Einsatzkommando: Special

von Phoenix22
GeschichteAbenteuer / P16 Slash
OC (Own Character)
20.06.2019
20.06.2019
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„Steh auf Mark, du kommst noch zu spät in die Schule!“ schreit Tante Emilia nach oben.

Völlig schlaftrunken steige ich aus dem Bett und rufe nach unten, „Ich hab doch noch ne halbe Stunde, was stresst du so rum?“ Nachdem ich mir den Schlaf aus den Augen gewischt habe, laufe ich zu meinem Kleiderschrank und ziehe mir ein T-shirt an. In der Küche angekommen schnappe ich mir zwei belegte Brotscheiben, nehme meinen Rucksack und steige auf mein Hoverboard. Als ich durch die überfüllten Straßen Münchens rase, genieße ich das Gefühl des kalten Morgenwindes, wenn er auf mein Gesicht trifft. Ich lasse meinen Blick durch die Stadt schweifen und überall sehe ich Bildschirme voll mit Nachrichten der Omnic-Krisen und wie Overwatch, diese aufgehalten haben. Ich persönlich halte nicht viel von Overwatch. Mein Vater war ein Wissenschaftler bei ihnen, aber nach dem Verschwinden meiner Eltern, lud Overwatch mich bei meinem Onkel ab und ich hörte nie wieder etwas von ihnen. Als das alles passiert ist war ich gerade mal 3 Jahre alt, also kann ich mich kaum an meine Eltern erinnern. Meine Tante hatte mir alles erzählt was ich wissen musste, um zu verstehen, dass Overwatch nicht immer so gut ist wie alle sagen. Als ich aus meinen Tagträumen aufwache sehe ich vor mir meine Schule, ein relativ unspektakuläres Gebäude. Die Schule hat eine große Glaswand zur Straße und außerdem einen umzäunten Sportplatz, der Rest ist purer Beton, nichts anderes. Dort angekommen, steige ich von dem Board ab und es klappt sich automatisch auf die Größe eines Lineals zusammen. In meiner Klasse ist nicht viel los. Es gibt die Streber, die „Beauty-Tanten“ und diejenigen, die ich am meisten hasse, Henry und seine Leute. Er gibt immer damit an, dass er zu Overwatch geht und irgendwann mal den Laden übernimmt. Der Schultag verläuft ganz normal, die Stunden gehen rum, Mathe, Physik, Deutsch und dann noch Geschichte. In der zweiten Pause begann dann der ganze Spaß, ich sitze wie immer auf meinem Platz und will gerade in mein Brot beißen, als ich neben mir die selbstverliebte Stimme von Henry höre, „Wen haben wir denn da?“

Ich schau nicht zu ihm hoch. „Lass mich in Ruhe.“ Das ist das einzige, was er von mir zu hören bekommt.

Er redet weiter, „Aber, aber, sei mal nicht so unhöflich. Mein Koch hat mir heute wieder diesen widerlichen Kaviar eingepackt, und ich habe leider kein Geld dabei, um mir was bei diesem einfältigen Pausenverkauf zu holen. Ich hatte dir mal was geliehen, und jetzt hätte ich das gerne wieder zurück.“

Ich hatte mir von ihm noch nie Geld geliehen, und das würde auch nie passieren. „Ich sagte, lass mich in Ruhe.“ wiederhole ich mich.

„Na gut, wenn du es unbedingt auf die Art haben willst.“ er schnippst mit den Finger, seine zwei Freunde ziehen mich nach oben und wir laufen gemeinsam in Richtung der Toiletten. „Wieso bin ich den auch überrascht?“ beginnt er wieder mit einer seiner Reden, „ Dein Onkel verdient ja so wenig, dass du froh sein kannst zur Schule gehen zu können. Es ist doch kein Wunder, dass jemand wie du, „ er pausiert kurz und wirft mir einen abfälligen Blick entgegen, „ sich etwas von mir leiht, und es nicht mehr zurück gibst.“

Wir stehen vor der Tür zu den Klo´s, ich werde von einem der Beiden Jungs geschubst. In dem Raum sind ein paar Toiletten, aber niemand der irgendwas mitbekommen könnte. „Zeigt ihm was er sich für Probleme eingehandelt hat!“ befiehlt Henry seinen Schlägern. Der erste Schlag kommt von dem Jungen, der ungefähr dieselbe Größe hat wie ich. Er trifft genau in meine Magengrube, es tat so weh, dass ich mich zusammenreißen musste nicht zu kotzen. Es folgten ein paar Tritte gegen meinen Oberkörper. Irgendwann, kam der Befehl zum aufhören. Der verwöhnte möchtegern Held zieht an meinen Haaren, sodass ich ihn direkt anschaue. „Siehst du, es bringt dir nichts mich oder andere zu beklauen. Bestimmt wohnst du deswegen bei deinem Onkel, weil deine Eltern eingebuchtet wurden.“ er lacht los, und seine Gorillas ebenso.

„Jetzt reichts“ murmele ich und nehme seine Hand fest, „rede nie wieder über meine Eltern oder es wird dir leid tun.“

„Jetzt bekomm ich aber Angst.“ macht er sich weiter über mich lustig.

Ich drücke sein Handgelenk so fest ich kann, aber es scheint ihm nichts auszumachen. Sein verlogenes Gesicht grinst mich weiterhin an. Dieser Anblick macht mich wahnsinnig Sauer. Plötzlich sehe ich wie sich sein Gesicht verzerrt, aber nicht vor Lachen sondern vor Schmerz. Aus seinem Mund kommt kein Gelächter sondern Geschrei, ich hab keine Ahnung was vor sich geht, also lasse ich schlussendlich sein Handgelenk los und er stürzt nach hinten gegen die Tür. Er starrt auf die Stelle an der ich ihn festgehalten hatte, es war alles verkohlt, als wäre seine Haut verbrannt.

„Das… das melde ich dem Direktor!“ sagt er wimmernd, als sich die Drei aus dem Klo verziehen.

Es braucht keine 2 Minuten bis eine Durchsage, durch die Gänge der Schule hallt. „Mark Igner, bitte unverzüglich in das Büro des Direktors!“ Ich leiste der Aufforderung folge und gehe schnurstracks zum Direktorat.

Als ich die Tür öffne ist das erste was ich vernehme Geschrei, „Was zu Hölle denkst du dir dabei?“ schreit mich Direktor Linger an. „Wie kommst du darauf einen Schüler die Hand zu verbrennen?“ er schlägt mit den Fäusten auf den Tisch, als will er Steine mit der Hand zerbrechen.

„Wovon reden sie?“ versuche ich zu verstehen, was man mir schon wieder vorwirft.

„Willst du mich verarschen? Du hast die Hand von Henry Kauhl verbrannt, und jetzt spielst du einen auf dämlichen?“ ich habe unseren Direktor schon sauer erlebt, aber das ist selbst für ihn eine neue Stufe.

„Wie soll ich bitte seine Hand verbrannt haben?“ hake ich nach.

„Mit einem Deo und einem Feuerzeug, dass du danach weggeschmissen hast!“ brüllt er mich an.

„Ich habe aber kein Feuerzeug oder ein Deo bei mir gehabt.“ widerspreche ich ihm.

Man kann schon deutlich die Adern an seinem Hals erkennen, „Das reicht mir, ich rufe die Polizei, die wird sich schon darum kümmern!“

Die Polizei kommt und nimmt mich mit zur Wache, dort angekommen werde ich in einen typischen Verhörraum gebracht und musste eine Stunde lang die Fragen des Polizisten beantworten. „Wenn du mir nicht die Wahrheit sagst, machst du es uns beiden nicht leichter.“ sagt der Beamte am Ende zu mir.

Da ich langsam die Nase voll habe, schlage ich mit der flachen Hand auf den Metalltisch und schreie ihn an, „Das ist die Wahrheit!“

Erschrocken starrt der Polizist die Stelle an, auf der meine Hand liegt und geht ohne weitere Worte aus dem Raum. Es vergehen genau 5 Stunden 48 Minuten und 7 Sekunden bis sich die Tür wieder öffnet. Eine junge Frau kommt herein, sie hat eine blaue Kappe auf und eine seltsame Tätowierung unter ihrem linken Auge. Unter der Mütze kommen lange schwarze Haare hervor und eine Strähne hängt zwischen ihren Augen. Gemütlich holt sie eine Thermoskanne hervor, währenddessen sehe ich das Symbol von Overwatch auf ihrer Schulter prunken. „Tee?“ frägt sie mich freundlich und reicht mir eine Tasse.

„Nein danke.“ lehne ich das Heißgetränk ab.

Die Frau seufzt und beginnt zu reden, „Mein Name ist Ana Amari, ich bin hier weil du einem Mitschüler die Hand verbrannt hast.“

„Ich habe ihm nicht seine gottverdammte Hand verbrannt.“ protestiere ich.

„Lass mich ausreden,“ unterbricht mich die Frau, „mir ist egal warum du das getan hast. Mir ist das Wie wichtiger. Also wie ist das alles passiert?“

Ich atme einmal tief durch und erzähle die ganze Geschichte noch einmal von Anfang an. Aber anders als beim Direktor oder dem Polizisten, habe ich das Gefühl, als würde sie mir das ganze glauben.

Nachdem ich fertig war ergreift sie wieder das Wort, „Also gut, du hast seine Hand genommen, wurdest sauer und dann war seine Hand verkohlt?“

Ich bestätige das ganze mit einem Nicken. Die Frau trinkt den Rest ihres Tee´s aus und steht auf. „Du darfst gehen,“ fügt sie hinzu,“ wir werden uns bei dir melden, Mark.“

Überrascht von der Tatsache ohne Strafe gehe ich aus der Polizeiwache raus und fahre mit meinem Hoverboard nach Hause. Als ich zuhause ankomme werde verschonen mich meine Ersatzeltern natürlich nicht von einer Standpauke. Der Direktor hatte natürlich angerufen und ihnen seine Version verkauft. Ich wurde von der Schule geschmissen und wegen schwerer Körperverletztung von Herny´s Vater verklagt. Die Klage wurde aber sofort wieder aus einem unbekannten Grund eingezogen. Ich verbringe die nächsten zwei Wochen damit vor dem PC zu hocken und Computerspiele zu spielen oder Videos anzuschauen. Nach den zwei entspannten Wochen steht plötzlich ein Wagen vor unserem Haus, das nicht einmal den Boden berührt. Dieser Wagen schwebt komplett, moderner als jedes andere bekannte Fahrzeug. Kurz darauf klingelt es an der Tür und ich höre nur die kratzige Stimme meines Onkels, „Hey du Nichtsnutz, komm mal runter. Da hat jemand Interesse an deinem nutzlosen Arsch.“ Nach dieser freundlichen Aufforderung schleiche ich die Treppe runter und gehe zu dem kleinen Holztisch der unter ein paar kleinen Lamen steht, die Beleuchtung reicht gerade so aus um sein Essen mit der Gabel zu treffen, aber das war´s dann auch wieder. Zwei Männer mit Anzug sitzen auf den abgenutzten Holzstühlen, ich vermutete es wäre Anwälte dieses Schnösel´s.

„Guten Abend Mark,“ begrüßt mich der Anzugträger, der mit direkt gegenübersitzt, „wir sind hier, um mit deinen Erziehungsberechtigten und dir ein paar Angelegenheiten zu klären.“ „Wir möchten dir einen Ausbildungsplatz anbieten,“ übernimmt sein Partner, „Overwatch zeigt ein großes Intresse an dir. Die Kosten würden ganz wir übernehmen. Das einzige, was wir von dir bräuchten ist deine Zusage, und die Einverständniserklärung von ihnen.“
Mein Onkel verschluckt sich an seinem Bier, „Overwatch, will dich?“ er sagt es in einem so abfälligen Ton, dass ich weiß was er davon hält. „Abgesehn davon, dass sie den größten Fehler ihres Lebens damit machen, kann der Bengel gerne mit ihnen gehen.“

Meine Tante hingegen war weniger zu überzeugen, schlussendlich gibt sie aber mit den Worten, „Immer noch besser als ohne Abschluss nach einem Job zu suchen.“ doch noch nach.

„Und was ist mit dir?“ frägt mich der erste der beiden Anzugträgern.

„Ich weiß noch nicht, was ich davon halten soll.“ gebe ich unsicher zurück.

„Wir haben uns das schon fast gedacht, solltest du dich entschieden haben komm einfach am 1. September in der Früh an den Münchner Flughafen an Gate 1. Nimm alles mit, dass du brauchst, du wirst eine lange Zeit nicht mehr zurückkehren.“ mit diesen Worten verabschieden sich die beiden.

Bis zum ersten September sind noch ca. 3 Monate hin. In dieser Zeit muss ich mich entscheiden, ob ich in die wohl beliebteste Organisation der Welt will oder nicht. Die meisten hätten ohne zu zögern zugestimmt, aber wenn sie mich wollen, müssen sie ja irgendwas in mir gesehen haben. Mit diesen Fragen und noch mehreren zerbreche ich mir den Kopf in den nächsten Monaten. Mein Onkel war in dieser Zeit noch unausstehlicher als zuvor. In der letzten Nacht vor dem Stichtag, wusste ich noch immer keine Antwort. Als ich einfach zu mir selbst sagte, „Ach scheiß doch auf alle.“ Ich springe aus meinem Bett und beginne alles was in meinem Zimmer eine Funktionalität hatte in einen Koffer zu packen. Der Wecker zeigt 4.37 Uhr an, als ich noch schnell einen Zettel schreibe, der an meine Tante geht und mir ein paar Brote schmiere. Danach schnappe ich mir mein Board und düse los zum Flughafen. Es ist 5.19 Uhr als ich ankomme und eine weiter Stunde dauerte es das 1. Gate zu finden.

„Schön, dass du dem Angebot nachgekommen bist.“ begrüßt mich die Frau von der Polizeiwache. Aufgrund des Schlafmangel gepaart mit meiner Nervosität hatte ich sie kaum wiedererkannt. „Komm mit, der Jet wartet schon.“

Ich folge der Schwarzhaarigen, umzingelt von vier Bodyguards deren Bizeps größer, als meine Beine sind. Wir werden ohne irgendwelche Probleme auf das Rollfeld gelassen bis zu einem weißen Jet mit denselben blauen Leuchten, wie bei dem Auto der Anzugträger. Als wir ihn betreten lerne ich eine völlig neue Welt kennen. Der ganze Flieger ist hochmodern. Überall Touchpads und Holobildschirme die Sitze an Bord sind bequemer als alles andere, das ich je probiert hatte. Automatisch wurde wir angeschnallt und es dauerte keine Minute bis wir in der Luft waren. Das alles passierte so schnell, dass ich aus dem Staunen nicht mehr rauskam.

Die Frau lachte nur, „Wenn dich das schon aus den Socken haut, dann warte mal ab bis du die Insel siehst.“ Das war das letzte an das ich mich erinnere bevor mich die Müdigkeit übermannte und ich einschlief.
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