Des Teufels Geliebte

von 080692
GeschichteDrama, Romanze / P18
OC (Own Character) Sebastian Michaelis Undertaker
23.06.2019
19.09.2019
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Sebastian bemerkte Dianas Blick auf die Uhr. Fragend sah er sie an. „Was ist mit der Uhr? Ist irgendetwas besonderes?“, fragte er sie. Dass sie sich so plötzlich mehr auf die Uhr konzentrierte, fand er seltsam. Immerhin passte es nicht zu ihrem aktuellen Gespräch. Diana blickte zu ihm und verdrehte provokant die Augen. „Du weißt es nicht?“, fragte sie und machte einen Schmollmund ehe sie ihn gespielt traurig ansah.

Er blickte auf die Uhr, aber er wusste nicht, worauf sie jetzt anspielen wollte. Diana schüttelte den Kopf und fing wieder an zu grinsen. Es war ja auch nur Zufall, dass ihr es aufgefallen war. „Wir haben uns ziemlich genau jetzt vor einer Woche das erste Mal gesehen. Im Park. Naja, zumindest in Echt gesehen.“, erklärte Diana und Sebastian lächelte. „Dass es tatsächlich erst eine Woche ist…“, murmelte Sebastian. Die Zeit mit Diana war schnell vergangen und wenn er so darüber nachdachte, wie schnell sie sich verliebt hatten. Es war wirklich seltsam, wie wenig Zeit sie brauchten um sich so nahe zu kommen.

„Stimmt… mir kommt es auch schon viel länger vor“, sagte Diana lächelnd. Sie genoss die Zeit mit ihm, doch unwillkürlich dachte sie auch daran, dass ihre Geschäftsreise nicht mehr allzu lange dauern würde. Vorgestern hatte sie die Reise offiziell begonnen. Fast die Hälfte war also schon um. Sie wollte gerne bei Sebastian bleiben. Sie fühlte sich in ihrem Zimmer zuhause nicht mehr wohl. Nicht ohne ihn. Sie seufzte leise und fühlte, wie Sebastian ihr über den Kopf streichelte. „Guck doch nicht so traurig, Kätzchen. Ich werde schon dafür sorgen, dass du bald offiziell hier einziehen kannst.“, sagte Sebastian, der ihren Stimmungsumschwung bemerkt hatte.

„Ich weiß.“, sagte sie mit einem dankbaren Blick. „Trotzdem will ich nicht, dass unsere angebliche Geschäftsreise endet.“ Sie seufzte. „Aber es bringt jetzt ja auch nichts darüber nachzudenken. Noch haben wir ja ein paar Tage.“ Diana lächelte leicht und küsste Sebastian. Dieser erwiderte den Kuss sofort. „Wollen wir wieder rutschen gehen?“, fragte Diana ihn nun um wieder auf andere Gedanken zu kommen. Sebastian nickte. „Wenn du das möchtest.“

Diana stieg aus dem Pool und sah sich um, wo ihr Badeanzug abgeblieben war. Als sie ihn gefunden hatte, zog sie ihn sich wieder an. Sebastian sah sie gespielt schmollend an. „Ohne gefiel es mir irgendwie besser“, sagte er neckend. Diana grinste mit leicht geröteten Wangen. „Ich laufe jetzt bestimmt nicht die ganze Zeit nackt rum“, entgegnete sie verlegen, was Sebastian kichern ließ. Er ließ es aber, sie weiter zu necken. Gemeinsam mit Sebastian ging sie wieder zu den Rutschen und sie beschäftigten sich damit noch einige Zeit, bis es ihnen langweilig wurde.

„Es ist schon bald Zeit fürs Abendessen“, sagte Sebastian, als sie sich bereits wieder angezogen hatten und den Wellnessbereich verließen. „Ich habe keinen Hunger, Sebastian“, sagte Diana direkt. „Regelmäßige Mahlzeiten sind aber wichtig, Diana“, sagte er tadelnd. Diana verdrehte die Augen. „Außerdem habe ich dir gesagt, dass ich darauf achten werde, dass du wieder regelmäßiger isst“, fügte er noch streng hinzu, als er das Augenverdrehen bemerkte. „Jaja“, murrte sie. „Trotzdem können wir das Essen auf später verlegen.“ Sie hatte noch keinen Hunger. Sie war einfach erstmal k.o. vom Herumalbern im Wasser. Es hatte sehr viel Spaß gemacht, war aber doch anstrengend gewesen, wie sie nun im Nachhinein bemerkte. Sebastian seufzte. „Aber nicht viel später. Ich will nicht, dass es doch wieder dazu kommt, dass du das Essen ausfallen lässt“, sagte Sebastian sanft. „Na gut.“, stimmte Diana zu und gähnte.

„Bist du etwa schon müde?“, fragte Sebastian schmunzelnd. Diana schüttelte leicht den Kopf. „Nur k.o…. den halben Tag im Wasser zu verbringen ist anstrengend.“, sagte sie. „Dann ruhen wir uns ein wenig aus. Möchtest du gerne ein wenig fernsehen oder einen Film gucken? Oder Musik hören?“ Diana überlegte kurz. „Ein Film wäre nicht schlecht.“, sagte sie und sie gingen gemeinsam ins Wohnzimmer. Diana überlegte, welcher Film gut wäre. Sie wollte nichts gucken, wo sie momentan zu aufmerksam sein musste. Dann fiel ihr einer ein. Sie suchte „Die Girls von St. Trinian“ heraus und machte den Film an, ehe sie sich zu Sebastian aufs Sofa kuschelte. „Was darf ich diesmal erwarten? Wieder etwas derartiges, wie Takeshis Castle?“, fragte Sebastian sie grinsend. Diana kicherte. „Lustig ist es auch, aber es ist doch eine andere Art Humor als Takeshis Castle… Aber es ist ein Film, den ich schon ewig mag.“ Die Girls von St. Trinian war einer ihrer Lieblingsfilme, den sie schon als Jugendliche mochte.

Diana sah, während der Film lief, ab und zu zu Sebastian. Sie wartete auf eine Stelle von der sie wusste, dass Sebastian diese sicher auch lustig finden würde. Ein Hund der aus dem Fenster flog… Naja, Sebastian mochte Hunde schließlich nicht und auch Diana konnte ihnen nicht viel abgewinnen. Mehr als ein kleines Grinsen bei der Stelle zeigte Sebastian jedoch nicht. Sie hoffte, dass es nicht zu langweilig für ihn war. Er ging immer auf ihre Vorschläge ein, doch sie war sich nie wirklich sicher, ob es ihm auch gefiel, oder ob er es nur ihr zuliebe mitmachte. Mit einigen Mühen schaffte es Diana während des Filmes wach zu bleiben. Sie hatte zwar eigentlich noch immer keinen Hunger, doch sie wollte auch nicht, dass sich Sebastian wegen den ausgefallenen Mahlzeiten Sorgen machte. Also würde sie jetzt etwas essen und dann schlafen gehen. Sie gähnte. Sie war doch schon ziemlich müde.

Sie erhob sich vom Sofa, als der Film zu Ende war und machte den Fernseher aus. Erneut gähnte sie. „Eine Kleinigkeit essen und dann ins Bett?“, schlug Sebastian vor, doch Diana wusste ja, dass er wegen dem Essen eh keine Diskussion tolerieren würde. Also nickte sie folgsam und ging mit ihm in die Küche. „Aber es reicht wirklich eine Kleinigkeit. Ich kann einfach ne Scheibe Brot essen oder so… du brauchst nicht extra für mich kochen, wenn ich sowieso kaum Hunger habe.“, sagte Diana ihm. Sebastian sah von dem Vorschlag nicht sonderlich begeistert aus, nickte aber. „Möchtest du Brot oder Brötchen? Und womit möchtest du es belegt haben?“, fragte Sebastian sie. Diana überlegte kurz.

„Gerne ein Brötchen mit irgendwas Süßem…  Was hast du denn da an süßen Aufstrichen?“ Sebastian zeigte ihr die Aufstriche, die er aktuell da hatte, was eine große Auswahl war. Immerhin wusste er nicht, was sie mochte, also hatte er die bekanntesten und verbreitetsten Aufstriche, sowie manche besonderen besorgt. Zielgerichtet griff Diana nach einer Haselnusscreme, die sie auch zuhause gerne aß. Diese schmeckte genauso wie die Füllung ihrer Lieblingssüßigkeit KinderBueno. „Perfekt, die liebe ich“, sagte Diana und begann sich ihr Brötchen fertig zu machen. „Ich dachte du liebst mich… und jetzt werde ich durch eine Haselnusscreme ersetzt?“, schmollte Sebastian gespielt. Diana kicherte. „Pech gehabt. Die ist nun mal lecker… und ich liebe nun mal Süßes…“, erwiderte sie schmunzelnd. „Und ich bin nicht süß?“, neckte er sie. Diana streckte ihm die Zunge raus. „Scheinbar nicht süß genug“, erwiderte sie und biss in ihr Brötchen. Als sie fertig gegessen und ihren Teller weggeräumt hatte, wandte sie sich wieder Sebastian zu. „Keine Sorge, die Haselnusscreme kann dich nicht ersetzen“, sagte sie ihm, auch wenn ihr klar war, dass die Unterhaltung nur ein gegenseitiges Necken war und Sebastian das nicht ernst genommen hatte. „Ich liebe dich“, flüsterte sie. Noch immer war es ungewohnt, es ihm zu sagen, aber sie wollte sich daran gewöhnen. Sie wollte ihre Unsicherheit diesbezüglich endlich überwinden.

„Ich weiß das doch, Diana“, sagte er sanft und küsste sie. „Und ich liebe dich.“ Er nahm sie in den Arm und hob sie dann hoch. Diana schlang ihre Arme direkt fester um ihn. „So, und jetzt geht es ins Bett“, sagte er lächelnd und wie aufs Kommando gähnte Diana erneut. „Du brauchst dringend Schlaf.“ Im Schlafzimmer angekommen setzte er Diana auf dem Bett ab, dann reichte er ihr ein Nachthemd. Sie zog sich schnell um und reckte sich ein wenig. „Verspannt?“, fragte Sebastian sie. „Ein wenig, aber nicht schlimm“, entgegnete Diana und ließ sich aufs Bett fallen.

Sebastian wusste nicht, warum sie ihn nicht einfach wegen einer Massage fragte, wenn sie doch verspannt war. Ihn störte es doch schließlich nicht. „Leg dich auf den Bauch, ich massier dich. Dann sollte es mit den Verspannungen besser werden.“ „Das musst du doch nicht, Sebastian…“, fing sie an, doch Sebastian unterbrach sie. „Aber ich möchte.“ Seine Stimme ließ keinen Widerspruch zu und so legte sich Diana brav hin. Eigentlich wollte sie auch gar nicht dagegen argumentieren. Sie mochte es viel zu sehr, wenn Sebastian sie massierte. Als sie seine Hände auf ihrem Rücken spürte, keuchte sie leicht. Sie war wirklich sehr verspannt und Sebastian wunderte sich schon, dass sie das als ein wenig bezeichnete. Je mehr er sie jedoch massierte, desto mehr fing sie wieder an wie eine Katze zu schnurren. Genießerisch hatte sie die Augen geschlossen und konzentrierte sich voll und ganz nur noch auf Sebastians Berührungen.

Sebastian massierte Diana ziemlich lange, selbst nachdem er merkte, dass sie recht bald eingeschlafen war. Aber so dürften ihre Verspannungen am nächsten Tag deutlich weniger sein. Als er die Massage beendet hatte, legte er sich zu ihr und kuschelte sich mit ihr unter die Decke. Er zog Diana in seine Arme, die sich im Schlaf direkt näher an ihn klammerte. „Träum süß, Kätzchen“, sagte er liebevoll.

Er wartete, bis sie fest schlief, dann löste er sich von ihr und stand nochmal auf. Er wusste, womit er die Nacht verbringen würde, daher holte er sich Dianas Laptop ins Schlafzimmer und setzte sich dann neben ihr hin. Er machte sich daran, Dianas bisherige Unterlagen, die sie wegen ihrem Einkaufszentrum gemacht hatte, durchzulesen und war überrascht, wie viele Ideen sie hatte. Das, was sie ihm bisher geschildert hatte, war ja im Vergleich dazu sehr grob gewesen. Aus ihren Notizen ging hervor, dass einige Firmen, die sie gefunden hatte, zwar plastikfreie Produkte produzierten, diese jedoch in Plastik verpackten, weshalb man dort nachfragen müsste, ob das anders geregelt werden könnte. Alternativ hatte sie auch einige Listen mit Produkten angelegt, die man über eigene Lieferanten beziehen müsste.

Da kam ihm eine Idee für den nächsten Tag. Dämonische Kräfte seien Dank hatte er binnen kürzester Zeit ein paar potenzielle Produzenten gefunden, die Sachen, die sie in Auftrag geben würden, herstellen könnten. Diana und er könnten morgen mit einigen Produzenten sprechen und vielleicht schon einige Sachen in Auftrag geben, sodass schon mal Prototypen entwickelt werden würden. Da sich Diana auch besonders für Möbel interessierte, würde auch eine Schreinerei dabei sein. Irgendwann hatte er alles gelesen und für den morgigen Tag überlegt. Er brachte den Laptop zurück in Dianas Arbeitszimmer und ging dann wieder zu ihr ins Bett, wo er ebenfalls die Augen schloss um ein bisschen zu schlafen.

Diana schlief friedlich bis zum nächsten Morgen, auch wenn sie schon ziemlich früh – um kurz vor fünf – wach wurde. Müde blinzelte sie und gähnte leise. Direkt nach dem Wachwerden glitt ihr Blick zu Sebastian. Sie lächelte. Dass er tatsächlich jede Nacht bei ihr liegen blieb – oder auch so, wenn sie einschlief – bedeutete ihr viel. Sie wusste, ohne ihn würde sie entweder überhaupt nicht schlafen können oder von noch heftigeren Albträumen geplagt werden. Dass er bereit war, sie so zu unterstützen tat ihr gut. Sie sah auf die Uhr und unterdrückte ein frustriertes Stöhnen. Es war noch viel zu früh um aufzustehen, aber kein Wunder, dass sie immer noch müde war. Sie beschloss einfach noch liegen zu bleiben und kuschelte sich noch an Sebastian an.

Nach einer Weile öffnete Sebastian seine Augen und sah, dass Diana zwar noch mit ihm kuschelte, aber bereits wach war. „Hast du gut geschlafen?“, fragte er sie und Diana nickte. „Ja, habe ich.“, sagte sie. „Auch wenn ich viel zu früh wach geworden bin.“ Sein Blick glitt zur Uhr. Es war erst halb sechs. „Oh, tatsächlich ist es noch recht früh. Wenn du aber einigermaßen wach bist, können wir schon gleich aufstehen“, sagte er sanft. „Hast du etwa was für den heutigen Tag geplant?“ Sebastian nickte. „Das habe ich tatsächlich. Wir werden heute einen kleinen Ausflug machen“, sagte er ihr. Diana sah ihn sofort mit großer Neugierde an. „Wohin geht es denn?“, fragte sie ihn sofort.

Sebastian lachte leise. „Ich denke, es wird eine Überraschung bleiben“, sagte er grinsend und wusste, dass das ihre Neugierde nur noch verstärken würde. Sie machte einen Schmollmund. „Bitte, Sebastian… verrate es mir“, bat sie und sah ihn mit einem Bettelblick an. Sebastian schmunzelte. „Nun gut. Ich habe mir heute Nacht schon mal deine Unterlagen wegen dem Einkaufszentrum angesehen und fand die Idee gut, dass du auch eigene Produkte entwickeln lassen willst. Daher habe ich ein paar Produzenten gefunden, mit denen wir heute reden können.“

Er sah Dianas skeptischen Blick. Einerseits schien sie sich zu freuen, andererseits fühlte sie sich unvorbereitet und ein wenig überrumpelt. „Keine Sorge, das meiste werde ich regeln. Es geht nur um ein paar Prototypen und darum, ihnen grob zu schildern, was du dir vorgestellt hast. Aber es wird auf jeden Fall eine Schreinerei dabei sein und ich dachte, insbesondere ein paar Möbel in Auftrag zu geben, würde dir gefallen. Du kannst dir auch gerne etwas für das Anwesen noch bauen lassen.“ Diana beruhigte sich etwas. Wenn er den Großteil des Gespräches übernahm, würde es klappen. Und das mit den Möbeln freute sie wirklich. Sie hatte einen recht individuellen Geschmack bei Möbeln und es würde ihr Spaß machen zu sehen, wie die Schreiner etwas nach ihren Vorgaben entwarfen.

„Gut, wenn du das so formulierst… dann klingt es wirklich nicht schlimm.“, sagte sie und küsste Sebastian. „Die Idee ist wirklich gut.“ Diana versank direkt in ihren Gedanken, was sie heute mit den Produzenten besprechen wollte. Nach einem schnellen Frühstück gingen Sebastian und Diana duschen, ehe sie sich anzogen und dann bereits um 8 Uhr mit dem Sportwagen losfuhren. Diana hatte ein paar ihrer Unterlagen mit um ggf. Ideen zeigen zu können.

Wie versprochen war der erste Halt eine große Schreinerei. Während Sebastian zunächst einiges klärte, blieb Diana im Hintergrund und blickte sich interessiert um. Sie war handwerklich nicht so geschickt, was aber eher daran lag, dass sie sich nicht dafür interessierte. Grundlegende Sachen, wie SB-Möbel zusammenbauen, das konnte sie jedoch schon. Einer der Schreiner kam nun auf sie zu.

„Herr Michaelis hat uns schon einiges über ihre Idee erzählt und ich muss sagen, dass das wirklich eine gute Idee ist. Massivholzmöbel sind heute relativ gefragt, allerdings bislang eher bei der Kundschaft, die in allen Bereichen Wert auf gute Qualität legt. Sie wollen also für alle geplanten Möbel FSC-zertifiziertes Holz verwenden?“, fragte er nach. „Ja, nur qualitativ gutes Holz aus zertifizierten Quellen. Das Holz soll möglichst effizient verwertet werden. Ich weiß, dass manchmal bei Holz bestimmte Makel vorhanden sind, aber solche Teile kann man ja bestimmt noch anderweitig verwenden und wenn es dann für günstigere Sachen wäre.“ Diana begann ihm einige Dinge zu zeigen, auch Fotos, was sie sich z.T. vorgestellt hatte. Auch wenn ihre bisher genannten Sachen nur ein Bruchteil sein würden. „Wir wissen, dass das jetzt sehr viel aussieht, aber wir würden sowieso mit mehreren Schreinereien zusammenarbeiten. Wenn das mit dem Einkaufszentrum wie geplant realisiert wird, wird mehr als genug Arbeit anfallen. Nicht nur für das Möbelgeschäft, sondern auch für die Einrichtung. Die würde ich selbstverständlich dann ebenfalls von den kooperierenden Schreinereien herstellen lassen.“

Sie sprachen noch einige Zeit, wobei Sebastian wohlwollend zur Kenntnis nahm, dass das fachliche Gespräch ihr nicht so viel auszumachen schien, auch wenn Diana genau darauf achtete, dass er in ihrer Nähe blieb. Es dauerte drei Stunden bis sie die Schreinerei wieder verlassen hatten. Es wurden einige Probestücke in Auftrag gegeben und Diana mochte die Skizzen, die die Schreiner nach ihren Ideen angefertigt hatten. Bewusst hatte sie verschiedene Stile gewählt. So sagte sie dem Schreiner beispielsweise, dass sie auf jeden Fall Sachen im Industrie-Stil haben wollte. Aber auch klassische Möbel und ein paar Ausgefallene. Zu den ausgefallenen Möbeln gehörten welche, die ein bisschen nach Fantasy aussahen oder nach Manga. Etwas Kreativer, als üblich und teilweise mit Geheimfächern und dergleichen. Diana konnte sich vorstellen, dass sowas genauso Abnehmer finden würde, wie die sonst verkaufte Mainstream-Ware.

Als sie die Schreinerei verlassen hatten und wieder im Sportwagen saßen, seufzte Diana erleichtert. „Das hast du gut gemacht“, sagte Sebastian ihr. „Mit deiner Begeisterung für deine Ideen hast du die Schreiner ziemlich angesteckt. Ich glaube, die freuen sich richtig auf die Herausforderungen, die du ihnen gestellt hast.“ Überrascht über diese Worte sah Diana Sebastian an. „Findest du?“, fragte sie zweifelnd, aber auch mit einem zaghaften Lächeln. Sie hatte sich einigermaßen wohl gefühlt, da sie wirklich nur ihre Ideen schildern musste und die ganzen Verhandlungen und dergleichen Sebastian übernahm. Außerdem musste man einfach festhalten, dass die Menschen einem deutlich freundlicher und aufgeschlossener begegneten, wenn sie wussten, dass sie viel Geld mitbringen würden. Allerdings war es auch etwas anstrengend gewesen.

„Ja, das war ziemlich offensichtlich. Ihre Blicke, als du bei manchen Schränken Geheimfächer gefordert hast oder versteckte Funktionen… Sie schienen jedenfalls genauso wie du Spaß an den Ideen zu haben und das ist gut. Immerhin werden sie sich so noch mehr bemühen, deine Ideen umzusetzen.“ Sebastian sah zur Uhr. „Der Termin hat allerdings länger gedauert, als ich es erst geplant habe. Ich denke, die anderen Produzenten können wir auch ein anderes Mal machen und wir beschäftigen uns heute so.“ Er lächelte. „Willst du in ein Einkaufszentrum fahren um noch ein paar Inspirationen zu sammeln oder möchtest du gerne irgendwo anders hin?“, fragte Sebastian sie.

„Kein Einkaufszentrum“, lehnte Diana ab. Sie hatte jetzt keine Lust auf Shopping. Sie überlegte, da fuhren sie gerade an einigen Plakaten entlang. „Oh, ein Mittelaltermarkt“, sagte sie. „Da könnten wir hinfahren. Der hat heute noch geöffnet.“ Sebastian sah zu dem Plakat um zu gucken, wo es ist. „Gerne.“ Er fuhr mit Diana auf direktem Weg dorthin. „Magst du Mittelaltermärkte?“, fragte er Diana lächelnd. „Es ist manchmal ganz interessant. Allerdings interessiere ich mich allgemein fürs Mittelalter bzw. für Geschichte.“ „Was denn genau? Die Kriege des Mittelalters? Die Könige und Schlösser?“, hakte er nach. Sie war an ziemlich vielen unterschiedlichen Dingen interessiert, das fand er angenehm. Bildung war wichtig und Menschen mit vielen verschiedenen Interessen waren selten. „Beides eher weniger. Mich interessiert eher der Alltag. Vom Kochen übers Handwerk und Krankheiten bis zu den Familienkonstellationen… Genau die Themen, die relativ wenig in der Geschichte betrachtet werden. Zumindest wenn man es mit Kriegen und Königen und dergleichen vergleicht.“ Sebastian lächelte und beugte sich zu ihr. „Du weißt, dass ich dir da zu vielen Themen etwas erzählen könnte. Immerhin war ich derjenige, der dafür gesorgt hatte, dass sich im Mittelalter die Pest verbreitete.“, raunte er ihr leise zu. Diana drehte sich direkt zu ihm. Das hatte sie völlig vergessen, dass sie sich auch wegen solcher Dinge an Sebastian wenden konnte. Er hatte schließlich die meisten Zeiten miterlebt.
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