Der innere Kampf einer Kriegerin

GeschichteMystery, Freundschaft / P16 Slash
OC (Own Character)
23.06.2019
07.07.2019
2
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Vorwort
Die Geschichte basiert auf einem DSA Abenteuer weshalb jegliche Charaktere, bis auf Xenja, nicht mir gehören. Genauso wie die Storyline, in die uns unser fantastischer Spielleiter gezaubert hat.
Meine Freunde und Mitspieler haben mir jedoch ihre Erlaubnis gegeben dies hier hochzuladen.
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Mein Name ist Xenja Kunzke und ich schloss mit 17 die Kriegerakademie, als einer der Besten ab.
Schon seit meiner Geburt wurde mein ganzes Leben schon von meinen Eltern, die ebenfalls ehrenvolle Krieger waren, vorgeplant. Eigentlich erhofften sie sich einen jungen Mann großziehen zu können, doch die Götter hatten andere Pläne. So hatte ich das Gefühl mich als ihre Tochter noch viel mehr durch ihr Training und ihre Erwartungen durchschlagen zu müssen, um ihre Anerkennung zu bekommen.
Bis ich auf die Kriegerakademie geschickt wurde. Da fing ich an, erst richtig zu rebellieren.
Meine Ausbilder sagten mir immer wie talentiert ich war, doch ich mir das mit meiner Mangel an Disziplin wieder verbaue.
Früh Aufstehen war halt nie meine Stärke gewesen, genau so wenig Ordnung, oder meinen Mund zu halten. Dieses wurde mir aber sehr bald abgewöhnt. Zumindest lernte ich mich zu wecken, mir meine Gedanken für mich zu behalten und Ställe ausmisten. Oh, wie viele Ställe ich für meine kleinen Rebellionen ausmisten musste. Wenn man jung war, wusste man es einfach nicht besser.
Danach tat ich auch immer nur das, was von mir verlangt wurde, ob Zuhause oder in der Akademie. Doch eines Tages, fühlte ich mich zum aller ersten Mal inspiriert. Semkin Ebersen war ein hoch angesehener Mann und Ritter in meiner Stadt. Von seinen Geschichten konnte man nicht genug hören und von seinen Erfahrungen nicht genug lernen.
Er inspirierte mich auch auf Reisen zu gehen. Endlich mal auf mich selber zu hören und meine Freiheit zu leben.
Meine Eltern versuchten mir es auch gar nicht auszureden.
.
.
Irgendwie fühlte ich mich dadurch nicht freier.

"Mach unseren Namen Ehre". Keine Umarmung, kein auf Wiedersehen.
Mir ist durchaus bewusst, dass ich nur durch ihre Erziehung so stark geworden war. Doch war körperliche Stärke das, was einen Krieger wirklich ausmachte? Einen Menschen? Eine geliebte Tochter? Manchmal habe ich das Gefühl, das mir irgendwas fehlte. Wenn ich mir Bücher durchlese, die nicht um Geschichte und Krieg handelten, oder wenn man den Geschichten unseres als geliebten Ausbilders zuhörte, dann hatte jeder seinen eigenen Grund, sein Zeil um zu kämpfen.
"Für jemanden zu Kämpfen ist die wahre Stärke".
"Für das Volk".
"Für die Ehre".
"Für die Liebe".
So etwas habe ich noch nie verspürt. Ich kämpfe, weil es meine Aufgabe ist. Weil ich sonst nichts kann. Weil es mir so in die Wiege gelegt wurde. Wie eine Maschine zusammengeschraubt, in einem Alchemisten Labor.
Vielleicht bin ich meinen Eltern doch ähnlicher als ich dachte. Sollte ich ihnen dafür Danken?

Vom Bornland reiste ich fast zwei Jahre. Lebte von Auftrag zu Auftrag. Lernte Kulturen und Menschen kennen, doch nie war ich lang genug an einem Ort um mich daran binden zu können.
Ich schrieb auch nie Briefe. Ich bekam auch keine. Obwohl, theoretisch war das gelogen. Die Briefe, die ich erhielt, waren nur nicht für mich.
Und so führte mich mein neuer Auftrag, eine schriftliche Botschaft zu überreichen, nach Havena, die Haupt- und einzige Hafenstadt Albernias.
"Di Bellafoldi", las ich es mir noch einmal von dem Umschlag vor, bevor ich es mit dem Schild des kleinen Häuschen verglich. Ich war hier richtig.
Ich hob meine Hand und klopfte kräftig an der Tür.
Wenn dieser Auftrag erledigt war, dann würde ich mich weiter nach Winhall machen.
Doch niemals hätte ich gedacht wie weit mich eine Reihe von aufeinanderfolgenden Zufällen, in die Geschehnisse dieser Stadt und die Familiengeschichte der Bellafoldi hinein ziehen würde.



Eine Magd öffnete mir die Tür. Erst musterte sie mich von oben bis unten, bevor sie mich nach meinem Anliegen fragte. Das war ich gewohnt.
Schließlich war ich als Frau nicht unbedingt klein und durch meine Arbeit auch nicht gerade zierlich gebaut. Vielleicht lag es auch an meinem riesigen Zweihänder, den ich an meiner Seite trug.
''Rondra zum Gruße und Entschuldigung für die Störung'', arbeitete ich monoton die Höflichkeit Floskeln ab. ''Ich habe hier einen Brief für den Herren Di Bellafoldi''. Ich zeigte ihr diesen kurz und sie nickte.
''Natürlich, kommen Sie herein''.
Nachdem ich eingetreten war, schloss ich die Tür hinter mir und sie bat mich ihr  zu folgen, was ich auch tat.
Ich wurde durch einen kleinen Flur geführt. Das Haus sah von vorne schon nicht sehr groß aus und das Innere zeigte einem keine Überraschungen. Wahrscheinlich gehörten Di Bellafoldi eher zum Niederadel. Wobei ihr Status für mich wirklich kaum eine Rolle spielte.
Wir kamen an einer geschlossenen Tür vorbei, die einem besonders ins Auge stach. Ein Seuchenzeichen hing von der Türklinke. Ich frage lieber nicht nach. Es ging mich auch wirklich nichts an.
Dann blieb die Frau an einer anderen geschlossen Tür stehen und entschuldigte sich für einen Moment und verschwand im Zimmer. Dieses wäre eigentlich gar nicht nötig gewesen, denn ehrlich gesagt waren die Wände sehr dünn und ich hörte wie sie mich kurz ankündigte und eine Männerstimme ihr antwortete mich hinein zu bitten. Wahrscheinlich war das der Herr des Hauses.

Nachdem die Tür wieder auf ging und ich mit einer Handbewegung ins Zimmer eingeladen wurde, fand ich mich in einem großen Arbeitszimmer wieder. Dieser war angenehm beleuchtet und Karten, so wie Bücher und Schriften das komplette Zimmer schmückten, doch den meisten Platz im Zimmer nahm der riesiger, Dunkelholz Schreibtisch ein. Ein Mann erhebte sich hinter diesem Tisch und machte ein paar Schritte auf mich zu und reichte mir mit einem freundlichen Lächeln die Hand.
Ich nahm diese natürlich und wir stellten uns Standesgemäß einander vor und ich überreichte im die schriftliche Botschaft, für den ich eigentlich herkommen war. Dafür erhielt ich meine großzügige Bezahlung von 2 Dukaten.

Damit kehrte der Herr Di Bellafoldi zu seinem Schreibtisch zurück und öffnete vorsichtig den Brief.
''Sagt mir, Frau Kunzke, von wo kommen sie her?'', fragte er mich und sah kurz vor seinem Tun auf.
''Aus dem Bornland'', antwortete ich kurz.
''Eine waschechte Bornländerin also? Da haben Sie aber einen weiten Weg, bis hier nach Havena hinter sich''.
Daraufhin nickte ich nur. ''Sie können hier natürlich auch für eine paar Tagen nächtigen und für Verpflegung wird gesorgt''.
Das großzügige Angebot konnte ich nur schlecht ablehnen und ich bedankte mich dafür.
''Sehr gut. Alena, bereite doch das Zimmer vor und hole Belena, sie soll sich um unseren Gast kümmern''. Damit wandte er sich seinem Brief zu und ich wurde aus dem Zimmer, in den Wohngemeinschaftsraum gebracht. Dort wurde mir erst einmal eine warme Mahlzeit aufgetischt und ich entledigte mich meiner Waffe und meinem Mantel, bevor ich mich an den Eintopf setzte.
Die Magd ließ mich dann auch in Ruhe meine Mahlzeit genießen und nahm die Treppe ins Obergeschoss. Doch ich wurde nicht für lange alleine gelassen. Eine junge Dame kam die Treppe hinunter. Sie war sicher etwas jünger als ich und hatte schwarzes langes Haar. Trotz praktischer Hose und Hemd, sah man ihr an, das sie keine einfache Bedienstete war.
Elegant setzte sie sich zu mir an den Tisch und stellte sich als Belena Di Bellafoldi vor.
''Freut mich sehr''.
Belena verwickelte mich auch ganz leicht in ein Gespräch und während ich aß erzählte ihr ein bisschen von meinen Reisen.

Nachdem ich meine Mahlzeit beendet hatte, wollte mir Belena mein Zimmer zeigen, doch bevor wir es überhaupt zu den Treppen schaffte, kam ihr Vater aus seinem Zimmer.
''Ach Belena. Ich gehe kurz aus'', sagte er und lief an uns vorbei und ließ sich von der Magd in den Mantel helfen.
''Wohin?'', fragte das Schwarzhaarige Mädchen gleich nach.
''Etwas erledigen''. Und bevor sie weiter ihren Vater ausfragen konnte, wandte er sich mir zu.
''Ach ja. Haben Sie hier nach noch einen anderen Auftrag zu erledigen?''.
Nein, das hatte ich nicht und so antwortete ich ihm auch.
''Sehr gut. In Havena scheint es im Moment nicht so sicher zu sein. Erst wurde hier in der Nähe eingebrochen und kurz darauf wurde auch jemand ermordet. Deshalb würde ich Sie gerne im Namen der Di Bellafoldi, als Leibwache für meine Tochter einstellen. Natürlich werden sie dafür gut entlohnt''.
Kurz sah ich von ihm, zu seiner Tochter. Die mir genau das nachmachte. Eigentlich hatte ich keinen Grund abzusagen. Winhall konnte noch ein bisschen warten.
''Natürlich. Ich werde die junge Dame Di Bellafoldi mit meinem Leben bewachen''.
Diese Antwort schien ihn wohl zufrieden zustellen.
''Ich brauche keine Leibwache'', kam es dann aber von Belena, ''ich kann gut auf mich selber aufpassen''.
Ihr Vater seufzte. ''Belena'', sagte er mit einem warnenden Ton, doch seine Tochter gab nicht nach. Ja, die Sturheit schien wohl in der Familie zu liegen und ich klinkte mich aus der Diskussion aus.
Erst als ihr Vater die ´´das letzte Wort´´ - Karte spielte und das Haus verließ, kam ich aus meiner Gedankenwelt wieder zurück und sah wie Belena die Treppen hoch stampfte und dabei eine Stufe übersprang. Ich folgte ihr einfach und tat es ihr mit der Stufe einfach nach.
Das konnte ja was werden.

''Ihr Vater macht sich nur Sorgen. Selbst wenn Ihnen niemand etwas antun möchte oder du dich'', nach eigener Aussage, ''selber verteidigen kannst, schläft er sicher besser, wenn er weiß das Sie jemanden dabei haben, der auf Sie aufpasst''.
''Ich weiß, nur ..'', sie schien wohl etwas zurückzuhalten. Aber wenn sie mir etwas nicht erzählen wollte, dann werde ich sie nicht dazu zwingen.
''Und du brauchst nicht so höflich zu sein'', meinte die Schwarzhaarige und blieb neben einer Tür stehen.
''Dein Zimmer''.
Ich sah kurz in den Raum hinein. Ein kleines Zimmerchen mit einem Einzelbett, Schrank, einem kleinen Tisch und Stuhl. Dafür mit einem großen Fenster, so dass das kleine Zimmer gerade zu mit Sonnenrlicht geflutet wurde.
''Das Zimmer daneben, ist meins'', erklärte sie und ich nickte.
Stille.
''Wenn du willst kannst du mit rüber kommen?'', bot sie mir an und ich nickte wieder. Ich hatte eh nicht wirklich was zu tun.
Wir wechselten einmal die Räumlichkeiten und bevor ich mit das Zimmer der Adligen genauer ansehen konnte, bemerkte ich wie eine klitschnasse, komplett in schwarz eingekleidete Person auf ihrem Bett saß.
''HARIKA! Ich hab dir gesagt du darfst nicht aufs Bett'', rief Belena außer sich, doch sie bemerkte wohl recht schnell, dass selbst wenn das Mädchen, auch ungefähr in unserem Alter, vom Bett heruntergehen würde, wurde der Schaden schon getan.
''Macht sie dir etwa Probleme?'', fragte ich ruhig und richtete mich etwas vor der Unbekannten Person auf. Belena schien kurz zu überlegen, schüttelte aber den Kopf.
''Geht man so mit jemanden um der fast ertrunken ist?'', beschwerte sich Harika, zumindest nannte Belena sie vorhin so.
''Du musst trotzdem dich hier nicht immer hineinschleichen. Hast du kein eigenes Zuhause? Und was wenn mein Vater dich sieht??''.
Daraufhin zuckte das zwielichtige Mädchen nur mit den Schultern.
''Was genau geht hier vor?'', fragte ich ruhig. Denn die Situation schien mir definitiv nicht normal.
''Das ist eine sehr lange Geschichte'', sagte Belena und das andere Mädchen nickte nur.
''Ja. Können wir damit anfangen das ich fast gestorben bin?''.
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