be prepared for Hell (Tour 2)

von JaneS
GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P18
Chris Fehn Corey Taylor Craig Jones OC (Own Character) Shawn "Clown" Crahan Sid Wilson
21.06.2019
18.11.2019
156
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3
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Die ersten Angriffe


Nachdem Chris Jaxon ins Bett gebracht hatte, lief er zu Jaden ans Zimmer, klopfte leise und bekam ein recht patziges "Geh weg!", durch die Tür entgegen gedonnert, doch er wollte ja, dass der Junge zur Ruhe kam. "Jaden, mach die Tür auf. Lass uns reden, bitte.", sagte Chris ruhig und zählte in Gedanken bis drei, dann öffnete sich die Tür und ein verweinter Teenager blinzelte ihm entgegen. "Dad? Du bist zuhause?", fragte der Junge und riss damit die Tür soweit auf, dass er Chris umarmen konnte. "Hey, sshh, was ist denn hier los? Darf ich in dein Zimmer, dann reden wir da drinnen.", fragte Chris, wurde von Jaden ins Zimmer gelassen und drückte die Tür sachte bei, setzte sich auf das Bett und zog den Jungen bei sich, um ihn richtig umarmen zu können. "Mom ist eine Hexe!", schimpfte der Junge sofort los und schluchzte, dagegen konnte Chris nicht mal was sagen, musste er aber leider Gottes. "Sprich nicht so von deiner Mutter, junger Mann. Erzähl mir lieber, was passiert ist, warum ihr streitet.", sagte er und ließ Jaden los, der sich das Gesicht abwischte und sich auf den Boden setzte, zumindest hatte er seine Schneeschuhe ausgezogen und sie auf ein Handtuch gestellt. "Wir waren am Lake Saint Clair und haben eine Schneeballschlacht veranstaltet, dabei ist Jax ans Wasser gelaufen. Das Eis ist am Ufer aber sehr dünn. Ich wollte ihn dort wegziehen, er hat sich gewehrt und fiel hin, dabei brach das Eis unter uns weg und Jax kam unter Wasser, Mom ist total ausgeflippt und hat mich auf dem ganzen Weg nach Hause angebrüllt, dass das meine Schuld sei. Ich bin selbst eingebrochen und wollte Jax doch nicht wehtun. Ich will eigentlich nur noch weg, zu Jenny und meinem Dad nach Pittsburgh.", schluchzte das Kind vor ihm und wischte sich wieder unwirsch über das Gesicht, so war das also. "Jaden, deine Mutter ist wahrscheinlich einfach nur zu Tode erschrocken und macht sich Sorgen um Jax. Sie hat das mit Sicherheit nicht böse gemeint, nimm dir das Geschimpfe nicht zu Herzen. Und hör mal, wenn du auch wegziehst, dann ist Jax ja ganz allein und hat keinen großen Bruder mehr.", antwortete Chris ruhig und wuschelte dem Zwölfjährigen durch die Haare, die auch dringend geschnitten werden mussten. "Ich hasse sie. Seit wir dich besucht haben ist sie nur noch am schreien und am heulen.", schluchzte Jaden und sah dabei mit einem bitterbösen Blick zur angelehnten Tür, Chris hingegen seufzte. "Das sind sehr harte Worte, Jaden. Du bist jetzt ein Teenager und ich verstehe, dass sie dir auf die Nerven geht, aber du musst verstehen, dass deine Mama krank ist und jeden Tag ganz schlimme Schmerzen ertragen muss. Wenn man so etwas hat, dann hat man schlechte Laune und manchmal macht und sagt man dann Dinge, die man nicht so meint. So wie du jetzt auch. Und hinzu kommt, das wir Erwachsenen untereinander auch manchmal Streit haben und ihr das nicht so mitkriegt, aber das ist okay, hörst du, solche Entwicklungsschritte gehören dazu. Jetzt komm her, lass dich nochmal umarmen und verbring den Abend ruhig hier, schau ein wenig fern, ich hab dir den Fernseher angeschlossen. Nachher bring ich dir noch was zu Essen und du wirst sehen, Morgen sieht die Welt besser aus. Jax schläft schon und deine Mama wird morgen bessere Laune haben, versprochen.", murrte er, nahm den Jungen nochmal in den Arm und stand dann auf, aber ob das tatsächlich der Fall sein würde, oh das wagte Chris zu bezweifeln. "Okay, danke Dad.", schniefte Jaden und setzte sich auf sein Bett, kuschelte sich ein und nahm die Fernbedienung, die Chris ihm gab. "Elf Uhr ist aber Feierabend, okay? Ich hör und seh, wenn der Fernseher an ist.", bestimmte Chris und zwinkerte Jaden zu, der müde nickte und wahrscheinlich um Elf schon lange schlafen würde. So, Kind Eins und Zwei waren abgearbeitet, fehlte der Hausdrachen und der Dreck, den die Familie wieder reingetragen hatte. Und da Melissa offensichtlich noch immer im Bad war schnappte Chris sich den Wischer und machte sauber, von der Haustür bis zur Küche einmal quer durchs Haus, dabei spitzte er auch zu Jax ins Zimmer und vergewisserte sich, dass das Kind noch schlief. Alles war ruhig und friedlich, das hieß, er konnte sich was zu trinken holen, öffnete den Kühlschrank und hob die Augenbrauen, das Ding war ja fast leer. Gut, dann musste ein Glas Wasser reichen, den Wischer stellte er mal bis morgen hier ab und würde den Rest Hausputz dann im Tageslicht erledigen, zuvor musste er dringend einkaufen gehen. Sich ein Glas von der Spüle nehmend, welches frisch gewaschen war spülte Chris es erneut aus und dachte an Kate, was sie wohl gerade machte? Ob sie auf seinen Anruf wartete? Mit Sicherheit wartete sie auf seinen Anruf, in Kalifornien war es jetzt Nachmittag, noch nicht Abend. Und Askja vermisste ihn bestimmt genauso sehr wie er sie schon vermisste. Chris sah zu dem Armband und ein Lächeln legte sich in sein Gesicht, er würde es mit Stolz tragen, auch vor Melissa. Wahrscheinlich nahm sie eh keine Notiz davon, also was sollte das Versteckspiel denn? Und mit einem vollen Glas Wasser löschte Chris das Licht in der Küche, in der es heute definitiv keinen Blumentopf mehr zu gewinnen gab, lief über den Flur an den Schlafzimmern vorbei und ins Wohnzimmer, wo er die Ecklampe anknipste und sich mittig aufs Sofa setzte. Uff, kaum zuhause, schon war wieder Höllenfeuer angesagt.

Zehn Minuten? Saß er jetzt schon zehn Minuten hier? Er wusste es nicht, Chris hatte die Uhrzeit außer Acht gelassen und sich in diesem Buch vertieft, welches hier auf dem Beistelltisch bei der Ecklampe gelegen hatte. Schwierig zu lesen war es ja, denn seine Brille lag gut verstaut in seiner Reisetasche, die noch immer unausgepackt auf seinem frisch bezogenen Bett stand und darauf wartete, ihren Inhalt endlich auf den Tisch bringen zu dürfen. Egal, es ging irgendwie auch ohne Brille und es lenkte ihn ein wenig ab, sein Kopf schmerzte und irgendwie war die Anwesenheit in diesem Haus hier eine Qual für Chris, alles erdrückte ihn förmlich. "Hey.", murmelte Melissa leise, Chris blinzelte und ließ das Buch sinken, da saß Missy schon auf seinem Schoß und drückte ihm einen Kuss auf den Mund, den er abblockte vor lauter Überraschung. "Was... Missy, du hast ja nichts an!", sagte Chris und blinzelte zur Decke auf, diese manipulierende Scheiße konnte diese Frau sich schenken. "Ich weiß, gefällt dir, was du siehst? Zieh das aus.", schnurrte sie und machte sich an seinem Gürtel zu schaffen, Chris hingegen hielt ihre Hände fest und sah sie notgedrungen an, auf ihrem Bauch war ein großer, dunkelblauer Bluterguss, der sich in ihren Schritt zog und immer dunkler wurde, je tiefer er sah. "Was zum...?", setzte er leise an, Melissa sah an sich hinab und dann zu ihm auf. "Eine Untersuchung, ging ein wenig schief, tat höllisch weh. Ignoriere es einfach.", murmelte sie und lächelte keck, küsste seine Wange und seinen Mundwinkel, Chris aber drehte den Kopf zur Seite und sah zum Flur. "Jaden ist noch wach.", sagte er mit fester Stimme, das beeindruckte Melissa nicht. "Dann sind wir eben leise. Du hast mir so gefehlt.", flüsterte sie ihm zu und befreite eine ihrer Hände aus seinem Klammergriff, doch Chris fing sie wieder ein und hob sie von seinem Schoß runter, das hier wollte er nicht. Nicht mehr, die Zeiten waren definitiv vorbei. Und mit Sex konnte sie ihn hier und heute auch nicht mehr locken, Chris ließ sich nicht mehr manipulieren. "Ich, was, was machst du denn? Soll ich mich lieber hinlegen, willst du oben sein?", fragte Missy und machte Anstalten sich hinzulegen, Chris hingegen setzte sich wieder bequem hin und nahm sein Wasserglas zur Hand. "Du kannst dich gern hier hinlegen und du kannst es dir gern selbst machen, ich lese so lange, wenn es dich nicht stört.", sagte er ruhig, schlug die Beine übereinander und sah einmal zu seiner Frau rüber, schon ewig hatte sie sich ihm nicht mehr so freizügig und offen präsentiert. Und genauso verwundert wie er über diese offensichtliche Begrüßung hier war, die ihn wieder in Ketten legen sollte, so verwundert sah Melissa ihn nun an. "Chris!", murmelte sie empört, setzte sich wieder auf und sah an sich herab, ehe sie ihre Brust mit dem Arm bedeckte. "Du warst über einen Monat nicht zu Hause und bei unserem Besuch hatten wir nur Streit und die Kinder waren da und keine Ahnung. Ich dachte, wir machen es uns bequem und feiern angemessen, dass du wieder zuhause bist.", fügte sie an, darüber hob Chris eine Augenbraue. "Hm, wir feiern, dass ich wieder zuhause bin. Mit einem Schweinestall, den ich fast fünf Stunden lang aufräumen musste, einer kaputten Tür, einer scheiß Kälte im Haus und Geschrei. Nicht mal ein Hallo hab ich zu hören gekriegt. Keine Info, das Jenny ausgezogen ist. Keine Notiz am Kühlschrank, dass das Ding leer ist, nichts. Und ja, ich war über einen Monat nicht zuhause, das sollte dich nicht stören, davor hatten wir geschlagene zwölf Monate auch keinen Sex und haben es uns auch nicht gemütlich gemacht. Mit einer Ausnahme, weil du an dem Abend betrunken warst. Was zum Teufel geht hier eigentlich ab, wenn ich nicht hier bin?", fragte Chris ganz ruhig und sah Melissa in die Augen, sie suchte die richtigen Worte und fand sie offenbar nicht so recht. "Ich weiß nicht, zwölf Monate? Blödsinn, so lange ist das nicht her, da musst du dich verrechnen.", stotterte sie etwas irritiert und schien nun selbst nachzurechnen. "Unsere letzte gemeinsam verbrachte Nacht war am 19. Dezember im Jahre 2012, Jax war noch kein Jahr alt. Jetzt haben wir Februar 2014, Jax wird zwei und wenn ich das eine Mal Schmusen abziehe, wobei ich dich zum Orgasmus bringen durfte und du dann abgebrochen hast wegen deinen Schmerzen... ist es über ein Jahr her, dass wir das letzte Mal miteinander geschlafen haben. Bitte, gern geschehen, ich helfe dir gern auf die Sprünge. Und du hast auch nichts dazu gesagt, dass ich dem Kind die Haare geschnitten hab. Also, willst du dich gleich auskotzen und mir die Hölle nun heiß machen oder soll ich Morgenfrüh erst in Ruhe einkaufen gehen und die restlichen Arbeiten machen, ehe du aus der im Moment nicht vorhandenen Hose springst? Ich will nicht mit dir schlafen, Melissa und ich werde es auch nicht.", konterte Chris altklug, schlug eine Seite in dem Buch um und las den ersten Satz, denn Missy schien ihre Stimme verloren zu haben. Sie saß nur neben ihm, hatte den Mund leicht aufstehen und schien einen Fluchtweg zu suchen, fand aber keinen. "Hat es dir jetzt die Sprache verschlagen? Du siehst, warum ich dir sagte, das sich gewisse Dinge ab sofort grundlegend ändern werden. Ich bin keine Marionette mehr, Missy. Ich bin...", begann er und unterbrach sich, weil sie quer über ihn rüber griff und seine Hand festhielt. "Du trägst deinen Ring nicht mehr.", sagte sie nun und sah auf, Chris blinzelte zu seiner Hand, ups, das hatte er doch glatt vergessen. "Ja, ich hab das komplette Haus heute geputzt und hab den Ring ausgezogen, damit ich ihn nicht im Abfluss verliere und dann die halbe Küche auseinander bauen kann. Er liegt in meinem Zimmer, ich hab ihn nur vorhin vergessen, als ich fertig mit Geschirr waschen war.", antwortete Chris und biss sich auf die Zunge, das war eine gute Ausrede und Melissas Lächeln nach zu urteilen glaubte sie ihm das auch. "Achso. Ich wusste nicht, dass du heute nach Hause kommst, sonst hätte ich aufgeräumt. Ich... ich geh mir was anziehen und bestell was zu Essen, magst du auch was?", fragte sie unsicher, Chris sah seine Frau wieder an und gab ihr die Hand, die sie noch immer bei ihm liegen hatte. "Ja, bitte. Ich leg dir Geld raus, bestell das Übliche. Ich mach das Bad sauber und schau, ob Jaden noch wach ist.", antwortete er und ließ Melissa dann los, ließ sie nackt und überrannt auf dem Sofa sitzen und lachte sich heimlich ins Fäustchen, das hatte offenbar gesessen.

Essen musste er dann allein, denn Melissa hatte sich ins Schlafzimmer zurückgezogen und sah dort fern, ihre Tür stand einen Spalt weit auf. Jaden war wie erwartet vor dem Fernseher eingeschlafen und somit saß Chris allein mit seinen kalten Nudeln in der Küche, stocherte lustlos mit der Gabel darin herum und spitzte ab und an mal zum großen Schlafzimmer rüber. Ihre erste Manipulation war erfolgreich abgeschmettert worden, sie konnte ihn nun nicht für etwaige Schmerzen verantwortlich machen und hatte auch nicht damit gewonnen, Chris zu ködern und zu unterwerfen. Nein, dieses Mal würde er nicht mit sich spielen lassen, dieses Leben hatte er hinter sich gelassen. Vor Weihnachten und seiner spontanen Flucht, oh da hätte er beide Hände ins Feuer gelegt, um diese Frau einmal so auf seinem Schoß sitzen zu haben. Nun verabscheute Chris den Gedanken, sie anfassen oder gar küssen zu müssen, Kates Auftauchen hatte alles in ihm umgedreht. "Genau wie damals. Hm.", murmelte er, hielt inne und sah zu der Schlafzimmertür, die sich ein Stück öffnete. "Was hast du gesagt?", fragte Missy ihn, brachte ihren Pizzakarton in die Küche und blieb an der Spüle stehen. "Nichts,ich hab nur laut über ein Lied nachgedacht, welches wir geschrieben und eingespielt haben.", konterte er ruhig, legte die Gabel auf die Serviette und machte den Deckel wieder auf das Gericht, er würde vermutlich später davon essen. Jetzt im Moment bekam Chris keinen Bissen runter, seine Gedanken hingen bei Kate und das schnürte ihm die Luft ab. "Was ist los mit dir? Kaum ruft die Arbeit und diese Männer, bist du ein anderer Mensch, Chris. Wo ist unsere Liebe geblieben?", fragte Melissa und darüber schnaufte er nur, sah auf und seiner Frau genau in die Augen. "Im Jahr 2008, schätze ich. Du warst schon einmal so abweisend und herablassend zu mir, danach haben sich unsere Wege getrennt. Du weißt, was ich meine. Und noch vor Jaxons Geburt fing es wieder an, dass du mich übers Ohr gehauen hast, mich weggestoßen hast. Ich hab der Familie wegen immer brav die Klappe gehalten und gedacht, ich könne dieses Gefühl so erhalten, bin aber mittlerweile an dem Punkt angekommen, wo ich mich ernsthaft frage, ob du mich je geliebt hast, Melissa.", antwortete Chris ruhig, stand auf, nahm die Gabel und legte sie auf sein Essen, welches nun verschlossen war. "Willst du mir damit sagen, dass wir uns trennen sollten? Fährst an Weihnachten weg, kiffst, säufst, genießt die Arschparade in diversen Stripclubs, kommst heim und drückst mich weg, um mir zu sagen, dass ich dich angeblich wegdrücke. Merkst du was?", fragte Melissa, Chris hingegen trat neben ihr an die Spüle und stellte sein Glas dort ab. "Ich will damit sagen, dass wir eine Zweckgemeinschaft bilden. Wir haben nicht aus Liebe geheiratet, Melissa. Jax ist nicht aus Liebe entstanden. Und wenn du ehrlich zu dir selbst bist, dann wirst du sehen, dass ich Recht habe. Gute Nacht, schlaf schön.", konterte er, drückte Missy einen Kuss auf die Stirn, drehte sich um und nahm seine Nudeln, um in sein Schlafzimmer zu verschwinden. Sie folgte ihm nicht und sagte dazu auch nichts mehr, das war gut, so konnte Chris in Ruhe durchatmen, an Kate denken und zur Ruhe kommen. Das war haarscharf gewesen, großer Gott. Zweimal verriegelte er seine Tür und blieb daran stehen, lauschte den Geräuschen da draußen und hörte Missy leise brummeln, die Tür des Schlafzimmers drüben klackte und es wurde still im Haus, das hieß, er konnte sich seiner Tasche widmen und die Papiere noch einmal durchsehen, die Klageschrift dieses Joshs hatte er nicht einmal gelesen. Aber dafür war jetzt Zeit, durch die Zeitverschiebung war Chris eh nicht müde und gerade beschäftigten ihn hundertrausend Dinge, die alle mit Kate und dieser Scheiße hier zu tun hatten. Sein Essen stellte er auf die Kommode, die nun neu in diesem Zimmer stand und ihm Platz als Ersatztisch bot, dann schaltete er den Fernseher leise an und suchte den Musiksender, ehe Chris sich umdrehte und die Reisetasche mit einem Ritsch des Reißverschlusses aufzog. Waschmittel, er musste dringend Waschmittel kaufen und Weichspüler, in einer Tüte hatte er hier auch ein wenig Schmutzwäsche und draußen stapelten sich die Berge, das war unglaublich. Die Tüte neben die Tür legend nahm Chris seine sauberen Sachen aus der Tasche und verräumte das Zeug in die leere Kommode und seinen Schrank, Melissa hatte ihn also nun komplett aus dem Schlafzimmer ausquartiert, denn hier waren all seine Sachen reingepfeffert worden. "Fein.", murmelte er und räumte das Chaos erstmal auf, legte seine Shirts anständig zusammen und sortierte Socken und Unterwäsche in die Kommode von Jenny, jetzt hatte er ja Platz genug. Und es tat auch seltsamerweise nicht mehr weh, denn er würde vermutlich nie wieder mit Melissa in einem Bett schlafen wollen oder gar mit ihr, uah, der Gedanke löste eine Gänsehaut bei ihm aus. "Ich hab dich mal vergöttert.", brummte er sich selbst zu, steckte sich eine Zigarette an und zog den Vorhang an seinem Fenster zu, widmete sich wieder seiner Tasche und nahm seine kleineren Habseligkeiten heraus, unter anderem mal seine Brille und seinen Ehering, den er eigentlich nur widerwillig anzog. Und dann kamen die Dinge, die er hier nicht brauchte und die heute Nacht Platz in der Kommode fanden wie zum Beispiel sein Shampoo, sein Rasierer und so Zeugs. MIt Blick aufs Handy widmete er sich dann den Papieren, diesem schwarzen Ordner, den er sich im Studio geluchst hatte, nahm das Ding aus der Tasche und legte es sorgfältig aufs Bett, faltete die nun leere Tasche zusammen und schob sie unters Bett, wo etwas fauchte und ihn höllisch erschrak. "Heilige...was zum Teufel?", fragte Chris laut, ging auf die Knie und lugte ganz vorsichtig unter das Bett, ein tollwütiges Opossum konnte er hier echt nicht gebrauchen! Aber nein, es war kein Opossum und jetzt wunderte ihn die Kiste mit Sand auch nicht mehr, die er hier heute Mittag gefunden und weggekippt hatte, da saß ja ein kleines Kätzchen unter seinem Bett. "Hey kleiner Freund. Du hast mir gerade noch gefehlt.", murrte Chris, stand wieder auf und schlug die Decke ordentlich über den Ordner, öffnete die Tür und trat in den dunklen Flur, es war nun alles ruhig im Haus. Von außen verriegelte er sein Zimmer wieder, steckte den Schlüssel ein und erschrak gleich wieder, weil Melissa im Dunklen da vorn durch die Küche lief. "Was ist, schlechtes Gewissen oder warum bist du so schreckhaft?", fragte sie amüsiert, Chris hingegen vergewisserte sich noch einmal, dass er den Schlüssel bei sich hatte und machte kehrt, er würde durch die Haustür gehen, statt hinten durch den Garten. In der Garage war noch mehr Sand, hätte man ihm mal gesagt, dass ein Kätzchen hier nun zuhause war, dann hätte er das vermeintliche Klo auch nicht weggekippt. "Wo willst du hin?", fragte Missy hinter ihm, offenbar schlich sie auf leisen Sohlen durchs Haus. "Eine Kiste mit Sand holen, die erste hab ich weggekippt, weil ich nicht wusste, dass ich jetzt einen kleinen, pelzigen Mitbewohner hab.", murmelte Chris, schlüpfte derweil in seine Schuhe. "Ach, ja, das hatte ich vergessen. Das ist Murray, die Katze ist nur zu Besuch, sie wird nächste Woche oder so wieder abgeholt. Sarah ist im Urlaub und wollte sie nicht allein lassen. Und da du nicht da warst dachte ich, könnte ich das Zimmer nutzen.", erklärte Missy, Chris nickte. "Nutzen. Zuknallen trifft es eher.", konterte er und öffnete die Haustür, ließ Melissa einfach stehen und hatte zum Glück den Schlüssel eingesteckt, denn kaum war er von der überdachten Terrasse runter, ging hinter ihm die Tür zu und das Schloss knackte. "Ernsthaft? Es sind ja nur Minusgrade.", brummte Chris und schüttelte den Kopf, diese Frau konnte nicht mehr mit ihm spielen, auch, wenn sie es versuchte. Zur Not schlug er die Scheibe der Terrassentür ein, bezahlen musste er es ja so oder so.
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