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'til we die, right?

Kurzbeschreibung
GeschichteFamilie, Freundschaft / P16 / MaleSlash
23.06.2019
27.08.2019
2
2.181
 
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23.06.2019 1.075
 
Pov: Lavender Lux

Es war bereits 12 Uhr mittags, als ich durch das Zufallen der Haustür aufschreckte und erstmal einige Minuten brauchte um zu realisieren wo ich war.
Mein Zimmer war sehr leer, ein paar Kisten und Kartons standen herum, in ihnen waren meine Klamotten, mein Schminkzeug und alles was ich sonst so brauchte, eine Matratze lag da wo mein Bett mal stehen sollte und eines der Regale für meine Bücher liegt, noch verpackt, in einer der Ecken. Ein großer, alt aussehender Spiegel, hing an der Wand gegenüber des Fensters, er gehörte der Vorbesitzerin und sie wollte ihn nicht mitnehmen, da sie fast davon überzeugt war er sei verflucht. Als sie das gesagt hatte, musste ich mich wirklich zusammen reißen nicht gleich los zu lachen, habe ihr aber versichert, das ich weiß wie man mit bösen Geistern umgehen muss.

Ich begab mich also in die Küche, nur in einem großen Tanktop und Höschen. Der Holzboden war kalt unter meinen nackten Füßen, aber im Vergleich zum Fließenboden noch unglaublich warm. Es war gerade mal Mai aber schon unglaublich warm draußen, Mutti hatte es deshalb wahrscheinlich etwas übertrieben mit der Klimaanlage. Das Erste was mir auffiel war der Zettel auf dem Tresen.

"Kaffee ist leider noch keiner da, Lilly. Ich bin bei einem Vorstellungsgespräch, kann vielleicht gleich Probearbeiten, wunder dich also nicht wenn es später wird. Ich liebe dich :* -Mama"

Kein Kaffee?! Ich seufze bedrückt und ging zurück in mein Zimmer um mich anzuziehen. Dann muss ich mir meinen Kaffee wohl anderweitig besorgen, es wird ja wohl ein annähernd vernünftiges Café in dieser Stadt geben. Jedenfalls hoffte ich das wärend ich meine schwarze, vor Patches nur so triefende Cargoshorts aus einem der Kartons zog. Aus dem anderen zog ich einen schwarzen SportBH und ein weit ausgeschnittenes,  Tanktop mit Tarnmuster. Ich zog alles schnell über, Band meine pink-blauen Haare zusammen und schminkte mich notdürftig mit etwas Kajal, Eyeliner und Mascara. Zufrieden mit meinem Erscheinungsbild sprang ich die Treppe wieder runter und lief in die Küche wo ich meinen Schlüssel einsteckte, meinen Geldbeutel in einer Hosentasche verschwinden ließ und mein Handy in der anderen.
Ich schlüpfte in meine alten dreckigen Vans und griff nach meinem Skateboard, es war komplett schwarz aber überseht von Schrammen und Kratzern, welche das Holz durchscheinen ließen.
Nichts auf der Welt würde ich für dieses Board eintauschen, es ist perfekt und das obwohl ich es seit 2 Jahren fahre. Jedes andere Board wäre längst kaputt gegangen, nur meins nicht.

Ich machte mich also, natürlich nicht ohne eine Schachtel Zigaretten, welche ich mir von dem Vorrat meiner Mam klaute, auf in irgendeine Richtung, in der ich ein Café vermuten würde. Alle Häuser sahen gleich aus, dunkles Dach, 90% weiße Wände, der Rest in sehr hellen Pastellfarben, der gleiche Grundriss und die Gärten fast alle gleich. Unser Haus war auch weiß, wirklich gefallen tut es mir nicht, aber dafür ist unser Garten ein wahres Paradies, drei riesige Kirschbäume, zwei Apfelbäume, eine Sitzecke in der Hintersten Ecke des Gartens, umkreist von Blumenbeeten und nur erreichbar über den schmalen Weg über welchen ein Bogen aus duftendem Jasmin hing. Eine Alte Eiche spendete Schatten und alles sah einfach Magisch aus.
Niemand in meiner Umgebung würde erwarten das ich Blumen mehr liebe als alles andere. Ich bin das toughe Mädchen, die die dir die Fresse poliert wenn du mir dumm kommst, das Mädchen das mutiger ist als 90% der Kerle, das Mädchen das ihren Stiefvater ins Krankenhaus geprügelt hat. Ich bin jedenfalls nicht der Typ Mädchen der Blumen mögen sollte, aber ich tue es trotzdem, würde es aber unter keinen Umständen zugeben.

Nach ungefähr 15 Minuten, die ich unterwegs war, fand ich endlich ein Café und sprang gut gelaunt von meinem Board. Das Café war nicht allzu groß, ziemlich schlicht gehalten und höchstens Sitzplätze für 10 Personen und in weiß, schwarz und grau gehalten. Hinter dem Tresen stand ein Mädchen welches nicht viel älter als ich sein konnte, lange, schwarze Haare, ein Shirt mit relativ großen Ausschnitt und grünen Augen. Sie sah verdammt gut aus und grinste mich an. "Hey was kann ich für dich tun?" fragte sie begeistert mit leuchtenden Augen. Ich grinste, meine Laune hatte sich Schlagartig verbessert, "Hi. Den größten Milchkaffee den du mir, zum Mitnehmen, machen kannst!" meinte ich begeistert und sie machte sich an die Arbeit. "Du bist neu hier, oder?" fragte sie als sie darauf wartete das der Kaffee durchlief. "Ja, sind gestern Mittag erst hergezogen." antwortete ich gelassen und lehnte mich an den Tresen. "Lass mich raten. Das Haus mit den mega Kirschbäumen im Garten?" fragte sie und grinste Triumphierend als ich nickte. "Ich wohne nur ein paar Straßen weiter und als ich 8 war hat dort eine ältere Dame gewohnt, mit ihrer Enkeltochter war ich unglaublich gut befreundet." erzählte sie und schwelkte in Erinnerungen "Ich habe nie wieder so leckere Kirschen gegessen, sie waren so richtig blutrot und unglaublich süß und nie war eine madig." grinste sie und befüllte meinen Becher. Ich kam aus dem Lächeln gar nicht mehr raus, "Also, du kannst gerne jederzeit mal vorbeikommen, es ist jeder Willkommen." Sie strahlte mich geradezu an, "Ja! Gerne!" freute sie sich und wurde aber plötzlich wieder ernst, "Wenn ich hier mal raus komme und das ist erst wenn ich mir einen Angestellten leisten kann und Mutti mir den Laden offiziell überschrieben hat." seufzte sie und schob mir den Kaffeebecher zu. "Ach das klappt schon, Lavender, übrigens, aber nenn mich Liv oder Lilly." grinste ich und grub nach meinem Portemonnaie. "Wie kommt man von Lavender zu Lilly? Ich bin Julia. Der Kaffee geht aufs Haus." lächelte sie. "Du bist ein Engel. Ich hab keine Ahnung, da müsstest du meine Mutter fragen." lachte ich und dann verabschiedeten wir uns und ich fuhr weiter Richtung Innenstadt.

Irgendwann fand ich auch das wonach ich gesucht hatte, einen Skatepark. Er war leer und verlassen, was nicht gerade ungewöhnlich war, immerhin ist es Montag und alle anderen in meinem alter sind in der Schule. Ich muss erst morgen hin und Lust hab ich natürlich keine darauf, viel lieber würde ich den ganzen Tag skaten. Ich setzte mich erstmal auf mein Skateboard in den Schatten der Halfpipe und lehnte mich an die Wand. Es
sollte der wärmste Sommer seit Jahren in Iowa werden, und der trockenste noch dazu.
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