If I were You ᵗᵃᵉᵏᵒᵒᵏ

von Luumara
GeschichteHumor, Romanze / P18
J-Hope Jimin Jungkook RM Suga V
20.06.2019
20.10.2019
27
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Jungkook

"Jungkook.. Was zum Henker war das?" fragte mich Jimin, nachdem wir losgefahren sind. Ich ließ mich einfach tiefer in den Sitz sinken, war ich doch gerade einfach überrascht von mir selbst gewesen. Eigentlich dachte ich, dass sich das mit Tae und mir endgültig erledigt hatte, doch dass er so sensibel auf die Situation mit Yoongi und Jiminie reagierte, bewies mir, dass er mich nicht hassen konnte.

Man beschützt doch niemanden, den man nicht leiden kann, oder? Und auch wenn er mich durch meine Sexualität nun nicht mehr zum Freund haben wollte, so konnte ich das alles auch nicht so enden lassen. Auch wenn Taehyung der Ältere von uns beiden war, so nahm ich wie so oft einfach mal das Zepter in die Hand und versuchte, alles zu einem friedlichen Ende  zu bringen.

Mein Herz zog sich wieder zusammen, immerhin dachte ich gerade darüber nach, wie ich meinen besten Freund für immer verlieren würde, wenn es nicht schon so weit gewesen war. "Ich hab.. keine Ahnung." antwortete ich Jimin wahrheitsgemäß. "Klärt das, Jungkook. Beim nächsten mal Hau ich ihm aufs Maul, wenn er Jimin nochmal so anfährt." murrte dann Yoongi, und ich nickte nur hastig.

Ich kannte Tae, er war ein sehr impulsiver Mensch. Wie oft er sich schon wegen Kleinigkeiten geprügelt hatte, deswegen immer Ärger in der Schule hatte, und ich weiß ehrlich nicht, wie er es bis jetzt ohne Anzeige geschafft hatte. Lächelnd dachte ich an eine Schlägerei von ihm zurück, auf die ich Stolz war, auch wenn es wirklich dumm klang.

Ein paar Kerle hatten sich über mich lustig gemacht, okay ich war zugegebenermaßen mehr als Betrunken gewesen und bin eine Treppe runtergefallen. Da ich aber so dicht war, haben mich die bösen Kommentare und das Lachen der Typen wirklich verletzt, woraufhin ich weinen musste. Taehyung tröstete mich und nachdem ich mich beruhigt hatte, ging er auf einen der Kerle los, die dann wirklich nichts mehr zu lachen hatten.

Deshalb wusste ich, dass er in diesem Zustand nicht wirklich zurechnungsfähig war. Und, wie er mir schon so oft sagte, hatte ich eine 'Beruhigende' Wirkung auf ihn. Wieder umspielte meine Lippen ein Lächeln, als ich an die Umarmung von eben dachte. Es war so schön, ihn einfach im Arm zu halten, seinen einzigartigen Geruch einzuatmen. Seinen Herzschlag zu spüren, einfach wieder bei ihm zu sein.

"Danke fürs Heimbringen." verabschiedete ich mich dann von den beiden Turteltauben, wobei mir Jimin nur lächelnd durch die Haare fuhr und dann wieder zu Yoongi in den Wagen stieg. "Meld dich, wenn was ist." meinte der Mint Haarige Junge nur und fuhr dann weg.

Schnell ging ich hoch in meine Wohnung und duschte erstmal. Irgendwie musste ich meine wirren Gedanken ordnen, und das ging meiner Meinung nach nun mal am besten indem man sich eine schöne kalte Dusche gönnte. Während das Wasser also über meinen Körper rieselte drifteten meine Gedanken zu meinem besten Freund und ich konnte nicht verhindern, dass ich wieder ein wenig traurig wurde.

Doch er hatte mir doch ganz klar bewiesen, dass ich ihm nicht egal war oder? Ich trocknete mich ab und band mir das Handtuch um die Hüfte, nur um in mein Schlafzimmer zu gehen. Unterhose und Jogginghose hatte ich gerade angezogen, als es an der Tür klingelte. Ohne weiter darüber nachzudenken legte ich mir das Handtuch um den Hals, damit meine Haare nicht so sehr tropften und öffnete die Tür einen Spalt.

"Tae.." hauchte ich, und war überrascht ihn schon jetzt zu sehen. War er direkt nach der Uni hergekommen? Anscheinend, denn er hatte seinen Rucksack noch an. "Komm rein." sagte ich, während mein bester Freund noch kein Wort gesprochen hatte. War das ein schlechtes Zeichen? Taehyung ging an mir vorbei und blieb im Flur stehen, ehe ich mich einfach umdrehte und wieder in mein Zimmer ging, um mir ein Shirt anzuziehen.

"Willst du was Essen? Pizza bestellen?" rief ich dann als ich mir ein Shirt genommen hatte. Keine Antwort. Langsam wurde ich immer nervöser. Warum spricht der Idiot nicht mit mir? "Taehyung willst du.." redete ich einfach weiter, als ich mein Shirt über den Kopf zog. Doch da wurde ich in eine Umarmung gezogen, als ich gerade so meinen Kopf durch das Shirt gezogen hatte. Überrascht schaute ich zu Tae, der seinen Kopf auf meine Schulter gelegt hatte.

"Es tut mir leid, ich bin ein Arschloch." sprach er leise und ich merkte, dass er mit den Tränen kämpfte. Okay, dann lassen wir den Smalltalk weg und springen direkt Kopfüber in die unangenehme Konversation. Seufzend drückte ich den Blonden an mich, erwiderte aber nichts. "Ich hätte.. etwas sagen sollen.. irgendwas.." redete Tae weiter und klammerte sich ein wenig in mein Shirt, während meine nassen Haare ihn wohl ein wenig kitzelten, denn er vergrub sich immer weiter in meiner Hals Beuge.

"Du hast mich verletzt." sagte ich dann, und ich wunderte mich selbst über meine Beherrschung, denn am liebsten hätte ich ihm sofort alles verziehen und mich mit ihm vertragen. Doch das wollte ich auf der anderen Seite nicht. ".. so richtig verletzt." stichelte ich noch ein wenig nach, doch Tae klammerte sich nur noch fester an mich.

Als ich aber dann ein Schluchzen hörte und merkte, dass mein bester Freund nun komplett aufgelöst war, wollte ich ihm gerade trösten, doch er erhob das Wort. "Jungkook, du hast etwas besseres als mich verdient." hauchte er, und kurz erschrak ich. Wusste er etwa von meinen Gefühlen?

"Tae.." wollte ich ansetzen, doch wieder kam er mir zuvor. "Ich wollte nicht aus deinem Mund hören, dass du Jimin liebst. Ich.. ich hatte zu viel Angst, dich zu verlieren. Du bist der wichtigste Mensch in meinem Leben, ich könnte es nicht aushalten dich zu verlieren... es.. es tut mir so leid, ich bin so ein schlechter bester Freund, bitte. Verzeih mir!" weinte Tae kläglich, und da hatte mich die harte Realität wieder.

'Bester Freund'. Ja, das war ich für Taehyung. Der beste Freund, der nun halt Schwul war. Und er war sich ja sehr sicher, dass ich etwas für Jimin empfand. Nun war ich es, der den Kampf gegen die Tränen verlor. Warum verstand er es nicht, dass er es war, dem mein Herz gehörte? Ich vergrub eine meiner Hände in Taes weichen Haaren und die andere drückte ihn noch ein wenig enger an mich.

"Ich liebe nicht Jimin, Tae." sagte ich dann und er löste sich ein wenig von mir. "Aber du.. ich dachte du bist.. verliebt." sprach er nun sichtlich verwirrt. Seine Augen waren leicht gerötet von den Tränen, seine Wangen gerötet und seine wunderbaren Lippen waren ein wenig geöffnet. Gott, konnte man eigentlich noch irgendwie perfekter aussehen? NEIN.

"Ja, ich bin verliebt. Aber nicht in Jimin." antwortete ich ihm. Und das war der Moment, in dem mir alles egal war. Die Jahrelange Freundschaft zu diesem wunderbaren Menschen hier, den ich über alles auf der Welt liebte. Viel zu schnell schlug mein kleines, schmerzendes Herz. Die Tränen ebbten ab und ich schaute in die schönen Augen von Taehyung. Ich wollte nur ein einziges mal...

Meine Hände ließen von Tae ab und legten sich sanft auf seine Wangen. Bevor ich wieder einen Rückzieher machen konnte legte ich meine Lippen kurz auf die meines besten Freundes. Ich versuchte mir einfach jegliches Gefühl dieser einzigartigen Berührung einzuprägen, da ich es wohl nie wieder fühlen würde. Gerade, als ich mich von ihm lösen wollte, griff Tae mit einer Hand in meinen Nacken und mit der anderen an meine Hüfte, zog mich näher zu sich.

Er erwiderte meinen Kuss, und das mit so viel Liebe und Vorsicht, das hätte ich niemals erwartet. Mein Herz stoppte, mein Kopf war wie leer gefegt und meine Hände begannen leicht zu Zittern. Träumte ich etwa?
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