Des Teufels Geliebte

von 080692
GeschichteDrama, Romanze / P18
OC (Own Character) Sebastian Michaelis Undertaker
23.06.2019
19.09.2019
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Diana schaute auf die Uhr. Obwohl es spät war, konnte und wollte sie jetzt nicht mal daran denken, wieder ins Bett zu gehen. Auch wenn es ihr wieder besser ging, der Albtraum wegen dem Engel saß ihr noch immer in den Knochen. Sie lächelte Sebastian an. „Wie kamst du eigentlich darauf, so spät am Abend für mich zu backen? Hast du mir nicht noch erzählt, nur Süßes wäre als Mahlzeit nicht geeignet?“, neckte sie ihn schmunzelnd. Sebastian sah sie liebevoll an. „Das stimmt, aber ich dachte, nach deinem Albtraum würde dich etwas Süßes aufmuntern.“ „Da hattest du Recht.“, stimmte sie ihm zu.

Diana reckte sich ein wenig. Sie fühlte sich erschöpft, hatte sie doch in der letzten Zeit recht unregelmäßig geschlafen. „Willst du nicht lieber ins Bett gehen und noch ein wenig versuchen zu schlafen?“, fragte Sebastian sie behutsam. Seiner Meinung nach wäre es sinnvoll, wenn sie sich langsam auch ohne Tabletten wieder an einen normaleren Schlafrhythmus gewöhnen würde. Diana schüttelte sofort den Kopf. „Ich kann eh noch nicht schlafen. Ich geh noch ein wenig ins Arbeitszimmer und mach mir Gedanken wegen dem Einkaufszentrum, bis ich etwas müder bin.“ Sie lächelte Sebastian an und dieser nickte.

Während Diana ins Arbeitszimmer ging, machte er sich zunächst auf in die Bibliothek um dort das Blut zu beseitigen. Dann bereitete er schon mal ein paar Zimmer vor, die speziell für die Katzen eingerichtet waren. Als soweit alles erledigt war, nahm er sich ein Psychologiebuch und begann etwas über Depressionen zu recherchieren.

Diana machte sich auf den Weg in ihr Arbeitszimmer. Es war irgendwie ungewohnt, dass Sebastian nicht die ganze Zeit bei ihr war. Aber er würde sie nur ablenken, wenn sie sich bemühen würde, weiter an ihren Ideen zum Thema Einkaufszentrum zu arbeiten. Sie hatte sich ja schon einige Gedanken dazu gemacht. Im Arbeitszimmer angekommen, machte sie erstmal ihren Laptop an und öffnete einige Dokumente. Ihre Ideen für das Einkaufszentrum hatte sie detailliert beschrieben. Schon jetzt waren es mehr als 100 Seiten in kleiner Schrift. Sebastian würde einiges zu Tun haben, wenn er sich mit ihren Ideen schließlich auseinander setzen würde.

Gedankenverloren begann Diana zu tippen. Eigentlich war sie müde, aber sie wollte nicht schlafen, also hielt sie sich mit ihren Überlegungen wach. Sie legte eine Übersicht an mit den Faktoren, die für sie am wichtigsten waren und machte auch ein Brainstorming zu Dingen, von denen sie noch keine Ahnung hatte, wie diese möglichst optimal in das Einkaufszentrum integriert werden sollten. Nebenbei recherchierte sie über aktuelle Informationen zu bestehenden und geplanten Einkaufszentren.

Ihre Liste wuchs beträchtlich. Nachhaltigkeit und Plastikfreiheit waren gute Anfänge, aber dies würde keinen kontinuierlichen Kundenstrom generieren. Eine umfassende Gastronomie war dagegen sehr wichtig. Und sie wollte möglichst international bei der Auswahl der Gastronomie sein. Ihr lag nichts daran ein Einkaufszentrum zu planen, in dem es fast nur Fastfood-Ketten gab. Die jeweiligen Restaurants könnten vom Stil her dem jeweiligen Land nachempfunden werden. Das würde sicher für eine interessante Gestaltung sorgen. Besonders bei den japanischen oder chinesischen Restaurants.

Als sie mit Sebastian über die Idee mit dem Einkaufszentrum gesprochen hatte, hatte er sie ja darauf hingewiesen, dass das mit Sicherheit Aufmerksamkeit in den Medien auf sich ziehen würde. Sie hatte dafür sogar noch eine gute Idee gehabt. Was war heutzutage ein wirksames Werbemittel, auch wenn sie dem selbst nichts abgewinnen konnte? Instagram. Neben dem Gedanken, dass man für das Einkaufszentrum Instagram nutzen könnte, könnte man auch Instagram Influencer bewusst in das Einkaufszentrum locken, indem man die Gestaltung so optimierte, dass sie sich perfekt für Selfies und dergleichen anbieten würde. Dies würde zwar auch viel Planung erfordern, denn viele Dekoutensilien, die sich anboten, waren aus Plastik. Aber Sebastian würde zu dem Thema sicher auch Einiges einfallen.

Auf Dianas Liste für das Einkaufszentrum fanden sich neben Lebensmittelgeschäften auch Möbelgeschäfte, Geschäfte mit Dekorationen, mit Schreibwaren, mit Computerzubehör und vielem mehr. Alle Produkte waren nachhaltig und da in dem Einkaufszentrum viele Dinge direkt abgefüllt wurden, würde sich ein eigenes Pfandsystem eignen. Diana überlegte weiter. Ihr war klar, dass sich nicht in allen Produkten auf Plastik verzichten ließ. Also wäre es geschickt, eine Etage des Einkaufszentrums mit Geschäften zu planen, bei denen Plastik von Nöten war. Dazu gehörten zum Beispiel eine Apotheke und ein Elektronikfachhandel. Auf dieser Etage könnte man auch eine Up-Cycling-Werkstatt aufmachen, in der man einen Platz mieten konnte und dann selbst Produkte, die sonst weggeworfen worden wären, verschönern konnte.

Ein weiterer Bereich im Einkaufszentrum wären Seminarräume, in welchen für Erwachsene, aber auch für Kinder Schulungen stattfinden können. Diese Schulungen sind z.B. zu den Themen „Plastikfrei“, „Nachhaltigkeit“, „Plastik in den Meeren“, „Müllvermeidung“, „Recycling“ etc. Die Schulungen sollen gegen einen geringen Beitrag stattfinden und auch für Schulen/Klassen angeboten werden. Einerseits stärkt dies die Kundenbindung, andererseits lernen die Kinder und Erwachsenen stärker das Konzept hinter dem Laden kennen.

Vollkommen in Gedanken versunken, schrieb Diana weiter an den Ideen. Sie bemerkte gar nicht, wie sich die Türe öffnete und Sebastian hereinkam. Er schmunzelte, als er sah, wie vertieft sie in ihre Arbeit war und ging lautlos hinter sie um über ihre Schulter hinweg mitzulesen. Er war überrascht, wie weit ihre Überlegungen bereits gingen. Ein Blick auf die Seitenzahl verriet ihm, dass sie weit über 100 Seiten bereits geschrieben hatte. Sie musste zuhause schon einiges geschrieben haben. Sebastians Blick glitt zur Uhr. Es war schon bald wieder morgens. Er hatte sich gewundert, dass sie nicht nach einiger Zeit Schluss mit dem Arbeiten gemacht hatte, aber nun, wo er sah, wie vertieft sie war, wunderte er sich nicht. Sie wird gar nicht gemerkt haben, wie schnell die Zeit vergangen ist.

„Wolltest du nicht ins Bett kommen, wenn du müder wirst?“, fragte Sebastian sie plötzlich. Diana zuckte zusammen, als sie seinen Atem an ihrem Ohr spürte und wandte sich sofort zu Sebastian um. „Sebastian!“, rief sie erschrocken. Sie unterdrückte ein Gähnen. „Aber ich bin noch nicht müde.“ Tadelnd sah Sebastian sie an. „Ich denke, das ist jetzt egal. Es ist schon vier Uhr morgens und du hast immer noch nicht geschlafen“, sagte er streng. Diana seufzte und verdrehte die Augen. „Warum schlafen, wenn ich nicht müde bin?“, versuchte sie zu argumentieren. „Weil ich es dir sage“, raunte er ihr zu und hob sie einfach hoch. Ihren PC ließ er unbeachtet einfach stehen. Ihn störte es nicht, wenn er anbleiben würde. Diana zappelte auf seinem Arm, doch er trug sie ungerührt weiter zum Schlafzimmer.

„Sebastian, lass mich runter“, protestierte Diana mit bemüht genervtem Gesichtsausdruck. Sie wusste eigentlich, dass er Recht hatte. Sowohl, dass sie schlafen sollte, als auch dass sie eigentlich müde war. Aber sie hatte Angst wieder schlecht zu träumen. Den Albtraum mit der Stimme des Engels und Sebastian immer wieder in seinem Blut liegend… das wollte sie nicht erneut sehen. „Nein, du wirst jetzt ins Bett gehen, Diana. Ich lege mich doch auch zu dir.“, sagte er sanft aber auch streng. "Ich will nicht schlafen", flüsterte sie und schluckte. Ihr Gesichtsausdruck wirkte leicht gequält. „Kannst du mir nicht wenigstens ein oder zwei von meinen Tabletten geben?“, rutschte es Diana raus. Sofort sah Sebastian sie ernst an.

„Ich sagte dir doch, dass du ohne die Tabletten auskommen sollst.“ Diana senkte betrübt den Blick. „Du hast doch die meisten Nächte gut geschlafen. Was ist denn los, dass du jetzt wieder zu den Tabletten greifen willst?“ Es bereitete ihm ziemliche Sorgen. Dachte er doch gerade noch, dass sie einfach nur trotzig sein wollte, so war ihr Fordern nach ihren Tabletten für ihn ein Warnsignal. Diana vergrub ihr Gesicht an seinem Hals. „Ich will nicht wieder einen Albtraum haben“, flüsterte sie und sie merkte, wie ihre Augen anfingen zu tränen. Beruhigend streichelte Sebastian über ihren Rücken. „Ich pass doch auf dich auf“, sagte Sebastian behutsam. „Wenn ich merke, dass du schlecht schläfst, werde ich dich sofort wecken.“ Diana nickte zögerlich, doch sie klammerte sich weiter an Sebastian.

Kurze Zeit später waren sie im Schlafzimmer angekommen und Sebastian setzte Diana auf dem Bett ab. „Du musst mich kurz loslassen, Kätzchen. Ich will uns bequemere Sachen zum Schlafen holen.“, sagte er sanft, doch Diana schüttelte den Kopf. Sie war nicht gewillt, Sebastian loszulassen. „Dann eben so…“, murmelte Sebastian und nutzte seine dämonischen Kräfte um ihre Kleidung zu wechseln. Er trug nun nur noch eine schwarze Schlafanzughose, während Diana ein seidenes Nachthemd trug. Während sie sich weiter fest an ihn klammerte, legte Sebastian sich mit ihr ins Bett und deckte sie zu. Beruhigend streichelte er sie weiter.

Sein Blick ruhte auf ihr, während er sie weiter streichelte. Sie war verdammt müde, doch obwohl er sich Mühe gab, sie zu beruhigen, fand sie nicht in den Schlaf. Sie sollte sich wegen dem Albtraum nicht so viele Sorgen machen. Sie sollte sich überhaupt nicht wegen einem Teufel sorgen. Auch wenn sie ihn liebt, er wäre früher oder später ihr Tod. Sebastian küsste Dianas Stirn. Sie war ziemlich angespannt und immer noch ängstlich. Er seufzte, dann fiel ihm ein, wie sie auf seine wahre Form reagiert hatte. Er ließ seine Augen rot aufleuchten und erfüllte das Zimmer mit seiner Macht. Diana sah überrascht zu ihm, doch sie lächelte zaghaft. Wenn sie seine Macht so deutlich spürte, fühlte sie sich also tatsächlich sicherer. Das musste er sich unbedingt merken. Ehe er sich weiter Gedanken darüber machen konnte, bemerkte er, dass Diana eingeschlafen war.

Er schmunzelte. So wie Diana sich verhielt, würde er wohl öfter dazu kommen, seine dämonische Form und seine Macht zu nutzen. Sie war wirklich ungewöhnlich, sich ausgerechnet in dieser Situation so sicher zu fühlen. Er hielt die Macht weiter aufrecht, während Diana schlief. Zufrieden bemerkte er, dass ihr Schlaf ruhig und friedlich war. Erst am Mittag gegen 13 Uhr wachte Diana schließlich auf.

Nachdem sie Sebastians Macht gespürt hatte, diese Dunkelheit, die alles Licht im Raum zu verschlingen drohte, hatte sie sich direkt sicherer gefühlt. Es war seltsam für sie, wie beruhigend es auf sie wirkte, doch sie genoss es. So hatte sie schließlich doch noch ohne Tabletten ruhig schlafen können. Als sie wach wurde, blinzelte sie müde. Es war recht dunkel, da bemerkte sie, dass Sebastian noch immer mit seiner Macht den Raum einnahm. Mit einem sanften Lächeln auf den Lippen sah sie Sebastian an. Er war – ob bewusst oder unbewusst – teilweise in seine dämonische Form gewechselt und hatte die Augen geschlossen. Diana lauschte, wie er friedlich atmete und schlief. Sie lächelte. „Danke, dass du für mich da bist“, hauchte sie und küsste den schlafenden Teufel zärtlich. Sebastian öffnete sofort seine Augen und sah Diana aus glühend roten Augen an. Er lächelte. „Hast du gut geschlafen, Diana?“, fragte er sie und wechselte wieder zu seiner menschlichen Form, während er gleichzeitig damit aufhörte den Raum zu verdunkeln.

Diana nickte lächelnd. „Ja, dank dir.“, sagte sie und beugte sich erneut zu ihm um ihn zu küssen. Sebastian streichelte ihr über den Kopf. „Wie wäre es, wenn wir jetzt duschen gehen und anschließend mache ich dir etwas zu Essen?“, bot Sebastian an. Diana nickte. „Das können wir gerne machen“, sagte sie zustimmend.

Diana stand vom Bett auf und ging ins Ankleidezimmer um sich neue Sachen rauszusuchen. Sie wählte eine schwarze Hose mit einem bequemen Schnitt und ein Top. „Meinst du nicht, dass ist etwas kalt?“, fragte Sebastian sie mit gerunzelter Stirn. Diana verdrehte die Augen. „Nein. Wir bleiben doch momentan sowieso drin. Und wenn es dir wichtig ist, würde ich draußen sogar eine Jacke anziehen. Auch wenn ich normalerweise selbst im Winter so rumlaufe.“ Sebastian fand es zwar immer noch ein wenig zu dünn angezogen, doch er war froh, dass sie überhaupt bereit war, ihm so entgegen zu kommen. Er merkte ja selbst, dass er es manchmal ein wenig übertrieb, weil er sich um sie sorgte.

Gemeinsam gingen sie ins Bad, duschten und machten sich für den Tag fertig. Sebastian war schneller als Diana und ging so schon mal in die Küche um das Frühstück oder eher Mittagessen für sie vorzubereiten. Sebastian bereitete Lachsfilets mit einer Zitronensauce zu. Dazu Baguette und ein wenig gegrilltes Gemüse.

Kaum hatte Diana ihr Zimmer verlassen um zu Sebastian zu gehen, nahm sie bereits den köstlichen Duft wahr. Eindeutig etwas mit Fisch. Sie liebte Fisch, zumindest wenn er von einer guten Qualität war und gut zubereitet. Ein Grund, warum sie ihn nur sehr selten aß. Guter Fisch war eben teuer. „Das riecht unglaublich lecker“, sagte Diana zu Sebastian, als sie die Küche betrat. „Ich hoffe, du magst Lachs“, sagte Sebastian lächelnd. Diana nickte. „Ja, das ist eine meiner Lieblingsfischsorten.“ „Dann ist ja gut. Welche Sorten magst du denn noch besonders gerne?“, fragte Sebastian nach. „Thunfisch. Oder Haifisch.“ Sebastian war überrascht, dass Haifisch zu ihren Lieblingssorten gehörte. „Früher habe ich Fisch gehasst. Egal was für welchen. Und irgendwann, wir waren im Urlaub, da habe ich in einem Restaurant Haifisch probiert und ich mochte es. Ab da habe ich dann so ziemlich alles an Fisch gegessen“, sagte Diana mit einem Lächeln, während sie sich an den Urlaub erinnerte.

„Und jetzt magst du jeden Fisch?“ Diana schüttelte leicht den Kopf. „Frisch ja, aber ich mag nicht so gerne eingelegten Fisch. Egal ob es jetzt Matjes, Heringe in Sahnesauce oder irgendein Fisch in Tomatensauce ist. Dieser Fisch, der meist in Dosen verkauft wird, ist einfach nichts für mich“, sagte sie mit einem leichten Schaudern. „Dosenthunfisch in Öl, das geht gerade noch für Salate oder Nudelsaucen. Aber sonst…“ Interessiert hörte Sebastian ihr zu. Diese Konserven mit dem Billigfisch und den teilweise fragwürdigen Zutaten missfielen ihm auch. Kein Wunder, dass sie die nicht mochte. „Wie gut, dass ich niemals auf solche Dosen zurückgreifen würde“, sagte Sebastian mit einem Grinsen. „Stimmt. Dein Essen ist immer köstlich. Und bevor du zu Dosen greifen würdest, könntest du das Essen mit deinen Kräften jederzeit erscheinen lassen. Das wäre trotzdem sehr viel besser.“

Sebastian schmunzelte. Sie hatte Recht. Unter keinen Umständen würde er solch minderwertige Qualität verwenden. Egal für wen er kochen würde. Aber erst recht nicht, wenn er für sie kochte. Für sie gab er sich schließlich immer noch mehr Mühe. Wenige Augenblicke später hatte er das Essen fertig und richtete es für Diana an. Ihn ihren Augen sah er nur zu deutlich ihre Begeisterung. „Danke, Sebastian“, sagte sie lächelnd und begann dann zu essen. „Wie köstlich.“ Diana strahlte. Bald war der Teller leer gegessen. „Kann ich noch eine Portion Lachs haben?“, fragte sie ihn und Sebastian machte ihr lächelnd noch ein Lachsfilet auf ihren Teller. „Natürlich“, sagte er sanft und gab ihr den Teller zurück. „Schön, dass es dir so schmeckt.“

„Wie könnte es auch nicht. Du kochst meisterhaft. Niemand könnte da widerstehen.“, lobte Diana Sebastians Kochkünste. „Danke für dein Lob“, sagte Sebastian lächelnd. Diana aß auch das zweite Lachsfilet auf, dann war sie satt. Sofort brachte sie ihren Teller zur Spüle und wollte schon beginnen zu spülen. „Lass mich das machen, Diana“, sagte Sebastian und nahm ihr den Teller ab. „Ich kann dir auch helfen, wenn du schon für mich kochst“, sagte Diana und verdrehte die Augen. „Wenn du unbedingt möchtest“, erwiderte Sebastian und begann schnell zu spülen, während Diana abtrocknete.

Als die Beiden fertig waren, sah Diana Sebastian fragend an. „Was wollen wir heute noch mit dem angebrochenen Tag machen?“, fragte Diana ihn lächelnd. Sebastian überlegte. „Würdest du lieber hier etwas machen? Oder sollen wir irgendwo hinfahren?“, fragte Sebastian. Er wüsste für beides etwas. Diana überlegte nur kurz. „Hier bleiben“, sagte sie sofort. Sie wollte erstmal einfach noch die Zweisamkeit mit Sebastian genießen.

„Was hältst du dann davon, wenn wir heute einfach im Wellnessbereich ein wenig entspannen und Spaß haben? Sauna, Whirlpool und Wasserrutschen…?“, schlug Sebastian vor. Diana nickte. „Das klingt verlockend.“, stimmte sie zu. Das Wellness- und Spaßbad gefiel ihr sehr. Sie liebte Wasserrutschen. Und die Tatsache, dass sie hier natürlich allein waren, gefiel ihr noch besser. Immerhin fühlte sie sich unter anderen Menschen – so auch in öffentlichen Bädern – eher unwohl.

Diana griff nach Sebastians Hand und ging mit ihm Richtung Schwimmbereich. Dort angekommen zog sie sich einen Badeanzug an, während Sebastian sich eine Badehose anzog. Lächelnd beobachtete er, wie Diana direkt die Wasserrutschen anvisierte. Er folgte ihr auf dem direkten Weg und noch bevor sie rutschen konnte, setzte er sich hinter sie auf die Rutsche und schlang seinen Arm um sie. Gemeinsam rutschten sie los. Diana genoss es mit Sebastian im Wasser herumzuplanschen und zu rutschen. Vergnügt alberten sie herum.

„Schwimmst du so gerne?“, fragte Sebastian amüsiert, als sie schon drei Stunden am Stück im Wasser waren. „Ich genieße eben das Wasser, zumindest solange ich nicht tauchen soll“, antwortete Diana. „Tauchen magst du nicht?“ Bisher war es ihm nicht aufgefallen, doch wenn er jetzt die letzten Stunden Revue passieren ließ, stimmte es. Sie hatte es konsequent vermieden komplett unterzutauchen und wenn sie es tat, hatte sie sich immer die Nase zugehalten und es wirklich nur ganz kurz gemacht.

„Hast du Probleme, wenn du Wasser in die Nase bekommst?“, fragte er nach. Diana seufzte leise. „Das ist unangenehm, aber nicht das Hauptproblem. Beim Herumalbern im Wasser wäre ich einmal fast ertrunken und wenn ich tauche verliere ich leider allgemein schnell die Orientierung, weil mir schnell schwindelig wird. Daher vermeide ich es. Es ist aber schon besser geworden. Also keine Angst, solange ich festen Boden unter den Füßen habe oder weiß, dass jemand in der Nähe ist, der aufpasst, bekomme ich wegen dem Bisschen Wasser keine Panikattacke“, erklärte Diana Sebastian. Er war beruhigt, dass sie keine Angst deswegen hatte. „Du wärst fast ertrunken?“, fragte er nach. Diana sah ihn lächelnd an. „Halb so schlimm, es ist damals nichts passiert. Nur etwas viel Wasser geschluckt. Keine Sorge, es war weder knapp, noch von irgendjemandem Absicht.“ Sebastian kam auf Diana zu und zog sie in seine Arme. „Trotzdem…“, murmelte er nur. Er war froh, dass keine schlimme Geschichte dahinter zu stehen schien.

Diana war von seiner Sorge um sie gerührt. Zärtlich legte sie ihre Lippen auf seine und küsste ihn. „Mach dir doch nicht immer so viele Sorgen um mich“, flüsterte sie ihm zu. „Das mache ich aber, Kätzchen.“, widersprach er ihr. Diana verdrehte die Augen und spritzte Sebastian kurzerhand etwas Wasser ins Gesicht. Da er nicht damit gerechnet hatte, sah er Diana überrascht an. Sofort musste sie kichern. „Willst du mich etwa ärgern?“, fragte Sebastian sie und seine Augen funkelten amüsiert. „Ich? Nein. Ich wollte dich nur von deinen unnötigen Sorgen um mich ablenken“, sagte sie schmunzelnd. „Das war aber keine nette Ablenkung.“, entgegnete Sebastian. Diana kicherte erneut. „Nett ist langweilig.“, sagte Diana und streckte Sebastian frech die Zunge raus.
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