Ein heißer Sommer

von MeraJuna
GeschichteHumor, Romanze / P18 Slash
Anthony J. Crowley Erziraphael
20.06.2019
25.01.2020
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Einen schönen guten Abend wünsche ich euch allen,
Es ist so weit das neue Kapitel kommt und ich denke ihr wisst alle was das heißt ... Der Morgen ist gekommen.
Bevor das Drama seinen Lauf nimmt möchte ich mich ganz herzlich bedanken bei musicalfreak, YumeKahoko und werwolflink. Ihr seid so toll und meine Motivation zum schreiben.
So jetzt aber los. Ich bin gespannt wie ihr es findet, es sind viele meiner eigene Emotionen rein geflossen weil ich eine ähnliche Situation Mal erlebt habe. Zwar nicht auf unbestimmte Zeit trotzdem ziemlich hart.

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Der Morgen graute und die ersten Strahlen der Sonne brachen durch das fahle Grau des noch jungen Morgens. Eine Bitterkeit breitet sich im Körper des Engels aus. Mit dem Licht war auch der Moment des Abschiedes gekommen. In den frühen Stunden des Morgens war es mit Adam verabredet worden, dass er das Aussehen des Blonden veränderte, auf dass er auch ja nicht mehr zu erkennen war. Vorsichtig schob er ganz langsam die Decke von seinem Körper.
Crowley lag immer noch eng an ihn geklammert, die Augen verquollen und rot, zeugten noch vom gestrigen Abend.

Stück für Stück zog er den Arm unter dem schlanken Körper hervor. Ganz sanft, um seinen Geliebten auch bloß nicht zu wecken. Er konnte diese letzten Minuten der Ruhe noch gut gebrauchen. Auf leisen Sohlen ging er in Richtung des kleinen Badezimmers, nicht unweit ihres Schlafzimmers. Doch bevor er den Raum verließ, blieb er noch einen Moment stehen. Eine Hand am hölzernen Rahmen der Tür, blickte er über die Schulter auf den Körper mit den langen Gliedern. Im Schlaf sah sein Geliebter auf eine Weise friedlich, aber zugleich auch unendlich traurig aus.

Ein letzter tiefer Atemzug und er verschwand in Richtung des Badezimmers. Duschen musste er von Natur aus nicht zwangsläufig, ein Wunder reichte eigentlich um sauber zu sein, doch das menschliche Gefühl sich danach frisch zu fühlen, gefiel ihm. So sprang er kurz unter die Dusche, doch heute hatte sie nicht das gewünschte Gefühl ausgelöst, dafür war die Anspannung einfach zu groß. Ein Blick in den Spiegel verriet ihm, dass man ihm durchaus auch ansehen konnte, wie es ihm wirklich ging. Doch es gab keine Ausweg und kein Zurück mehr. Die Klamotten zog er sich noch an und dann hielt ihn nicht mehr viel auf, sich auf den schweren Weg zu machen.

Außer einer Sache natürlich und diese war vielleicht sogar noch schwerer als die Mission bei den Abtrünnigen.

Crowley unterdessen wälzte sich in den Laken. Spätestens das Geräusch hatte ihn soweit wach werden lassen, dass er realisierte welcher Tag gekommen war. Die Tränen versuchte er noch zurück zu halten. Lauschte dem Geräusch der Dusche und konnte den Moment, in dem sein Geliebter noch einmal zu ihm kommen würde, ebenso wenig mehr erwarten, wie er Angst vor diesem Moment hatte. Der Rothaarige lauschte in die Stille hinein. Das Wasser in der Dusche war versiegt. Der Augenblick rückte immer näher.
Das knarzende Geräusch der Holzdielen als sich Erziraphael durch das kleine Haus bewegte. Letzte Dinge, die es noch zu erledigen galt, um den Moment noch hinauszuzögern.

Doch schlussendlich das Knarzen, das immer näher kam. Die Klinke der Tür wurde herunter gedrückt. Sie öffnete sich und der Blonde trat ein. Er legte sich auf das Bett, ganz nah an seinen Geliebten. Legte einen Arm um ihn. Sog den Duft ein, den er nie vergessen würde, in seiner gesamten Existenz. Der Dämon spürte, wie er fest an die Brust gezogen wurde. Noch einmal schlossen sich die Arme um ihn. Die Tränen flossen und das Schluchzen in seine Kehle konnte auch nicht mehr unterdrückt werden. Er ließ allem freien Lauf. Die kleine Hoffnung, dass sein Engel vielleicht doch nicht gehen würde, beim Anblick dieses Elends, machte sich in seiner Brust breit.

Und doch half es nichts. Das Herz in der Brust seines Geliebten schien zu zerbrechen. Doch tief in seinem Inneren wusste er, würde er nun nicht gehen, konnte es gut und gerne sein, dass ihre Tage zusammen gezählt waren. Gezählt durch das Ende der Welt und somit der Existenz von allem was sie kannten. Ein letztes Mal drückte er ihn fest an sich und murmelte in sein Ohr „Das du immer daran denkst, wie sehr ich dich liebe. Ich verspreche dir, ich werde zurückkehren und die Ewigkeit gehört dann uns.“ Zwischen den herzerweichenden Schluchzern konnte der Rothaarige nicht mehr hervorbringen als ein paar Silben, aber der Blonde wusste was gemeint war.

Ein letzter zarter Kuss, den er kaum erwidern konnte, durch die Verzweiflung die seinen Körper schüttelte. Dann erhob sich Erziraphael. Die plötzliche Leere der fehlenden Körpernähe, lies Crowley endgültig seine Fassung verlieren. Laut schluchzte er auf. Doch es konnte die Situation nicht ändern. Der Engel ging zur Tür. Ein letzter Blick und er trat hindurch. Leise schloss er sie, nur um im nächsten Moment ebenfalls in Tränen auszubrechen. Aus dem lauten Schluchzen des Rothaarigen wurde ein Jammern. Er rief nach seinem Partner, ließ seinen Gefühlen freien Lauf.

Jedes Wort war ein Stich in das Herz des Blonden. Alles in ihm schrie danach zurück zu gehen. Ihn zu trösten, zu sagen, dass alles gut werden würde. Doch er konnte es nicht. Es würde alles noch so viel schwerer machen, wenn er jetzt erneut zu ihm gehen würde, dann könnte er nicht wieder gehen. Dicke Tränen liefen sein Gesicht herunter und auch in seiner Kehle sammelten sich die Schluchzer, doch er ließ sie nicht hinaus. Statdessen setzte er einen Fuß vor den anderen. Konzentrierte sich nur noch darauf weiter zu gehen, zu mehr war er in diesem Augenblick einfach nicht fähig. Schritt für Schritt brachten seine Füße ihn so in Richtung des Hauses von Adams Familie, immer weiter seinem Schicksal entgegen.

Der Dämon weinte sich die Seele aus dem Leib. Er fühlte sich leer, so unendlich leer. Als hätte man ihm sein Herz aus der Brust gerissen und ihn seiner Seele beraubt. Da war einfach nur noch Verzweiflung. Er wollte ihm hinterher rennen, doch er hatte keine Kraft. Sein Körper gehorchte ihm nicht mehr und tief in seinem Inneren wusste er auch, dass es keinen Sinn machte. Nach einer Zeit, die gefühlt eine Ewigkeit war, versiegten die Tränen. Doch nicht weil der Rothaarige aufhörte zu weinen, sondern weil einfach keine mehr kamen. Aus der Verzweiflung wurde eine Taubheit die in umfing. Jedes Gefühl erstarb und die geröteten Augen wurden immer schwerer.

Irgendwann, noch einige Zeit später, erbarmt sich sein Körper schlussendlich und er fiel in einen tiefen Schlaf. Traumlos, ohne eine Erinnerung an das was geschehen war, ruhte er. Der Kopf frei. Der Hals rau von den Schluchzern. Die Augen gerötet und verquollen. Vermutlich hätte selbst jeder Dämon der Hölle bei diesem Anblick Mitleid bekommen.

Erziraphael ging auf wackeligen Beinen unterdessen durch den Wald. Seine Sinne übernatürlich scharf, vernahm er noch ein ganzes Stück lang die herzzerreißenden Laute. Doch seine Füße trugen ihn mechanisch immer weiter. Er wählte ein Weg querfeldein, um noch ein paar Augenblicke die Ruhe und den Frieden der Natur in sich aufnehmen zu können. Die Geräusche der Vögel, die in der Frühe des neuen Morgens ihre Lieder sangen. Fröhlich und unbeschwert, so ganz im Gegensatz zu seinem schweren Herzen.

Das kleine Haus an der Hauptstraße kam langsam in Sicht und er atmete noch einmal tief durch. Er schloss die Augen und spürte das Gefühl des weichen Moses unter seinen Füßen. Der Geruch des Holzes, der Blätter die am Boden bereits begannen zu vermodern. Die Geräusche der Vögel, des Windes der durch die Blätter fegte und die Tiere die nach einem Frühstück suchten.

Ein letzter Atemzug und er ging bewusst voran. Seinem Schicksal entgegen. Der Moment in dem seinen Mission beginnen sollte rückte näher. Die Tür des kleinen Hauses öffnete sich und Adam rannte ihm in Gummistiefeln entgegen. Nun also war der Zeitpunkt gekommen.
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