be prepared for Hell (Tour 2)

von JaneS
GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P18
Chris Fehn Corey Taylor Craig Jones OC (Own Character) Shawn "Clown" Crahan Sid Wilson
21.06.2019
25.11.2019
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Teil 2 der Geschichte rund um die große Tour, rund um Chris. Viel Spaß beim lesen, das hier wird wahrscheinlich auch wieder länger :D



Harte Jahre



Das Leben ging manchmal schon seltsame Wege. Mal ging es bergauf und man war glücklich, liebte, lebte, lachte und genoss das Hoch von allen Seiten, dann kam ein Tiefschlag nach dem anderen und zog einen mit Gepolter und Gerumpel ganz tief in die Talsohle zurück. Ganz unten angekommen blieb einem dann nichts anderes mehr übrig, als den harten Aufstieg noch einmal in Angriff zu nehmen, wohl wissend, das man wieder ins Tal stürzte, wenn man den Gipfel da oben erreicht hatte. So war es auch Chris ergangen in den letzten vier Jahren, das Leben hatte ihm ein paar sehr heftige Schläge verpasst, von denen er sich nur langsam erholt hatte. Begonnen hatte das alles mit ihr, dieser Frau, die er einfach nicht aus seinen Gedanken verbannen konnte. Katelyn Marie Dunn war ihr Name gewesen, sie hatte fast weißblonde Haare, hellblaue Augen und das strahlendste Lächeln, welches Chris in seinem ganzen Leben je gesehen hatte. Sie hatte seine Welt auf der vorletzten großen Tour auf den Kopf gestellt und ihm das Herz geraubt, aber sie war durch viele Schicksalsschläge genauso schnell aus seinem Leben verschwunden, wie sie einst hineingerauscht war. Und mal abgesehen von dieser Frau, die auch Jahre später sein Herz noch immer besetzte waren unzählige Dinge in seinem Leben geschehen, die einen neuen Menschen aus ihm geformt hatten. Allen voran Pauls tragischer Tod, der eine sehr tiefe, blutende Wunde in die Band gerissen hatte, in der Chris Percussions spielte. Was waren Slipknot ohne ihren Bassisten und ohne eines der Gründungsmitglieder? Ein Trauerspiel, tief getroffen und auseinandergerissen waren sie im Jahr 2010 vor die Kameras getreten und hatten der Welt zum ersten Mal ohne Masken ihr wahres Gesicht gezeigt, hatten Stellung bezogen zu Paul und seinem tragischen Tod. Es war die Hölle gewesen, da durch zu müssen. Vor allem für Brenna war es schlimm, die gute Misses Gray war damals im siebten Monat schwanger gewesen, als man ihr den Tod ihres Mannes offenbarte. Unvorstellbar, wie sie sich damit arrangieren hatte müssen, noch viel schlimmer war es, das alles mitansehen zu müssen. Vor seinem Ableben hatte Paul seiner Familie ein großes Anwesen in Des Moines gekauft, hatte Brenna einen Neuwagen in die Auffahrt gestellt und dafür gesorgt, dass sie mit dem Baby definitiv versorgt war, das war zumindest eine materielle Sicherheit für Brenna gewesen, viel schwieriger war es zu sehen, wie hart sie die letzten Monate ihrer Schwangerschaft erlebte und wie schwer sie sich nach der Geburt ihrer Tochter im August des Jahres 2010 tat. Paul und Brenna hatten sich am Abend vor seinem Tod gestritten, wegen einer Lapalie, wie Brenna immer wieder betonte. Es war ein Streit um das neue Auto gewesen, Paul war wütend davongestürmt und hatte sich in Urbandale in einem Hotel niedergelassen, wo er sich den sogenannten goldenen Schuss gebraut hatte. Dieser Idiot hatte sich zu seinem Morphium, welches für sein Herz hatte nehmen müssen Fentanyl besorgt, zusammen mit dem Kokain in seinem Blut hatte das eine Art Superheroin ergeben, welches schließlich in der hohen Dosis zu einem Herzstillstand geführt hatte. Mittlerweile wussten sie alle, was in der Nacht in diesem Hotelzimmer im TownePlace geschehen war, mittlerweile hatte Brenna den Tod ihres Mannes halbwegs überstanden. Die Band hatte sich recht zeitig zu einer großen Tribute-Tour entschieden, rund um den Globus waren sie gereist und hatten Pauls Overall auf der Bühne ausgestellt, hatten zusammen mit Donnie, einem alten Freund, diese Tour gerockt und die Trauer so verarbeitet. Das alles hatte sie verändert, Brenna war bei einigen Gigs mit der kleinen October dabei gewesen und sie alle hatten Bindung zu dem Kind aufbauen können. Chris erinnerte sich, wie er fast zwei Stunden backstage mit dem Baby im Arm auf und ab gewandert war, weil Brenna nach einen sehr tränenreichen Tag auf dem Sofa dort eingeschlafen war. Die Kleine war fast einen Monat zu früh zur Welt gekommen, Brenna sagte immer, das October sie hatte trösten wollen. Am 17. August war die Kleine mit 2332 Gramm und 48 Zentimetern zur Welt gekommen, hatte sofort losgebrüllt und die ganze Mannschaft auf Trab gehalten. Die Kleine und der Tod ihres Papas hatten sie als Band wieder zusammengeschweißt, vergessen waren die Streitereien und der Zank der Vergangenheit. Wichtig im Leben war nur, das es der kleinen Prinzessin an nichts fehlte, das Brenna das Leben meistern konnte, ohne an Pauls Ableben zu zerbrechen und dass das Schwarz endlich aus ihrem Leben weichen konnte. Und wichtig waren die Lichtpunkte in dieser Nacht, die Sterne, die einem den Weg wiesen, so war Chris im Laufe der letzten Jahre auch privat durch viele Veränderungen gegangen und musste sich manchmal vor Augen führen, was das Leben für seltsame Wege ging. Chris hatte Melissa wie versprochen im Sommer nach der All hope is gone-Tour geheiratet, im engsten Familienkreis und ohne die Band, weil es einfach privat hatte bleiben sollen. Die erste Zeremonie hatte im Juni stattgefunden, im engsten Familienkreis und mit einem schlichten Kleid für Melissa, die ihre Haare einfach offen getragen hatte und mit ihren losen Trägern an dem Kleid ausgesehen hatte wie eine Prinzessin auf einem Abendball. Im Juli des Jahres 2010 hatten sie sich dann offiziell das Ja-Wort noch einmal gegeben, mit großer Feier und mit Anwesenheit einiger Bandmitglieder. Missy hatte wunderschön ausgesehen in ihren zweiten Kleid, welches aus einer trägerlosen Korsage und einem fließenden Rock bestanden hatte. Passend dazu hatte sie die Perlenkette seiner Mutter getragen, ihre Locken hatte sie hochgesteckt und einen Strauß aus violetten Lilien und Callas in den Händen getragen, es war ein herrlicher Sommertag in Detroit gewesen.

Und so vergingen die Monate nach der Scheiße mit Paul und ihrer Hochzeit. Die Band tourte umher, der Alltag zuhause lief ganz normal weiter und man lebte, ohne großartig darüber nachzudenken. Nach dem ersten Tourleg der großen Memorialstour rund um Pauls Abschied hatte Melissa ihm dann gesagt, dass sie schwanger war, oh den Tag würde Chris niemals vergessen. Ein Kind kündigte sich an, in diesem Haus, in seiner Familie. Unerwartet und mit einer geballten Ladung Freude im Gepäck, Chris hatte es erst sogar nicht glauben wollen und darauf bestanden, Melissa zu ihrem Arzt zu begleiten. Und da schlug das Herz eines Kindes unter Missys Bauchdecke, das war einer der schönsten Tage seines ganzen Lebens gewesen. Nach der ganzen Trauer, dem Schock und dem Verlust geliebter Menschen kündigte sich endlich wieder Glück an, auch wenn Chrs die halbe Schwangerschaft über kaum zuhause war wegen der Tour. Es war dennoch ein gutes Gefühl, so auf de Bühne zu treten, denn zuhause wartete seine schwangere Frau, seine Ziehtochter und sein Ziehsohn auf ihn, auf der Bühne trugen sie die roten Overalls und ihre Selftitled-Masken, um Paul zu gedenken. Ein gutes Gefühl, eine gute Stimmung machte sich in ihm breit, auch wenn der Anlass der Tour natürlich alles andere als grandios war. Im März 2012, Chris war gerade von dem Soundwave Festival in Australien zurückgekehrt, hatte Melissa ihm dann einen wundervollen Sohn geschenkt, nach über 18 Stunden im Kreissaal und vollem Körpereinsatz. Dieses Kind in seinem Arm halten zu können, diese kleine Stupsnase zu bewundern, das war alles, was er sich immer gewünscht hatte. Eine eigene Familie, Zukunft und Glück. Melissa hatte ganze Arbeit geleistet und meisterte den Alltag so oft ohne ihn, darum war er mächtig stolz auf diese Frau, die ihn im Leben mitzog und seine Träume erfüllte, die kleine Erdnuss jedenfalls hörte auf den Namen Jaxon Atari Fehn und war ein richtiger Brocken im Vergleich zur kleinen Oktober gewesen, mit über vier Kilo und 56 Zentimetern hatte er seine Mama ganz schön gequält. Hellblonde Haare hatte der Knirps, strahlende blaue Augen und mit jedem Tag auf diesem gottlosen Planeten verliebte Chris sich immer mehr in die Vorstellung, noch ein Kind zu bekommen. Ein Geschwisterchen für den kleinen Rocker, der so schnell so groß wurde. Aber Missy hatte bei der Geburt ihres dritten Kindes Komplikationen erlitten und sich einen Nerv im Beckengeflecht so stark überdehnt, dass sie gleich von Vornherein immer den Kopf schüttelte und verneinte, wenn sie über weitere Kinder sprachen. Drei Kinder würden reichen, die Altersabstände, das Haus, sie fand immer andere Gründe, die sie vorschieben konnte. Ja, Jenny war schon 15 bei der Geburt ihres jüngsten Bruders gewesen, Jaden war 10 Jahre alt, aber das spielte doch alles keine Rolle. Wichtig war, dass es den Kindern gut ging, das alle gesund waren und das sie geliebt wurden. Und das wurden sie, Chris liebte diese Kinder wie seine eigenen, spielte zeitweise sogar mit dem Gedanken, die beiden zu adoptieren, doch auch da schob Missy ihm einen Riegel vor und wehrte sich dagegen, wusste der Kuckuck warum. Im Juni 2012 war die Tour dann in die finalen Züge gerutscht und Chris hatte seine kleine Familie zurücklassen müssen, um die Arbeit für Paul fertig zu stellen, es kam sehr oft zu Reibereien zwischen Corey und Shawn, ebenso fiel Joey immer öfter aus dem Rahmen. Corey wollte die Band unbedingt vor dem Aus sehen, Shawn wollte unbedingt Pauls Vermächtnis am Leben erhalten und Joey, tja, was mit dem Drummer los war konnte sich keiner so recht erklären. Alle dachten, der Knirps sei clean, er hatte 2010 eine große Entzugskur gemacht und nach der Geburt seines Neffen ein ganz eigenes Familienglück gefunden, nun war es so, dass er sich öfter verhaspelte bei alten Tracks, aus dem Takt kam oder an manchen Tagen etwas neben der Spur zu stehen schien. Aber das war Chris egal, noch immer hielt er sich strikt an die Regel, das private Dinge auch Privat bleiben sollten, so zog er sich aus dem Stress in der Band zurück und konzentrierte sich aufrichtig auf seine Familie, die in Michigan lebte und froh war, dass die Tour im August 2012 endlich ein Ende fand. Zwar traf sich die Band immer mal wieder und beratschlagte über die Zukunft, man griff sich gegenseitig unter die Arme, aber den Fehler, sich nochmal in die oberen Ränge einzumischen würde Chris nie wieder tun, zu viel hatte er deshalb in der Vergangenheit verloren. Man beschloss, das Bandleben aufzugeben und eine Pause einzulegen, eine wohlverdiente Pause, die sie alle bitter nötig hatten. Das kam wie gerufen, so konnte Chris zuhause sein, seinem Sohn beim wachsen und lernen zusehen und all die wichtigen Dinge erleben, die man als Elternteil keinesfalls verpassen wollte. Das erste heftige Lachen zum Beispiel, der erste Schritt auf wackeligen Füßen. In den Stunden zuhause vergaß Chris den Kummer und war durch und durch Vater, Mann, Freund und Nachbar, so wie er es sich in den Pausen seines abgefahrenen Lebens immer wünschte. Und doch fehlte ihm das Schreiben und Musizieren irgendwann doch, denn neben seiner Familie war die Musik alles, was er hatte und was ihn am Leben hielt.

Im Sommer 2013 kam eine Email von Shawn, dass es Zeit wurde. Das war der Aufruf gewesen, auf den Chris lange gewartet hatte, noch im Laufe des Jahres wollte der Clown sich nochmal melden und ein Meeting ins Leben berufen, um die Zukunft der Band zu besprechen und Ideen zusammen zu tragen, die die Jungs allesamt über das Jahr gesammelt hatten. Niemand wusste, was bei diesem Gespräch passieren würde, denn Jim und Corey waren mit ihrer Zweitband im Moment sehr erfolgreich auf Tour und promoteten ein Album, Shawn war mit seiner Kunst verzettelt und Craig betrieb eine Firma, die sich mit Internetkram und dem Zeug beschäftigte. Sid war als DJ und Solokünstler unterwegs, hatte ein eigenes Klamottenlabel und war dank Pauls Tod sehr eng mit Shawn, da der alte Clown den Jüngsten der Band an sich herangezogen hatte wie ein Vater das mit seinem Sohn machte. Nach all den Strapazen mit Josephine stritt Shawn auch nach Jahren noch immer ab, dass er dahintersteckte und nun ja, die Zeit brachte einen dazu, Dinge zu vergessen und zu verzeihen. Selbst Chris redete ja wieder anständig mit dem Clown und gab mittlerweile keinen Deut mehr darauf, was da damals alles gesagt und getan worden war. Shawn hatte sich nicht nur gegenüber den Frauen der Band beweisen wollen, nein, der Clown hatte allen unmissverständlich klargemacht, dass er das älteste und somit schwergewichtigste Mitglied der Truppe war, hatte sich durch diese Hetzerei in eine neue Position gehoben und jetzt nach Pauls Tod gleich noch viel mehr Stimmgewalt innerhalb der großen, verbliebenen Drei. Nichtsdestotrotz hatte Chris ein anderes Verhältnis zu Shawn entwickelt, hatte dem Idioten das Nasenbein gebrochen und ihm unmissverständlich klargemacht, das man mit ihm keine Spielchen mehr spielen sollte. Chris war nun Vater und zusätzlich auch noch verheiratet, hatte sich privat sehr zurückgenommen und führte ein anderes Leben als noch vor der All Hope is gone-Tour, diese Intrigen konnten sich die Kinder gern untereinander halten, da hatte er nichts dagegen. Wenn es um seine Familie ging sah Chris aber rot, deshalb zog er seit seiner damaligen Rückkehr nach Des Moines klare Linien und hielt sich auch daran, auch wenn es manchmal schwer war. Zu diesen Regeln gehörte unter anderem der Fakt, das kein anderes Bandmitglied ihn zuhause besuchte, einzig Sid war einmal kurz hier gewesen und hatte ihm zur Geburt von Jax gratuliert. Ansonsten hielt er sich die Pest aus dem Haus, seine Kinder und seine Frau sollten in Sicherheit leben. Natürlich begleitete Missy ihn auf Partys, Familienfeiern und private Anlässe, im Großen und Ganzen aber hielt sie sich auch aus diesem Leben zurück. Sie kam mit diesem Tourleben einigermaßen klar, es war mit sehr vielen Abstrichen verbunden. Missy war oft Monatelang alleine mit den Kindern, wenn er um die Welt hetzte, aber das war der Preis, den sie zahlen musste. Sie hatte alles dafür getan, um ihn an dieses Leben und an diese Familie zu binden, sie hatte ihn manipuliert und ausgenutzt dafür, das Chris in Missy Bett kroch und es ihr besorgte, tja nun, jetzt musste sie damit leben. Und nach der Geburt von Jax war Sex eh kaum noch ein Thema zwischen ihnen, weil Missy sich ja diesen Nerv geklemmt oder verletzt hatte, so genau kannte er sich mit dieser Art von Beeinflussung nicht aus. Wenn sie Sex hatten weinte sie meist vor Schmerzen hinterher und darauf hatte Chris irgendwie auch keine Lust, aber das war ja auch egal. "Hast du noch Sex oder spielst du schon Golf?", murmelte er sich selbst leise zu, frierend, weil es eiskalt war. Aber mittlerweile mochte Chris die Winter sehr, auch hier in Michigan. Besonders liebte er es, wenn es schneite, denn die Flocken davon erinnerten ihn immer an Katie. Es war jetzt Dezember geworden, bald ging es in die Vorweihnachtszeit und es war eisig frostig, Chris stand im Garten, rauchte seine Kippe und beobachtete einzelne Schneeflocken, die vor ihm durch die Luft trudelten. Bald schon hatte die Band dieses Meeting, bald schon konnte er hoffentlich vor dieser Sehnsucht in seinem Innern flüchten. Und immer wieder fragte er sich, ob man denn tatsächlich zwei Menschen lieben konnte? Paul hatte ihm diese Frage einst mit Ja beantwortet und wenn er in Des Moines auf dem Friedhof war und Paul einen Besuch abstattete, dann erzählte er seinem Bruder von seinen Gefühlen für Kate. Es war seltsam, sie waren nie erloschen, hatten nie aufgehört zu brennen. Klar hatte der Alltag sie ein wenig aus seinem Kopf verdrängt, aber an Tagen wie heute, wo er die Eiskristalle mit bloßem Auge auf seinem schwarzen Hoodie erkennen konnte, da fehlte Katie ihm unwahrscheinlich. An der Kippe ziehend beobachtete er, wie einer dieser Eiskristalle sich zu Schmelzwasser wandelte, dann sah er die Glut der Kippe und schmunzelte. "Fire und Ice. Wo bist du nur hin?", murmelte er, sah in die dichte, graue Wolkendecke und seufzte. Missy wusste von diesen Gefühlen nichts, er redete mit ihr nicht mehr über Kate und seine Vergangenheit. Wann immer er das versucht hatte war er auf Unverständnis, Eifersucht oder gar taube Ohren gestoßen, deshalb schloss er diese Momente lieber in sich ein und bewahrte sie auf. Irgendwann würde der Tag kommen, wo er Kate durch Zufall wieder über den Weg laufen würde, da war Chris sich sicher. Man sah sich immer zweimal im Leben und bedingt durch seinen Job als Musiker kam er verdammt viel rum, sie konnte sich ja nicht ewig verstecken. Und bis zu dem Tag würde er diese Sehnsucht für sich behalten, bis er es ihr sagen konnte. Solange rief aber hier die Pflicht und die Familie, Missy schrie seinen Namen und lachte dann vergnügt, offenbar spielte sie mit den Kindern und Chris musste sie mal wieder erretten. "Irgendwann, kleiner Troublemaker.", murmelte er noch, drückte die Kippe in den Ascher und lief zum Haus zurück. Ja, es war richtig frostig geworden und an manchen Stellen auch glatt, aber das war toll. Chris liebte den Winter, liebte das Eis. Es war seine zweite liebste Jahreszeit geworden, weil sie ihn an seine große Liebe erinnerte. Aber für heute hatte er genug in Erinnerungen gewälzt, jetzt musste er sich auf sein Leben in diesem Haus als Familienoberhaupt konzentrieren.
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