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Ende gut, alles gut?

von Jassy-22
Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P16 / Gen
Chiaki Nagoya Hijiri Shikaido Marron Kusakabe Miyako Toudaiji Yamato Minazuki
19.06.2019
26.07.2021
19
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26.07.2021 2.323
 
<< Yamato Minazuki,

heute Nacht werde ich deine Seele befreien.

Sindbad, der Dieb >>

Wieder und wieder las Maron die Worte auf der kleinen Karte, die Miyako ihr erst vor wenigen Sekunden überreicht hatte.
Die Gedanken in ihrem Kopf drehten sich wie wild. Sie konnte keinen klaren Gedanken fassen. Ihre ganze Welt hatte sich mal wieder auf den Kopf gestellt.
Wieso schrieb Chiaki wieder Warnungen? War Sindbad zurück? Müsste das nicht auch bedeuten, dass Access wiedergekommen war? Und wo war Fynn? Müsste sich Maron auch wieder in Jeanne verwandeln? Aber der Kampf gegen den Bösen König hatte doch eigentlich schon geendet. Was war hier nur los?
„Maron?“
Miyakos Stimme riss Maron aus ihrem Gedankenwirrwarr. Maron hob den Kopf von der Karte und blickte Miyako an.
„Du solltest mit ihm reden.“
Maron nicke stumm und streckte die Miyako die Karte entgegen. Diese schüttelte den Kopf.
„Behalt sie. Ich habe sie zufällig auf dem Polizeirevier entdeckt und gleich eingesteckt. Ich will nicht, dass Chiaki oder dir etwas passiert. Und ich könnte es mir im Leben nicht verzeihen, wenn mein Vater und die Polizei daran beteiligt wären.“
„Mi…Mi…Miyako. Ich weiß nicht…“
„Du musst nichts sagen.“ Miyako lächelte stolz. Nachdem sie ihre beste Freundin die letzte Zeit so vernachlässigt hatte, war sie einfach nur froh, wenigstens etwas für sie tun zu können.
Sanft nahm Miyako Maron in den Arm und drückte sie herzlich.
„Viel Glück.“, flüsterte sie dabei Maron ins Ohr. „Und vergiss nicht, ich bin immer für dich da.“
Da war Miyako auch schon aus der Tür verschwunden.
Mit ihren Gedanken und Gefühlen ganz allein stand Maron nun in ihrem Flur.
Sie wusste nicht ob sie wütend auf Chiaki sein sollte, oder einfach nur enttäuscht. Aber vielleicht hatte Miyako recht und Chiaki hatte sie aufgrund eines Geheimnisses abgewiesen. Sollte Sindbads Rückkehr etwa dieses Geheimnis sein?
Maron atmete tief ein und aus und machte sich schnellen Schrittes auf den Weg in die Nachbarwohnung. Vorsichtig klopfte sie.
„Komme schon.“, ertönte Chiakis Stimme von drinnen.
Hastig sprintete Chiaki zu Tür. Viel Zeit hatte er immerhin nicht mehr bis er wieder auf einen Beutezug gehen würde. Nur diesmal mit einem anderen Ende als sonst.
„Ja, was…“, Chiaki stockte als er Maron in der Tür sah. Er hatte beim besten Willen mit fast allem gerechnet. Aber nicht, dass Maron nach so kurzer Zeit wiederauftauchen würde.
Innerlich brach ein Feuerwerk los. Er freute sich unglaublich Maron zu sehen. Doch natürlich konnte er es nicht offen zeigen. Er musste sie auf Abstand halten. Einzig und allein so konnte er sie beschützen.
Maron hatte ihre Hände hinter dem Rücken überkreuzt, während ihr Blick unsicher auf Chiaki ruhte.
Konnte es wirklich sein, dass alles nur gespielt war? Dass Jeanne und Sindbad wieder zurück waren? Dass es neue Feinde gab? Dass Maron und Chiaki wieder ihr Leben aufs Spiel setzten mussten?
„Kann ich kurz reinkommen?“, fragte Maron etwas zögerlich, zugleich jedoch bestimmt.
Chiaki wusste nicht recht was er davon halten sollte. Erst vor wenigen Stunden war Maron immerhin aus seiner Wohnung geflüchtet, nachdem er ihr einen unschönen Laufpass gegeben hatte.
Chiaki schluckte schwer. Zu gerne würde er Maron in seine Wohnung einladen, sie in den Arm nehmen und küssen und all die Worte zurücknehmen, die er ihr an den Kopf geworfen hatte.
Doch die Situation erforderte seine Stärke und sein Durchhaltevermögen. Er musste einmal das Richtige tun. Für Maron.
„Maron“, setzte Chiaki an. „Ich denke nicht, dass das…“
„Bitte.“, unterbrach ihn Maron in strengem Tonfall. Sie wollte sich nicht abwimmeln lassen. Nicht schon wieder. Sie wollte Erklärungen und die würde sie bekommen. Koste es was es wolle. Sie war nicht bereit aufzugeben. Sollten ihre Befürchtungen wahr sein, dann würde sie es mit Chiaki zusammen an ihrer Seite schaffen. Sie würde ihn nie allein in den Kampf schicken. Zu oft schon hatte er als Sindbad sein Leben für Jeanne riskiert. Sie war es ihm schuldig.
Chiaki, dem die Strenge und Bestimmtheit in Marons Tonfall aufgefallen war, nickte kurz und trat zur Seite damit Maron die Wohnung betreten konnte.
Etwas unbeholfen und unschlüssig standen die beiden schließlich in Chiakis Flur.
„Gehen wir doch ins Wohnzimmer“, durchbrach Chiakis Stimme schließlich die unangenehme Stille zwischen den Beiden.
Maron nickte und folgte Chiaki durch den Flur in das angrenzende Wohnzimmer. Ihre Hände hatte sie immer noch hinter ihrem Rücken versteckt, darin hielt sie die Warnung von Sindbad, die ihr Miyako noch vor wenigen Minuten überreicht hatte.
Chiaki setzte sich auf das Sofa ehe er Maron deutete sich zu ihm zu setzten, doch diese schüttelte nur den Kopf.
„Was gibt’s?“, fragte Chiaki schließlich. Er konnte seine Neugierde kaum noch unterdrücken. Er wollte unbedingt wissen was Maron hierher verschlagen hatte.
„Ich denke du bist mir eine Erklärung schuldig.“, sprach Maron leise, aber dennoch bestimmt.
„Maron, ich verstehe nicht…“
Gerade als Chiaki zu einer Antwort ansetzten wollte, segelte aus Maron Händen auch schon die Warnung von Sindbad auf den Boden.
Mit aufgerissenen Augen blickte Chiaki auf das Kärtchen. Er musste es nicht lesen, um zu wissen was darauf stand.
„Dieser kleine Mistkerl.“, murmelte Chiaki.
„Was?“, hakte Maron nach, die Chiaki nicht richtig verstanden hatte.
Sofort erhob sich Chiaki.
„Access!“, schallte seine Stimme durch die Wohnung. „Komm‘ sofort her!“
Die Lautstärke von Chiakis Stimme ließ Maron zusammenzucken. Sie fing sich jedoch im selben Moment wieder, als sie Chiakis Worte verarbeitet hatte und ihr bewusstwurde, dass er gerade nach Access verlangt hatte.
Dann war es wohl wirklich wahr. Sindbad der Dieb war offiziell zurückgekehrt. Doch, was war mit Jeanne? Viel Zeit zum Überlegen blieb ihr nicht, da sie bereits den kleinen Engel auf sich und Chiaki zu kommen sah.
„Chiaki, was gibt es?“, flötete der Engel fröhlich vor sich hin. Maron hatte er noch gar nicht bemerkt.
Langsam bückte sich Chiaki nach der Warnung, die immer noch auf dem Boden lag.
„Kannst du mir das erklären?“, fragte Chiaki ungewöhnlich ruhig und war die Karte in Richtung des kleinen Engels.
Gerade noch rechtzeitig konnte Access die Warnung mit beiden Händen fangen, bevor sie in sein Gesicht geklatscht wäre.
Access musste die Worte nicht einmal lesen, um zu begreifen was er da gerade in seinen Händen hielt.
Halb versteckte er sein Gesicht hinter dem Zettel und blickte Chiaki etwas angsterfüllt an.
„Na, das ist eine Warnung.“, sagte er leise.
„Was das ist, weiß ich selbst.“, entgegnete Chiaki gereizt. „Ich will nicht wissen was das ist, sondern warum das überhaupt existiert.“
Access, dessen Stimme man sowieso kaum noch hören konnte, antwortete noch leiser.
„Aber, Sindbad stiehlt nicht ohne eine Warnung zu verschicken. Das war doch immer so.“
Mit beiden Händen fuhr sich Chiaki in die Haare und begann sich die Haare zu raufen. Er drehte dem Engel seinen Rücken zu und begann unruhig im Zimmer auf und ab zu laufen.
Seine Gedanken rasten. Wieder einmal schaffte er es nicht seine Maron zu beschützen. Das war doch alles zum Verrückt werden. Access wusste doch ganz genau, dass er Maron aus dieser Situation heraushalten wollte. Wieso musste er denn diese dumme Warnung verschicken.
Maron, die die ganze Szene gespannt beobachtet hatte, konnte sich immer noch keinen Reim darauf bilden. Doch sie wollte endlich Antworten.
Sie räusperte sich und Chiaki, aus seinen Gedanken gerissen, blickte sie mit großen Augen an.
Auch Access schien sie nun endlich zu bemerken. Etwas unbeholfen versuchte er vergebens die Warnung hinter seinem Rücken zu verstecken.
„Jeanne…ich meine Maron, schön dich zu sehen.“
Access, dem die Situation deutlich unangenehm war, stieg die Röte ins Gesicht.
„Was ist hier los?“
„Ehm, naja, weißt du…“, versuchte Access eine Antwort zu suchen. Doch er wusste nicht, wo er anfangen sollte.
„Ich denke Chiaki sollte dir das erklären. Ich lass euch zwei dann mal alleine.“
So schnell wie er gekommen war, war Access dann auch wieder verschwunden. Die Warnung war wieder auf den Boden gesegelt.
Fragend blickte Maron Chiaki an. Dieser seufzte laut und deutete ihr sich zu setzen.
Diesmal nahm Maron die Einladung gerne an. Sie fühlte sich in der Situation überfordert und zu viele Fragen schwirrten in ihrem Kopf. Sie hatte das Gefühl als würden jeden Moment ihre Beine nachgeben.
Nachdem Maron sich gesetzt hatte, nahm Chiaki auf einem Sessel gegenüber der Couch Platz.
Seine Hände faltete Chiaki in seinem Schoß und richtete seinen Blick auf Maron.
An ihrem Gesichtsausdruck erkannte er, dass Maron beinahe mit der Situation überfordert war.
„Chiaki…was ist hier los?“
„Maron…ich…“
„Bitte, ich will endlich Antworten.“
Chiaki nickte. Er verstand, dass Maron genug von all den Lügen und Spielchen hatte. Und so gerne er sie auch beschützen wollte, sie hatte eine Antwort verdient.
„Es ist noch nicht vorbei, Maron. Der Kampf gegen den Bösen König. Access hat mir erzählt, dass er zurück ist. Noch stärker als zu vor.“
Maron stockte der Atem. Sie hatte sich bereits vorgestellt, dass es eine neue Herausforderung gab, aber nun doch Gewissheit zu haben war ein ganz anderes Gefühl.
Doch sie wollte nicht aufgeben. Wenn eine neue Herausforderung anstand, dann wollte sie auch kämpfen. Sie wollte den Bösen König endgültig und ein für alle Mal besiegen.
Für sich und die Menschen, die unter ihm leiden mussten.
„Wieso hast du mir das nicht gesagt?“
Marons Stimme klang brüchig. Oft hatte Chiaki sie angelogen, und immer wieder hatte sie ihm verziehen. Und obwohl er geschworen hatte sich zu ändern und sich auch bereits positiv entwickelt hatte, hatte er sie wieder angelogen. Er wusste doch, was das mit ihr machte.
Chiaki bemerkte die Änderung von Marons Stimmlage und sofort übermannte ihn das schlechte Gewissen, das ihn schon die ganze Zeit plagte.
Er würde es sich nie verzeihen, dass er sie schon wieder verletzen musste. Würde sie verstehen, dass das eigentlich nur zu ihrem Schutz passiert war?
„Ich konnte es dir nicht sagen. Es ist nicht mehr so wie es damals war.“
Maron legte ihre Stirn in Falten.
„Das verstehe ich nicht. Was ist denn anders?“
„Du hast doch die Warnung gelesen oder?“
Maron nickte, doch sie verstand nicht worauf Chiaki hinaus wollte.
„Ist dir da etwas aufgefallen?“
Maron überlegte und da kam ihr etwas in den Sinn.
„Deine Seele…Access hat nicht wie sonst geschrieben, dass einem Gegenstand die Schönheit genommen wird. Er hat geschrieben, dass die Seele befreit wird.“
Chiaki nickte langsam. Er stand auf und kniete sich vor Maron auf den Boden. Vorsichtig nahm er ihre Hände in seine.
Maron, die nicht wusste was geschah, ließ es passieren. Sie hatte Chiakis Berührungen so sehr vermisst.
Auch wenn jetzt nicht der richtige Moment war, so wollte sie eine Nähe spüren.
Chiaki fixierte Maron mit seinem Blick.
„Maron, wenn du oder ich nun jemanden erlösen, dann wird dieser Mensch nicht mehr wie vorher.“
„Was…was meinst du damit?“
„Die Menschen, die besessen waren, sie werden durch die Erlösung sterben.“
Maron konnte nicht glauben was sie gerade gehört hatte. Das Blut rauschte in ihren Ohren. Ihr Atem beschleunigte sich und fassungslos schüttelte sie den Kopf.
„Nein. Wie ist das möglich? Wie geht das? Ich…“
Maron löste ihre Hände aus Chiakis und vergrub ihren Kopf darin.
Chiaki erhob sich und setzte sich zu Maron. Langsam schloss er seine Arme um sie und hielt sie fest, während er mit einer Hand über ihren Rücken strich.
„Ich weiß. Es war für mich auch ein Schock, das kannst du mir glauben.“
„Wie können wir das tun?“, murmelte Maron an Chiakis Brust.
„Wir tun das nicht.“
Maron drückte sich etwas von Chiaki weg, um in seine Augen sehen zu können.
„Wie meinst du das? Wir können doch nicht einfach den Bösen König gewinnen lassen.“
„Das wird nicht passieren. Aber ich werde nicht zulassen, dass du mitkommst.“, antwortete Chiaki bestimmt.
„Aber…“
„Nein, Maron.“, unterbrach Chiaki sie bestimmt. „Ich kann das nicht. Du kannst das nicht. Du hast das Herz eines Engels. Ich kann nicht zulassen, dass du jemanden tötest, selbst wenn es im Auftrag Gottes geschieht. Das geht nicht.“
Mit großen Augen blickte Maron Chiaki an. Sie begriff warum er gelogen hatte. Alles in Allem hatte er sie nur beschützen wollen.
„Ich will nicht, dass deine zarte Seele daran zerbricht.“
Chiaki hob seine Hand und legte sie an Marons Wange.
„Du bist das Wichtigste auf dieser Welt für mich. Ich muss dich beschützen Maron. Bitte versteh das.“
Sorgsam schmiegte Maron ihr Gesicht in Chiakis Handfläche.
Auch wenn ihre gesamte Welt gerade einen Kopfstand machte, so war sie mehr als froh um Chiakis Nähe.
Sie legte ihre Hand auf Chiakis Hand, die an ihrer Wange ruhte und streichelte mit ihrem Daumen auf und ab.
„Chiaki, ich will das mit dir zusammen machen.“
Geschockt riss Chiaki seine Augen auf. Hatte er da gerade richtig gehört?
„Maron, nein, dass…“
„Chiaki“, unterbrach sie ihn vorsichtig. „Für mich bist du das Wichtigste auf der Welt. Meinst du ich lasse dich diesen Kampf allein durchstehen?“
„Maron.“, seufzte Chiaki.
„Und ich bin mir sicher, dass es einen Ausweg gibt. Wir werden Yamato nicht töten müssen, daran glaube ich ganz fest.“
Chiaki schenkte Maron einen bewundernden Blick. So kannte er sie, seine Maron.
Ein Lächeln schlich sich auf seine Lippen, dann nickte er vorsichtig.
„In Ordnung. Aber nur, wenn wir wirklich einen anderen Ausweg finden.“
Maron erwiderte seinen Blick siegessicher.
„Und, keine Lügen mehr. Sei bitte ehrlich zu mir, Chiaki.“
„Maron, ich verspreche es dir. Ich werde dich nie wieder anlügen.“
Zufrieden lächelte Maron, ehe sie weitersprach.
„Ich kann gar nicht glauben, dass Jeanne wieder zurück kommen muss. Ich dachte wirklich, wir hätten das alles hinter uns gelassen.“
Chiaki nickte zustimmend. Er wusste genau wie sie sich fühlte. Immerhin hatte er auch gehofft, dass der ganze Schrecken ein Ende genommen hatte. Aber leider war dem nicht so. Der Böse König war immer noch da, stärker als zuvor. Und es war Marons und Chiakis Pflicht ihn zu stoppen.
„Aber ich weiß noch gar nicht, wie ich mich verwandeln soll. Fynn ist nicht hier. Ich weiß nicht, ob Access stark genug ist uns Beide zu verwandeln.“
Maron legte ihre Stirn in Falten und blickte nachdenklich zu Chiaki.
„Mach dir keine Sorgen, Maron. Dafür hast du doch mich.“, ertönte eine piepsige Stimme.
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