Rockstar trifft auf Fußballstar

von Kate90
GeschichteDrama, Romanze / P18
Jan "Farin Urlaub" Vetter OC (Own Character)
20.06.2019
10.11.2019
24
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„Dann mache es wenn du es möchtest“, sagte ich und versuchte selbstbewusster zu klingen, als ich mich fühlte.
Natürlich wollte ich um keinen Preis das das Foto in der Presse landete, aber ich versuchte gleichgültig zu klingen.
Möglicherweise konnte ich so etwas Zeit gewinnen.
Denn die brauchte ich jetzt.

Ich drehte mich um und zog mein Handy aus der Hosentasche.
Schnell wählte ich die Nummer von Dirk, der auch nach dem zweiten klingeln dran ging.
„Na hast du nach dem Nachmittag Sehnsucht nach uns?“, fragte er gut gelaunt.
„Könnt ihr zurück kommen? Es ist wichtig“, sagte ich und konnte meine tränen nicht zurück halten.
„Hi Lina was ist los?“ Seine ganze Stimmung wandelte sich sofort.
„Bitte kommt einfach her, dann sag ich es euch.“
„Gut.“
Auch wenn er verwirrt schien, kam er meiner bitte nach.

Für mich eine Ewigkeit später kamen die beiden endlich wieder im Rehazentrum an.
Jetzt wo die beiden vor mir standen konnte ich meine Tränen nicht mehr zurückhalten und heulte an Dirks Schulter.
Bela und Rod schauten sich fragend an.
„Mensch was ist denn in den letzten zwei Stunden passiert?“
„Lucas. Er war hier.“
„Er war was?“, sagten beide gleichzeitig.
„Hat er dir was getan?“, fragte Rod und ich schüttelte meinen Kopf.

Wir setzten uns ebenfalls auf das Sofa.
„Dirk, Rod er hat ein Bild von mir und Jan. Ein eindeutiges. Wenn ich zu Jan nach Berlin ziehe, dann möchte er es an die Presse verkaufen. Was sollen wir denn jetzt machen?“, sprudelte es aus mir heraus. Ich erzählte alles was sich in den letzten Stunden zugetragen hatte.
Die Freunde und Bandkollegen von Jan atmeten zischend aus und überlegten dann.
Ich fühlte mich immer noch hundeelend .

„Du machst nichts“, kam es plötzlich von Rod. Dirk sagte gar nichts.
„Bitte?“
„Ich sag dir jetzt mal meine Meinung zu diesem Lucas. Er hat dir bereits einmal gesagt, dass du es bereuen würdest und passiert ist nichts. Über Monate. Ich glaube das er auch dieses Mal nur blufft.“
„Aber wir können uns da nicht sicher sein und Jan´s Privatsphäre“, wandte ich ein.
„Eins kann ich dir über Jan sagen, der lässt sich nicht Erpressen. Niemals. Aber vielleicht sollten er seinen Urlaub abbrechen. Wenn er erfährt was hier los ist und das wir ihm nicht bescheid gegeben haben ist die Hölle los“, sagte Rod.
„Ich versuche ihn zu erreichen. Vielleicht hat man mal Glück“, sagte Dirk und stand auf.

„Wieso glaubst du das Lucas blufft?“, fragte ich.
„Es war alles Friede Freude Eierkuchen zwischen euch, bis zu dem Tag wo du nach Lyon gegangen bist. Jetzt kommt dein Unfall, er glaubt du kommst zurück nach Wolfsburg und bei der Erkenntnis, dass dies womöglich nicht eintritt tickt er wieder aus. Es geht ihm nicht wirklich um dich als Person. Lucas möchte dich in Wolfsburg wissen. Er ist Abhängig von dir warum auch immer.“

Irgendwie klang das logisch, wenn man länger darüber nachdachte.
Wir waren immer zusammen gewesen. Selbst wenn ich einen anderen nach unserer Trennung hatte, war er immer ein fester Bestandteil meines Lebens gewesen.
Nun mit Jan war das anders. Dadurch das wir eh kaum Zeit füreinander hatten, verbrachte ich die Zeit vor meiner Abreise mehr am Telefon als mit ihm.
Für ihn  nahm Jan ihm eine wichtige Stütze im Leben.
Und jetzt schlug er um sich.

„Gut, habe Jan erreicht, er kommt so schnell er kann“, sagte Dirk als er zurück kam.
„Wie hast du ihn so schnell erreicht?“, fragte Rod, „Sonst bekommt man ihn über Wochen nicht zuhören.“
„Hat Fotos gemacht. Und außerdem hat er es in diesem Urlaub immer an. Wegen Lina.“
Ich sackte in meinem Stuhl zusammen. Super jetzt hatte ich ihm doch noch seinen Urlaub versaut.


***

Zwei Tage später stand ein braun gebrannter Jan vor mir und nahm mich sofort in die Arme.
Sein Geruch beruhigte mich sofort.
„Hi“, sagte ich vorsichtig.
„Hi. Wo ist er?“
„Wer? Lucas? Der ist in der Heimat.“
Jan nickte. „Ich habe gehört du darfst in zwei Wochen hier raus, vielleicht können wir einen Ausflug machen.“
Ich war verwirrt.
„Lina, ich möchte jetzt endgültig für klare Verhältnisse sorgen. Deshalb fahren wir jetzt zu ihm. Soll er dir das doch alles mal sagen, wenn ich dabei bin“, sagte er und zog mich mit zur Verwaltung.

Keine Stunde später saß ich bei Jan im Auto und fuhr mit ihm in meine Heimat.
Ab und zu legte er seine Hand auf meine die in meinem Schoß lag.
„Es wird alles gut“, versuchte er mir Mut zu machen.
„Und was wenn er es als Angriff sieht?“, fragte ich leicht panisch.
„Da kann ich dann nur sagen, wer im Glashaus sitzt sollte nicht mit Steinen werfen. Er hat uns beide auch angegriffen.“

Als das Auto vor dem Haus seiner Eltern parkte schaute Jan mich fragend an.
„Er wohnt noch bei seinen Eltern?“, fragte er.
„Einliegerwohnung.“

Wir klingelten und Lucas Mutter machte uns die Tür auf.
„Lina. So eine Überraschung. Lucas hat mir gar nicht erzählt das du kommst. Deine Mutter ist auch hier.“
„Schön, ist Lucas da?“, fragte ich.
„Im Garten. Er macht ihn noch Winterfest.“
„Danke“, sagte ich.

„Hi Lucas“, sagte ich als wir im Garten angekommen waren. Er schaute auf und freute sich. Solange bis er Jan erkannte.
„Wir müssen reden“, sagte Jan sofort.
„Angst?“, fragte Lucas gehässig.
„Nein. Es gibt immer Mittel und Wege so etwas anders da stehen zu lassen. Was mich aber stört ist das du Lina so weh tust“, antwortete Jan. Nach außen schien er wirklich Ruhig zu sein, aber angespannt war er doch ein wenig.
„Du kommst vorbei und glaubst sie zu kennen? Ich war immer da, ich weiß was sie braucht und das ist bestimmt nicht Berlin.“
„Berlin?“, fragte Jan an mich gewandt. Natürlich durch die Reise und dem Stress mit Lucas hatte ich Berlin komplett vergessen.
„Später“, kam es nur von mir.

Jan setzte nun aber seinen berüchtigten Eisblick auf, als er zu Lucas sah.
„Gut, vermutlich kommen wir nicht auf einen Nenner schade. Aber kommst du ihr noch mal zu nahe und egal in welcher Form, glaub mir ich habe gute Anwälte,“ Damit drehte Jan sich um.

Ich startete noch einen letzten Versuch.
„Bitte Lucas, lass dir helfen. Du bist mir doch wichtig und es spielt doch keine Rolle wo ich wohne, Freundschaft ist doch keine Frage der Entfernung.“
„Er oder ich“, kam es nur von ihm.
„Du kennst meine Antwort.“ Traurig ging zu Jan, der seinen Arm um meine Schulter legte.
„Dann mach es gut, Lina.“

Als wir wieder zurück fuhren fragte ich mich warum er so ruhig geblieben war.
Lag es an Jan, an seiner Drohung bezüglich der Anwälte oder das es ihm nichts ausmachen würde und er somit nichts erpressbares hatte?  Ich konnte nur hoffen das das Kapitel Lucas nun endgültig zu Ende war.

Jan sagte mir das es ihn natürlich gestört hätte, aber er einfach nicht Erpressbar war. Zumindest nicht in diesem Fall.
Und wieder einmal wurde mir bewusst wie gut Bela und Rod ihn doch kannten.
Eine Freundschaft fürs Leben.
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