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Dunkelheit

Kurzbeschreibung
OneshotDrama / P12 / Gen
Colby Granger Dr. Larry Fleinhardt
21.06.2019
21.06.2019
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A/N: Hallo! Ich bin zurückgekehrt! XD Mit einer nicht ganz neuen, aber offensichtlich noch nicht veröffentlichten Story. Typisches Genre, typische Charaktere, typischer OS - aber mal ehrlich... was erwartet man sonst von mir?
Anyway... Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen!

| Dunkelheit |

Colby öffnete langsam seine Augen, doch die Welt um ihn herum blieb schwarz. Wo war er? Was war passiert? Langsam tastete er mit der Hand den Boden um sich herum ab. Ganz vorsichtig bewegte er sich Finger für Finger vorwärts und er erschrak, als er etwas Kaltes berührte und ein klirrendes Geräusch ertönte.
Vorsichtig nahm er den Gegenstand in die Hand und ertastete was es war. Ein... Reagenzglas. Ja, es war eindeutig ein Reagenzglas!
Also wo zur Hölle war er? Und wieso tat sein Kopf so weh?
Mit einer Hand rieb er sich den schmerzenden Hinterkopf und er spürte eine klebrige Flüssigkeit. Blut!
Er musste gestürzt und auf den Kopf gefallen sein. Vielleicht erklärte das auch, warum es ihm so schwer fiel sich zu erinnern an das, was geschehen war.
"Au.", brachte er stöhnend hervor und er zuckte zusammen als er eine Stimme, in etwas weiterer Entfernung, neben sich hörte.
"C-Colby?"
Der Agent musste die Stimme erst einmal zuordnen. Sie war ihm bekannt. Das wusste er ganz sicher. Aber... zu wem gehörte sie?
Colby ging alle Menschen, die er kannte durch und kam schließlich zu einem Entschluss.
"Larry?"
"J-ja, Colby. Ich bin es.", kam nach kurzem Zögern die Antwort. Wieso wartete Larry so lange? Stimmte etwas nicht?
"Wo bist du?"
Es dauerte einen Moment, Colby hörte Geräusche und schließlich spürte er wie etwas seinen Arm berührte.
Die erste Empfindung, die er durch die Berührung spürte, war Angst und automatisch wollte er nach seinem Arm schlagen, aber er beruhigte sich wieder, als er die Stimme hörte.
"Hier. Ich bin hier."
Colby schloss die Augen und senkte seinen Arm wieder. Er atmete ein paar mal durch und ließ seinen Puls runterfahren. Das alles hier gefiel ihm nicht. Es war nicht unbedingt so, dass er Angst vor der Dunkelheit hatte. Angst wäre das falsche Wort gewesen. Es war eher... Vorsicht. Man konnte nie wissen, was in der Dunkelheit wartete und deshalb musste man immer auf der Hut sein. Vor Allem, wenn man an einem unbekannten Ort war.
"Wo... wo sind wir, Doc?"
Ein Seufzen ertönte. Scheinbar war der Professor davon ausgegangen, dass Colby sich an alles erinnerte.
"Wir... wir sind in meinem LIGO-Labor."
Ein Bild blitzte vor Colby auf. Er sah, wie er die Treppe runter ins Labor lief, die Waffe gezückt.
"Stimmt... Ich... ich erinnere mich."
Obwohl das Erinnern Colbys Kopf nur weitere Schmerzen bereitete, versuchte er noch mehr dieser Bilder hervorzurufen. Und es funktionierte!
Er sah einen maskierten Mann vor sich, der ihm entgegenrannte und... und ihn zur Seite schubste. Natürlich! So war die Wunde an Colbys Kopf, gefolgt von der Bewusstlosigkeit, entstanden.
Aber wer war der mysteriöse Kerl gewesen? Und wieso war Colby hier runter gekommen? Noch immer gab es viele Fragen.
"Was ist passiert?"
Es folgte erneut ein kurzer Moment des Schweigens und langsam überkam Colby das Gefühl, das etwas nicht stimmte.
"Dieser... dieser Mann, der dich geschubst hat, hat einen... einen der Saphire gestohlen.", brachte Larry hervor. Immer wieder stockte ihm der Atem. Zu reden schien ihm unglaublich schwer zu fallen.
Langsam setzte Colby sich hin und er lehnte sich mit dem Rücken gegen eine harte Oberfläche, hinter ihm - vermutlich die Wand oder die Tür.
"Larry, was ist mit dir?"
Colby hob die Hand und suchte nach dem Professor, der anscheinend direkt vor ihm saß. Er ertastete Larrys Hand auf dem Boden, scheinbar stützte er sich damit ab.
"Ähm, ist... ist nicht wichtig."
Sofort drückte Colby die Hand seines Gegenübers noch fester. Sie fühlte sich seltsam kalt an.
"Was ist?", fragte der Agent noch einmal, diesmal mit mehr Nachdruck in der Stimme.
Larry legte reflexartig seine andere Hand auf Colbys, um ihn zu beruhigen.
Diese war komischerweise... warm. Und nicht nur das. Irgendetwas klebte an ihr. Es erinnerte Colby an den Moment als er seinen Hinterkopf abgetastet hatte.
Ein kalter Schauer durchfuhr ihn, als er realisierte was das Klebrige sein musste.
"Ist das Blut an deiner Hand?", fragte er sofort und dann fühlte er wie Larry sich bewegte. Die Hände lösten sich und einen Moment spürte Colby nichts, bis Larrys Schulter seine eigene berührte. Der Professor hatte sich neben ihn gesetzt.
"Wie ich... schon sagte. Es ist... ist nicht wichtig."
Colby wusste nicht was er erwidern sollte. Larry war anscheinend verletzt, aber er betitelte es als 'nicht wichtig'? Wie konnte es nicht wichtig sein?!
"Du bist verletzt! Sag' mir nicht, dass es nicht wichtig wäre."
Colby griff nach Larrys Arm und er spürte, dass dieser gebeugt war. Der Agent verfolgte mit seiner Hand den Arm und er stellte fest, dass Larry eine Hand auf seinen Bauch presste. Dort musste er verletzt sein!
Wieder erschien ein Bild vor Colbys Augen. Larry, der neben dem offenen Tresor lag - eine Schusswunde im Bauch. Colby hatte es nur aus dem Augenwinkel gesehen, bevor der maskierte Mann ihn geschubst und er das Bewusstsein verloren hatte. Und nicht nur das... Ein lautes Geräusch erklang in Colbys Erinnerung.
Der Kerl hatte erst auf ihn geschossen, bevor er ihn zur Seite gestoßen hatte!
Richtig! Genau dieses Geräusch war auch der Grund gewesen, warum Colby hinunter ins Labor gegangen war. Nein... Nein, das stimmte so nicht ganz. Er war sowieso auf dem Weg zu Larry gewesen, um dessen Informationen zu einem Fall zu erfahren. Und als er den Schuss gehört hatte, da war er nur noch schneller die Treppe hinab gelaufen und hatte seine Waffe herausgeholt. So war es gewesen!
Colby stellte fest, dass er keinen Schmerz, außer dem am Kopf verspürte. Die Kugel musste ihn verfehlt und stattdessen etwas anderes getroffen haben.
'Ein Sicherungskasten!', schoss es dem Agent durch den Kopf. Das erklärte auch warum es hier so dunkel war.
"Du... du bist angeschossen worden.", hauchte Colby schockiert.
Larry murmelte etwas, das wie ein 'Ja' klang, dann merkte Colby, dass der Arm des Professors fiel und in dessen Schoß landete.
"Dann... dann müssen wir dich hier sofort rausbringen!"
Hektisch versuchte Colby aufzustehen, aber als er spürte wie Larry ihn am Arm festhielt und daran hinderte, ließ er sich wieder nieder.
"Bringt... nichts."
Ein Gefühl, ähnlich der Wut, überkam Colby. Wieso wollte Larry sich nicht helfen lassen?!
"Was meinst du damit?", fragte er und hörte wie Larry kläglich daran scheiterte zu sprechen. Wieder und wieder schnappte er zaghaft nach Luft, bis er schließlich antwortete:
"Der... Mann ha-hat... die Tür a-abgeschlossen. Wir... wir kommen hier... nicht-"
Seine Stimme versagte, aber Colby musste auch gar nicht mehr hören. Er lehnte seinen Kopf zurück, gegen die Wand. Eine Weile schwiegen sie bis Colby seine Gefühle nicht mehr kontrollieren konnte.
"So eine Scheiße!", fluchte er laut und er spürte wie Larry neben ihm zusammenzuckte.
Sofort tat es ihm Leid. Er hatte den Professor nicht erschrecken wollen.
"Wie... wie schlimm ist es?", fragte er, als er sich etwas beruhigt hatte.
"I-ich... ich werde... es nicht schaffen."
Larrys Stimme wurde immer schwächer.
Obwohl der Professor es nicht sehen konnte, schüttelte Colby den Kopf.
"Nein... Nein, nein, nein. Quatsch nicht so einen Mist, Doc. Es... es wird uns schon jemand finden."
Wenn sein Handy doch nur funktionieren würde! Gerade als er an der CalSci angekommen war, hatte Colby bemerkt, dass sein Telefon kaputt gegangen war. Es hatte sich aufgehängt, dann war der Bildschirm schwarz geworden. Er war noch der Meinung gewesen, dass er es nicht so dringend brauchen würde in der nächsten Stunde. Und jetzt? Jetzt brauchte er es mehr als jemals zuvor.
"Wenn... wenn jemand hier runter kommt, dann wird er uns finden.", versuchte Colby mehr sich selbst als Larry zu überzeugen. Er zog sich sein Jackett aus und kniete sich hin, presste das Kleidungsstück auf Larrys Bauch.
"Wir... wir müssen nur so lange die Blutung stoppen."
Colby fühlte den großen Kloß, der sich in seinem Hals bildete. Er spürte wie seine Augen anfingen zu brennen und er wusste, was passierte. Wieder schüttelte er seinen Kopf.
"H-Hör auf, Colby."
Larry berührte seine Hand, doch Colby dachte gar nicht daran. Er war hier runter gekommen, um dem Professor zu helfen. Also würde er das auch tun!
"Du wirst nicht sterben, Larry! Du wirst durchhalten! Hörst du? Ich lasse dich nicht sterben."
Eine heiße Flüssigkeit lief Colbys Wangen hinab. Wieso weinte er? Es würde doch alles gut werden. Larry würde nicht sterben! Das hatte er doch gerade selbst gesagt. Also wieso hörten die verdammten Tränen nicht auf zu fließen? Wieso wurde der Kloß in seinem Hals dicker und dicker?
"Ich lasse dich nicht sterben. Freunde... Freunde helfen einander."
Er wusste, dass Larry das Wimmern in seiner Stimme hören musste, aber er konnte nichts dagegen tun.
"F-Freunde? Wir... sind Freunde?"
Colby drückte nur noch fester.
"Na klar, Fleinhardt! Was denn sonst?"
Wieder folgte die bedrückende Stille, bis...
"Ich... ich dachte immer... du hättest... mich gehasst. We-Wegen... Me-Megan."
"Unsinn!"
Nun... vielleicht war etwas Wahres an dieser Aussage dran, aber Hass? Nein... Ein bisschen Eifersucht vielleicht, aber Colby hatte den seltsamen, aber liebenswürdigen Professor nie gehasst. Natürlich hatten sie sich nicht immer perfekt verstanden, waren sie doch unterschiedlicher als Tag und Nacht, aber sie waren trotzdem Freunde.
"Wir... wir sind Freunde."
Es folgte keine Antwort...
Es war, als ob ein spitzer Stein Colbys Herz durchbohren würde. Er stoppte in der Bewegung, drückte nicht weiter.
"L-Larry?"
Stille.
Langsam führte Colby seine Finger an Larrys Hals, fand diesen trotz der Dunkelheit sofort. Aber er konnte nichts spüren. Da war kein Puls.
Verzweifelt ließ Colby den Tränen freien Lauf. Das durfte nicht sein! Er hatte doch gesagt, dass er es nicht zulassen würde!
"Lass' den Mist, Fleinhardt. Wach auf. Bitte!", schluchzte Colby und er packte Larry an den Schultern, schüttelte ihn sanft.
"Bitte, bitte, bitte!", bettelte er wieder und wieder, aber sein Gegenüber rührte sich nicht.
Larry war tot.
Hatte er es noch gehört? Hatte er gehört, dass sie Freunde waren? Colby wusste es nicht. Und er hatte Angst, dass es nicht so wahr... dass Larry es nicht mehr gehört hatte.
"Wir sind Freunde.", wiederholte Colby seine Worte.
Es klopfte an der Tür und eine Stimme ertönte:
"Larry! Larry, bist du da drin?"
Charlie.
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