China und das Kranspiel

von Yumestar
OneshotHumor, Freundschaft / P12
Amerika China England Frankreich Russland
22.06.2019
22.06.2019
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China und das Kranspiel


„Vergesst nicht, wir wollen heute den Feind ausspionieren!“, verkündete Amerika seiner Truppe lautstark.
Er und die anderen alliierten Länder besuchten heute eine deutsche Kirmes mit dem Ziel, etwas über den Feind herauszufinden.
Nur… Na ja, das Ziel hatten sie schon beim Betreten des bunten Licht- und Lärmparadieses vergessen.

„Schrei noch lauter und Deutschland wird gleich wissen, was wir vorhaben.“ England stöhnte nur und ließ seine Hände in die Jackentasche gleiten.
Dann schaute er sich um, aber die ganzen grellen Lichter und der ohrenbetäubende Lärm gefielen ihm nicht. Es erinnerte ihn an ein gewisses Land, zu welchem er nun blickte.
Amerika lief voraus und betrachtete den bunten Zauber, der sich in seinen strahlenden Augen reflektierte. Er liebte grelle Farben, laute Musik und alles, was mit Party zu tun hatte.
Er wird sowas von unsere Aufgabe hier vergessen. England konnte sich das ironische Schmunzeln nicht verkneifen, Aber ich nehme es ihm nicht übel. Ich will auch lieber Spaß haben als Deutschland auszuspionieren.

Dann schaute er kurz zu Frankreich, der mit abfälligen Blick die Kleidung der Deutschen musterte. Er verzog angewidert das Gesicht und beschwerte sich lautstark auf Französisch darüber, dass die Deutschen keinen Geschmack hatten.
„Du hast auch immer was zu meckern, oder, France?“ England lachte. Ein breites Grinsen zog sich über sein Gesicht.
„Du hast gar nichts zu grinsen, Angleterre!“, konterte Frankreich hochnäsig wie immer, „Du siehst nämlich genauso schäbig aus wie die Deutschen hier!“
„Na wenigstens bin ich angepasster als du.“ England betrachtete die Kleidung des Franzosen skeptisch, „Du siehst eher aus wie eine Warnleuchte. Wegen dir fliegen wir sicher noch auf!!“
„So wie du schreist, wirst du uns auffliegen lassen, Angleterre!“
Damit begannen sich Frankreich und England auf deutschen Boden zu streiten, während um sie herum das Schrillen von Karussell-Sirenen das Geschrei von Achterbahnfahrern übertönte. Die Menschen um sie herum hatten Spaß, waren gut gelaunt und fröhlich. Genauso war es Amerika.
Auch Russland lächelte unbeschwert vor sich hin und genoss den französisch-britischen Streit als wäre es die beste Komödienshow, die er jemals im Fernsehen gesehen hatte.
So gesehen waren sie alle glücklich…
Trotzdem sie auf einer wichtigen Mission war, dessen Bedeutung schon in der ersten Sekunde nichtig geworden war.
Nur einer blieb unzufrieden und traurig zurück.

„Dieser ganze Lärm, aru“, murmelte China und hielt sich die Ohren zu, „Und diese scheußlichen Farben.“
Egal, wohin er blickte, grünes, blaues oder gelbes Licht strahlte ihm wie eine viel zu helle Taschenlampe ins Auge. Da ihn dieses komische, seltsame Treiben verwirrte und irritierte, hielt er sich die Ärmel überzogenen Hände vors Gesicht und vermied es zu den leuchtenden Attraktionen aufzublicken.
Man merkte sofort, dass er sich auf solch einem westlichen Markt nicht wohl fühlte. All diese Farben, der Lärm… Er war zu alt um sich über so etwas Kindisches zu freuen. Es gab nicht einmal irgendeine Attraktion, die ihm gefallen hätte. Für alles fühlte er sich zu alt oder sie kamen ihm zu kindisch vor.

Am liebsten wäre er Zuhause geblieben und hätte seinen Panda gekuschelt. Erst wäre er auch gar nicht mitgekommen, doch Russland hatte ihn mit schaurig-schönen Worten doch noch vom Mitgehen überzeugt. Nun war er hier… Ohne seinen Panda, den er zuhause gelassen hatte. Er vermisste ihn ehrlich gesagt. Er dachte ständig an seinen Panda.
Er war sich sicher, dass er lieber Zuhause als hier auf der Kirmes bleiben wollte.

Die anderen Alliierten hatten langsam auch seine Einstellung dazu bemerkt, aber schwiegen. Stattdessen beschäftigten sie sich alle mit ihren eigenen Gedanken. Amerika war schon längst in dem Menschengetümmel verschwunden und sich in die Schlange für ein Kinderkarussell gestellt, welches er cool fand, weil man ein Flugzeug fliegen konnte.
England dachte noch immer über die ganze Situation nach und warf Frankreich, der weiter meckerte, bissige Kommentare zu. Beide verfielen immer wieder auf offener Straße in regelrechte Wortgefechte.
Jedoch wurde deren letztes Wortgefecht von einem ohrenbetäubend, quietschend hohen Schrei unterbrochen.
„China!?“ Die beiden Länder ließen voneinander ab und schauten zur ältesten Nation.

„Pandaaaa, aruuu!!“ China lief fröhlich – egal was die Anderen nun von ihm dachten- zu einem Greif-Arm-Automaten, hinter dessen Glasscheibe Panda-Plüschtiere in Reihenordnung saßen.
Mit ihren schwarzen Knopfaugen sahen sie China lieb an und er presste seine Nase gegen die Scheibe wie ein kleines Kind, das zum ersten Mal einen Panda im Zoo sah. Seine Mundwinkel zogen sich vor Begeisterung breit und er lachte fröhlich, als wäre ihm gerade das Beste passiert, was hätte sein können.

„Was ist los, China?“ Amerika kam von seiner Karussell-Fahrt zurück.
Er hatte die ältere Nation nur aufschreien gehört und sich gewundert, was nun passiert war. Als er am Ort des Geschehens ankam, lachte er laut auf: „Ah, willst du versuchen, das Plüschtier aus dem Automaten zu ziehen?“

„Ich will es, aruuu!“ China biss sich verlegen auf die Unterlippe. Einerseits wollte er nicht, dass die anderen Ländern ihn so kindisch sahen. Andererseits konnte er das ‚Awwww‘ nicht davon stoppen, über seine Lippen zu kommen. Der Panda war viel zu niedlich und er wollte ihn unbedingt in seinen Besitz wissen.
„Ach, China, du weißt schon, dass die Maschinen manipuliert sind, oder?“ England seufzte nur. Er misstraute den deutschen Maschinen, obwohl diese gut waren.
Bei der Maschine, die jedoch vor ihnen stand, handelte es sich wohl um eine Amerikanische, denn aus ihr tönte immer wieder: ‚Let’s play!‘
„Mir egal, ich will den Panda!“ China hatte sich einen Willen in den Kopf gesetzt und diesen wollte er nun durchziehen, koste es, was es wolle.
„Dann mal viel Glück.“ Amerika klopfte ihm nur aufmunternd auf die Schulter, „Wir schauen uns dann mal weiter um.“ Dann wendete er sich England zu: „Hey, ich hab voll die geile Achterbahn gesehen! Lass uns damit fahren!“

„Was!?“ England wich mit kreideblassen Gesicht zurück, „Niemals! Ich bleibe hier!“
„Hat da etwa jemand Angst~?“ ärgerte Frankreich ihn und lachte, „Mal ehrlich, das ist doch voll lahm!“
„Fährst du dann mit mir Frankreich?“, fragte Amerika lieb.
„Ehm…“ Der Franzose lachte verlegen, „Ich wollte mir eigentlich einen Crêpe holen gehen.“
„Nur damit ihr es wisst, ich habe keine Angst vor Achterbahnen“, sagte England schließlich und verzog beleidigt das Gesicht, „Ich hab nur gerade keine Lust damit zu fahren. Außerdem bleibe ich lieber bei China und schaue zu, wie er verliert.“
„Ach, so pessimistisch bist du, England?“, fragte Russland mit einem beängstigenden Lächeln. Dann sah er zu China, „Ich bin mir sicher, dass du es schaffst, China!“
„Glaubt mir, das werde ich!“ China streckte entschlossen die Faust gen Himmel.
„Good luck, China!“ Amerika winkte zum Abschied und ging Richtung Achterbahn.
Russland folgte ihm, während Frankreich in Richtung eines Crêpe-Standes verschwand.
Jetzt waren nur noch China und England übrig.

„China, ich bin mir sicher, dass du das nicht schaffst.“ England hatte die Arme vor der Brust verschränkt und musterte den Automaten skeptisch, „Die sind rigged. Der Greifer packt nur in ungefähr 15% aller Fälle mit voller Kraft zu und selbst dabei kann alles Mögliche schiefgehen!“
„Vielleicht bist du ja pessimistisch, England“, meinte China und grinste, „Aber ich habe ein gutes Gefühl dabei. Kennst du nicht den Chinesen, der 5.000 Plüschtiere aus einem Automaten gezogen hat?“
England schüttelte nur mit dem Kopf.
„Ha! Siehst du, mein Land ist das Beste, wenn es um solche Automatenspiele geht!“ Sein Grinsen wurde noch breiter, „Außerdem bin ich der Älteste und habe die meiste Erfahrung! Wäre doch gelacht, wenn ich das nicht schaffe!“
Mit diesen Worten wollte China eine Yuan-Münze in den Automaten stecken. Jedoch merkte er, dass diese in den kleinen metallischen Schlitz passte.
„Huh? Der nimmt mein Geld nicht an.“
England konnte sich das Lachen kaum verkneifen, „Dir ist schon klar, dass hier mit Euro bezahlt wird, oder?“
„Aru!?“ China sah ihn überrascht an, „Kannst du wechseln!?“
Für einen Moment schwieg England betreten. Er konnte China nicht wirklich sagen, dass er nur britische Pfunde dabei hatte.
„England?“
„Gehen wir einfach zu dem Typen, der da an den Automaten steht und wechseln dort“, sagte er nur und zog China hinter sich. In seinem Gesicht stand Frustration geschrieben. Warum gab es überhaupt den Euro, wenn britische Pfunde sowieso besser waren?

Nachdem die beiden Länder bei dem Mitarbeiter ihr Geld in Euro umgewechselt hatten, kehrten sie zurück zu dem Greifarm-Automaten mit den Panda-Plüschtieren. Sie zogen an andere Menschen vorbei, die ebenfalls ihr Glück an dem betrügerischen Automaten versuchten. Man hörte das Betteln von quengeligen Kindern und missmutige bis beharrlich erregte Stimmen von Jugendlichen, die das Spiel verfluchten. Ein Jugendlicher trat sogar aus Frust gegen den Automaten, bis der Mitarbeiter ihn vom Platz verwies und sogar damit drohte, die Polizei zu rufen.
Ich hoffe ja mal, China hat eine höhere Frusttoleranz, dachte sich England nur und schaute zu China, der sein erstes Spiel begann.

Das Klirren der Münze klang wie Musik in Chinas Ohren. Eine klassische Arcade-Musik ertönte und begleitete die 20 Sekunden, in denen man Zeit hatte, eine Aktion auszuführen. China steuerte den roten Joystick mit herausragendem Geschick; demselben Talent, was er auch benutzte, wenn er ein Videospiel auf seiner veralteten Heimkonsole benutzte.
England war teilweise erstaunt wie gut China sich anstellte. Gleichzeitig war er sich nicht sicher, ob Geschick an diesem Automaten ausreichen würde.
Glück, dachte England, Er braucht Glück, um zu gewinnen.
Die Zeit war abgelaufen. Der Greifer fuhr runter. Er packte das ausgewählte Plüschtier, doch es flüchtete aus dem Griff mit fluffiger Eleganz. Ohne etwas gewonnen zu haben, fuhr der Greifer zurück zur Startposition und der Automat rief ein fröhliches ‚Let’s try again.‘

„Ich sagte dir doch, das ist lächerlich.“ England war absolut nicht von dem Automaten überzeugt. Er wollte China abraten es noch einmal zu probieren, doch der Chinese warf schon die nächste Münze ein.
Ein Fehlgriff, schon wieder.
„China, das ist doch absur-“
„Dieses Mal schaffe ich es, aru!“ Mit leidenschaftlicher Entschlossenheit warf er noch eine Münze ein und der Automat verschluckte diese.
Dieses Mal ergriff der Greifer das Plüschtier, doch als er zurückfuhr, fiel es wieder zum Automatenboden. Das Ausgabefach blieb wieder einmal leer.
„Aru, ich hatte es fast!“ jammerte China und knabberte nervös seinen Ärmel an.
„Das ist der Trick dahinter“, murmelte England, „Erst lassen sie dich denken, du hast es und dann zerstören sie deine Hoffnungen.“ Er sprach lauter, „China, lass uns doch woanders hingeh-“
„Nein! Ich will diesen Panda! Ich bin so kurz davor zu gewinnen!“ China klang halb verzweifelt, halb entschlossen. Er wischte sich eine Träne aus den Augen und warf noch eine Münze ein.
„China, das bringt doch ni-“
„Sei still! Ich brauche Konzentration!“
England war leise, doch das änderte nichts daran, dass das Plüschtier aus dem Greifer fiel.

„Argh! Das ist sooo gemein!“ China wirkte aufgelöst, „Ich möchte doch so unbedingt diesen Panda, aru.“
„Daran kann man aber nichts ändern“, meinte England ruhig, „Oder willst du etwa in den Automaten klettern und es hol- Warte, warum schaust du mich so an!?“
Er ahnte Schlimmes, als China ihn angrinste.
„Steig in den Automaten, England!“, befahl China streng.
„Was!? Das war ein Witz! Das war englischer Sarkasmus!“, verteidigte sich England schnell, „Ich hab das nicht so gemeint! Außerdem passe ich da doch gar nicht rein.“
„Wenn wir ein bisschen schieben und drücken, klappt es bestimmt!“ China ließ es möglich klingen.
England stöhnte nur.
„Qu’est-ce que?“ Frankreich kam auf sie zu. In der Hand hielt er einen heißen Crêpe, „Was ist los? Hattest du schon Erfolg, China?“
„Neeeiinnn.“ China jammerte und sah niedergeschlagen zu den Franzosen. Dann lächelte er leicht, „Wollen wir England in den Automaten stecken und den Panda holen?“
„Was für eine ausgezeichnete Idee!“ Frankreich war sofort dabei.
„What!? Ihr seid doch verrückt!“ England schreckte zurück. „Niemals! Ich hab keinen Bock mehr auf euch! Ich gehe!“
Mit diesen Worten suchte er schnell das Weite, bevor die beiden Idioten den Plan wirklich noch durchzogen.
China sah nur Frankreich an.
„Pardon, aber ich bin eindeutig zu groß dafür.“

Minuten um Minuten vergingen und eine Münze nach der Anderen fiel durch den kleinen Schlitz. China versuchte weiter an den Panda zu kommen, doch das Glück schien heute nicht auf seiner Seite zu sein. Auch wenn er immer wieder nah dran war, das Plüschtier ins Ziel zu bringen, entwich es ihm doch immer in der letzten Sekunde. Er war frustriert und knabberte angeregt auf seinen Fingernagel. Er gönnte sich eine kurze Pause, schaute zu den anderen Spielern. Ein kleines Mädchen weinte, weil es das Plüschtier nicht bekommen hatte. Dann kam ihr Opa und nach zwei, drei Münzen war das Plüschtier gewonnen.
In Chinas Augen formten sich Tränen, „Warum bin ich nicht genauso gut, aru?“
Er blickte auf die Pandas zurück, die ihn fröhlich liebäugten. Warum war er nur so ungeschickt, dass er es nicht schaffte, einen Panda herauszuziehen.
„Ihr müsst es sicher schrecklich darin haben“, sagte China ihnen, doch die Plüschtiere antworteten nicht, „Ihr wärt sicher glücklicher, wenn ihr frei wärt.“
„Huh, redest du schon mit den Pandas?“, wunderte sich Frankreich, der seinen Crêpe fertig gegessen hatte.
China nickte. „Sie tun mir so leid.“
„Lass mich mal versuchen.“ Der Franzose drängte sich nach vorne und steckte einen Münze in den Automaten. Dann versuchte auch er sein Glück, doch sein Griff ging komplett ins Leere.
„Wenn nicht einmal du es schaffst…“ China senkte den Kopf und starrte traurig auf den Asphalt, „Vielleicht hat England Recht und ich werde nie gewinnen.“
„Hey, hey.“ Frankreich hob sanft Chinas Kinn an und lächelte ihn aufmunternd an, „Mach nicht den Fehler und hör auf Englands Worte. Der Idiot redet doch nur Mist. Ich bin mir sicher, dass du bald Erfolg haben wirst.“
„Nun bestärk ihn doch nicht noch!!“ Mit einem Mal stand ein vor Wut kochendes England hinter ihm.
„Oh, Angleterre, hab dich ja gar nicht bemerkt.“

England seufzte nur. „Diese blöden Deutschen lassen mich nicht an den Schießstand.“
Frankreich lachte gehässig auf, „Warum wohl? Die fürchten wohl, dass du ihnen den Hintern abknallst.“
China versuchte über den Witz zu lachen, doch seine Mundwinkel schafften es nicht nach oben.
„Hast du es immer noch nicht geschafft, China?“, wunderte sich England und sah den Automaten böse an, „Diese Dinger sind wirklich reine Abzocke. Ich würde zusehen, dass die verklagt werden.“
„Vielleicht bin ich nicht gut genug“, murmelte der Chinese vor sich hin und trocknete sich die Tränen.
„Ah, China, lass dir sowas doch nicht einreden!“ Frankreich klopfte ihm liebevoll auf die Schulter, „Außerdem bist du doch in anderen Sachen gut, nicht wahr?“
„Nein.“ China senkte nur den Kopf und wirkte todbetrübt.
England und Frankreich waren da, um ihn zu trösten… Auch wenn es eher damit endete, dass sich beide Nationen bekriegten und China außer Acht gelassen wurde.

„China?“ Die russische Stimme ließ den Angesprochenen aufschauen.
„Ja?“ China schaute mit verweinten Augen auf und sah die große Nation an.
„Warum weinst du, da?“ Russland schenkte ihm einen sympathischen Blick. Dann schaute er zu dem Automaten, „Hast du es etwa nicht geschafft, den Panda zu bekommen?“
Der Chinese schüttelte nur traurig mit dem Kopf und verneinte damit die Aussage.
„Soll ich ihn dir holen?“
China nickte nur traurig.

Mit einem Mal hörten Frankreich und England auf zu streiten.
„Russia, was hast du vor!?“ England wirkte erschrocken und beunruhigt. In seinem Kopf geisterten die schrecklichsten Vorstellungen rum.
„Du hast doch nicht etwa vor…“ Frankreich erging es genauso. Auch er erschauderte bei diesen grausamen Vorstellungen.
Eher sie jedoch eine Antwort bekamen, sahen sie wie Russland zu dem Mitarbeiter ging und mit diesem sprach.

„Mein Freund hat verzweifelt versucht, einen Panda aus dem Automaten zu greifen. Könnten Sie ihm bitte einen geben? Er wünscht ihn sich so sehr.“ Russland fragte freundlich und nett wie ein kleines Kind, das darum bat, seinen Drachen aus den Baum gezogen zu bekommen.
Der Mitarbeiter erschauderte und nickte augenblicklich. Obwohl Russland so kindlich-unschuldig war, bereitete ihm die beängstigende Aura um die große Nation Angst.
Schnell holte er einen der Plüsch-Pandas aus dem Automaten und reichte ihn Russland.
Wie war er froh, als der große Unbekannte wieder zu seinen Freunden ging.

„Hier, China.“ Russland drückte seinem Freund den Panda in die Hände.
„Aru?“ Für einen Moment war China verwundert. Im nächsten Augenblick konnte er seine Freude nicht kontrollieren und fiel Russland um den Hals. „Xié Xié!“
Er gab ihm dankbar einen Kuss auf die Wange, welcher Russland erröten ließ.
Dann löste sich China wieder aus der Umarmung und betrachtete freudestrahlend seinen Panda. „Aiyaaah! Endlich habe ich einen Panda!!“
Er freute sich wie ein kleines Kind und umarmte das Stofftier fröhlich. Sein Lächeln machte auch die anderen Alliierten glücklich.

„Huh? Hat China endlich gewonnen?“, wunderte sich Amerika, als er zu seinen Freunden ging. Im Arm hielt er lauter Gewinne, die er bei diversen Attraktionen gewonnen hatte. Hauptsächlich bei der Losbude und dem Entchen Angeln.
„Russland hat mir den Panda besorgt!“ China lächelte überglücklich und knuddelte den Panda.
„Verstehe.“ Amerika lächelte ebenfalls und drückte dem Chinesen einen kleineren Panda in der Hand, „Den habe ich gewonnen, aber ich brauche ihn nicht. Also kannst du ihn meinetwegen haben.“
„Aruuu!!“ China freute sich noch mehr und nahm den anderen Panda ebenfalls in den Arm. Nun hatte er in jedem Arm ein Panda-Plüsch, „Danke, ihr alle!“
Er lachte glücklich, sodass man sein fröhliches Gelächter bis in den Himmel hören konnte. Wer hätte gedacht, dass der Tag auf der Kirmes für ihn so glücklich enden würde?

Epilog

„Hey, wusstet ihr, dass der Panda Made in China ist?“, rief China glücklich, als sie alle auf dem Nachhauseweg waren.
„Alles also nur Billigware“, murmelte England, aber traute sich nicht lauter zu sprechen.
Für jenen Tag wollte er China seine Freude lassen und diese nicht durch Sarkasmus zunichte machen. Er selbst war ebenfalls glücklich, denn Amerika hatte auch ihm ein Geschenk gegeben. Ein kleines Känguru mit einer England-Flagge.

Nun, das war es mit dem (kleinen) Oneshot. Es ist so gesehen das erste Mal, dass ich etwas total Fröhliches ohne Sickfic geschrieben habe. Das Gefühl, so etwas abschließen zu können, ist unglaublich schön.
Inspiriert wurde ich durch meinen Besuch auf einer deutschen Kirmes, wo ich bei einem Greif-Arm Automaten Pandas gesehen hatte. Dann hatte ich für den Rest des Tages die Vorstellung, dass China davor stände und versucht, eines zu bekommen. Das Ende kam genauso überraschend für euch wie für mich XD

Ich hoffe, euch hat der kleine OneShot gefallen. Wenn euch gefällt, was ich schreibe, könnt ihr ja bei meiner FF „Die Zeit, die wir zusammen verbringen…“ vorbeischauen. Das ist meine größere Hetalia-FF.

Bis zum nächsten Oneshot!
Yumestar
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