Ende gut, alles gut?

von Jassy-22
GeschichteAllgemein / P16
Chiaki Nagoya Hijiri Shikaido Marron Kusakabe Miyako Toudaiji Yamato Minazuki
19.06.2019
10.10.2019
9
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„Ich habe den ganzen Abend versucht dich zu erreichen. Ich habe mir Sorgen um dich gemacht.“
„Du siehst ja, dass es mir gut geht. Nun kannst du wieder verschwinden.“
Die angesprochene Person lächelte nur.
„Oh, Maron, schön, dass wir uns wiedersehen.“
Maron blickte etwas an Chiaki vorbei. Er hatte sich so schnell vor sie gestellt, dass sie gar nicht richtig realisieren konnte, wer da vor ihnen stand. Es war Yashiro.
„Ja, es freut mich auch.“, erwiderte Maron freundlich. Was jedoch alles andere als der Wahrheit entsprach. Sofort erinnerte sie sich wieder an das Gespräch, dass Chiaki mit seinem Vater geführt hatte. Sie hatten über Yashiro geredet. Und nun war sie hier. Das bedeutete sicher nichts Gutes. Maron wusste, dass Yashiro die Trennung von Chiaki nicht sonderlich gut verkraftet hatte und Maron auch viel Schuld zu schob. Doch sie hatte doch gar nichts gemacht. Anfangs hatte sie sich vehement gegen Chiaki und seine Annährungsversuche gewährt. Erst als es zwischen den beiden endgültig aus war, hatte sie ihm eine Chance gegeben. Sie konnte doch nichts führ ihre Gefühle. Sie wollte doch nur einmal glücklich sein.  
Yashiro wandte sich wieder an Chiaki.
„Ich kann gar nicht glauben, dass sie immer noch bei dir ist nachdem du ihr die Wahrheit gesagt hast.“
Maron horchte auf. Wahrheit, welche Wahrheit? Gab es etwas was sie nicht wusste? Hatte Chiaki ihr Vertrauen tatsächlich erneut missbraucht und sie etwa angelogen? Nein, das durfte nicht sein. Das würde er niemals machen. Er liebte sie doch. Er hatte ihr doch versprochen, dass er immer ehrlich sein würde. Das war sicher alles nur ein fieser Trick von Yashiro.
„Yashiro, pass auf was du sagst.“, entgegnete Chiaki wütend.
Yashiro ging ein Licht auf.
„Ach, du hast es ihr noch gar nicht gesagt.“, sie lachte leise.
„Na, dann, wird sie dich sowieso noch verlassen, wenn du erst einmal den Mut aufbringst und ihr die Wahrheit sagst.“
Yashiro machte sich auf den Weg und ging an Chiaki vorbei. Als sie neben Maron stand, drehte sie ihren Kopf zu ihr und flüsterte in ihr Ohr:
„Aber Maron, pass bitte gut auf den Vater meines Kindes auf.“
Dann war sie auch schon im Treppenhaus verschwunden. Chiaki hatte ebenfalls gehört was Yashiro gesagt hat und drehte sich sofort zu Maron um. In ihrem Gesicht spiegelte sich Entsetzen wieder. Tränen hatten sich bereits in ihren Augen gesammelt.
„Maron…bitte…“
„Nein, Chiaki. Sag mir eins. Stimmt es was sie gesagt hat? Bekommt ihr ein Kind?“
Marons Stimme zitterte. Chiaki wollte sie in den Arm nehmen, doch Maron wich zurück. Mit dem Rücken stieß sie an die geschlossene Aufzugtür. Chiaki trat auf Maron zu und stemmte seine beiden Hände rechts und links neben ihren Kopf. Eindringlich sah er ihr in die Augen. Maron hatte zu weinen begonnen. Unaufhörlich bahnten sich Tränen den Weg von ihren Augen über ihre Wangen und sammelten sich an ihrem Kinn, wo sie schließlich zu Boden fielen.
„Maron…es tut mir so unendlich leid.“
„Also stimmt es. Sie hat nicht gelogen.“, sagte Maron leise eher an sich selbst gerichtet.
„Wieso hast du es mir nicht gesagt?“
„Ich konnte nicht. Ich konnte einfach nicht, Maron.“, verzweifelt blickte Chiaki zu Boden.
„Ich konnte dich nicht schon wieder verletzten. Endlich waren wir zusammen und glücklich. Und dann holt mich ein Fehler aus meiner entsetzlichen Vergangenheit ein. Und es wird wieder alles zerstört. Seit ich dich kenne, habe ich dich noch nie so glücklich gesehen, wie in den letzten Tagen. Ich wollte dir die Wahrheit sagen wirklich, aber ich konnte es noch nicht. Ich wollte heute Abend abwarten. Meinem Vater habe ich heute im Restaurant versprochen, dass ich…“
„Was, dein Vater weiß es auch schon?“
„Yashiro war bei ihm im Krankenhaus zur Untersuchung. Er hat auf mich eingeredet, damit ich dir die Wahrheit sage, aber…ich wollte dich nicht schon wieder enttäuschen.“
„Wie lange schon?“
„Was?“, Chiaki blickte wieder hoch.
„Wie lange ist sie schon schwanger.“
„Sie sagt, sie ist im vierten Monat.“
Maron nickte.
„Vier Monate also. Damals bist du hier eingezogen.“
„Und kurz danach habe ich mich von ihr getrennt, das weißt du.“
Maron nickte erneut.
„Es ist also nicht passiert, während du dich um mich bemüht hast.“
Erschrocken riss Chiaki die Augen auf. Dachte Maron wirklich so von ihm. Andererseits, er konnte ihr nach Allem was war, dies auch nicht verübeln.
„Maron, ich hätte dich niemals betrogen oder eine Zukunft mit dir für eine Frau wie Yashiro aufs Spiel gesetzt. Du bist alles was ich will.“
Vorsichtig nahm Chiaki seine beiden Hände von der Aufzugtür und legte sie auf Marons Wangen. Vorsichtig strich er die Spuren weg, die ihre Tränen der Enttäuschung hinterlassen hatten.
„Ich liebe dich so sehr, Maron.“
„Chiaki…“
Marons Stimme zitterte immer noch. Sie war gefangen in einem inneren Konflikt. Sie liebte Chiaki, so sehr. Doch er hatte sie angelogen. Schon wieder. Konnte sie ihm das wirklich verzeihen? Es ging um eine große Sache. Er wollte sie doch nur glücklich sehen. So eine Bombe ließ man schließlich nicht einfach so platzen. Es brauchte einen ruhigen/passenden Augenblick. Nachdem was mit ihren Eltern und Yamato passiert war, konnte sie nicht gerade behaupten, dass es in letzter Zeit einfach gewesen wäre, ihr etwas Derartiges zu beichten.
„Ich will dich nicht verlieren Maron.“, unterbrach Chiaki ihren Gedankengang.
Langsam kam Chiaki mit seinem Gesicht Maron immer näher.
„Nicht…Chiaki…“, Maron wehrte sich jedoch nicht. Sie ließ den Kuss geschehen. Maron spürte deutlich seine Verzweiflung und seine Angst. Nach wenigen Momenten brach Maron den Kuss ab.
„Ich habe dich verloren.“, schlussfolgerte Chiaki.
Maron blickte tief in seine Augen. Sie kannte, dass Chiaki ebenfalls den Tränen nahe war. Das berührte sie sehr. Schließlich wusste sie, dass er seit dem Tod seiner Mutter nie mehr geweint hatte.
Chiaki ließ Marons Gesicht los. Und senkte seinen Blick Richtung Boden.
Maron brach das Herz bei diesem Anblick.
„Es tut mir so leid, Maron. Wenn ich die Vergangenheit rückgängig machten könnte, ich würde es tun. Du hast mir gezeigt, was ich für eine Art Mensch sein will.“
„Willst du dich um das Kind kümmern?“
Chiaki blickte hoch. Eine einzelne Träne entglitt aus seinem Augenwinkel.
„Ich will eine Familie mit dir. Nur mit dir.“
„Ich weiß, dass der Chiaki, den ich liebe, sich niemals vor einer Verantwortung drücken würde. Das ist eine Eigenschaft an dir, die ich sehr zu schätzen weiß.“
Auf Marons Lippen lag ein leises Lächeln.
„Ohne dich schaffe ich das niemals. Ich brauche dich, Maron!“
„Ich weiß, Chiaki. Aber im Moment braucht Yashiro dich. Sie wird zwar niemals meine beste Freundin sein, aber es muss schwer sein in so einer Situation allein zu sein.“
„Bittest du mich etwa zu ihr zurück zu kehren?“
Maron schluckte schwer. Wie sollte sie Chiaki antworten, wenn sie doch selbst nicht wusste, was sie wollte. Sie brauchte etwas Zeit um alles zu verarbeiten. Sie wollte und musste unbedingt mit jemanden über alles reden.
„Sei für sie da. Als Freund.“
Chiakis Herz machte einen Sprung. Hatte Maron ihn doch noch nicht aufgegeben?
Maron trat einen Schritt vor und nahm Chiakis Hand.
„Ich liebe dich, Chiaki. Aber ich brauche etwas Zeit um mir über alles klar zu werden.“
„Natürlich Maron. Ich verstehe das.“
„Danke.“
Maron stellte sich auf ihre Zehenspitzen und drückte Chiaki einen flüchtigen Kuss auf die Wange.
„Gute Nacht, Chiaki. Danke für heute Abend.“
Maron verschwand schnell in ihrer Wohnung. Chiaki hatte noch kurz hinterher gesehen, bis er schließlich auch in seiner Wohnung verschwand.
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