noch irgendeinen Termin, also würde sie allein sein. Er rang mit sich, was er tun sollte. Schließlich kam er zu dem Schluss, dass sie miteinander reden mussten. Also schlug er den Weg zu ihrem Haus ein und stand 20 Minuten später vor der Tür. Unschlüssig blieb er davor stehen. Vielleicht war es doch keine so gute Idee. Er atmete noch einmal tief durch und klingelte dann. Er spürte wie sich sein Herzschlag deutlich erhöhte und war schon kurz davor, einfach zu gehen. Doch da hörte er auch schon Schritte und die Tür wurde schwungvoll aufgerissen.

Er hatte gerade genug Zeit zu registrieren, wer vor ihm stand, als er im nächsten Moment schon schmerzhaft eine Faust im Gesicht spürte. Er taumelte einen Schritt zurück, griff sich überrascht ins Gesicht und fühlte das Blut aus seiner Nase laufen. Wieder blieb ihm keine Zeit zum reagieren, denn AJ kam wutentbrannt auf ihn zugestürmt. „Du verdammtes Arschloch!“, schrie er und packte ihn an seinem Shirt. „Dass du dich überhaupt noch hier her getraust!“ „AJ, was…“ Brian versuchte zurückzuweichen, doch es gelang ihm nicht. "Was denn? Überrascht, dass ich da bin und nicht Alex?", brüllte AJ ungehalten weiter. "Was hattest du vor? Wolltest du dir ein nettes Schäferstündchen mit ihr gönnen? Haben dir die drei Mal noch nicht gereicht? Oder wolltest du dich nach deiner Tochter erkundigen?" Jetzt stieß AJ ihn hart gegen die Schulter. Brian taumelte erneut einige Schritte zurück und schaffte es gerade noch, sich aufrecht zu halten. Mit weit aufgerissenen Augen sah er nun zu AJ und konnte keinen klaren Gedanken fassen. "AJ, ich...", stammelte er los, wurde aber sofort wieder unterbrochen. "Was? Wenn du mir jetzt mit irgendeiner dummen Entschuldigung um die Ecke kommst, dann vergesse ich mich und prügele dich windelweich", knurrte AJ. Brian klappte der Mund auf, doch kein Wort kam heraus. Einen Augenblick lang herrschte Stille zwischen den beiden. AJ versuchte krampfhaft, nicht komplett auszurasten. Seine Hände ballten sich immer wieder zu Fäusten und er schnaufte hörbar. "Was bist du nur für ein beschissener Freund?", fragte er dann mit leiser wütender Stimme. "Fast zwei Jahre belügst und betrügst du mich jetzt schon nach Strich und Faden. Kannst du nachts noch beruhigt schlafen oder noch in den Spiegel schauen?" Brian trat einen Schritt auf ihn zu. "AJ, ich wusste nicht..." Weiter kam er jedoch nicht, denn der Angesprochene hob die Hand um ihn zum Schweigen zu bringen. „Ich möchte nur eines wissen. War es das wert?“, entgegnete AJ ihm. Seine Augen funkelten noch immer kampfeslustig, doch aus seiner Stimme war nur Enttäuschung heraus zu hören. Ohne ein weiteres Wort drehte AJ sich nun um, ging wieder ins Haus und ließ die Tür hinter sich zufallen.

Brian stand noch immer an derselben Stelle und starrte auf die geschlossene Haustür. Wie in Trance griff er wieder nach seiner Nase, aus der noch immer ein wenig Blut floss. Seine Gedanken fuhren Achterbahn und er konnte keinen klaren Gedanken fassen. Nur ganz langsam sickerte die Erkenntnis, dass AJ offensichtlich über alles Bescheid wusste. Doch woher wusste er es? Wieso um alles in der Welt kannte er plötzlich die Wahrheit? Plötzlich kam ihm ein Satz wieder in den Sinn. „Oder wolltest du dich nach deiner Tochter erkundigen?“ Nein, das konnte unmöglich sein! Das hatte AJ nur im Eifer des Gefechts gesagt, das konnte nicht stimmen. Mia war unmöglich seine Tochter! Nun kam wieder Leben in ihn und er lief los. Er musste dringend mit Alex sprechen. Er überlegte, wo er sie finden konnte und ihm fiel eigentlich nur ein Ort ein. Er hielt sich ein Taxi an und machte einen Zwischenstopp bei sich zu Hause um sich zumindest schnell das Blut aus dem Gesicht zu waschen und das Shirt zu wechseln. Der Taxifahrer fragte ihn mehrmals, ob mit ihm alles in Ordnung wäre oder ob er die Polizei informieren solle, in der Annahme, er wäre überfallen worden. Brian schüttelte nur den Kopf, sagte aber nichts. Zu sehr war er damit beschäftigt, das Chaos in seinem Kopf zu ordnen. Doch das gelang ihm überhaupt nicht. Schnell drückte er dem Mann Geld in die Hand, sprang aus dem Wagen und lief eilig in die Klinik. Schnurstracks lief er zur Station ohne auf irgendjemanden zu achten.
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