be prepared for Hell (Tour 2)

von JaneS
GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P18
Chris Fehn Corey Taylor Craig Jones OC (Own Character) Shawn "Clown" Crahan Sid Wilson
21.06.2019
23.08.2019
86
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Grausige Nachrichten aus der Vergangenheit


Nachdem die Kinder gegessen und ins Bett gekrabbelt waren, hatte Chris den beiden leise eine Geschichte über den Winter erzählt, damit sie beruhigt einschlafen konnten. Askjas Schneekugel rieselte stumm und sanft den Raum erhellend vor sich hin, Jax kuschelte sich an seine Schweter und hörte bis zum Mittelteil der Geschichte zu, ehe er eingeschlafen war. Askja war ein wenig länger wach, hielt ihren Hasen in der Hand und seine Finger in der anderen, ganz konzentriert auf die Geschichte, die Chris ihr leise erzählte. "... und so kam es, dass der ganze Wald unter einer weißen Decke aus wunderschönem Schnee schlief. Alles war wunderschön weiß und still, selbst der Boden zwischen den Bäumen glitzerte um Schummerlicht wunderschön vor sich hin. Noch nie hatte die Prinzessin so eine Magie gesehen, noch nie war ihr aufgefallen, wie wunderschön der Winter sein konnte. Und als sie...", murmelte er, wurde von Askja aber unterbrochen. "Daddy?", fragte sie rein, Chris stoppte im Satz und sah Askja aufmerksam an. "Ja, mein Engel?", fragte er leise, streichelte ihre Hand und sah, wie das Kind sich die Augen vor Müdigkeit rieb. "Ich hab dich sehr lieb, Daddy.", nuschelte die Maus und schloss die Augen, weil Chris ihre Hand losließ und ihr stattdessen über die Haare streichelte. "Ich liebe dich auch, Prinzessin. Und ich bin sehr froh, dich zu haben. Schlaf schön, ich lass dir die Schneekugel an. Shh, schlaf.", flüsterte er leise, gab Askja und dann Jax einen Kuss auf die Stirn und kuschelte das Kind besser in die Decke, gab ihr wieder die Hand und wartete, bis beide Kinder tief und fest schliefen. Das Nachtlicht brannte schon, die Lichterkugel ging jeden Moment von alleine aus und in dem Schummerlicht nutzte er die Gelegenheit, sich seine Kinder nochmal genauer anzusehen. Wie bildschön die beiden waren, wie sie beieinander lagen und aneinandergekuschelt schliefen, dieses Bild prägte Chris sich genauestens ein. In wenigen Wochen würde Jax nach Michigan zurückkehren und Askja musste alleine in Beverly Hills leben, die Kinder zu trennen erschien ihm nach den letzten Monaten sowas von falsch, aber es ging nicht anders. Missy würde Jax niemals hergeben und Katie war schwanger, auch für sie kam irgendwann eine Grenze. Jaxon war erst zwei und ein Wirbelwind durch und durch, mit einem Neugeborenen wäre Kate dann mit drei Kindern überfordert. "Ich liebe euch beide so abgöttisch. Bis morgenfrüh.", hauchte er leise, ließ Askjas Hand los und schlich sich aus dem Zimmer, um die Tür leise zu schließen und die Treppe hinab zu huschen, untem im Garten stieg schließlich eine Fete und Kate saß allein in der Meute, er musste seiner Frau doch Gesellschaft leisten. Doch durch den Wintergarten in den Garten kommend bemerkte er die Ruhe und sah deshalb auf, einzig Kate trug ein strahlendes Lächeln im Gesicht und hatte das Babyfon mittig auf den Tisch gestellt. "Wie geht es weiter mit der Prinzessin? Seit wann kannst du so gut Geschichten erzählen und warum zum Teufel hast du uns im Tourbus früher nie solche Geschichten erzählt?", fragte Brenna todernst, Sid gluckste und Craig winkte ab. "Ihr habt zugehört? Na, hör mal, wenn ich Joey und Paul irgendwas von Prinzessinen in einem verzauberten Winterwald erzählt hätte, die beiden hätten mich umgehend zu einem Arzt geschickt.", antwortete er und lief zum Tisch, ließ sich von Mick ein Bier reichen und pflanzte sich zwischen Brenna und Kate, denn er wollte seiner Verlobten heute ganz nah sein. "Cheers, Chris. Auf die Prinzessin und das sie die Nacht durchschläft.", meinte Craig leise und brachte Mary und Sid damit endgültig zum lachen, nur Brenna tippte auf den Tisch. "Das Ende der Geschichte, du Nase. Ich will wissen, wie es weitergeht! Diese Geschichte kann ich Tober und Fifi erzählen!", forderte Brenna nun mit trommelnden Fingern auf der Tischplatte und sah ihn ernst an. "Ich hätte ja gesagt, du kommst morgen Abend vorbei und hörst dir den Schluss an, Mäusespeck, aber komm, für dich. Die Prinzessin findet in dem verzauberten Winterwald den Eiskristall, mit dem sie die schreckliche Hitze besiegt und den bösen Feuersturm einschließen kann. So bleibt der Wald friedlich und verzaubert für alle Zeit und die Tiere können im Schnee herumtollen, der von der Winterfee geschickt wurde. So, soll ich dir nun auch noch erklären, wie Zuckerwatte hergestellt wird?", fragte er und lachte, weil Brenna sich an die Stirn tippte und gluckste. "Du hast mir gefehlt, du Scherzkeks.", meinte sie und knuffte seinen Oberarm. "Ja, wenn ich daran denke, wie er vor einem halben Jahr in Des Moines vor uns stand und aussah wie der Tod auf Urlaub... wie er immer versucht hat, sein Privatleben auch möglichst privat zu halten und uns weiß zu machen, er wäre ja ach so glücklich in seiner Ehe, tz. Was hab ich damals auf dem Dach dieses Gebäudes zu dir in aller Ehrlichkeit gesagt? Deine Ehe ist eine Farce! Und jetzt seh sich einer diese wunderhübsche Frau mit ihrem wunderschönen Babybauch an. Er hat uns allen gefehlt, Brenna.", meine Craig wieder todernst und tja, ja, das waren dunkle Zeiten damals gewesen. "Wir haben auch gehört, wie du Askja gesagt hast, dass du sie liebst. Nach all den Streitigkeiten und dem schlimmen Ende der All Hope is Gone-Tour hätte ich nicht gedacht, euch beide wieder zusammen und so glücklich zu sehen. Ernsthaft, ich dachte, wir würden Kate nie wieder zu Gesicht bekommen. Chris, wenn es nach mir gehen würde, würde ich dir die Freigabe für die Trennung geben, aber du weißt, das diese Regeln von oben herab abgesegnet werden.", sagte Corey ruhig und hob sein Colaglas, um mit Sid leise anzustoßen. "Ich weiß, aber das ist nicht schlimm. Wir schaffen das auch so irgendwie, es kann nur noch bergauf gehen.", antwortete Chris und ließ zu, dass Kate sich an ihn heranschmiegte und ganz nah war. "Er ist ein guter Mann und ein guter Vater. Wenn er euch gefehlt hat, obwohl er da war, was soll ich denn da erst sagen?", meinte sie leise und seufzte an seiner Seite, das war die bittere Wahrheit. Diese lange Trennung hatte ihnen zwar keinen Schaden zugefügt, aber es war Zeit, die ihnen gestohlen worden war. "Scheiß drauf, Jungs. Der Wetteinsatz sollte an Kate gehen. Wie hoch war der letzte Stand?", fragte Mick, der seine Brieftasche hervorkramte und plötzlich packten alle ihre Gedbörsen aus, Kate hob den Kopf und sah verwirrt aus. "Die Jungs haben Wetten abgeschlossen, wann ich mich von Melissa trennen werde. Ich hab das vor Weihnachten spitz gekriegt, stell dir vor. Damals wart ihr bei 975 Dollar oder sowas in dem Dreh.", erklärte Chris und sah zu, wie alle ihr Geld auf einen Haufen legten und wie es immer mehr wurde. "Eigentlich hat Sid ja gewonnen. Wieviel ist es denn nun?", meinte Craig ruhig, Mary nahm den Stapel und zählte durch. "Warte, von mir fehlt doch noch mein Einsatz.", warf Stacy ewin und gab gleich zweihundert Dollar, Chris blinzelte und sah zu Brenna, die ebenfalls Geld auf den Tisch legte. "Ja was denn? Ich hab doch Ohren am Kopf und Spaß an so einem Blödsinn.", rechtfertigte Pauls Witwe sich und verkniff sich ein Lachen, Mary raffte alles zusammen und fing an, es zu sortieren und zu zählen. "Sid, es sind 1642 Dollar. Du hast die Wette gewonnen, es ist dein Geld.", meinte Craigs Frau, aber Sid winkte ab. "Ich hab garnichts gewonnen. Nimm die Scheinchen, hier. Kauf der Maus unter deinem Herzen ein hübsches Bettchen, einen Schrank, eine Spieluhr, was auch immer du brauchst. Oder spare es,  was soll ich denn damit? Chris hat sich selbst aus dem Scheiß gezogen und fing von selbst an, darüber zu reden. Ich hab damit nichts am Hut.", konterte der DJ, der das Geld entgegennahm und es Kate sanft in die Hand legte, ihr zuzwinkerte und dann die Hand quer über den Tisch zu ihrem Bauch bewegte. "Das kann ich nicht annehmen... eine Wette, wann du dich trennst? Himmel, wie schlimm. Reicht es nicht, dass sie ihn so verdreht hat? Er hatte Angst vor Nähe, ich meine, ihr könnt euch ja nicht einmal ansatzweise vorstellen, was... ach Jungs.", seufzte Kate und biss sich auf die Unterlippe, weil Craig sich räusperte. "Doch, Liebes, wir können es uns vorstellen, was sie für Spielchen gedreht hat. Er ist ein halbes Leben lang unser Bruder und wir mussten tatenlos zusehen, wie sie ihn verdrehte. Wir können es uns vorstellen. Was glaubst du, warum wir ihn zu dir geschickt und ihm über eine Woche Freizeit im Januar rausgeschlagen haben?", pfiff der Sampler rein und darüber nickten alle am Tisch, Chris schmunzelte und sah zu Kate, die Craig ansah und ganz traurig wirkte. "Nimm das Geld. Leg es zu dem, was ich dir gegeben hab für Askja und was monatlich hinzukommt. Spare in der Zeit, dann hast du in der Not, das hat meine Mutter immer gesagt, als wir noch klein waren.", brummte Chris, Kate sah zu ihm auf und setzte ein Lächeln auf, welches ihm aber sagte, dass das Thema sie traurig stimmte.

Zum Glück verfielen die Jungs aber bald schon dem Thema Umzug, wie man am besten Kates Sachen hierher schaffen konnte und wie Chris sein bisschen von Michigan auf zwei Bundestaaten aufteilte, da hörte er aber kaum hin, denn das bisschen, was ihm in Michigan gehörte konnte er zwischen die beiden Kindersitze im Lexus da draußen packen. Alles andere hatte er im Laufe der Jahre aufgegeben und verschenkt, bis auf seine Drums und die blieben in Michigan, einfach schon aus dem Fakt, weil er damit Melissa nerven konnte. Doch Chris dachte im Moment auch nicht an die Drums, sondern an Carrie. Früher hatte seine Mutter ihnen immer eingeschwatzt, dass sie ihr Taschengeld sparen sollten, um sich irgendwann was Großes kaufen zu können. Chris hatte das auch getan, nur Carrie hatte jeden Cent sofort für Süßkram rausgehauen und immer drauf gepfiffen, was ihre Mutter zu sagen hatte. Carrie hatte den Winter immer sehr geliebt und wenn sie wüsste, dass er eine Tochter mit Kate hatte, deren Name zu allem Überfluss auch noch Schneeflocke bedeutete, oh Carrie hätte sich einen Ast gefreut für ihn. Mit Trauer erinnerte er sich an den Spaziergang, den er in Livonia mitten in der Nacht bei Minusgraden getätigt hatte, um Missy aus dem Weg zu gehen. Den ganzen Tag über hatte es dort herrlich geschneit und Chris hatte sich so sehr nach Kate gesehnt, jetzt saß sie neben ihm und unterhielt sich mit Mary über die Kinderbetreuung während des Umzugs. Nun war sie ihm ganz nah, sein persönlicher Winter und sie trug die Zukunft in sich. All seine Wünsche waren in Erfüllung gegangen, die er sich in jener Nacht ausgemalt hatte. Hatte Carrie dafür gesorgt, dass er seine Schneeflocke wieder gefunden hatte? Aber nein, Chris hatte doch auch an Pauls Grab den Wunsch geäußert, sie endlich wieder in die Arme schließen zu dürfen, nicht wahr? "Du siehst schrecklich traurig aus. Was ist los?", fragte Brenna ihn von der anderen Seite, weshalb Chris den Blick hob und wieder lächelte. "Ich hab an meine Schwester gedacht, das ist alles. Mir geht es gut, mach dir keinen Kopf.", antwortete er und zwinkerte Brenna zu, doch sie sah skeptisch aus und griff nach seinem Bier, um davon zu trinken. "Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie es ist, wenn man zu dritt in einer Beziehung sitzt und von dem einen nicht loskommt, Chris. Ich kann Paul nicht loslassen und Joe bekommt das ab. Du willst, aber kannst Melissa nicht loslassen. Das belastet dich.", meinte sie leise und lehnte sich an ihn, worüber Chris nur seufzte. "Wie dreht man die Zeit zurück, weißt du das?", fragte er, Brenna grunzte belustigt und hob die Hand, an der ihr Ehering von Paul glitzerte. "Sehe ich so aus, als wüsste ich, wie das geht? Wenn ich diese Formel entdecke wirst du der Erste sein, dem ich sie für einen lächerlich hohen Preis verkaufe.", konterte sie frech und lachte, weil Chris den Kopf schüttellte und den Arm um sie legte. Brenna trug das Herz auf der spitzen Zunge, das musste man ihr lassen. "Ich kümmere mich um Kate und die Kinder, ich verspreche es dir. Wenn ihr auf Tour seid, dann ist sie nicht allein.", sagte Brenna nun noch leiser, nickte und gab ihm das Bier zurück, ehe sie ihm einen Kuss auf die Backe drückte und den Lippenstift daran abwischte. "... Porterville.", fiel am Tisch und das lenkte Chris kurz ab, deshalb drehte er den Kopf und sah zu Craig, um was ging es da? "Ja klar ist das kein Ding. Ich meine, du fährst ein gutes Stück weit, wenn ich mir die Route so ansehe, aber das ist ja kein allzu großer Kraftakt. Morgens hin, einpacken was geht und in den Lastwagen. Nachts dort pennen, dürfte ja auch kein Thema sein und am nächsten Morgen hierher. An einem Tag reißen wir den Scheiß definitiv nicht. Auch nicht mit so vielen helfenden Händen. Mary passt auf die Kinder auf, alle anderen könnten mit anpacken.", sagte Sid leise, Stacy aber hob die Hand. "Dort schlafen? Wo willst du dort denn schlafen, auf dem Boden?", fragte Micks Frau, woraufhin Sid nickte. "Leute, alles gut und schön, aber, nun, wie soll ich das sagen? Das Haus ist nicht sonderlich luxuriös und vieles dort ist Schrott, second hand und so. Ich solltet das wissen, nicht das ihr euch wundert, wenn ihr das Haus betretet. Und im Grunde bietet das Haus auch nur drei Erwachsenen und einem Kind Schlafplätze, es gibt keinen Garten und ich weiß nicht, irgendwie fühle ich mich unwohl, euch dieses Leben zu zeigen.", warf Kate in die Runde und das war der Punkt, an dem Chris sich einmischte. "Nun hör aber mal! Als ob wir alle mit dem goldenen Löffel im Mund geboren worden wären, Schätzchen. Alle hier am Tisch kennen unsere Geschichte und wissen, wie arm es dich gemacht hat, also schäm dich nicht für ein altes, bequemes Sofa und eine kleine, süße Küche, in die nur zwei Stühle passen. Sid ist mit 17 in die Staaten gekommen und hatte nichts als die Jeans an seinem knochigen Arsch und Corey war jahrelang obdachlos, hatte weniger als nichts. Wir wissen alle, wie es sich anfühlt, Hunger zu haben und auch auf den Boden zu schlafen, aber die Zeiten sind vorbei. Wir holen deine Sachen und die Schätze aus dem Zimmer unserer Prinzessin und dann machen wir es uns hübsch, das hab ich dir doch versprochen. Und den Jungs kannst du das Fotoalbum zeigen aus der ersten Schwangerschaft.", sagte er an Kate gerichtet, Gebrummel ging um den Tisch und wurde von Mary unterbrochen, die aufstand und Kate bat, es ihr gleich zu tun. "Apropos Schwangerschaft, steh mal auf und zeig dich, Katie. Wir haben dich alle längere Zeit nicht gesehen, zeig uns deinen Bauch.", bat Craigs Frau, Kate stand auf und strich sich mit beiden Händen das Kleid eng um den Bauch herum glatt, sodass das Kügelchen sich herrlich abzeichnete. "Schatz, ich weiß, dass ihr alle nicht immer so ein Leben wie jetzt geführt habt, trotzdem ist es seltsam, dieses lange gehütete geheime Leben so offen darzulegen. Es war schon aufregend wie sonst nichts im Dorf, als ich am Fenster stand und darauf wartete, ob ein Chevrolet die Straße runterkommen würde.", meinte sie und sah zu Chris hinab, der den Kopf schüttelte. "Er wäre zu deinem Schutz niemals mit seinem Privatauto gekommen, Kate. Ich denke, ich weiß auch, das Chris deine Angst vor diesem Schritt versteht, aber du hast dieses Leben für ihn zugänglich gemacht und es hinter dir gelassen. Joanne Parker lebt nicht mehr in der El Granito Street, okay?", sagte Sid nun ernst und das sorgte für Erstaunen bei Kate, sie hatte niemandem ihren Decknamen verraten, niemandem außer Chris. "Du weißt, wie ich offiziell heiße und wo das Haus ist? Was weißt du noch?", fragte sie deshalb nach, ließ sich von Brenna den Bauch streicheln und reagierte garnicht darauf. "Einiges. Ich kenne die Bilder aus deiner Akte, kenne die Nahaufnahmen deiner Verletzungen. Da Josephine sich zurückgezogen hat und nicht mehr als Vermittlerin dient, sozusagen im Mutterschutz ist, wurde mir die Akte in die Hand gedrückt. Tray hat sie mir gezeigt, um dafür zu sorgen, das es dir hier an nichts fehlt und weil jemand wissen muss, was... hach, ich hab sie durchgeblättert, aber nicht gelesen. Seid mir nicht böse, diese Scheiße von vor fünf Jahren nimmt mich immer noch ganz schön mit und ich will dich nicht mehr so leiden sehen müssen. Ich hab ja nicht umsonst an Berry herumgequatscht, damit ihr euch das Haus ansehen könnt.", seufzte Sid, stand auf und ging ein paar Schritte weit weg, um sich eine Kippe anzünden zu können, Kate hingegen setzte sich wieder und blinzelte verwirrt. "Soll das heißen, dass ich tatsächlich so richtig frei bin? Also, auf allen Wegen?", hakte sie nach und sah in wohlwollende Gesichter. "Wie war das, Katelyn Marie Dunn ist tot? Naah, kleiner Troublemaker, ich glaub, ich hab sie wieder aufgeweckt. Gib mir einen Kuss, dann rede ich mal mit Sid in Ruhe.", forderte Chris mit einem Grinsen, ließ sich einen Kuss geben und stand auf, um sich zu Sid an den Pool zu gesellen, noch war der Abend ja jung.

Es wurde gelacht am Tisch, Musik lief, es duftete nach Essen und allgemein betrachtet war die Stimmung ausgelassen, einzig Sid zog ein Gesicht wie Regenwetter und stand recht weit abseits. "Was ist los?", fragte Chris deshalb ruhig, er stand schon seit fünf Minuten hier herum und sah dem DJ beim Rauchen zu. "Hm. Ich krieg sie nicht aus meinem Kopf, Chris. Wie sie in diesem Bett zu sich kam und weinte vor Schmerzen, als sie versuchte, sich aufzusetzen. Wie sie weinte, als sie hörte, was los war. Ich höre das noch immer, dieses Weinen. Ihre Tränen heute Mittag, das hat mich erschrocken, keine Ahnung.", brummte er DJ und zog an seiner bereits fast aufgerauchten Lucky Strike, Chris hingegen steckte sich mal seine Marlboro an und sah in das Wasser des hellblau beleuchteten Pools. "Es geht ihr aber doch gut, Sid. Wir haben schlimme Dinge gesehen und erlebt, aber das liegt hinter uns. Dank dir werde ich ihr ein sicheres Heim aufbauen können und sie wird nie wieder so leben müssen.", konterte Chris, worüber Sid nur grunzte. "Sie schämt sich nicht wegen ihrer kleinen Küche oder dem Sofa. Sie schämt sich, weil ihr das zugestoßen ist. Sie schämt sich für das Verbrechen, das man ihr angetan hat. Ich will dieses Haus sehen und je nachdem, wie es mir dann geht knall ich Shawn meine Platten um die Ohren. Josephine hat ihr Baby auf die Welt gebracht, sie ist am Boden. Ich wollte es vor Kate nicht sagen, aber diese Nachricht macht mich ganz fertig.", murmelte der DJ und jetzt verstand Chris, wo der Hase lang lief. "Was? Wie weit war sie, doch im Leben noch nicht...", setzte er an, Sids Blick ließ ihn aber verstummen. "Kate ist jetzt in der 21.ten Woche, nicht wahr? Jojo war in der 26.ten, also im siebten Monat. Und es ist meine Schuld, dass das passiert ist. Ich hab ihr den Alkohol bezahlt und den Joint gegeben, ich hätte auf sie aufpassen müssen.", erklärte der DJ und bückte sich, um die Glut der Kippe mit dem Poolwasser abzulöschen. "Fuck. Moment, willst du mir sagen, dass das Baby es nicht geschafft hat?", fragte Chris und legte sich die Hand vor den Mund, weil Sid wieder aufstand und den Kopf schüttelte, mit Tränen in den Augen. "Sie will mich und Brenna nie wieder in ihrem Leben sehen. Sie will mit uns allen nichts mehr zu tun haben und das ist allein meine Schuld. Hätte ich mich gegen Shawn gewehrt, viel früher und mit mehr Vehemenz, dann wäre diese Verkettung von Unglücken vielleicht niemals losgetreten worden. Ich hab mein Mädchen nicht beschützt, verstehst du? Deshalb hab ich darum gebeten, Katies Akte einsehen zu dürfen. Wenn ich Jojo nicht schützen konnte, will ich es wenigstens bei ihr und diesem Kind richtig machen. Ich hab Angst um sie.", gab Sid zu verstehen und friemelte sich mit zittrigen Fingern noch eine Kippe aus seinem Päckchen, Chris hingegen setzte sich erschlagen auf die steinerne Bank und ließ den DJ nicht aus den Augen. "Ich konnte es nicht lesen. Da waren Notizen, Berichte, Arztschreiben und Fotos, ich konnte es nicht lesen. Ich meine, ich hab Kate gesehen, wie sie in mein Shirt gewickelt aus diesem Bett in dem Hotel aufstand und wie ihr das Blut am Bein herablief, ich...", fügte er wispernd hinzu, verstummte und atmete tief durch, während Chris zum Tisch rübersah und nicht glauben konnte, was Sid ihm da mitteilte. "Er wird ihr nie wieder ein Haar krümmen, Sidney. Niemand wird sich mehr an Kate vergehen, und auch nicht an Josephine. Es tut mir leid. Es tut mir wirklich von Herzen furchtbar leid, Sid.", meinte er lauter als beabsichtigt, stand wieder auf und zog den DJ in eine Umarmung, die Sid sichtbar gut tat. "Das war nicht deine Schuld. Niemand von euch hat gewusst, was los ist. Sie hätte den Alkohol aus Frust auch einen Tag später trinken können, ohne dich und Brenna im Schlepptau. Es ist nicht deine Schuld.", fügte er ernst an und sah zu Kate, die gerade in der Sekunde auch zu ihnen rübersah und das Lachen aus ihrem hübschen Gesicht etwas weichen ließ. "Wir werden auf Tour gehen, schon sehr bald. Was, wenn in der Zwischenzeit etwas geschieht, wenn wir nicht da sind? Sie wird allein sein mit dem Baby und Askja, ich mach mir Sorgen, Chris. Kate ist wie die Schwester, die ich nie hatte. Nur, das sie nicht meine Schwester ist, du weißt, was ich sagen will.", brummte der DJ und ließ ihn los, sodass Chris den Blick wieder zu Sid senkte. "Derjenige, der Kate in ihrer Situation ein Haar krümmt, der lernt mich kennen, Sid. Ich hab mich jahrelang unterkriegen lassen und falsche Entscheidungen getroffen, weil ich durch Carries Tod die Hoffnung auf eine Zukunft verlor und weil ich keinen Arsch in der Hose hatte. Das hat sich geändert. Niemand wird Kate anfassen, niemand! Und wenn doch, dann gnade ihm Gott. Shawn weiß das, er hat nicht umsonst gestanden. Und Melissa weiß das auch, sonst würde sie nicht kleinbei geben. Sid, halte den Kopf hoch, sieh sie dir an. Es geht ihr gut, sie ist in Sicherheit und ihr wird...", antwortete er, doch Sid zischte leise. "Ja, jetzt ist sie in Sicherheit. Jetzt ist sie bei dir. Aber das war sie damals auch, nicht wahr? Gott, vielleicht male auch auch nur den Teufel an die Wand und keine Ahnung, diese Scheiße macht mich richtig fertig. Es tut mir leid. Ich weiß, ihr wolltet feiern und ich versau dir die Stimmung, aber scheiße Mann, sie hat das Baby verloren. Sie hat es tot zur Welt gebracht, verstehst du? Und da hinten sitzt Kate und streichelt sich den Bauch so unbedacht, als könne nichts ihr was anhaben.", seufzte Sid leise und schrak höllisch zusammen, weil Kate sich einmischte. "Aber dem ist nicht so und das ist mir durchaus bewusst. Ich dachte, ich zeig euch die Nachricht, die gerade eingetrudelt ist. Komm her, Sid. Komm.", bat sie und gab Chris das Handy, der auf das Display sah und die Umarmung kurz außer Acht ließ. "Hallo Kate, hier ist Josy. Ich wünsche dir viel Glück und Liebe innerhalb dieser Gruppe, du wirst sie sicher brauchen. Pass auf dich und deine Kinder auf, es war falsch, dich und deine Identität preis zu geben. Chris wird dich nicht beschützen können, niemand von diesen Menschen kann das. Halte dich fern, halte dich raus, suche den für dich vorbestimmten Weg. Lebe in Frieden, du hast es verdient. Ich werde mich nun ausklinken, ich will mit diesen Menschen nichts mehr zu tun haben. Sid, Brenna, wie sie alle heißen, sie bringen mir nur Unglück und haben mir das Leben ruiniert. Lass nicht zu, dass sie deines auch ruinieren, diese Umgebung ist Gift. Ich hab dich immer sehr lieb gehabt, vielleicht sehen wir uns irgendwann per Zufall. Jo. Ps: dank seinen Eskapaden hab ich mein Baby verloren. Ich bin nun Mutter eines Sterns. Achte gut auf dich.", las er leise vor und hob den Blick in Katies Gesicht, die sich die Tränen von den Wangen strich und Sid noch immer umarmte. "Du bleibst heute Nacht definitiv bei uns, Sidney. Damit du mir keine Dummheiten machst, hörst du? Hey, nicht weinen, ich muss dann mitweinen, ja? Hier, fühl mal, du wühlst mich ganz auf.", meinte Kate heiser und ließ Sid los, um dem DJ eine Träne von der Wange zu wischen und sich dessen Hand an den Bauch zu drücken, Sid hingegen zuckte und sah zu der Kugel. "Das Baby bewegt sich?", fragte er, Chris nickte und versuchte zu lächeln. "Ja, deshalb braucht meine Frau ja ein Eis, du Blitzmerker.", antwortete er und sah zu, wie Sid die Hand an Kates Bauch schmiegte und mit einem Schlag viel trauriger aussah. "Ich werde dir ein guter Patenonkel sein, ich verspreche es.", murmelte der DJ und schniefte mit Kate mit, die sich ebenfalls wieder die Tränen von der Wange wischte. Das es am Tisch still geworden war und alles ihren Worten hier lauschte, das merkte Chris garnicht, sein Augenmerk lag auf Kate und wie sie trotz der traurigen Nachrichten vesuchte, für Sid zu strahlen. Nein, ihr würde niemand mehr wehtun, dann würden Köpfe rollen und allmählich sahen es alle anderen auch ein, dass Chris und Kate zusammengehörten. Dieses Kind unter ihrem Herzen, die Kinder oben in ihren Betten, das waren die lebenden Beweise dafür.
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