The Lion and the Wolf

von Saya
GeschichteDrama, Romanze / P16
OC (Own Character) Robb Stark Tyrion Lannister Tywin Lannister
22.06.2019
20.08.2019
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Es dauerte nicht lange und Maester Kallem kam zu mir. Nahm jede Wunde unter die Lupe und erklärte, dass nichts wirklich schlimmes darunter war, außer einer Prellung am rechten Rippenbogen. Möglicherweise war die Rippe sogar angeknackst, was seine Sorgen schürte.
Ich hatte diese Verletzung, unter all den Schmerzen, die ohnehin durch meinen Körper wüteten, nicht ausmachen können und daher sog ich nun scharf die Luft ein, als er auf das sich ausbreitenden Hämatom drückte. Ich keuchte, stöhnte und musste einen Schrei unterdrücken, weil ein siedender Schmerz von der Rippe aus durch meine Innereien raste.
„Ihr müsst Euch schonen. Wenn die Rippe bricht, könnte sie mühelos Eure Lunge durchbohren und dann kann ich nichts mehr für Euch tun“, sprach er auf mich ein, mit einer Eindringlichkeit in der Stimme, die ich bereits kannte. Ich nickte. Doch wir beide wusste, dass ich mich nicht an Bettruhe halten und kämpfen würde, sollten wir angegriffen werden. Auf Training konnte ich verzichten, aber für alles andere konnte ich nicht garantieren. So war es nun einmal im Krieg und der war noch nicht vorbei.
Eine weitere meiner Wunden mussten genäht werden, aber das war nichts Neues für mich.
Die Meisten würden so heilen.
Er gab mir einen Saft, der meine Schmerzen verstummen lassen würde. Ich wünschte mir, dass diese Essenz auch meine Gedanken, die sich wie ein Windrad drehten, zum Stillstand brachte – nur für eine Weile. Das er die Bilder aus meinem Geist vertrieb – nur bis morgen. Das die Gefühle schwächer wurden, die in mir tobten wie ein Sturm – nur bis ich ihm das nächste Mal gegenüberstand.
„Wie schlimm sind die Wunden des Königs?“, wollte ich wissen, als ich mir ein Leibchen überzog, in meine Stiefel stieg und meinen Umhang umband.
„Die Pfeile haben nur knapp seine Organe verfehlt. Seine Milz wurde angeritzt und seine Genesung wird daher etwas länger dauern als Eure. Er sollte sich wirklich schonen, am Besten ist Bettruhe, damit er wieder zu Kräften kommt. Aber wahrscheinlich werden die inneren Wunden nie gänzlich verschwinden“, erklärte er und sah mich sanftmütig, wie er war, an.
„Das tun sie nie...“, meinte ich knapp und verließ dann das Zelt.

Ich ging von meinem Zelt, zu dem, in dem ich mein Bad nehmen würde und stieg einen gefühlten Wimpernschlag später auch schon in das warme Wasser, dass nur für mich eingelassen wurde.
Meine Kleidung warf ich zuvor achtlos zu Boden.
In diesem Augenblick blendete ich die Welt aus und atmete die dampfenden Luftschwaden, die das Zelt erfüllten, tief ein, bis sie meine Lungen erfüllten und diese sich nach und nach entspannten.
Das Brennen ließ nach. Die Schmerzen wurden weniger. Der Nebel in meinem Kopf rückte in weite Ferne, auch wenn er nicht verschwand.
Die Hitze, die mich umgab, drang bis in die Kleinste meiner Poren ein und erfüllte schnell meinen gesamten Körper.
Meine kalten, müden Knochen sogen die Hitze gierig auf und entspannten sich mit jeder weiteren Sekunde, die ich hier verbrachte. Mit jedem Atemzug wurde ich ruhiger und leichter und schloss dann sogar die Augen. Ich döste einen Moment vor mich hin, nickte sogar einige Minuten ein, ehe ich anfing mich zu waschen.
Schnell war der Schmutz von meiner blassen Haut gewaschen und gewährte einen Blick auf alte und neue Wunden. Blaue Flecken und Narben. Einige von ihnen betastete ich und erinnerte mich daran, wie sie entstanden. Eine bekam ich, als ich mich weigerte das zu tun, was man von mir verlangte. Was häufig vorkam. Aber dieses Mal tat ich es nicht einfach nur zum Trotz. Ich war stolz auf diese Narbe.
Doch es brachte nichts an vergangenes zu denken. Er würde mich nicht vorantreiben. Es tat nicht gut in der Vergangenheit zu leben. Und doch nahmen genau diese Dinge einen Großteil meiner Gedanken ein, weil ich mich vor der Zukunft fürchtete.
Ich griff nach einem Schwamm und wusch auch den letzten Rest Dreck von mir, wobei ich viel zu grob vorging und meine Haut sich rot abzeichnete und brannte. Doch es war ein anderes Brennen und ich hieß es willkommen. Durch das Öl im Wasser, versiegte dieses Brennen allerdings schnell und brachte meiner Haut neuen Glanz. Ich roch an mir und ein Grinsen stahl sich auf mein Gesicht. Ich liebte diesen Geruch, dass wusste Ser Cuno. Pfingstrosen waren meine Lieblingsblumen; obwohl ich nie sonderlich mädchenhaft war; seit ich diese von meinem Vater geschenkt bekam.

Meine Frisur war hinüber, also löste ich sie mit zittrigen Fingern, so ganz war die Anspannung wohl doch noch nicht aus mir gewichen, und tauchte dann mit einem tiefen Atemzug in das Wasser ein.
Die Farbe in meinen Haare war nun gänzlich verschwunden: sie waren wieder schlohweiß.
Da sie mir fast bis zum Steißbein reichten, um waberten sie mich nun im Wasser, wie ein Schleier.
Ich verharrten im Wasser, bis ich das Gefühl hatte, Schwimmhäute zwischen den Fingern und Füßen zu bekommen. Mit schrumpliger Haut stand ich auf, griff nach meinem Handtuch, als in dem Moment jemand ins Zelt platzte.
Nicht schnell genug konnte ich mich verhüllen und tauchte so wieder ins Wasser, samt des Handtuchs. Hatte er mich gesehen? Ich musste mich zusammenreißen, gegen die Röte in meinem Gesicht anzukämpfen.
Es war Robb. Er ließ scheinbar nicht locker. Aber ich hatte ihm ja nur das Versprechen abgerungen, keine Fragen zu stellen und sich auszuruhen. Ich hatte nicht gefordert, dass er mich in Ruhe ließ – aber ehrlich gesagt wollte ich das auch nicht.
Hinter ihm standen einige meiner Männer und sahen mich entschuldigend an. „Er hat sich nicht aufhalten lassen“, erklärten einer und sah mich verwirrt an, während ich wieder im Wasser hockte. Die anderen hatten sich umgedreht und waren dabei, Robb vorsichtig Richtung Ausgang zu navigieren. Doch er war wie versteinert. Sein Blick auf mich geheftet.
„Ihr werdet doch wohl einen verwundeten Mann davon abhalten können...“, ich brach ab und rollte stattdessen einfach nur mit den Augen.
Zwar wollte ich eh gerade aussteigen, aber nicht so ruckartig und unter dem Blick dieser Männer. Bisher hatte jeder meine Privatsphäre respektiert, selbst Ser Cuno, obwohl er mich schon als Kleinkind kannte. Ich war eine junge Frau unter Männern, doch nie hatte es einer gewagt, sich an mich heranzumachen, in irgendeiner Weise. Sie respektierten mich.
Nur der junge Wolf drang einfach so in sie ein und ich war nicht sicher, was ich davon halten sollte.
'Er musste wirklich verzweifelt sein, wenn er das tat', schärfte mir mein Gewissen und vor allem mein Herz ein, weswegen ich nachgab und nicht auf mein Alleinsein plädierte. Ich war gekommen, um ihm zu helfen, wenn es solche Zwischenfälle einschloss, wollte ich damit leben. Doch unbehaglich war mir dennoch, auch wenn ich mit meinem Körper im Reinen war, mich nicht zwangsläufig unattraktiv fand, so war ich noch nie einem wirklichen Mann auf diese Weise gegenübergestanden – als Mann und Frau, in der Kleidung, in der die Götter uns auf die Welt schickten.
Und in diesem Moment war ich froh, um meine langen, verräterischen Haare: sie boten meinem Körper Schutz und ein Versteck, sodass niemand etwas sehen konnte.
„Was kann ich für Euch tun?“, wollte ich von meinem König wissen und machte eine Handbewegung, dass die Wachen gehen konnten. Sie kamen etwas zögerlich dieser Aufforderung nach.
Eine gefühlte Ewigkeit sah er mir einfach nur in die Augen, bis seine Starre sich löste und er zu Boden blickte. „Es tut mir leid“, meinte er fahrig, sprach aber einfach weiter. „Alles. Vor allem das ich hier hereingeplatzt bin. Ich habe nicht nachgedacht. Vergebt mir!“, gestand er und drehte sich nun doch ruckartig um, damit ich aus dem Wasser steigen konnte.
Ich wrang meine Haare aus und sah mich flüchtig um. Ich hatte nichts, um mich abzutrocknen, weswegen ich kurzerhand in das bodenlange, rote Leinenkleid, dass für mich parat lag, schlüpfte und mich dann räusperte. Meine nassen Haare langen auf meinem Rücken und durchfeuchteten das Kleid schnell. Es fühlte sich klamm auf meiner Haut an.
Ich machte mir nicht die Mühe, Schuhe anzuziehen, der Boden war mit Teppichen ausgelegt, die sie wärmten.
„Ich frage nochmal: Was kann ich für Euch tun, mein König?“, wollte ich wissen und spürte sein Hadern. Er atmete laut und stoßweise, weswegen ich die Distanz zu ihm verringerte bis ich direkt hinter ihm stand. „Geht es Euch gut?“, fragte ich sanft und sah, wie sich seine Schultern hoben und senkten. Die Hände ballten sich zu Fäusten und lösten sich wieder.
Er hatte keinen Umhang an. Seine Schuhe waren auch dieses Mal nicht geschnürt. Er trug nur das Hemd und eine Hose. Wenn es in diesem Zelt nicht so warm gewesen wäre, hätte er sich den Tod geholt. Warum zum Teufel tat er das? Warum war er hier?
„Ich hätte hier nicht eindringen dürfen...“, wisperte er und ich nickte. „Das stimmt, aber nun seid Ihr hier...“, antwortete ich einlenkend und betrachtete ihn weiter. Er war gut einen Kopf größer als ich, mit breiten Schultern. Auch ohne seine Rüstung hatte er eine sehr männliche Figur. Er hatte über die Jahre alles Jünglingshafte verloren.
Ich konnte von der Seite seinen Kiefer malmen sehen.
Er war ähnlich rastlos, wie ich und plötzlich überkam mich das dringende Bedürfnis, ihn zu berühren, ihn zu beruhigen und ehe ich mich versah, lag eine Hand auf seinem Rücken. Er verspannte sich unter dieser Berührung, ehe seine Schultern etwas hinunter sackten, sich entspannten und ich daher annahm, dass diese Art von Zuwendung ihm gut tat.
„Was bedrückt Euch? Sprecht mit mir“, forderte ich fast zärtlich, den Blick fest auf ihn gerichtet, bis er sich endlich umdrehte.
Meine Hand glitt von ihm hinunter und hing schlaff an meiner Seite.
Sein Gesicht war voller Gram und Schuldgefühlen, weswegen mir das Herz ein weiteres Mal bis zu den Knien rutschte. Es wurde bei diesem Anblick bleischwer.
„Sie sind alle tot. Meinetwegen! Ihr habt mich gerettet, Lady Luana, und ich weiß nicht einmal warum, geschweige denn wer Ihr seid. Ihr habt für mich gekämpft und seit dabei verletzt worden.“ Diese Worte hallten einen Moment in mir nach, bis ich verstand: er meinte die Schnitte und Blessuren auf meinem Körper und ich schluckte.
„Ich musste mit Euch sprechen, allein. Das alles... Ich habe mich noch nie derartig hilflos gefühlt.“ Mit jedem Wort wurde er leiser, bis er einen Moment stumm blieb. „Ich habe versagt und alles verloren. Wie kann ich je wieder irgendjemandem unter die Augen treten? Meiner Mutter, meinen Geschwistern, sollten sie noch leben... Warum habt Ihr mich gerettet?“ Diese Frage versetzte mir einen Stich. Nie hatte ich ihn derart verletzt, mutlos und am Boden gesehen. Wenn mein Herz nicht bereits wegen ihm gebrochen war, wäre es nun klirrend in Tausend Teile zerfallen. Er musste wirklich am Ende seiner Substanz sein, wenn er sich so schutzlos zeigte, einer Fremden.
Als König musste er immer Stärke zeigen, anderenfalls wurde er nicht ernst genommen. Er durfte seine Gefühl niemandem außerhalb seiner Familie zeigen, sonst hätte man ihn für schwach gehalten – so war es in dieser Welt. Aber ich war kein Teil seiner Familie, nicht einmal eine entfernte Verwandte oder eine Freundin, zumindest nicht, wenn ich ehrlich war, für ihn war ich eine Unbekannte, und doch zeigte er sich mir gerade so. Er ließ die Maske fallen und glaubte mir, dass ich auf seiner Seite stand, auch wenn er offensichtlich nicht verstand warum. Vielleicht würde er mir trotzdem vertrauen können, irgendwann. Vielleicht könnte es ihm egal sein, wessen Enkelin ich war. Durfte ich mir dieses Zugeständnis machen? Vielleicht war er auch nur hier, weil sonst niemand da war, der ihm zuhörte. War ich eine Lückenbüßerin? Wenn ja, könnte ich damit leben?
Zu dem Zeitpunkt begriff ich noch nicht, dass er seinerseits schon Interesse an mir entwickelt hatte, weil ich ihm bereits vorher aufgefallen war, aber er des Krieges wegen nichts zu mir sagen konnte.

In diesem Moment verstand ich eine Sache: ich liebte diese Mann, mehr als alles auf der Welt, auch wenn ich ihm zuvor nur als stille Beobachterin gegenübergestanden, nur wenige Worte mit ihm gewechselt hatte. Ich hatte gelernt ihn zu lesen, wie ein Buch. Ihn zu schätzen, wie meinen Vater. Ihm zu folgen, nein, so jemanden brauchte er in diesen Zeiten nicht: ich musste ihm ebenbürtig sein. Er dachte, er hätte sterben müssen, das war falsch, falscher ging es gar nicht.
Auch musste ich mir eingestehen, dass ich ihn nur für einen Zweck gerettet hatte: damit er lebte! Das er in meinen Augen ein guter König gewesen wäre, war zweitrangig geworden und auch, dass ich den Starks ihre Rache an meiner Familie näher bringen wollte, war egal.
Ich wollte ihn und vielleicht war ich hier, um ihm zu zeigen, dass sein Leben trotz allem lebenswert war. Das er eine Zukunft hatte, die er selbst entscheiden konnte.
Mein Körper tat nun, was er wollte. Wie von selbst, wanderte meine Hand an seine Wange und ich schluckte schwer. „Ihr habt nicht versagt und das was ihr verloren habt, könnt Ihr Euch in Teilen wieder holen. Nicht die Leben, die genommen wurden, aber Ihr könnt sie rächen. Ihren Tod nicht nutzlos werden lassen. Sie haben ihr Leben für Euch gegeben, weil sie an Euch glaubten. So wie ich
es tue! Ihr seid immer noch ein Stark, ein Kämpfer, ein König. Euer Stolz und alles wird auf die Probe gestellt, zeigt Eure Stärke. Euer Vater ist tot, ja. Winterfell wurde eingenommen und zerstört, Ihr wurdet verraten und solltet tot sein. Aber ihr lebt!“, meinte ich vehement, mit festem Gesichtsausdruck und ließ meine Hand seine Wange hinab wandern, seinen Hals hinunter, bis zu seiner Brust, wo ich sein schnell schlagendes Herz unter meinen Fingerspitzen spürte. Es hämmerte und holperte ähnlich unbändig wie mein eigenes.
„Und ich kann Euch sagen, dass Bran und Rickon nicht tot sind, auch wenn ich nicht genau weiß, wo sie sind. Meine Informanten haben sie vor der schwarzen Festung verloren, vielleicht sind sie dort. Nicht Eure Brüder hat Theon verbrannt, sondern Bauernjungen. Er hat allen etwas vorgespielt, doch ich glaube, er büßt gerade dafür“, meinte ich wage. Ich wusste bereits, dass er in der Gewalt von Roose Boltons Sohn und dieser ein Monster war.
„Arya ist auch wohl auf, so weit man das sagen kann, auch wenn ich Euch ihren Standpunkt im Moment nicht sagen kann. Sie lebt, ist tapfer und stärker als Ihr glaubt, gleiches gilt für Sansa“, erklärte ich weiter und ließ ihn damit wissen, dass ich bereits so viel in Erfahrung gebracht habe, wie nur irgendwie möglich, um seine Sorgen zu schmälern. Um ihm zu zeigen, dass ich wirklich auf seiner Seite stand. Das er mir vertrauen konnte. Denn das war es, was ich mir wünschte.
Ich ließ die Hand sinken, während er mich genau musterte und keine Sekunde aus den Augen ließ. Sein Blick war wachsam, verwirrt und besorgt, was ich ihm nicht verübeln konnte.
„Ich habe Informanten überall auf der Welt, habt Ihr das vergessen?“, meinte ich auf seine stumme Frage hin, während sein Atem stoßweise ging, als wäre er einen Marathon gelaufen.
„Ihr habt Euren Bruder auf der schwarzen Festung und Eure Mutter hier. Und ich lege Euch mein Leben zu Füßen. Mein Heer wird für Euch kämpfen. Euch, den Starks, folgen. Doch, egal was Ihr tun wollt, es muss gut durchdacht sein. Denn auch hinter mir jagen Schatten her, die mit Freude meinen Fall sehen würden, sollten wir übereilt handeln. Daher muss unser nächster Schritt gut überlegt sein.“
„Unser?“, raunte er und ich nickte. „Sofern Ihr das wünscht, bleibe ich an Eurer Seite.“ Ich hatte mal wieder mein loses Mundwerk nicht unter Kontrolle. Denn eigentlich wollte ich doch so viel Distanz zwischen uns halten, wie möglich, damit wir nicht mit einem gebrochenen Herzen an saßen, sollten sich Widerwillen doch Gefühle entwickeln. Aber war das noch richtig?

Bevor er sich zurückhalten konnte, fiel er mir um den Hals. Ich wusste gar nicht, wie impulsiv dieser junge Mann sein konnte. Doch er wurde scheinbar von dieser Situation völlig übermannt, von den Geschehnissen der letzten Stunden und ich konnte es ihm nicht verübeln. Also ließ ich ihn gewähren und hörte ihn leise schluchzen, was mir die Kehle zuschnürte. Ich wollte nichts lieber, als ihm seine Trauer und seine Schmerzen nehmen.
„Ich will kein einziges Leben mehr aufs Spiel setzen. Ich bin das Kämpfen leid!“, wisperte er an meinem Ohr, ehe er keuchte und stöhnte und sich abstützen musste auf mir. Ich half ihm sich auf einen Stuhl zu setzen und sah wieder Schweißperlen auf seiner Stirn. „Ihr solltet Euch wirklich ausruhen, mein König. Die Wunden werden sonst nicht verheilen und alles schlimmer machen“, beschwor ich ihn, was irgendwie doppelzüngig und scheinheilig war, wie ich einen Moment später feststellen musste. Als ich mich zu ihm hinunter hocken wollte, zuckte ein glühend heißer Schmerz durch meine Rippe und im gleichen Moment spürte ich ein verräterisches Knacken.
Ich schrie auf und sah Sterne, weswegen die Männer vor der Tür hineinstürmten und den Dunkelhaarigen wütend fixierten. In dem Moment war ich froh, dass ich schon länger nichts mehr gegessen hatte, sonst hätte ich mich nun lautstark übergeben.
„Maester Kallem“, keuchte ich und bekam keine Luft mehr. Ich öffnete und schloss den Mund wie ein Fisch an Land. Panik stieg in mir auf, die mir die Sicht nahm, bis das Einzige, dass ich sah, Robbs Gesicht war. Ich dachte, ich würde sterben, weswegen ich die Tränen nicht zurückhielt.
Ehe ich mich versah, wurde ich hochgehoben.
Der Schmerz war so durchdringend, dass ich das Bewusstsein verlor.