be prepared for Hell (Tour 2)

von JaneS
GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P18
Chris Fehn Corey Taylor Craig Jones OC (Own Character) Shawn "Clown" Crahan Sid Wilson
21.06.2019
25.11.2019
160
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Heimkehr ins Chaos


Es war fast Nachmittag am fünften Februar, als Chris in der eisigen Kälte Michigans ankam. Vom Flug selbst hatte er die letzten Stunden nichts mitbekommen, weil er dank der Jungs privat und somit first Class flog, da hatte er sich einfach die Decke geschnappt und war eingeschlafen, ein bisschen Schlaf brauchte er ja dann doch vor der Ankunft in seinem einstigen Zuhause, welches ihm jetzt nur noch vorkam wie ein Gefängnis ohne Gitter vor den Fenstern. Der Abschied von Katie gestern Abend war unglaublich schwer gewesen, sie hatten sich kaum loslassen können und sie hatte geweint und war in die Knie gegangen, nachdem er weggefahren war. Chris hatte es nur im Rückspiegel gesehen und es brach ihm das Herz, an diesen Engel zu denken, jetzt war sie tausende Meilen weit weg und unerreichbar für ihn. "Tz.", machte er und war sich sicher, Kate und Askja wieder verloren zu haben, denn Missy war Granit und eine Kämpferin, sie würde nicht einfach wie Shawn unter sich schauen und verstehen, was auf dem Spiel stand. Nein, sie würde ausflippen und schreien, weinen, zicken, in die Knie gehen und sich fürchterlich aufspielen, da war er sich auch recht sicher. "Schöne Aussichten.", murmelte Chris sich selbst zu, während er durch den Flughafen lief und froh war, dass hier niemand auf ihn wartete. Seit ihrem Besuch in L.A. hatte Chris nicht ein einziges Wort mehr mit Melissa gewechselt, hatte nicht angerufen und keine Nachrichten beantwortet, ob sie deshalb überhaupt ein Wort mit ihm wechseln würde? Oder konnte sie sich vielleicht sogar denken, dass er eine andere Frau gefunden hatte, die Melissa auf den Tod nicht mehr in ihrem Leben haben wollte? Abwarten lautete die Devise, jetzt musste er erst einmal da raus, den Chevy im Schnee finden und von Detroit nach Livonia fahren. Das gelang auch recht gut, dafür, dass er nun über einen Monat in der kalifornischen Sonne den Winter am Pool verbracht hatte gewöhnte er sich recht schnell an die Witterung hier, der Schnee war schön dicht und auf den Hauptstraßen auch ordentlich weggeräumt worden, sodass er gut vorankam und ruck zuck durch Livonia tuckerte, auf dem Weg zum Haus, wo man nicht mit seiner Ankunft rechnete. Und je näher Chris diesem Haus kam, desto nervöser wurde er. Alles was er brauchte lag ordentlich verpackt in seiner Tasche, alle Klageschriften, alle Beweise, Bilder, das Video... Kate hatte ihm alles, was sie hatte geben können eingepackt. Er musste es in einer günstigen Situation nur Melissa um die Ohren schlagen und da lag das Problem, wie sollte er das denn machen? Rechts am Straßenrand anhaltend ließ Chris den Motor seines Wagens sterben und schnaufte durch, fuck, darüber hatte er sich noch gar keine Gedanken gemacht. Reinkommen, Jacke aus, alles auf den Tisch knallen, Streit anfangen, Sachen nehmen, abhauen? Nein, das war keine Option und kam nicht in Frage, irgendwie musste er Melissa ja erst einmal in Sicherheit wiegen, sie sollte ruhig sein und ihm ja auch zuhören, also musste er sie dann in einem Moment treffen, indem sie nicht mit einem solchen Hammer seinerseits rechnete. Also nach Hause kommen, Jacke aus, Kinder begrüßen, einen Kaffee trinken und erst einmal ankommen, das klang schon besser. Missy lief in dem Sinn ja nicht weg und es musste der richtige Moment sein, um ihr das Gleichgewicht zu stehlen, indem Chris ihr den Teppich unter den Füßen wegzog. Mit dem Kopf durch die Wand brachte jetzt überhaupt keinen Fortschritt, zumindest nicht den, den Chris brauchte und sich erhoffte. "Also, beruhige dich. Du kommst heim und spielst erst mal den gestressten, müden, arbeitenden Mann und lässt dir nicht anmerken, was abgeht. Und dann wird sich die Gelegenheit bieten. Seit wann rede ich von mir selbst in der dritten Person?", fragte Chris seine Augen im Rückspiegel, steckte sich eine Kippe an und pfiff auf das Rauchverbot in den Autos, welches Melissa ihm einst aufgebrummt hatte. Er war allein in der Kabine und kein Kind musste sich das hier jetzt antun, vermutlich würde es sehr lange dauern, bis Jax nochmal da hinten auf der Rückbank saß und ihn vollbrabbelte. "Wenn überhaupt.", murrte er, zog an der Marlboro und sah sich um. Hier war absolut nichts los, die Vorgärten waren alle eingeschneit und die Straßen leer, wie zum Teufel hatte er es so lange hier oben ausgehalten? Nun ja, die Ruhe war zwischen den Tourpausen schon himmlich gewesen und hier stellte niemand dumme Fragen, wenn man stark mit Tattoos übersäht war oder einfach mal für ein halbes Jahr von der Bildfläche verschwand. Eigentlich war das Leben in Michigan immer ruhig gewesen und so zurückgezogen zu sein konnte Vorteile haben, in seinem Fall war ihm dieses 'ich zieh mich aus allem zurück' aber zum Verhängnis geworden und nun musste er sich den Dingen stellen, die nur zwei Straßen weiter hinter der Tür, die er bezahlt hatte, lauerten. "Gehen wir es an.", murrte Chris, zog an der Marlboro und startete die Karre nochmal, der Schnee da draußen war zwar hübsch anzusehen und er liebte es, das weiße Glitzern zu beobachten, aber es war schweinekalt und wenn man ohne Heizung eine zeitlang ruhig saß fröstelte es einen ganz schön durch. Zudem hätte er noch acht Stunden hier sitzen können, irgendwann musste er in seine Zelle zurück, da kam Chris nicht mehr dran vorbei. Mit den Gedanken bei Katie verweilend fuhr er also los und rollte die letzten Meter hin bis zu seinem Haus, wo alles aussah wie immer. "Bis auf die Gitter vor den Fenstern. Sie hat das Haus eingegittert, ist das ihr ernst?", brummte Chris und war irgendwie amüsiert, hatte er nicht heute Morgen noch gedacht, dass das hier sein Gefängnis ohne diese Gittern vor den Fenstern war?

Stille schlief in den Räumen, die alle irgendwie unordentlich aussahen und eine Putzkur vertragen könnten. Jax hatte sein neues Bett bekommen, Jennys Zimmer war komplett leer, hier standen seine Drums nun in der Ecke. War das Mädchen etwa ausgezogen? Es hatte den Anschein, denn auch ihr Schrank war leer und generell fehlte jede Spur von der Familie. Jadens Zimmer war verlassen und voller Bücher, die wahllos rumlagen. Jaxons Zimmer war voller Spielzeug und das große Schlafzimmer abgeschlossen, von außen, der Schlüssel lag oben auf dem Tührrahmen. Die Tür damit öffnend spähte er hinein und entdeckte nur noch mehr Chaos, Wäscheberge, die nicht sortiert worden waren und Chipskrümel im Bett. Was zum Donnerwetter war hier denn abgegangen? An seinem Schlafzimmer angekommen hob Chris dann die Augenbrauen, da stand Jaxons altes Bett quer im Raum und eine Kommode von Jenny, hier war nur reingeräumt worden und er kam nicht einmal mehr an sein Bett, dafür trat er auf den Bilderrahmen des Bildes, welches immer auf seinem Nachttisch gestanden hatte, das Glas sprang unter seinem Schuh. "Ich bin in einem falschen Universum gelandet.", murmelte Chris, bückte sich zwischen die Möbel und angelte nach dem Bild, kam so aber nicht heran. Dennoch stellte er seine Tasche hier ab, legte die Jacke auf die Kommode und lief zur Küche, wo schmutziges Geschirr in der Spüle stand und das Frühstück noch auf dem Tisch sein Dasein fristete. Die Terrassentür war mit Panzertape abgedichtet worden, der Wasserhahn ebenfalls, was schaffte Melissa den ganzen Tag hier nur ohne ihn? Und von hier aus lief er ins Wohnzimmer, hier sah es nicht besser aus. Chips auf dem Sofa und dem Boden, eine leere Schüssel auf dem Tisch, zerwühlte Decken und Staub von mindestens drei Wochen. Jadens Schuhe auf dem Teppich, sodass Chris fast drüber stolperte und Papierchaos am Klavier, das nicht einmal mehr Mozart selbst damit hätte irgendwas anfangen können. "Willkommen zuhause, Liebling. Ich bin wieder da!", sagte er laut in den Raum und seufzte dann, so hatte er sich das nun auch nicht vorgestellt, aber nun war es so, deshalb begann Chris damit, alles aufzuräumen und Ordnung zu schaffen. Zeit und Ruhe hatte er ja, es rannte ihm niemand in den Füßen herum und da er allein war konnte er von links nach rechts wirken. Erstmal das Wohnzimmer, die Schuhe in den Flur und den Tisch abgeräumt, so verging die Zeit und jedes Zimmer wurde nach und nach wieder sauber und betretbar. Selbst Jennys Zimmer wischte er sauber durch und schloss das Fenster, hier war es ja saukalt. Im großen Schlafzimmer sortierte er die drei Wäscheberge und warf das meiste davon doch wieder in die Schmutzwäsche, den Rest sortierte er, legte die Sachen zusammen und in den Schrank, dann bezog er das Bett frisch und sorgte für Ordnung. Melissas Medizin war unangerührt und lag offen herum, gut zugänglich für Jax, oh Mann, wo hatte diese Frau nur manchmal die Gedanken? Aber weil er hier fertig war nahm er die Schmutzwäsche, lief damit zur Waschmaschine und stellte eine Ladung an, Waschpulver musste er kaufen, es war fast keines mehr da. Während die Maschine vor sich hin rüttelte, machte Chris sich an seinem Schlafzimmer zu schaffen, schob die Kommode an die Wand und schaffte sich Platz, raffte das Glas auf und schaffte das Babybett in Jennys leeres Zimmer, dort war ja nun genug Platz. Die Matratze hatte er hochkant stehen, sodass sie auslüften konnte, später würde er sie in Plastikfolie wickeln und ordentlich vor Nässe und Kälte schützen. Auch sein Bett bezog er frisch, stellte den nun kaputten Bilderrahmen wieder auf den Nachttisch und wischte hier durch, nun fehlte nur noch die Küche und er war fertig mit dem Hausputz. Keine vier Stunden Schlaf, es war saukalt in dem Haus, niemand war da und nicht mal Kaffee war gekauft worden, Melissa quälte ihn schon jetzt, obwohl sie nicht einmal hier war! "Was würde ich jetzt für eine anständige Tasse Kaffee geben.", murmelte er, steckte sich eine Kippe an und begann, den Tisch hier abzuräumen, seit wann verließ Missy mit den Kindern das Haus und ließ so eine Unordnung zurück? "Versteh mal einer diese Frau.", brummte er, dabei bewegte sich die Kippe in seinem Mundwinkel auf und ab. "Boah.", fügte er noch an, als er den Geschirrspüler öffnete und schnell wieder schloss, da stand dreckiges Geschirr drinne und das Ding war mit Sicherheit eine Woche nicht gelaufen, das war ja ekelhaft. Gut, dann musste er das Ding laufen lassen und das restliche Geschirr von Hand spülen, erstmal räumte er rundherum auf, wischte den schmutzigen Boden und verschloss die Terrassentür anständig, deshalb war es hier also so saukalt, Melissa hatte die Verankerung da oben rausgerissen und nicht mehr reingedrückt, immerhin war es jetzt dicht. "Defekt!", schrieb er mit einem roten Stift auf die Scheibe und schnaufte, den Wasserhahn musste er sich auch noch ansehen, ehe er Geschirr spülen konnte, es gab tausend Baustellen zu richten hier. Gut, der Wasserhahn hatte sich nur an der Mutter gelöst und war deshalb locker und Gott sei Dank nicht undicht, das war mit einem festen Griff und einem Dreh wieder gerichtet. "Ihr macht mich fertig.", brummte er, schnippte die Asche der Zigarette ab und wechselte das Lied an seinem Handy, ehe er das Wasser aufdrehte und sich umsah. Wenn das Geschirr gespült war und abtropfte, dann musste er die Oberflächen noch säubern, den Tisch abwischen und wahrheinlich dann den Boden nochmal wischen, aber das war okay, hier in der Küche sah es unglaublich aus. Fruchtfliegen schwirrten um den Opbstteller, da faulte eine Banane fröhlich vor sich und und allmählich begann Chris sich zu sorgen. Jennys Zimmer war komplett leer geräumt worden und niemand war hier, keine Notiz, kein Anruf, nichts. War Melissa vielleicht im Krankenhaus und Jenny hatte allein auf die beiden Jungs aufpassen müssen? Sie war ein Teenager und machte Schule, vielleicht sah es deshalb hier so aus, sie war vielleicht einfach mit der Hausarbeit und den beiden Jungs komplett überfordert gewesen und hatte sie nun nach Pittsburgh zu ihrem Dad gebracht? Das Wasser abstellend und nochmals an der Kippe ziehend griff Chris den Telefonhörer und wählte die Vier, das war die Schnellwahl nach Pittsburgh. "Jennyfer Komanick am Apparat.", meldete sich das Mädchen auch prompt, was Chris das Herz in die Hose rutschen ließ. "Jenny, ich bin es, Chris. Hey, ich bin zuhause, wo seid ihr? Ist alles okay?", fragte er besorgter denn je nach, Jenny hingegen freute sich erstmal über seine Stimme. "Hallo Chris! Ich bin zuhause bei meinem Dad, ich wohne jetzt hier. Entschuldige, ich hab deine Handynummer nicht, sonst hätte ich dir geschrieben, aber Mom drehte komplett am Rad nach unserem Besuch bei dir im Süden und deshalb bin ich ausgezogen, ich halte ihr ständiges Geschrei nicht mehr aus. Wo die Jungs sind weiß ich nicht.", gab das Mädchen zu und darüber schnaufte Chris, sah in den Garten und legte die Stirn an das kühle Glas. "Okay, das sind halbwegs gute Nachrichten. Schätzchen, ich hab deine Nummer, ich schreib dir einfach eine Nachricht, dann hast du meine Nummer und du kannst dich jederzeit bei mir melden, hörst du? Ich weiß nicht, ob ich in Livonia sein werde, aber ich bin immer für euch Kinder da. Bleib bei deinem Dad, das ist besser so.", antwortete er und nun schnaufte Jenny ihm dazwischen. "Ich komme Jaden nächste Woche abholen, sehen wir uns dann oder bist du dann wieder am arbeiten?", fragte sie neugierig nach. "Wir sehen uns dann, Prinzessin.", antwortete Chris und lächelte, weil man die Freude darüber nun auch in Jennys Stimme hören konnte, als sie sich verabschiedete. Wenigstens ihr ging es gut und sie war dem Chaos ihrer Mutter entflohen, das war ein Schritt in die richtige Richtung.

Als er gerade den letzten Teller abgespült hatte und das Wasser abließ, ging vorn im Haus die Haustür auf und Geschrei polterte einmal quer durchs Haus. "Nein, Mom! Ich will nicht hierbleiben!", schrie Jaden und stapfte offenbar in Schneeschuhen und Jacke quer durch den Flur, eine Tür rummste und fiel scheppernd in ihr Schloss. Mit dem Blick in den Flur kam dann Melissa in sein Blickfeld, ebenfalls in Schneeschuhen und Jacke. "Mach diese Tür auf, sofort! Du bleibst hier in Livonia, hier bei mir. Ich lasse nicht zu, das dein Vater glaubt, er könne dich mir auch noch wegnehmen! Er hat Jenny von uns weggeholt, jetzt willst du gehen und als nächstes holt Chris mir auch noch Jax weg oder was? Ich glaub, es hackt! Mach diese Tür auf!", donnerte Missy und klopfte mit Gewalt gegen die Tür von Jadens Zimmer, der seine Mutter jedoch geflissentlich ignorierte. "Wo ist Jax denn?", fragte Chris und sah zu, wie Melissa sich an die Stirn schlug, kehrt machte und wieder zur Haustür verschwand, was war hier eigentlich los? Sich die Hände am Geschirrtuch abtrocknend lief er mal da vorn hin und besah sich die Schweinerei aus schmelzendem Schnee, ehe die Tür wieder krachend aufging und Jax hereinkam, ohne Jacke und mit den Schuhen an den jeweils falschen Füßen. "Du!", donnerte Melissa in der Tür erscheinend, knallte sie zu und schnaufte, weil Jax nun bei Chris angekommen war und ihm um den Hals fiel, das Kind war müde und klatschnass. Jax hochhebend ignorierte er Melissa jetzt einfach mal, lief mit dem Kind zum Bad und zog Jax die nassen Sachen aus, das Kind zitterte vor Kälte und holte sich den Tod. "Setz dich mal hier hin, Großer, ich föhn dir die Haare und dann ziehen wir dir einen warmen, kuscheligen Schlafanzug an. Magst du eine warme Schokolade trinken, um deinen Bauch zu wärmen?", fragte er seinen Sohn, dessen Locken schon wieder bis in die Augen hingen. "Ja Papa.", murmelte Jax und hielt still, während Chris den Rasierapparat nahm und dem Kind kurzerhand die nassen Haare abrasierte. Sollte Missy doch toben, das hier war ja nicht mehr schön. "So, alles ab. Jetzt brauchen wir den Föhn nicht mehr. Komm mal her, mein Schatz, ich bring dich mal in dein Zimmer.", sagte er, nahm das Kind von der geschlossenen Toilette, legte den Rasierapparat zur Seite und ließ die Unordnung außer Acht, das konnte er gleich säubern. Genau wie den Flur, da sah es ja auch wieder aus wie Sau. "Wo war Mama mit euch, wart ihr am See?", fragte Chris, Jax nickte in seinem Handtuch und zitterte immer noch, deshalb beeilte er sich und zog das Kind schnell an. "Besser?", wollte er wissen, kuschelte Jax ein und schmuste mit seinem Sohn, oh das Kind hatte ihm so sehr gefehlt. "Ja Papa.", brummte der Zwerg und entdeckte sein neues Armband, griff nach dem Glitzerding und spielte damit herum, während Chris mit Jax im Arm ins Wohnzimmer lief und Melissa dort auf dem Sofa fand. "Hey.", sagte sie missmutig, Chris nickte nur. "Ist er eingebrochen?", fragte er nach, Missy nickte. "Ja, dank seines Bruders. Ich war Gott sei Dank schnell genug.", antwortete sie ruhig und war auch klatschnass, das sah Chris jetzt erst. "Geh dich umziehen, warm duschen, ich mach euch eine heiße Schokolade und dann kuschelt ihr euch ins Bett. Ich hab alles sauber bezogen.", erklärte Chris, setzte Jax in den Sessel und gab dem Kind seinen Spielzeughasen, Melissa hingegen sah sich um und stand dann auf, berührte seine Schulter und blieb neben ihm stehen. "Oh Chris.", seufzte sie nur und umarmte ihn, was etwas unerwartet war. Und unangenehm, sie war wirklich komplett durchnässt. "Schon gut, es ist nichts passiert. Ich kümmere mich um Jax und das Haus, geh schon.", meinte er, die Umarmung jedenfalls erwiderte Chris nicht. "Es ist so schön, dass du wieder da bist, hier geht alles kaputt, seit du nicht mehr hier warst. Mama ist gleich wieder da, ich geh schnell duschen, okay? Und Danke, ich hätte das Haus jetzt gleich sauber gemacht.", schnurrte sie und strich Jax über die kurzgeschorenen Haare, lächelte ihn an und verschwand dann in den Flur, Chris hingegen stellten sich die Nackenhaare zu Berge. Nicht ein Wort zu Jaxons neuer Frisur, diese gespielte Freude über seine Heimkehr und großer Gott, was war hier los? "Hey Jax, hast du immer noch kalt?", fragte er ruhig, duckte sich und kuschelte das Kind in die Wolldecke ein, die blauen Lippen im Gesicht seines Sohnes sprachen Bände. "Ja, ich will meinen Tuschel haben.", murmelte das Kind müde, rieb sich die Augen und ließ sich hinlegen. "Bleibst du schön brav hier? Ich geh dir den Kuschel holen, okay? Bleib brav liegen.", sagte Chris, küsste das Kind auf die Stirn und stand auf, machte zwei Schritt in den Flur und blieb vor der Badezimmertür stehen, wo er Melissa leise flüstern hörte. Sie schimpfte über irgendwas, aber das Wasser rauschte so laut, dass er es nicht verstand. Also, heute würde er Kate definitiv nicht ansprechen, zuerst einmal musste Chris rausfinden, was hier eigentlich los war. Deshalb nahm er den Teddy aus dem Bett seines Sohnes, lief ins Wohnzimmer zurück und gab dem Kind sein Lieblingskuscheltier, zog Jax zu sich und wartete ganz ruhig, bis das Kind in seinem Arm eingeschlafen war. Dieser kleine Spatz war hundemüde und gehörte ins Bett, Chris stand auf und brachte Jax in sein Zimmer, legte das Kind in das Bett und decke ihn ordentlich zu. Dabei ging er vor dem Bett in die Knie und betrachtete das Kind ruhig eine Weile lang, diese geschwungenen Wimpern und die vollen Lippen, dieses Kind war genau wie Askja ein kleines Meisterwerk. Bald schon würde er seine große Schwester kennenlernen und hatte dann einen Spielgefährten, bald würde Chris seine beiden Kinder vereinen und einander vorstellen. Nun sollte das Kind aber erst einmal in Ruhe schlafen und sich aufwärmen, die Ruhe brauchte Jax und es war ihm auch gegönnt. "Ich liebe dich, mein kleiner Stern. Mögen die Engel über dich wachen heut Nacht.", murmelte Chris, küsste das Kind sachte und löschte das Licht, sodass Jax in Ruhe schlafen konnte. An der Tür steckte er das Babyfon ein und schaltete das Nachtlicht an, sah nochmal in das Zimmer und wurde sich bewusst, was ihn tatsächlich hier gehalten hatte. Da lag der Grund, selig schlummernd.
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